Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.02.1937
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1937-02-16
- Erscheinungsdatum
- 16.02.1937
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19370216
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-193702167
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19370216
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1937
- Monat1937-02
- Tag1937-02-16
- Monat1937-02
- Jahr1937
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Finanzpolitik für die Zukunft gestellte Aufgabe, die Erreichung der großen nationalen Ziele durch Konzentrierung aller finanziellen und wirtschaftlichen Kräfte zu ermöglichen und zu sichern. Diese Konzentrierung fordere den Verzicht aus manchen Wunsch und die Verschiebung manches berechtigten Anspruchs aus spätere Zei ten. Sie fordere auch eine einfache und zweckmäßige, Doppelarbeit und Neben- und Gegcncinanderarbeiten vermeidende, fortschrei tende Durchorganisation unseres gesamten öffentlichen Apparates. Dabei müsse man sich nur vor einer lebensfernen Zentralisierung hüten. Ebensowenig wie der Staat auf die schöpferische Kraft des Unternehmers in der Wirtschaft verzichten wolle und könne, dürfe er die Initiative und Verantwortung in Staat und Gemeinde über Gebühr beeinträchtigen. Den Gemeinden aber ist eben erst wieder die Pflicht zu peinlichster Sparsamkeit ans Herz gelegt worden. Steuersenkungen kommen vorerst nicht in Frage. Wo es irgend möglich ist, sollen dagegen die Tarife ermäßigt werden, was der gesamten Wirtschaft zugute käme. In diesen Rahmen gehörte auch vor vier Wochen ein weiterer Beitrag in der Frankfurter Zeitung über Deutschlands soziales Gesicht, der den Anteil des Sparens am Einkommen erörterte. Die Parole »Weniger ver brauchen, mehr sparen-, die Or. Schacht ausgegebcn habe, sei nicht nur Richtschnur sür den künftigen Aufbau der deutschen Wirtschaft, sondern auch, wie vr. Schacht ebenfalls betont habe, eine Not wendigkeit, um die Preise für Verbrauchsgüter unter allen Um ständen halten zu können. Es scheine in der Tat, daß an unserem heutigen Verbrauch noch manches eingeschränkt werden könnte, ohne den eigentlichen Lebensstandard zu senken. So viel dürfte jedenfalls berechtigt sein: Die Ausdehnung des Verbrauchs ent sprach in den letzten Jahrzehnten nicht einer Steigerung des Arbeitserfolges, infolgedessen sei das Verhältnis von Verbrauchen und Sparen gestört. Wir würden uns also bequemen müssen, unse ren Verbrauch zu revidieren und zu prüfen, was davon erspart werden könnte. Das sind Feststellungen, denen gerade auch der Buchhandel aufmerksame Beachtung schenken muß. Die Anpassung an die allgemeine Lage fordert in erster Linie möglichste Riedrig- haltung der Preise, um die Mengenkonjunktur zu halten. Daß sich daraus keine Kostencrleichterung ergibt, steht wohl fest; mit diesem Opfer aber wird der Buchhandel mit seinen Beitrag zum Aufbau zu leisten haben. Verstärkt der Druck im übrigen den Anreiz zur weiteren Rationalisierung und zu »Kampf dem Verderb- auch im Kleinsten und scheinbar vielleicht Nebensächlichen, so ist der Erfolg auf die Dauer um so begrüßenswerter. Als Anhang seien aus einem Bericht von vr. Eva Mendorfs in der Deutschen Allgemeinen Zeitung die nachstehenden der Hoch- schulstatistik entnommenen Zahlenzusammenstellungen über die Ent wicklung des Besuchs einiger deutscher Universitäten angeführt, die in mehr als einer Hinsicht interessant und aufschlußreich sind. In dem zuletzt erfaßten Semester, dem Wintersemester 1935/1936, betrug an allen 23 deutschen Universitäten zusammen die Ziffer der Stu dierenden 60 648. Die am meisten besuchte deutsche Universität ist und bleibt die Reichshauptstadt. In Berlin waren noch im Sommersemester 1933 über 10 OVO Studierende immatrikuliert. Mit dem allgemeinen Rückgang des Studiums im Jahre 1934 ging dann diese Ziffer zurück; im Sommersemester 1934 wurden noch 7278 Stu denten an der Berliner Universität gezählt. Die Höchstzisfer sür Berlin wurde dann aus 6600 festgesetzt. Doch hat sich diese Grenze sür Berlin bisher nicht einhalten lassen: ini Wintersemester 1935/1936 waren 8220 Studierende in der Reichshauptstadt immatrikuliert. In München — derjenigen deutschen Universität, die stets den nächsten Platz hinter Berlin cinnahm — gestaltete sich die Entwick lung gleichmäßiger. Die Zahl der Besucher sank hier von 8000 auf 7000 im Jahre 1934; die Höchstgrenze wurde auf 5200 festgclegt, und tatsächlich betrug die zuletzt ermittelte Studentcnziffer diesen! Kontingent entsprechend 5100. Noch stärker verringerte sich die Zahl der Studierenden in Leipzig in den letzten Jahren. 