4694 X- 237, II. Oktober 1935. Fertige und Künftig erscheinende Bücher. Börsenblatt f. d. Dtschn Buchhandel. /o/ranii ä. /. Mota Kaheb Von Erlebnis zu Erlebnis im Wunderland Indien Oktav. 2i8 Seiten. Geh. 2.42 Mark; in Leinwand z.6o Mark (250 §) Das Buch erzählt frisch und anschaulich das Indien-Erlebnis eines weltoffenen Missionars. Er gibt aus ganz persönlicher Anschauung Schilderungen von Menschen, Tieren, Göttern und Dämonen, deren jeweiliger Umkreis in eigenen Kapiteln zusammengefaßt wird. Dazwischen schlingt sich der TageSlauf des tätigen Missionars, wobei Vorgänge und Bilder zu einer Perlschnur von immer lebhaften und z. T. köstlichen Anekdoten aufgereiht werden. Der Verfasser, der dem Buch seinen eigenen indischen Spitznamen als Titel gab (Mota Saheb heißt zu deutsch: „Welch ein dicker, stämmiger Herr!") weiß nicht nur reizvoll zu plaudern, sondern auch seine Er lebnisse mit den Menschen seines Umganges zu beseelen. So entsteht aus ernster Beobachtung, sachlicher Anschauung und gemüthafter Erfassung fremden Lebens die Atmosphäre jenes Wunderlandes mit vielen Farben und Rätseln und auch mit dem Menschlich-Allzumenschlichen dieser Zonen. Fesselnde Einzelheiten aus dem Studium des indischen Kastengeistes und deS Raffenwesens erhöhen den missionsgeschichtlichen und ethnographischen Wert des Buches. Leserkreis: Alle Freunde guter Reiseliteratur, Misstonsanstalten, Geographielehrer. Schüler und Schülerinnen höherer Lehranstalten. Freiburger Katurbüchlein Mit vielen Bildern Duodez. 118 Seiten. Kart. 2.20 Mark (160 ^); in Halbleinwand 2.80 Mark (220 g) Ein Büchlein der nahen und nächsten Dinge und dessen, was da im Bereich der Freiburger Bucht kreucht und fleugt, ein Büchlein, aber auch, das die Berge als stumme Zeugen erdgeschichtlicher Vergangenheit aufruft. Ein bescheidener Titel, den der Freiburger Universitätsprofessor diesem Büchlein gegeben: aber er umschließt jene Fülle von Beobachtungen, die der Gelehrte mit seinen Schülern und Freiburger Volks genossen auf Wanderungen rings um die Stadt gemacht, er umschließt eine Fundgrube historischen, kulturgeschichtlichen und volkskundlichen Wissens. Das Sprossen und Blühen der „kleinen Blumen, kleinen Blätter", das geheimnisvolle Leben der Larven und Insekten, der Anteil der Vogelstimmen am großen Weltgesang, die monumentalen Bewegungen der Zeiten und Zonen und was von diesen als Blume, als Tier auf uns gekommen ist und noch unter uns lebt — all das wird nie erahntes Abenteuer. So schließt sich das tausendfältige Leben der Schwarzwaldlandschaft zwischen Jsteiner Klotz, Kaiserstuhl, dem Hegau und dem Bodensee zu einem Gleichnis der unendlichen Schöpfung. Wie die Sprache des Büchleins aller trockenen Fachwissenschaftlichkeit enträt, so ist seine Form vom Glanz und von der Wärme der Dinge angestrahlt. Wohl noch keine Landschaft hat einen so lebendigen Natur-Führer gefunden. 22. / IN W MM