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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.05.1936
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1936-05-22
- Erscheinungsdatum
- 22.05.1936
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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sreiheit und die Einführung des Arbeitsdienstes wurden für den Buchhandel neue Absatzmöglichkeiten geschaffen. Die Produktion des deutschen Verlages hat sich wesentlich erhöht; im Berichtsjahr ist an neuen Werken ein Zugang von 11,3°/° zu -verzeichnen, an Erstauflagen ein solcher von 7,4"/» und an Neuauflagen betrug der Zugang 33,7"/». Eine mengenmäßige Ilmsatzsteigerung des reichsdeutschcn Buches ist erfreulicherweise auch im Ausland sest- zustellen. Bon den sechs dem Präsidenten -der Reichsschrifttumskammer unterbreiteten Forderungen, die der Vorsteher den Mitgliedern im November 1834 an dieser Stelle zur Kenntnis brachte, sind vier inzwischen erfüllt worden. Leider wurde die Liguidierung der buchhändlerischen Betriebe, soweit sie sich in öffentlicher Hand be finden, noch nicht erreicht, obgleich gerade in dieser Beziehung ausgedehnte Verhandlungen geführt wurden. Es ist aber auch hier auf Erfolg zu hoffen; ein Nachgeben in dieser Frage kommt nicht in Betracht. (Zustimmung.) Eine Neubearbeitung der Verkaufs- und der Verkehrs ordnung konnte im Berichtsjahr in Kraft gesetzt werden, die den Forderungen der heutigen Zeit entspricht. Nach wie vor ist das Endziel eine Ordnung des gesamten deutschen Buch-, Zeitschriften-, Kunst- und Musikalienhandcls, nicht nur für Reichsdeutschland, sondern für alle Gebiete, in denen Gegenstände des deutschen Buchhandels verbreitet werden. In diesem Sinne ist der Anschluß des Verbandes der Buchhändlerorganisationen des Königreichs Jugoslawien aufrichtig zu begrüßen. Der Vorsteher gibt der Hoff nung Ausdruck, auch mit der buchhändlerischen Vertretung anderer Länder in der nächsten Zeit ähnliche Abschlüsse tätigen zu können. Der Börsenverein hat marktregelnde und oerkehrsordnende Aus gaben und will diesem Ziel durch Verbreiterung seiner Basis immer näherkommen. Von den Bundesaufgaben ist die Schulung des Nachwuchses durch Reichsschule und Lehrlingsprüfung besonders hervorzuheben. Auch hier sind wesentliche Fortschritte zu verzeichnen. Bei der buchhändlerischen Werbung bildet die Woche des Buches einen Höhepunkt. Sie ist im Berichtsjahr ein ideeller und, wie zum Weihnachtssest festgestellt werden konnte, auch materieller Erfolg gewesen. Wenn der Buchhandel auch keine Ausnahme behandlung und keine außerordentliche Förderung aus Kosten der Allgemeinheit wünscht, so verlangt er doch, daß er um der deut schen Kultur willen immer wieder herausgestcllt wird, damit nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern auch die deutschen Dichter ihren Ehrenplatz in der Welt behalten. (Lebhafter Beifall.) In diesem Zusammenhang muß die von der Reichsarbeits gemeinschaft für Deutsche Buchwerbung geleistete Arbeit anerkannt werden. Da leider in einzelnen Orten noch Unklarheiten bestehen, ist daraus hinzuweisen, daß der Buchhandel in dieser Reichsarbeits gemeinschaft keine Behörde zu -sehen hat, sondern jenen Propa ganda-Apparat, der dem Buchhandel Möglichkeiten für neue Pläne und Werbeaktionen geben soll. Die Fachbuchwerbung — die erste ihrer Art — hat gezeigt, daß hier Neuland erschlossen wird. Sie soll jedes Jahr durchge führt werden. Der Vorsteher bittet jeden einzelnen, die Vorberei tungen rechtzeitig zu treffen, damit ganz Deutschland planmäßig bearbeitet werden kann. Hauptaufgabe der nächsten Zeit ist die Schaffung eines völlig gesunden Berufsstandes. Es muß alles geschehen, um Ausdrücke wie »Versagen im Buchhandel-- oder »reaktionärer Buchhan-del-- ein für allemal verschwinden zu lassen. Der Buchhandel von heute ist nicht reaktionär und wird auch nie mehr reaktionär sein. (Lebhafte Zustimmung.) Jeder überprüfe sein Lager nach ver steckten Überbleibseln des Nooembcrsystems und werfe sic über Bord. Der Gesamtbuchhandcl — gleich ob Sortiment, Verlag öder Leihbücherei — muß tadellos sauber dastehcn. In dieser Hinsicht wird eine Schulungsarbeit im kommenden Jahr einsetzcn, der sich kein Berufsgenosse entziehen darf. Wenn die Produktion -des Verlags eine wesentliche Besserung gegenüber der früheren Zeit aufweist, so ist es natürlich, daß die Auswirkungen im Sortiment noch nicht im gleichen Umfang be merkt werden. Die wirtschaftliche Konsolidierung wird aber immer 454 mehr Fortschritte bringen. Auch der Buchhandel vertritt die von Oberbürgermeister vr. Goerdeler im vorigen Jahre an dieser Stelle zum Ausdruck gebrachte Ansicht, daß der ordentliche, saubere Betrieb leben, ja möglichst gut leben soll. Manche Berussgenossen werden einwenden, daß der Auch buchhandel noch übermäßig ist und die Absatzmöglichkeiten des Sortiments einschränkt. Es muß aber zugestanden werden, daß der Auchbuchhandel in bestimmtem Maße ebenfalls Daseinsberechti gung hat. Das Sortiment muß vor allem durch eigene Tatkraft seine Position zu behaupten wissen. Jeder Sparte des Berussstandes muß zuteil werden, was ihren besonderen Verhältnissen entspricht. Dem Wettbewerb kön nen keine künstlichen Grenzen gesetzt werden. Nur wo die Gesamt heit Schaden erleiden könnte, wird regelnd eingegrisfen. Im März dieses Jahres ist ein neues Amt innerhalb des Bundes errichtet worden. Es hat die Aufgabe, sich der Pflege -der Arbeitsstätte zu widmen. Dieses Amt -wird seine Aufgabe nach Kantate systematisch durchführen, um auch auf diese Weise den Berufsstan-d zu Ansehen zu bringen. Aber darüber hinaus muß man von einem sariberen Buchhandel in jeder Beziehung sprechen können. Das bezieht sich in besonderem Maße auf -die Visiten karten des Gesamtbuchhandels, auf die Schaufenster. Jeder Sorti menter hat -das größte Interesse daran, daß diese Visitenkarten dem Ziel des nationalsozialistischen Reiches entsprechen. Wenn -dem buchhändlerischen Nachwuchs in der kommenden Zeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll, so gilt dies auch für die Angestellten und Buchvertreter. Vom Betriebsführer sowohl als auch vom Gesolgschaftsmitglied wird unbedingte restlose Einfügung in den nationalsozialistischen Gedanken gefordert. Der Vorsteher hofft, daß seine Worte über die Pläne und Ausgaben für die kommenden Monate nicht ungehört verhallen. Allerdings wird jeder Plan grundsätzlich erst daun in die Öffent lichkeit gebracht, wenn er reiflich durchdacht -ist. -Alles Tun ist und bleibt die Sorge um Deutschlands Zukunft und für die Buch händler auch die Sorge um den Berussstand. (Lang anhaltender Beifall.) Zu Punkt 3 -der Tagesordnung: Zurückblickcnd auf das Berichtsjahr glaubt der stell». Vor steher M. Wülfing sagen zu können, daß sich der buchhänd- lcrische Berussstand in -seiner positiven Einstellung zum national sozialistischen Staat von -den Angehörigen anderer Berufe nicht in den Schalten stellen läßt. Dieser Feststellung ist angesichts der Fülle von Arbeit und aufbauender Tätigkeit, die aus den Be richten -der sechs Fachschaften ersichtlich ist, um so mehr zu zustimmen. Bei der F a ch s ch a s t V er l a g hat es sich als zweckmäßig erwiesen, die Arbeitsgemeinschaft der gewerblichen und Fachbuch- Verleger aus der Fachgruppe l »Wis-scu-schaftlichcr Verlag-- heraus zulösen und -sie als besondere Gruppe zu führen. Die Mitteilung der Kammer, daß auf Anregung der beteiligten Verlagsgruppen der Präsident der Rcichsschristtumskammcr eine Beratungsstelle für Fachverleger ins Leben gerufen hat, ist zu begrüßen. Die Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlicher Verleger hebt hervor, -daß sich der Umsatz, allerdings mit Ein schränkung für wissenschaftliche Zeitschriften und Lehrbücher, auch im Berichtsjahre weiterhin gebessert hat. Die Produktion des wissenschaftlichen Verlages, im Ganzen gesehen, hat mengenmäßig zugenommen. Es ist aber nicht zu übersehen, daß sich über 60"/» der wissenschaftlichen Zeitschriften in großer Notlage befinden. Die Auffüllung der Kulturetats ist nach wie vor -dringend er forderlich. Der wissenschaftliche Verlag hofft, daß durch zielbewußte Kulturpslege des Staates im kommenden VcrlagSjahr manche Schwierigkeit beseitigt oder gemildert werden kann. Beim schöngeistigen Verlag wird erfreulicherweise der Markt nicht mehr so ausschließlich wie früher -von der Flut der Neuerscheinungen beherrscht. Gediegene ältere Werke kommen wieder zur Geltung. Daß darüber die Werke -der jungen schassen den Generation, für welche -sich -die Zahl der Dichtcrpreise be trächtlich vermehrt hat, nicht vernachlässigt werden, ist selbst-
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