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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.12.1936
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1936-12-10
- Erscheinungsdatum
- 10.12.1936
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- Deutsch
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Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel Ein neuer Buchlyp: Das Raumbild als Gegen stand des Buchhandels Mit dem kürzlich erschienenen ersten Band einer neuen Buch reihe: »Raumbild-Zeitgeschichte«, der hundert dreidimensionale Stereo bilder enthält, sind zugleich neue Wege der Buchgestaltung beschritten und dem Buchmarkt neue Aussichten eröffnet worden, die verdienen, kurz herausgestellt zu werden. Es ist keine Frage, daß das Raumbild (Raumbild als gute, weil bildhafte und eindeutige Verdeutschung des Wortes Stereoskop-Photo graphie), bei dem sich der Beschauer die Tiefengliederung und räum liche Verteilung der Dinge nicht mehr auf Grund der ihm im Laufe der Zeit geläufig gewordenen perspektivischen Erfahrungsgesetze mehr oder minder vollkommen vorzustellen hat, sondern sie wie in der Wirk lichkeit anschauen kann, gegenüber dem gewöhnlichen Flach-Lichtbild erhebliche Vorzüge aufweist. In dem Raumbildwerk, das uns hier beschäftigt, sind die in Bromsilberdruck ausgefllhrten Stereobilder — abgesehen von wenigen bilderbuchartig auf Karton aufgeklebten — m der Mehrzahl im für diesen Zweck besonders gestalteten starken Buchdeckel praktisch gruppiert untergebracht und können demzufolge mit Hilfe eines stereoskopischen Gerätes leicht betrachtet werden. Das Gerät (das von der Zeiß-Aerotopograph-G. m. b. H., Jena, hergestellte ZA-Taschenstereoskop) ist eigens zum Betrachten von stereoskopischen Abbildungen in Büchern als Buchstereoskop be stimmt. Dieser sogenannte Zeih-Betrachter ist gleichfalls wie die Mehrzahl der Stereobilder selbst im Buchdeckel praktisch untergebracht. In diesem Zusammenhang sei der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen, daß in jüngster Zeit — insbesondere im Ausland — vielfach sogenannte Anaglyphen-Drucke, das sind stereoskopische Bilder, die durch eine zweifarbige Brille betrachtet werden, erschienen sind. Bei diesen übereinandergedruckten Zweifarbenbildern treten jedoch durch den Raster, der vom Druckverfahren unzertrennlich ist, Einzel- und Feinheiten nicht hervor. An sich wäre es ohne weiteres- denkbar, daß die Stereobilder mit dem erforderlichen Betrachtungsgerät etwa in Kästchenform herausgebracht und dann wohl allein durch Photo-Fachgeschäfte und ähnliche ihren Absatz finden würden. Ihre Anordnung jedoch zu einer in origineller Weise vergegenständlichten Buchform mit einem entsprechenden Text erschließt diesen Raumbildern einmal neue Käuferschichten durch den Absatzmarkt des vertreibenden Buchhandels, verhilft zum anderen auf diese Weise die Wettbewerbs st cllung des Buches zugunsten der buchgewerblichen Wirtschaft und des vertreibenden Buchhandels zu stärken. Auch aus diesem Grunde verdient die Arbeit des Verlages, durch einen neuartigen Buchtyp das Raumbild zu einem Gegenstand des Buchhandels zu machen, Beachtung. I. Schl. Veranstaltungen der Buchhandlung Geibel L Hohl Die Buchhandlung Geibel und Hohl, vr. Wilhelm