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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.10.1935
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1935-10-01
- Erscheinungsdatum
- 01.10.1935
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- Deutsch
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X- 228, 1. Oktober 1935. Redaktioneller Teil Börsenblatt s. b. Dtschn Buchhandel. Das Buch ist Besitz des ganzen Volkes Arbeitstagung der Reichsarbeitsgemeinschaft für Deutsche Buchtverbung Die Arbeitstagung zur Vorbereitung der Woche des Deut schen Buches am 28. September gab allen Dienststellen und Organisationen Gelegenheit zur Darlegung ihres besonderen An teils an dem großen gemeinsamen Werk. In seiner einleitenden Ansprache gab der Leiter der Reichsarbeitsgemeinschaft, Ministe rialrat vr. Wismann, einen kurzen Rückblick auf all die Vor gänge, die zur Gründung dieser Gemeinschaft geführt haben. Er zeichnete die Zustände, die in den letzten Jahren auf dem Gebiet der Buchwerbung herrschten und die alle nur von materiellen Ge sichtspunkten bestimmt waren. Man warb für das Buch mit den gleichen Mitteln wie für andere Waren, die Kräfte waren zer splittert und nie einer gemeinsamen Aufgabe fähig. Das ist mit der Machtergreifung anders geworden. Und so stellt auch dis Reichsarbeitsgemeinschaft eine Konzentration aller am Buch interessierten Kräfte dar. Dieser Gemeinschaft wird es gelingen, das Buch ins Volk zu tragen, das nicht nur ein Mittel innerer Einkehr, sondern zugleich eine Waffe im Kampf um das Lebens recht unseres Volkes ist. Die Grüße des Reichsministers 1)r. Goebbels überbrachte Staatsrat H a n s H i n k e l als Geschäftsführer der Reichskultur kammer, der aufforderte, um des hohen gemeinsamen Zieles willen die große Kameradschaft aller Schaffenden zu bilden, eigene Ziele und falschen Ehrgeiz zurückznstellcn. Er versicherte, daß die Reichs- kulturkammer von sich aus alles tun werde, um zum Gelingen der Buchwoche mitzuhelfen. Für die Reichsarbeitsgemeinschaft Druck sprach ihr Reichs jugendwalter Bannführer Wiegratz, der betonte, daß gerade diese Organisation um der Aufgabe willen bei der Durchführung der Buchwoche die materiellen hinter die kulturellen Werte stelle. Als Vertreter des Reichsarbeitssührers gab Oberarbeits führer Müller-Brandenburg die Zusicherung, daß trotz der gegenwärtig stattfindenden Umwandlung des N.S.-Arbetts- dienstes in den Reichsarbeitsdienst die Leitung dieses von sich aus alles tun werde, was im Rahmen ihrer Möglichkeiten liegt. Aus der Rede des Leiters der Rcichsschrifttumsstelle, Pg. Dietz, ist die Stiftung von vierzig großen Wanderbüchsreien her auszuheben, die diese Stelle den einsamen Lagern der Reichsauto bahnen anläßlich der Woche des Buches zur Verfügung stellt. So werden die vielen tausend Arbeiter Gelegenheit haben, in ihren kurzen Feierabendstunden ein gutes Buch zu lesen. Der Leiter der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums, Hans Hagemehe r, unterrichtete die Anwesen den von einem großen Preisausschreiben, das die Reichsstelle wäh rend der Woche des Buches mit fünf großen Organisationen durch führen wird. Gleichzeitig wies er hin auf die opferfreudige Tätig keit seiner Landesdienststellenleiter für die Vorbereitungen der Buchwoche. über den Anteil des Deutschen Volkes am deutschen Kultur- schasfcn und seine Berechtigung am deutschen Buch sprach Pg. Dickmann vom Propagandaamt der Deutschen Arbeitsfront. Er deutete den neuen Begriff des Arbeitertums und machte Mit teilung von den Plänen und Zielen der Arbeitsfront während der Woche des Buches. Gerade die Arbeitsfront und der Rcichs- arbeitsdienst wie auch die Hitlerjugend sind hervorragend be teiligt an der Vorbereitung und dem Vertrieb der Sonderaus gabe der Zeitschrift »Buch und Volk». Für die Hitlerjugend sprach Unterbannführer FritzHelke, der den besonderen Wert des Buches für die Jugend umriß und einen Einblick gab in die Arbeit des Lektorates der Reichsjugend führung und in die Mitarbeit der Hitlerjugend für die Buchwoche. »Leistungssteigerung durch das Fachbuch» war das Thema des Pg. Bach mann aus dem Amt für Arbeitsführung und Berufserziehung in der DAF. Wer seine Worte hörte, wird nie nrchr die Bedeutung des Fachbuches für die Erziehung des deut schen Arbeiters abstreiten. Zum Abschluß sprach der Geschäftsführer der Reichsarbeits- gemeinschast für Deutsche Buchwerbung, Pg, Re in hart, der einen kurzen Rechenschaftsbericht gab von der bis jetzt geleisteten Arbeit und den weiteren Plänen für die Buchwoche. Interessant war die Mitteilung, daß schon in diesen Wochen die beiden ersten Teile des großen Kulturfilmes vom deutschen Buch fertiggestellt werden und daß im nächsten Jahre vor dem Reichsberufswett kampf der dritte Teil vollendet würde, der das Fachbuch im Leben des Arbeiters zeige. Dem gleichen Interesse begegnete der neue Plan, nach dem im nächsten Frühjahr eine Sonderaktion für das Fachbuch durchgeführt werden soll, nach der jeder Jungarbeiter von seinem Lehrherrn, Betriebsführer oder Meister ein Fachbuch mit auf den Weg ins Leben erhalten soll. Kurze Darstellungen über das Programm der Festtagung in Weimar, über das große Preisausschreiben und über die Sondernummer -Buch und Volk- beschlossen seine Ansprache. Diese an Ergebnissen reiche Tagung gab Einblick in die freu dige Mitarbeit einer großen Gemeinschaft aller Vertreter des Volkes, und sie gab die Gewißheit, daß wir auf dem Wege sind, das Buch ins Volk zu tragen, wie es Reichsminister vr. Goebbels in seiner großen Eröffnungsrede während der Buchwoche des Jahres 1934 forderte. E. Langenbuche r. Im Anschluß an diese Tagung fand eine Besprechung im Kreise der Landesleiter der Reichsschrifttumskammer, der Landes stellenleiter der Reichsstclle zur Förderung des deutschen Schrift tums und der Gauobmänner des Bundes Reichsdeutscher Buch händler statt, die von llr. Heß geleitet wurde. Zunächst berichteten einzelne Gauobmänner über die von ihnen geplanten Maßnah men, und im Anschluß daran wurden Vorschläge erörtert und Zweifel geklärt. Das Zusammensein der Gauobleutc bot willkommene Ge legenheit, auch sonstige Fragen aus dein Arbeitsbereich der Gaue zu besprechen. Robert Voigtländer ,849-1935 Am Freitag vergangener Woche hat Robert Voigtländer, den man wohl den Nestor des deutschen Buchhandels nennen durfte, das Zeitliche gesegnet. Ohne erst noch lange ringen, ohne leiden zu müssen, ist er still fortgegangen, von einem sanften Tode rasch erlöst. Wer gelegentlich eben noch den rüstigen Mann, der sich bis zuletzt gerade und aufrecht hielt, langsamen, aber festen Schrittes seinen Weg durch Leipzigs Straßen hatte nehmen sehen, der hat wohl nicht erwartet, so bald um ihn trauern zu müssen. 1849, kaum daß sich das tolle Jahr der Revolution von 48 einigermaßen beruhigt hatte, hat Robert Voigtländcr in Kreuz nach, wo sich sein aus Sachsen gebürtiger Vater als Buchhändler niedergelassen hatte, das Licht der Welt erblickt. Es ist eine kaum noch vorstellbare Zeit, der er entstammt. Der Raum, den sein Leben umspannt, deckt sich mit jenem, den Hindcnburg durchmessen hat. Als junger Kriegsfreiwilliger ist auch Robert Boigtländer 1870 mit nach Frankreich marschiert und siegreich heimkehrend mit den »Franzern» durch das Brandenburger Tor «ingezogen. Mit bitterem Schmerz sah er das damals errichtete Reich im Welt krieg zusammenbrechen. Dem Alldeutschen Verband angehörend, hatte er schon die Entwicklung dahin mit Sorge verfolgt. Tief litt er unter der Schmach der Systemzeit. Ihm ward aber auch noch das Glück zuteil, die Wendung zum Wiederaufstieg und die ersten 811
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