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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.05.1932
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1932-05-14
- Erscheinungsdatum
- 14.05.1932
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- Deutsch
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X- 111, 14. Mai 1932. Redaktioneller Teil. — Sprechsaal. Börsenblatt f. b.Dtschu Buchhandel. Ernst Frensdorfs f. — Im Alter von 75 Jahren verstarb am 30. April in Berlin der Antiquar und Kunsthändler Ernst Frens dorfs (qeb. am 15. Nove-mber 1857 zu Hamburg). — Von Hause aus wohlhabend, frühzeitig Sammler, ergriff er den Beruf des Buch händlers aus innerster Beziehung. Doch war ihm in den verschiedenen Unternehmen, die er in Bamberg und Berlin erwarb und gründete, kein geschäftlicher Erfolg beschicken. Fleiß, Begabung, große Kennt nisse und Liebe zum Beruf konnten einen entschiedenen Mangel an kaufmännischen Fähigkeiten nicht aufwiegen. Ich betone dies nur, um auf einen Grundzug seines Wesens hinzuweisen: Frensdorfs war, was sich auch in seiner Persönlichkeit überzeugend aussprach, von der Natur zum Gelehrten, nicht zum Kaufmann bestimmt. Als Anti quar hat er sich durch seine mustergültig gearbeiteten Kataloge blei bendes Verdienst erworben. Seiner persönlichen Vorliebe entsprechend galt sein besonderes Interesse der Geschichte des ihm zur zweiten Heimat gewordenen Berlin, vorzugsweise seiner geistigen und politi schen Strömungen um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Seine Kataloge auf diesem Gebiet sind und bleiben wertvollstes Nüstzeug bes Antiquars, wie er auch als Herausgeber der »Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins« außerhalb seines Bernsskreises als ausgezeichneter Kenner des alten Berlin galt. Von seinen Ver lagswerken sind bemerkenswert: Weddigen, Geschichte der Theater Deutschlands, Rehm, Das Buch der Marionetten, Jugenderinnerun gen von Gustav Parthey sowie die Rechenwerke: Neudrucke literar historischer Seltenheiten, herausgegeben von Feöor von Zobeltitz, und »Berliner Curiosa«. In höherem Alter war Frensdorfs bei Martin Breslauer und, zehn Jahre lang, bei Karl Ernst Hcnrici tätig. G. M. Emil Hertzka f. — Am 9. Mai ist, wie wir bereits in Nr. 109 kurz gemeldet haben, der Direktor der Universal-Edition A.-G. in Wien Emil Hertzka gestorben. Mit Emil Hertzka ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten nicht nur des österreichischen, sondern des internatio nalen Musikverlagswesens aus dem Leben geschieden. Er wurde 1869 geboren, maturierte 1885 und trat 1893 in den Musikalienverlag Josef Weinberger ein; dort arbeitete er sich so rasch und gründlich ein, daß er 1901 bei der Gründung der Universal-Edition sich lebhaft betätigte und 1907 als Nachfolger Josef Weinbergers zum geschäfts- sührenden Verwaltungsrat ernannt und mit der Stellung des leiten den Direktors betraut wurde. Hier war der richtige Mann an die richtige Stelle gekommen. Seine Begeisterung für die ernste Musik, seine Unternehmungslust, sein untrügliches Verständnis und seine Gewandtheit bei Verhandlungen bahnten dem Aufstieg der Universal- Edition den Weg. Seiner Initiative ist es zu danken, daß die Uni versal-Edition die klangvollsten Namen der zeitgenössischen Musik in ihren Verlagsverzeichntssen führt. Aber auch die berühmtesten unter den tschechischen, italienischen, polnischen, ungarischen, französischen Opernkomponisten wußte er für die Universal-Edition zu gewinnen. Seinem Organisationstalent gelang es, mehrere Musiksortimente — wie zum Beispiel Otto Maas;, Albert I. Gutmann, Josef Blaha usw. — der Universal-Edition anzugltedcrn und in ihnen wichtige Absatz mittel für die Zwecke der Universal-Edition zu gewinnen. Drei Zeitschriften rief er ins Leben. Friedrich Schiller. Sprectrsaal Klischeohcrstellung im Ausland. Es ist bekannt, daß leider ganz besonders der Verlagsbuchhandel mit dem Ausland arbeitet, zum Teil aus dem Grund, weil die dort befindlichen Guthaben, die infolge der Denisensperre nicht zu ver werten sind, nur in dieser Form nutzbar gemacht werden können. Im wesentlichen aber wirb auf den Preisunterschied der ausländi schen Erzeugnisse gegenüber den inländischen hingcwicsen. Vergleicht man die Auslandpreise lediglich mit den deutschen Listenpreisen, so erscheinen die ausländischen Preise vielleicht gün stiger. Da aber heute von den deutschen Klischeeanstalten die Arbeiten individuell behandelt und auch individuelle. Preise gemacht werben, dlirfte ein wesentlicher Preisunterschied praktisch nicht mehr in Frage kommen. Jedenfalls kann keine Rede davon sein, daß deutsche Klischeeherstellcr überhöhte Preise fordern. Dafür, daß dies nicht geschieht, bietet die katastrophale Wirtschaftslage wohl genügend Ge währ, da jeder Gewerbetreibende notwendigerweise mit feinen Preisen bis an die Grenze des Möglichen