6400 Studierende wurden noch 1933 gezählt, heute ist nur noch die Hälfte dieser Zahl dort eingetragen, genau der Vorschrift über die Höchstzahl entsprechend. Dagegen hat der Besuch der vierten großen Universität, Münster, in der letzten Zeit nur wenig geschwankt. Von 3900 im Jahre 1933 sank die Studentcnziffer aus 2900, — die Höchstgrenze wurde dabei nur ganz wenig überschritten. Den Kon- tingenticrungsziffern nach sollte Köln an fünfter Stelle solgen; doch hat die Besucherzahl dieser Stadt die Ziffer Münsters stets übertroffen und übertrisst sie auch heute noch. Bei rund 3000 Studie renden ist hier die Höchstgrenze um etwa 500 überschritten. Die Besucherzahlen sür Hamburg und Frankfurt wurden auf je 2000 sestgelegt; in Frankfurt blieb diese Grenze auch im letzten Wintersemester gewahrt, während sie in Hamburg um fast 400 über schritten wurde. Für Breslau zeigt sich eine merkliche Steigerung der Besucherzahl (von rund 3300 auf 3700), in K ön i g sb er g ist allerdings bisher noch ein Rückgang zu verzeichnen. Immerhin ge hört diese Stadt mit 2100 Besuchern mit zu den größten deutschen Universitäten. Zu den beliebtesten und bekanntesten Hochschulorten zählen die süddeutschen Universitäten Freiburg und Heidel berg. Freiburg halte im Wintersemester 1935/1936 mehr als 3000 Studenten, in Heidelberg wurden rund 2600 Studierende ge zählt. Aber auch in Tübingen, Würzburg und Göttingen wurden die 2000 überschritten, obwohl hier überall seit 1934 ein Rückgang sestzustellen ist. Im Reichsdurchschnitt machte der Anteil der Studentinnen an der Gesamtzahl aller Studierenden 13 Prozent aus; dieser Durchschnitt wurde am stärksten in Hamburg über schritten, wo etwa 33 Prozent aller Studierenden Frauen waren; relativ hoch ist der Anteil der Frauen außerdem in Berlin (17 Pro zent), Freiburg (22 Prozent), in München und Heidelberg (20 Pro zent). Sehr wenig von den weiblichen Hörern besucht waren dagegen die Universitäten Halle (11 Prozent), Erlangen (9 Prozent), Leipzig (11 Prozent). Am niedrigsten ist der Anteil der weiblichen Studie renden in Gießen; hier macht der Prozentsatz der Frauen nur 7 Prozent aus. „Volk — Schule — Wehr" Eine Buchschau deutscher Verlage in Berlin Zur Zeit veranstaltet die Gau waltu ng des NS. - Lehrer bundes, Berlin, eine mehrtägige Arbeilslagung, die unter dein Leitgedanken »V o I k — S ch u l e — W e h r« steht. Im Nahmen dieser Tagung wurde von Stadtschulrat Pg. vr. M e i n s h a u s e n, dem Gauwalter des NSLB., Berlin, eine Buchschau eröffnet, der über den Nahmen der Tagung hinaus Bedeutung zukommt. Diese drei Worte, so betonte vr. Meinshausen in seiner Eröffnungsansprache, sind der Inhalt unserer Erziehungsarbeit. Fast selbstverständlich sei cs, bei dieser Tagung auch das Buch, als Rüstzeug praktischer Schul arbeit, zu zeigen und ihm innerhalb des Gesamtablaufs einen ihm würdigen Platz zuzuwcisen. Gerade unsere Generation, an die die höchsten Ansprüche gestellt werden müssen, kann bei ihrer Vorbereitung, bei der Erschließung der Kraftquellen, nicht auf das Buch verzichten. Immer wieder muß der Lehrer der Jugend an sich selbst arbeiten, er wird dabei nicht zum »Bücherwurm« werden müssen, auch nicht zum Lehrer, der als »Pauker« einging in die Geschichte der Schule, er wird diese Vorbereitung, das pulsierende Leben selbst schöpfen aus dem Leben und aus dem Buch, das nationalsozialistisch geworden ist: »D i e B ü ch e r sind nicht verschwunden, sie können nie verschwinden, nur sind sie nicht mehr abgckapselt vom Leben und ihm deshalb fremd, sie sind nationalsozialistisch, ein Stück deutschen Volkslebens: wenn sie cs nicht sind, dann packen sie nicht an, und werden nie in unserer Arbeit Verwcndnng finden können«. Im weiteren ging vr. Meinshausen auf die Arbeit deutscher Verlage ein, die sie zu dieser Ausstellung geleistet haben: sic sei zu einem vorläufigen^ Rechenschaftsbericht ihrer Tätigkeit wäh rend der letzten Jahre geworden, zum Zeugnis, daß die Verlage ihre Aufgabe gegenüber dem Buch für die deutsche Schule, die Jugend nnd Lehrerschaft ernsthaft in Angriff genommen und, soweit wie es irgend möglich war, in einer verhältnismäßig kleinen Zeitspanne auch durch geführt haben. Der Redner sprach dann den Dank des NSLB. an die Verleger aus, die zu dieser Ausstellung beigetragen haben, hervor hebend, daß die Ausstellung gegenüber dem Buch und seinen Her stellern eine schöne Dankespflicht sei, die gern erfüllt wurde. 139 Nr. 38 Dienstag, den 16. Februar 1037
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder