83, 7. April 1822. Fertige Bücher. sör>„bl°u ,. d. Dii-h». «»chh->»d-l. 41LS L. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck / München Vom heute gewesenen Tage Die schönsten Mörikebriefe In biographischer Verbindung herausgegeben von Walther Eggert Windegg Mit 4 Abbildungen und Z Handschriftproben, in Ganjleinwandband etwa M. YO.— Mit diesem chönen Buche ist endlich eine Lücke gefüllt, auf die schon Theodor Storm zu wiederholten Malen eindringlich hingewiesen hat: Nichts, war seine Meinung, würde uns Mörike, seine Helle, lautere, lebendige Art, so vergegenwärtigen als eine Auswahl seiner Briefe! Aus dem nunmehr so gut wie abgeschlossen vor uns liegenden Material, das mehrere Bände füllen könnte, ist hier das Wesentlichste und Schönste heraus gehoben und mit bewährter Hand zu einem dem Genüsse dienenden Buche gestaltet, in dem die Persönlichkeit des Menschen wie des Dichters den reinsten und reichsten Ausdruck findet und worin auch — in den „vom heute gewesenen Tage" meisterlich erzählenden Briefen—die Lebensgeschichte Mörikes in einem einzigartigen Abriß erscheint. Diese, das literarisch Bedeutendste umfassende Auswahl von Mörikebriefe» sei dem Sortimentsbuch handel als ein notwendiger Ergänzungsband zu jeder Ausgabe der Werke des Dichters, in seinem menschlich überaus anziehenden und höchst u.iterhaltsamen Inhalt aber auch als ein köstliches Geschenkbnch angelegentlich empfohlen. Es kann sich rasch ebenso einbürgern wie die beiden andern beliebten Briefbänse des Herausgebers, die auch stofflich dem hier angezeigten Werke nahe stehen, ohne in ihrer bisherigen selbständigen Bedeutung von ihm irgendwie berührt zu sein: das die Brautbrtefe Mörikes enthaltende Buch „Eines Dichters Liebe" (io. Tausend, gebunden M. 26.—) und die den Titel „Künstlers Erdewallen" tragende Sammlung der Briefe Moritz von Schwindet (7. Tausend, gebunden M. 26.—), deren schönste ja auch an Mörike gerichtet sind. T Fritz Karl Weber Reinhart der Stammler Geschichte einer Jugend Auf holzfreiem Papier und schön gebunden etwa M. 70.— Über diesem Buche liegt ein ganz eigentümlicher Reiz, besonders für uns Menschen der Gegenwart. Wir blicken in die Zeit von 1880, die für uns so früh und schmerzlich „die gute alte Zeit" geworden ist. Reinhart der Stammler ist eine aus der Fülle der eigenen Erinnerungen geschöpfte Bubengeschichte, eine Geschichte, die einem wirklich etwas zu sagen hat. Sie bringt nachdrücklich zum Bewußtsein, daß und wir man selbst unter starken Hemmungen, in engen Verhältnissen doch leben kann und sich, wenn nur der Kern gut ist — allem Unglück zum Trotz, kraftvoll zu entwickeln vermag. Wir machen besonders den christlichen Buchhandel auf dieses Buch aufmerksam; aber auch alle Firmen mit Lehrerkundschaft, denn besonders der Lehrer wird von diesem Buche für seine Erziehungsaufgaben lernen können. Auch als Geschenk für Heranwachsende kommt das Buch in Betracht, da Reinhart der Stammler ein Beispiel ist, wie man sich trotz Verwaisung, Armut, Stottern, Hang zur Eigenbrödelei den Weg ins Leben bahnt. Kein Sensationsbuch, aber eins, das dauert und für sich wirbt, wie das Buch „Frau Pauline Brater" von Agnes Sapper, mit dem es ob seiner tüchtigen Lebensanschauung und kerngesunden Art verglichen werden darf.