H. Lange in Göttingen veranstaltet in diesem Winter eine Reihe kleiner literari scher Abende, die in den behaglichen Räumen der Buchhandlung selber stattfinden. Der erste galt dem Gedächtnis Rudolf Kochs, den der Inhaber der Buchhandlung als Künstler, als Mensch, Christen und Deutschen deutlich zu machen suchte. Eine umfangreiche Ausstel lung Kochscher Werke, darunter zahlreicher Originale der Sammlung Klingspor, fand außerordentliche Beachtung. Im Verlauf von sechs Tagen waren über 800 Besucher in der Ausstellung. Einen zweiten Abend veranstaltete die Buchhandlung Anfang Dezember als Einführung in die s ch ö n st e n Weihnachtsbücher des Jahres. Ein Professor, ein Studienrat und der Inhaber sprachen über je drei Bücher mit Darbietung von Kostproben. Durch eine weihnachtsmusikalische Umrahmung wurde der Abend besonders freundlich gestaltet. Auf diese Weise gewannen viele Teilnehmer einen Einblick in eine Reihe guter Bücher, die sich zu würdigen Geschenken eignen. Kameradschaftsabend Am 24. November veranstaltete die Firma Eb.BoteLG.Bock G. m. b. H., Berlin, einen Kameradschaftsabend im Wilhelms hof, an dem die gesamte Gefolgschaft, einschließlich der Ehefrauen, im ganzen 75 Personen, sich zu einem geselligen Beisammensein bei Abendschmauß, Vorträgen, Musik und Tanz vereinigte. Der Betriebs sichrer, Herr Lienau, sprach in seiner Begrüßungsrede über die Be deutung und den Wert eines solchen Zusammenseins der Gefolgschaft außerhalb der Betriebsarbeit und führte dann in heiterer Weise die Zuhörer durch den großen Verlagskatalog der Firma in Form eines »Sommerausfluges«. Ter Zellen-Obmann, Pg. Bär, dankte im Namen der Gefolgschaft. Der Eintopfsonntag als Gemeinschaftsfeier Um die Mittagszeit des vergangenen Eintopfsonntags fand sich die Gefolgschaft der Firma Johann Ambrosius Barth, Leipzig, mit allen Angehörigen zusammen. Die Geschäftsleitung hatte zum gemeinsamen Mahl geladen. Warum dies hier berichtet wird? Nicht, weil wir das Glück hatten, den Sinn des Eintopf gerichts in der Gemeinschaft des Betriebes zu erleben, nicht, um er zählend zu schildern, wie wir den Sonntag, zusammen in froher Runde verbrachten. Wir wollen ganz einfach in unseren Berufskame raden den Wunsch wecken, auch einmal gleich uns den Eintopfsonntag in der größeren Familie der Betriebsgemeinschaft zu feiern. Die nächsten Eintopfsonntage geben dazu Gelegenheit! Jüdischer Haß In Bielitz (Polnisch Ostschlesien) war die deutsche Buchhandlung Hohn in der letzten Zeit ständig nächtlichen Anschlägen ausgesetzt, weil sie als einzige Buchhandlung nationalsozialistisches Schrifttum zur Schau stellte. Die große Schaufensterscheibe wurde eines Nachts mit Glasschneidern derart beschädigt, daß der Besitzer sie auswechseln mußte. Obwohl die ncueingesetzte Scheibe durch ein Drahtgitter ge schützt wurde, ist sie erneut zerkratzt worden. Der Buchhändler griff nun zur Selbsthilfe und stellte Notwachen aus, denen es gelang, dem schändlichen Treiben ein Ende zu bereiten. Der ortsbekannte jüdische Zahnarzt vr. Haas konnte in dem Augenblick abgefaßt werden, als er die Schaufensterscheibe mit einem Glasschneider zu beschädigen ver suchte. Der Täter, der in Bielitzer jüdischen Kreisen eine hervor ragende Rolle spielt, wurde der Polizei übergeben. Warnung vor einem Schwindler Ein vr. C. O. Maier aus Reutlingen, bis Anfang Dezember in Süchteln (Rheinland), bestellte beim Verlag Theodor Sleinkopff eine größere Anzahl medizinischer Fachbücher zur Ansicht, die durch Vermittlung einer Ortsbuchhandlung für kurze Zeit zur Einsicht nahme geliefert wurden. An dem Termin, an dem die Bücher abzu holen waren, stellte sich heraus, daß vr. Maier unter Mitnahme der Bücher mit ungenanntem Aufenthalt verschwunden war. Nach forschungen ergaben, daß er auch bei anderen Firmen Bestellungen aufgegeben hat. Reichsarbeitsgemeinschaft für Deutsche Buchwerbung Bücherdi-ebstähle In der Nacht vom 23. zum 24. September 1936 ist aus den Dienst räumen der Reichsarbeitsgemeinschaft für Deutsche Buchwerbung eine größere Menge verlagsneuer Bücher gestohlen worden. Darunter be fanden sich folgende Bände: Griese, Die Wagenburg — Strauß, Das Niesenspielzeug — Vesper, Das harte Geschlecht — Wiechert, Die Magd des Jürgen Doskocil — Ricarda Huch, Michael Unger — Troste- Hlllshoff, Gedichte in einem Band — Molo, Eugenio v. Savoy — sowie Werke des Verlages Eugen Diederichs, Jena. Außerdem wurden bereits am 1. September 1936 im Nsichsamt für Wetterdienst, Berlin, Prinz-Albrecht-Straße 5 folgende Bücher gestohlen: Hann-Knoch, Handbuch der Klimatologie 1932, I. Bd. — Linke, Meteorologisches Taschenbuch, 2 Bände — SUring, Leitfaden der Meteorologie 1926 — Köppen, Die Klimate der Erde, 1923 Dovc, Meteorologische Untersuchungen 1839. Es ist anzunehmen, daß die angeführten Bücher in Buchhand lungen zum Kauf angeboten worden sind oder noch angeboten werden. Es wird daher gebeten, beim Austauchcn dieser Bücher Nachricht an die Neichsarbeitsgemeinschaft für Deutsche Buchwerbung e. V. Berlin W 8, Mohrenstraße 65, Telefon Jäger ^ 1 3365/6, oder an die Kriminal polizei Berlin, Dienststelle X. I. — L II 4. Polizeipräsidium, C 25, Dircksenstraße 14, Telefon Berolina L 1 0033 Apparat 469 zu geben, und zwar möglichst unter Angabe des Verkäufers der Bücher. Der Geschäftsführer: Neinhart. Personalnachrichten Der im deutschen Buchhandel weithin bekannte Verleger C. Lud wig Ungelenk in Dresden kann in erstaunlicher körperlicher und geistiger Rüstigkeit am 11. Dezember seinen 75. Geburtstag be gehen. Zugleich steht der Jubilar im fünfzigsten Jahre seiner beruf lichen Selbständigkeit. Ludwig Ungelenk übernahm 1887 mit dem von Justus Naumann gegründeten Sortiment auch den wachsenden Verlag. Richtunggebend für die Verlagsproduktion wurde die Angliederung des theologischen Verlages von Friedrich Nichlcr - Leipzig. Seit 1913 widmet sich Ungelenk ausschließlich dieser Arbeit, wofür zahlreiche Veröffentlichungen christlichen und theologischen Schrifttums Zeugnis geben. Hauptschriftleiter: vr. Hellmuth Lang endlicher. —Stellvertreter des Hauptschristleiters: Franz Wagn er. —Verantw. Anzeigenleiter: Walter Herfurth, Leipzig. Verlag: Verlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig. Anschrift der Lchriftleitung und Erpedttion: Leipzig 6 1. Gerichtsweg 28, Postschließfach 274/76. — Druck: Ernst Hedrtch Nachf., Leipzig 6 1. Hospitalstraße 11a—13. — DA. 7977/XI. Davon 6587 d. m. Angebolcne und Gesuchte Bücher. *) Zur Zeit ist Preisliste Nr 8 gültig! 1084
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