Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.05.1936
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1936-05-22
- Erscheinungsdatum
- 22.05.1936
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19360522
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-193605226
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19360522
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1936
- Monat1936-05
- Tag1936-05-22
- Monat1936-05
- Jahr1936
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Nummer 117, 22. Mai 1986 diesem Kreise hier sind zum Teil Buchverleger und gleichzeitig Zeitschriften-Vcrleger. Aus dem von mir Gesagten werden Sie die Notwendigkeit einsehen, daß das Zeitschristemvesen seiner Eigen- gcsetzlichkeit gemäß betreut wird und daß wir in richtig verstan dener Selbstverwaltung kraft unserer Kenntnisse und Erfahrungen auf diesem Gebiete zum Segen der deutschen Zeitschriften wirken und weiterwirken. So sehr ich die Tätigkeit der innerhalb der Kam mern unter deren Führung selbstverwaltenden Fachverbäude be jahe, so sehr wende ich mich dagegen, daß dadurch für das einzelne Mitglied beitragsmäßige Doppelbclastungcn entstehen. Ich kann Ihnen Mitteilen, daß in einer kürzlichcn Besprechung in der Reichs- prcssckammcr alle Voraussetzungen geschussen sind, daß Doppel- bclastungen einmal innerhalb der Reichspressckammer, zum ande ren zwischen Reichspressckammer und Reichsschrifttumskauimer und ihren Verbänden unbedingt unterbleiben. Fünfter Fortbildungskursus für Verlagshersteller Veranstaltet vom Bildungsausschuß des Börsenvereins gemeinsam mit der Fachschaft Verlag im Bund Reichsdeutscher Buchhändler Ein Begrüßungsabend vereinigte die aus dem ganzen Reich und dem Ausland zusammengekommenen 23 Teilnehmer und die für die Vorträge und Führungen gewonnenen Herren. Nachdem der Kursusleiter, Herr Studiendirektor vr. Uhlig, den Kursus er öffnet hatte, wies Herr Pros. vr. Menz in seinen einführenden Worten auf das Problematische eines Fortbildungskursus hin. Das Ziel des Kursus liege einmal in der Übermittlung des sachlichen Wissens, zum anderen in der Stärkung des Gefühls der beruflichen Verbundenheit. Mit einem Appell an die Kameradschaftlichkeit wurde der Begrüßungsabend beendet. Am ersten Arbeitstag umriß Herr vr. Uhlig als Kursusleitcr zunächst das Arbeitsprogramm. Ter Verlag vergibt an die verschie denen Berufszweige, die Spezialgebiete mit eigenen Techniken dar stellen, seine Aufträge. Der Verlagshersteller muß die vielseitigen Arbeiten kennen, da er ihre Eigenart bei seinen Vorbereitungsarbeilen berücksichtigen muß. Bei aller Beherrschung dieser technischen Ange legenheiten muß aber gerade der Verlagshersteller das Ganze im Auge haben: er muß der geistigen Arbeit, wie sie in einem Manuskript verkörpert ist, ihr entsprechendes äußeres Gewand geben. Tenn er trägt die ganze kulturelle, ästhetische und wirtschaftliche Verant wortung seines Berufes. — Es darf schon am Anfang des Berichts her vorgehoben werden, daß es der Leitung des Kursus zu danken ist, daß sie das Ganze der verlegerischen Arbeit ständig in den Vorder grund gestellt hat und daß die Ergebnisse aller Führungen, Arbeits gemeinschaften und Referate immer als Teile dieser großen zusammen fassenden Aufgabe gewertet wurden. In seinem ersten Referat »Das Kostenproblem im Verlagsbuch handel« stellte Herr vr. Uhlig die Aufgabengebiete des Verlegers heraus, die kulturpolitische und wirtschaslspolitische Verantwortung erheischen. Bücher verlegen heißt gleichzeitig deutsche Kultur schaffen, heißt aber auch wirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten beobachten. Im Wesen des Verlages liegt das Tragen des wirtschaftlichen Risikos, sodaß ein Kernpunkt bleibt: das Problem der Kalkulation zu meistern. An Hand graphischer Darstellungen wurde das Steigen der absoluten und das Fallen der Einzelkosten bei Satz und Druck eines Bogens be obachtet. Die Aufgabe des Verlegers besteht darin, das Verlags optimum zu ermitteln, d. h. die vorteilhafteste Kostengestaltung mit den günstigsten Absatzmöglichkeiten zu vereinen. Unter dieser wirt schaftlichen Zielsetzung sollen nicht zuletzt die Einzelfragcn beobachtet werden. Im Mittelpunkt des Kurses standen die Bctriebsführun- gen, die nirgends so vielseitig sein konnten wie gerade in der Buch stadl Leipzig. Die Firmen, deren Werkstätten besucht wurden, waren in jeder Hinsicht bemüht, diese Besichtigungen durch ausgezeichnete sachverständige Führung auch instruktiv werden zu lassen. Und jeder Betrieb hat es verstanden, gerade die Eigenart seiner Arbeit in den Vordergrund zu stellen, sodaß die einzelnen Besuche immer abwechse lungsreich waren. Das notwendige Verständnis für die einzelnen Arbeitsvorgänge wurde durch einführende Vorträge erleichtert, die von Lehrern der Buchhändler-Lehranstalt vor den Führungen gehalten wurden. Eine wesentliche Unterstützung war dabei das reiche An schauungsmaterial der Deutschen Buchhändler-Lehranstalt, das freund licherweise zur Verfügung gestellt wurde. Für die Einführung in Satz und Druck beim Hochdruckverfahren sorgte die Meister schule für das graphische Gewerbe. Herr Grote mies die Teilnehmer in das typographische Maßsystem ein und erklärte die grundlegenden Arbeiten des Hand- und Ma schinensatzes; die großartigen Ubungsverhältnissc der Schule gestatteten jedem Kursusteilnehmcr, selber das Material des Setzers in die Hand zu nehmen und praktische Übungen zu machen. Als graphischer Fach mann forderte Herr Grote auch eine individuelle Gestaltung des Buches. Diese könne es möglich machen, den Menschen von heute in ein engeres Verhältnis zum Buch zu setzen. — Die Technik des besondere aber beim Jllustratiousdruck, kennenzulernen. Am reichen Maschinenbestand der Meisterschnle wurden die einzelnen Typen der Schnellpressen und Tiegeldruckpressen vorgeführt und die Arbeits vorgänge erklärt. — Uber das wichtigste Arbeitsmatcrial des Druckers, die Schrift, ihre historische Entwicklung und ihre Anwenduugomöglich- keiten gab ein Referat von Herrn Studienral Friese von der Buchhändler-Lehranstalt eine Übersicht. Nachdem so die Voraussetzung für das Verständnis des Buch drucks gegeben war, konnten bei den einzelnen Führungen die Besonder- dcren Qualitätsarbeit das Ansehen des Unternehmens in der Haupt sache beruht. Bei der Spanier A. - G. lernten die Teilnehmer einen graphischen Großbetrieb kennen, wie er in der ganzen Welt fast einzig dasteht. Die Offizin H a a g - D r u g u l i n A. - G. belegte in zahlreichen Proben ihre typographische Qualitätsarbeit und zeigte in Anlage und Organisation einen modernen Druckereibetrieb, ^n einer Aussprache wandte sich Herr Direktor seltne r noch besonders an die Hersteller und gab ihnen in kurzen Ausführungen »einen kleinen Wunschzettel des Druckers an den Verleger«: bei der Auswahl des Papiers, der Schrift und in anderen Fragen der Technik und des Geschmacks soll sich der Verleger mit dem Trucker zu verständigen suchen und nicht ohne weiteres über dessen Erfahrung und Urteil hin weggehen. Das für die Hersteller besonders wichtige Kapitel «Kostenberech nung der Druckarbeiten« wurde von Herrn Otto Schmidt vom Deutschen Buchdruckerverein behandelt. An Hand der neuen »Richt linien für die Berechnung der Druckpreise« sind in gemeinsamer Arbeit einige Kalkulationen als Beispiele durchgesührt worden, die den Teilnehmern die Möglichkeit geben, Kostenausstellungen selber vorzunehmen oder nachznprüsen. Neben dem Hochdruckverfahren wurde dem Ofssetvcrsahren be sondere Aufmerksamkeit gewidmet, daneben auch dem Tief- und Licht druck. Herr Studicnrat Friese hat die Vorarbeiten und den Truck vorgang deutlich gemacht und ist besonders aus die Verwendnugsmög- lichkeiten der einzelnen Verfahren eingegangen. In mustergültiger Führung wurden bei der Firma Oscar Brandstetter die Vorgänge der Plattenherstellung und des Drucks beim Offset- verfahren, die Vorbereitung und die Übertragung der Pigmentkopie auf den Druckzylinder beim Tiefdruck gezeigt. Besonders interessant war die Vorführung des Notenstichs, einer wichtigen Abteilung in diesem Betriebe. Die Fa. Glas; L T u s ch c r zeigte Plattenherstel lung und Druck beim Lichtdruckversahrcn. Herr Garte vom Verband Deutscher Offset- und Steindruckercibesitzer führte in die Berechnung der Offsetarbeiten ein. Dabei stellte er die Verwendungsmöglichkeiten der verschiedenen Druckverfahren instruktiv gegenüber. Nachdem Herr Studienrat Friese über Stereotypie und Gal vanoplastik und ihre Verwendungsmöglichkeiten einführend gesprochen hatte, wurden die verschiedenen Arbeitsgänge dieses Verfahrens in eindringlicher Führung bei der Fa. C. Schwärz vorm. Emil H a u ck gezeigt. — Die Reproduktionstechnik beim Hochdruckversahren konnte Herr S ch ö n w e t t e r in seiner chemigraphischen Anstalt vor führen, darüber hinaus einige Wünsche an die Hersteller richten, die hauptsächlich die Genauigkeit der Aufträge betrafen. Die Führung in der Schröder' schen Papierfabrik in Golzern verfolgte den Entstchungsprozeß des Zellulose- und Holz- 459
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder