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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.01.1900
- Strukturtyp
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- 1900-01-16
- Erscheinungsdatum
- 16.01.1900
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- Deutsch
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^ 12, 16. Januar 1900. Nichtamtlicher Teil. 417 das die Hauptbegebenheiten der Geschichte Rußlands bis zum Tode Kaiser Alexanders II. in einer langen Reihe von künst lerischen Illustrationen erläutern soll. Die Zeichnungen rühren von den ersten russischen Künstlern her. — Der heilige Synod hat befohlen, daß Gebete auf einzelnen Bogen künftig nur noch in den Synodal-Vuchdruckereien gedruckt werden dürfen, da die in anderen Typographieen hergestellten Gebete häufig sehr fehlerhaft sind. — Die statistische Abteilung des Departements für Handel und Manufakturen will in nächster Zeit eine »Sammlung von Thatsachen über die Fabrik- und Montan-Jndustrie im Jahre 1897» erscheinen lassen. — Für den Druck und die Versendung der -Arbeiten des XII. (Moskauer) internationalen Aerztekongresses» wurden auf allerhöchsten Befehl 9200 Rubel an die Verwaltung der Moskauer Universität verabfolgt. — Die kaiserlich russische Gesellschaft für Obstbaumzucht giebt eine -Kurze Pomologie mit Illustrationen für praktische Obstzüchter» heraus. Das Werk wird 87 Abbildungen enthalten und der erste Band als Gratisbeilage zur Zeitschrift -Obstbaumzucht» erscheinen. Der Kriegsminister, General Kuropatkin, will eine Tageszeitung für Soldaten herausgeben lassen. Das Programm soll dem des offiziellen -Dorfboten- ähnlich sein, sonst aber noch spezielle, den militärischen Leser interessierende Artikel enthalten. Dem ge meinen Soldaten soll dadurch während seiner Dienstzeit das Interesse für sein Dorf erhalten werden. Das Abonnement wird obligatorisch und der Preis niedrig sein, damit die entlassenen Soldaten das Blatt auch unter ihren Dorfgenossen verbreiten können. — In Tiflis soll eine litterarisch-wissenschaftliche Zeitschrift -Der kaukasische Bote» erscheinen. — In Petrowsk will man eine Zeitung -Das Dagesthanische Blatt« herausgeben. — In Charkow beabsichtigt man um die Erlaubnis nachzusuchen, eine neue Zeitung herauszugeben, da in dieser Universitätsstadt gegenwärtig nur eine einzige nichtoffizielle Zeitung existiert. — Den Priestern Bjelogostizkij und Roshdestwenskij wurde gestattet, eine vicrzehn- tägige Zeitschrift -Der Nüchternheitsfreund- herauszugeben. — Als Redaktor des -Boten der Thierschutz-Gesellschaft» wurde der Belletrist A. Tschechow (bekannt unter dem Pseudonym A. Ssedoj) von der Regierung bestätigt. — Eine Gruppe St. Petersburger Künstler will von Neujahr an eine Monatsschrift herausgeben, die ausschließlich der Aquarellmalerei gewidmet sein soll. Viele russische und ausländische Aquarellisten haben ihre Beteiligung zugesagt. — In Helsingfors soll eine offizielle Zeitung in russischer Sprache erscheinen. Für die Druckerei derselben sind 30 000 ^ angewiesen. Eine gleiche Summe ist für die jährliche Subvention der Zeitung bestimmt. — Von Januar an soll in Brüssel eine den russisch-belgischen Handels- und Geschäftsinteressen dienende Zeitschrift -Ua Ku88is- erscheinen. — Im Jahre 1899 erschienen in Galizien 50 Zeitungen und Zeitschriften in 49 771 Exemplaren; der ruthenischen Presse gehörten davon 16 Periodica mit 11147 Exemplaren an. Oeffentliche Bibliotheken gab es 750 in Galizien. — Auf Befehl der Ober-Preßverwaltung wurde die Thätigkeit der juridischen Kommission des russischen Schriftstellerverbands aufgehoben, weil in den Statuten des Verbands eine solche Kom- drückt. Am 10. (22.) November wurde die Zeitung -Nußkij Trud» aänzlich verboten. — Der „Nordische Kurier- erhielt eine erste Verwarnung. — Charakteristisch für die gegenwärtigen Censur- verhältnisse in Rußland ist die Thatsache, daß der bei Joh. Rüde in Berlin in 3 Bänden erschienene -Sbornik», eine Sammlung von 27 aus dem Russischen übersetzten Erzählungen, Skizzen, Satiren rc. nebst drei biographischen und litlerarhistorischen Studien, volle drei Monate in der Censur liegen blieb, bevor er den Bestellern ausgeliefert wurde. — Der russische Schriftstellerverband veranstaltete in mehreren 4435 Rubel. — Die Hauptversammlung der Mitglieder des Schrift stellerverbandes beschloß, an den Minister des Innern eine Depu tation zu senden, um ihm den Nutzen und die Notwendigkeit eines Kongresses von Repräsentanten der Presse darzulegen. — In einer der letzten Sitzungen der Gesellschaft zur gegenseitigen Unterstützung von Schriftstellern und Gelehrten wurde die Frage beraten, ob nicht der Nachdruck von Originalartikeln besteuert werden könnte. Die Mehrheit der Zeitungsverleger gab auf eine bezügliche Anfrage gar keine Antwort. Von denen, die ihre Zustimmung erklärten, erwartet man eine jährliche Einnahme von über 1400 Rubel. — Das Kapital des russischen Litteraturfonds betrug am 12. November 406381 Rubel 71 Kopeken. — Während des am 11. November abgehaltenen Festmahls der St. Petersburger Belletristen teilte Herr Gneditsch mit, daß der von ihnen heraus gegebene und in 4400 Exemplaren gedruckte -Puschkin-Sbornik» bisher eine Einnahme von 9624 Rubel geliefert habe. Die Her stellungskosten betrugen 4240 Rubel 37 Kopeken. Der Reinertrag ist Siebenundsechzigster Jahrgang. für ein Puschkin-Denkmal bestimmt. — Unter den in St. Peters burg lebenden schriftstellernden Frauen wurde die Frage an geregt, ob nicht ein Verein russischer Schriftstellerinnen gegründet werden solle. Unter den Gesellschaften zur Verbreitung der Volksaufklärung ist die in Charkow eine der thätigsten. Seit den fünf Jahren ihres Bestehens hat sie 168 Bibliotheken gegründet, und 16 weitere sollen noch in diesem Jahre neu eröffnet werden. Das Komitee dieser Gesellschaft meldet, daß cs noch 50 Bittschriften erhielt, in denen um die Gründung von Bibliotheken ersucht wird. — Die Bibliothek des weiblichen medizinischen Instituts beschloß, alle':.bisher er schienenen und künftig erscheinenden wissenschaftlichen Arbeiten weiblicher Aerzte — Dissertationen, Monographieen, Jahresberichte. Uebersetzungen, Bücher, Broschüren rc. — zu sammeln. — Professor S. von Stein schenkte der Moskauer Universität eine Bibliothek von 1100 Bänden medizinischer Werke, namentlich über die Krankheiten der Ohren, der Nase und des Rachens. Der Wert dieses Geschenkes wird auf 12 600 Rubel taxiert. Veteranen der russischen Litteratur, D. W. Grigorowitsch, gemeldet. Er war 1822 geboren und begann seine schriftstellerische Lauf bahn in den vierziger Jahren mit den Schilderungen aus dem russischen Landleben -Das Dorf» und -Anton Goremyka», die be rechtigtes Aufsehen erregten. Grigorowitsch gehörte zu den besten Erzählern der neueren russischen Litteratur. — Am 11. Dezember starb in St. Petersburg der Reichskontrolleur, Senator und Wirk liche Geheimrat T. I. Filippow, ein hervorragender Staatsmann, der auch als Schriftsteller und Gelehrter ein großes Ansehen genoß. Er wurde 74 Jahre alt und gehörte zu den Säulen der slawo- philen Partei. Durch seine gründliche Kenntnis der griechischen Sprache, der theologischen Wissenschaften und des kanonischen Rechts zog er die Aufmerksamkeit des Grafen D. A. Tolstoj auf sich, der ihn zu seinem Gehilfen machte. Filippow interessierte sich lebhaft für die alte russische Volkspoesie und ließ mehr als 1000 Volkslieder mit ihren Gesangsweisen sammeln. Zu seinen vor nehmsten Werken gehören -Zeitgenössische kirchliche Fragen» und -Sbornik von T. I. Filippow». Er war Ehrenmitglied vieler in- und ausländischen gelehrten Gesellschaften und Akademieen. — In der Moskauer Psychologischen Gesellschaft soll zu Ehren des verstorbenen Präsidenten dieser Gesellschaft, des Professors N. Grot, eine Festsitzung stattfinden. Grots Witwe wird die Werke ihres verstorbenen Mannes herausgeben, und die Gesellschaft beschloß, die Redaktion derselben einer Kommission zu übertragen. Auf den Namen Grots soll auch eine Prämie für das beste Werk aus dem Gebiete der philosophischen Wissenschaften gestiftet werden. — Am 31. Oktober starb die unter dem Pseudonym Zeo bekannte belletristische Schriftstellerin Z. Osmidow. — Auf das posthume Werk des Senators D. Rowinskij -Die russischen Volksbilder» wurde eine Subskription eröffnet. Es soll in zwei Quartbänden unter der Redaktion von N. Sobko erscheinen, 400 Textillustra tionen und kolorierte Bilder enthalten und 5 Rubel kosten. — Der bekannte Schriftsteller K. Stanjukowitsch, der als politischer Verbrecher längere Zeit in Sibiren zubringen mußte, ist erkrankt. Die Aerzte haben ihn in die Krim geschickt und ihm jede geistige Thätigkeit untersagt. — W. Bobynin, Privatdozent der Moskauer Universität, erhielt von der Mathematischen Gesellschaft den Auftrag, eine Bibliographie der im 19. Jahrhundert in russischer Sprache erschienenen mathematischen Werke zusammenzustellcn. — Fr. Fiedler, der unermüdliche, talentvolle Uebersetzer russischer Lyriker, bringt gegenwärtig Gedichte von Nekrassow und Maikow im Sonn- Professors der Moskauer Universität W. Müller soll aus Anlaß seiner dreißigjährigen litterarischen und wissenschaftlichen Thätig- keit ein Sbornik mit Beiträgen von Professoren, Mitgliedern der ethnographischen Abteilung der Gesellschaft für Naturkunde, Anthropologie und Ethnographie und anderen Gelehrten erscheinen. — D. L. Mordowzow schreibt einen historischen Roman -Vulawa und Buntschuk», aus der Zeit der schweren Not in der Ukraine. — Frau Jakowlew-Karitsch will ein umfangreiches Werk über die Technik der Vortragskunst herausgebcn. — Im Februar oder März soll eine Gesamtausgabe der Werke von G. A. Matschtet erscheinen. — I. N. Potapenko hat eine neue Novelle -Aus tiefster Seele- geschrieben. — Von P. M. Newjeshin wird ein neuer Roman -Batjuschka- erscheinen. — P. I. Weinberg hielt im November in Odessa eine Reihe von Vorträgen über Goethe. — I. I. Jassinjkij (Maxim Bjelinsskij) hat zwei neue Romane geschrieben: -Die schönen Krüppel- und -Der Goldregen». — Graf E. Salias hat einen neuen Roman in zwei Bänden -Smej Gorynitsch- beendet. — -Babylonier- ist der Titel eines neuen Romans des Fürsten D. Galitzin (Murawlin). — In der Zeitschrift -Die neue Welt soll ein neuer Roman aus der jetzigen russischen Gesellschaft unter dem Titel: -Die Kinder, von A. D. Apraxin erscheinen. — In St. Petersburg wird Max Nordau erwartet, der einen Vortrag über den Zionismus halten soll. — Professor Sokolowski läßt in 56
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