heruntergeht, um sich einen — wenn auch kleinen — Auftragsbestand zu erhalten. Wo noch Preisunter schiede bestehen, liegt dies, wie der Artikel in Nr. 81 des Börsen blattes bereits erwähnt, größtenteils an der erheblich schlechteren Qualität, zum Teil aber auch an den Valutaverhältnissen und den geringeren steuerlichen und sozialen Belastungen der ausländische» Industrien. Der deutsche Verleger sollte, wenn er selbst über die schlechte Qualität hinwegsehen wollte, doch darauf Rücksicht nehmen, daß er durch Vergebung von Aufträgen ins Ausland nicht nur die deutsche Handelsbilanz schwächt, sondern auch dazu beiträgt, daß die Arbeitslosigkeit, die auch im chcmigraphischen Gewerbe außer ordentlich groß ist, weiter zunimmt. Die Arbeitslosigkeit im chemi- graphischen Gewerbe beträgt zur Zeit 4SA der vorhandenen Gehilfen, außerdem arbeiten ISA der Gehilfen ln brutschen Anstalten kurz. Es müßte Ehrenpflicht für jeden Verleger sein, dazu bcizutragen, daß die Zahl der Arbeitslosen nicht vergrößert, sondern im Gegenteil durch Hergabe von Arbeiten verringert wird. Gerade der deutsche Verleger, dessen Erzeugnisse ja im wesentlichen für den Binnenmarkt in Krage kommen, müßte unseres Erachtens ein lebhaftes Interesse haben, daß die Kaufkraft deutscher Arbeiter nicht weiter geschwächt wird. Die Angehörigen des graphischen Gewerbes sind immer eifrige Leser und gute Biicherkäufer gewesen. Ihre Verbundenheit mit der Herstellung des Buches bringt naturgemäß ein lebhaftes Interesse für das Buchgewerbe und seine Erzeugnisse hervor. Der hohe kulturelle Stand des Arbeiters im graphischen Gewerbe und seine gegenüber anderen Berussschichten ausgeprägte Allgemeinbildung veranlassen ihn, Bücher zu erwerben. Es dürfte also ganz wesent lich Im Interesse der Verleger liegen, dazu beizutragen, daß diese hochqualifizierten Arbeiterschichten nicht weiterer Verelendung durch Arbeitslosigkeit anheimfallen. Das graphische Gewerbe und die chcmigraphischen Anstalten im besonderen haben außerordentlich gute Leistungen in technischer und künstlerischer Beziehung hervorgebracht, auf die die Verleger in guten Zeiten erheblichen Wert legten und denen sie zum großen Teil die gute Qualität des deutschen Buches verdanken. Heut«, wo es dem graphischen Gewerbe schlecht geht, wäre es unseres Erachtens ein Akt der Dankbarkeit und auch der Klugheit, das deutsche graphische Gewerbe für künftige bessere Zelten leistungsfähig zu erhalten. Bund der chemigraphischen Anstalten, Kupser- und Ttesdruckercien Deutschlands E. V. Schulbücher. Im Anschluß an die Erörterungen im »Sprechsaal« über die Zweckmäßigkeit von Berbemaßnahmcn für Schulbücher ist mir eine solche Fülle von Zuschriften zugegangcn, daß cs mir leider nicht mög lich ist, jedem persönlich zu schreiben. Ich danke allen Kollegen, die durch briefliche Mitteilungen oder durch Anforderung von Flugblät tern ihr freundliches Interesse an den Maßnahmen der Vereinigung der Schulbuchverlegcr bekundet haben, und freue mich sehr, daß ich in der Hauptversammlung unserer Vereinigung demgemäß Mitteilung davon machen konnte, daß jedenfalls ein großer Teil des Sortimentes zur Mitarbeit an den Wcrbemaßnahmcn bereit ist und sie auch für aus sichtsreich hält. Die Hauptversammlung hat daraufhin beschlossen, Anfang 1933 einen größeren Wcrbefeldzug in Szene zu setzen. Wir werden uns dann rechtzeitig auch mit dem Sortiment in Verbindung setzen. Firmen, die sich bisher noch nicht geäußert haben, der Sache aber Interesse «ntgegenbringen, wäre Ich schon jetzt sür nähere Mit teilungen dankbar. Leipzig. vr. A. Giesecke -Teubner, Vorsitzender der Vereinigung der Schulbuchverleger. Inhaltsverzeichnis. Artikel: Stenographischer Bericht über die außerordentl. Hauptversamm lung des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leip zig. S. 393. Mitteilung der Geschäftsstelle betr. Honorarsteucr, Ausgletch- steuer. S. 397. Wöchentliche Übersicht über geschäftliche Einrichtungen und Veränderungen. S. 397. Kleine Mitteilungen S. 398—399: S. Sommerfreizeit des Sächs. Thür. Buchh.-Verb. / Jubiläum R. Herross's Verlag, Wittenberg / Berner Übereinkunft / Aus Frankreich / Sächsisches Prüfungsamt für Bibliothekswesen. B e r k e h r s na ch r i ch t e n S. 398: Paketverkehr nach der Türkei / Erhöhung der Paßgebllhren in Polen / Neue vereinfachte Druck anordnung auf gelben Postpaketkarten. Pcrsonalnach richten S. 899: 7V, Geburtstag J.THilo, Freien walde / Ernst Frensdorfs f / Emil Hertzka f. Sprechsaal S. 499: Klischeeherstellung tm Ausland / Schul bücher. Verantwort!. Schriftleiter: Franz Wagner. -- Verlag: Der Börsenverein der Deutschen Buchbättbler zu Leipzig, DcuifchcS Nuchhänblerhans. Druck: E. H e b r i ch N a ch f. Sämil. ln Leipzig, — Anschrift ö. Schrtstltzitnng u. Expedition: Leipzig, Gerichtswegs! (BuchhandlerhauSI, PostsrlMcßsachS?4/7ö. 400
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