Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.02.1937
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1937-02-16
- Erscheinungsdatum
- 16.02.1937
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19370216
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-193702167
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19370216
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1937
- Monat1937-02
- Tag1937-02-16
- Monat1937-02
- Jahr1937
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Nichtverbrauchte Abschreibungen aussondern! Eine notwendige Entgegnung von Laus Stell, Bücherrevisor NSRB., München Der im Börsenblatt vom 26. Januar 1937 erschienene Aufsatz von Br. muß unbedingt ganz falsche Hoffnungen auf steuerliche Er leichterungen erwecken. Selbstverständlich verliert das Anlagekapital wie Maschinen, Be- triebsgcbäude usw. aus den verschiedensten Gründen ständig an Wert, die Wertminderung vom Beginn bis zum Schluß des Nechnungs- abschnittes z. B. des Geschäftsjahres bei Jahresabschlüssen findet ihren rechnungsmäßigen Ausdruck in den Abschreibungen. Diese Ab schreibungen sind, wie Br. richtig bemerkt, nichts anderes als »Kosten«, ob sie nun »ausgegeben« oder »nur verrechnet« werden, macht keinen Unterschied für die Frage des Reingewinns. Der Zweck eines Unternehmens z. B. einer Buchdruckerei, einer Buchbinderei usw. besteht jedoch nicht darin, durch die Wertminde rungen am Anlagekapital jährlich Verluste zu erleiden, Zweck ist viel mehr, diese und andere Kosten sz. B. Löhne, Materialverbrauch usw.) durch den umlaufenden Betrieb wieder Zu erwirtschaften, und zwar mit Gewinn zu erwirtschaften. Von einem Gewinn kann man erst sprechen, wenn die Löhne, der Materialverbrauch usw., und selbst verständlich auch die notwendigen und angemessenen Abschreibungen erwirtschaftet sind. Tritt dies ein, arbeitet das Unternehmen mit Ge winn, so wird selbsttätig die Wertminderung an gewissen Teilen des Anlagekapitals durch Zunahmen an anderen Kapitalteilen ausgeglichen. Insofern hat Br. recht, wenn er schreibt: »Hier ist also das, was auf der einen Seite einem Vermögenstcil genommen werden sollte, ans der anderen Seite einem anderen Vermögensteil wieder eingesügt worden, sodaß der alte Zustand bestehen geblieben ist, d. h. das Gesamtvermögen ist nicht vermindert worden . . .«. Aber nun beginnt eine ganz verheerende Verkleisterung dieses selbstverständlichen Vorganges, die ich durch ein Beispiel auf ganz anderem Gebiete klarmachen möchte. Wenn ein kleines Lehrmädcl einen Zwanzigmarkschein verliert und ihn aus der eigenen Tasche ersetzen muß, dann erleidet es einen Verlust von 20 RM. Wenn nun aber mitleidige Seelen unter sich für das arme Hascherl sammeln und es 21 blanke Markstücke erhält, dann hat das Lehrmädel keinen Verlust mehr erlitten, sondern viel mehr einen Gewinn erzielt. Das kleine Lehrmädcl wird das ohne weiteres begreifen, und ebenso klar müßte cs sein, daß, wenn einem Unternehmen die Abschreibungen mit Gewinn wieder zuflicßen, diese Abschreibungen oder Wertminderungen am Anlagekapital eben keine Verluste sein können. Ob nun Neuanschaffungen in Höhe der Abschreibungen erfolgen oder nicht, ist für die Frage des bereits erzielten Gewinns vollauf gleichgültig, denn die Neuanschaffungen würden nur eine Wcrtverschie- bung, nicht aber eine Wertminderung oder ähnliches erst einmal be deuten: inwieweit sie hinterher Abschreibungen bedingen, liegt auf einer anderen Ebene. Völlig abwegig ist der Vorschlag, die nicht zu Neuanschaffungen verbrauchten Abschreibungen auf die Sparkasse zu bringen, um den Gewinn richtig auszuweisen. Auf die Sparkasse kann man meines Wissens doch immer nur Geld oder Wertpapiere, jedoch nicht rein rechnungsmäßige Buchungs- oder Bilanzposten bringen. Die herein- verdienten Abschreibungen können ja längst ihren Platz in einem stärkeren Kundenkredit, in größerer Lagerhaltung, in einem Abbau des Bankkredits oder in kürzeren Einkaufsziclen gesunden haben! Oder sollen dann die Außenstände oder Vorräte entsprechend gekürzt oder die Schulden entsprechend erhöht werden? Selbst wenn den hereinverdienten Abschreibungen entsprechende Geldmittel gegenllberstehen würden und ein entsprechender Betrag auf die Sparkasse gebracht oder auf ein Sonderkonto bei der Bank eingczahlt würde, würde das den Gewinn nicht ändern können. Mit dem Verbringen auf die Sparkasse scheiden diese Gelder doch nicht aus dem Betriebsvermögen aus, man kann eine derartige Geldanlage auch nicht als »Verlust« bezeichnen oder gar als eine »Betriebsausgabe«, und noch unklarer ist mir, wie man etwa eine »Rückstellung unter den Schulden« begründen wollte. Die Br.'schen Vorschläge haben nichts mit der heute oft erörterten Frage zu tun, ob es für anlageintensive Unternehmen zweck mäßig oder notwendig sei, hereinverdiente Abschreibungen auszu sondern und etwa auf besonderen Bankkonten oder Wertpapierdepots anzubegcn. Hier handelt es sich nicht um eine Frage des Gewinns, wie bei Br., sondern um die Frage der Sicherstellung einer künftigen Wiederbeschaffung der Anlagegegenstände. Ans die einzelnen Beispiele von Br. brauche ich wegen der Fehlerhaftigkeit der ganzen Theorie nicht erst einzugehen, wohl muß ich aber auf den Schluß der Ausführungen eingehen. Nach Br. zeigt »unser Schema eine sogenannte Probebilanz«, in Wirklichkeit gibt Br. aber eine Vermögensbilanz und eine Erfolgsbilanz. Die »Probebilanz«, die auch nach Br. immer vorher angefertigt werden muß, hat er offensichtlich nicht erstellt, sonst wäre das ganze Malheur auch wohl nicht entstanden. Tie Probebilanz in Saldenform müßte nach den Br.'schen Zahlen lauten: Anlagen sdie Abschreibungen erfolgen erst beim Soll Haben Abschluß) Warenbestand (erscheint erst beim Abschluß) 60 Forderungen 10 Kassenbcstand 16 Kapital 60 Schulden Gewinn (ergibt sich erst beim Abschluß) 34 Kosten Abschreibungen (erst beim Abschluß) Rohertrag (ohne die erst beim Abschluß er- 94 scheinenden Warenbestände) 30 180 174 Zusammenfassend kann ich nur erklären, daß für die Gewinn ermittlung bei den Abschreibungen nur ihre Angemessenheit wichtig ist: die Br.'schen »nichtverbrauchten Abschreibungen« sind für die Frage des erzielten Gewinns gänzlich bedeutungslos und damit auch die Frage einer »Aussonderung«. Ich kann nur davor warnen, der artige Beträge als gewinnmindcrnd auszusondern, etwa als Betriebs ausgaben durch fingierte Buchungen einzuschmuggeln oder als Rück stellungen unter die Schulden aufzunehmen. Einführung in die Bibliographie Es ist ein großes Verdienst Georg Schneiders, durch sein Hand buch der Bibliographie, bas erstmals 1823 erschien und heute bereits in 4. Auflage vorlirgt, dazu beigetragen zu haben, daß der Begriss Bibliographie», um den oor wcuigen Jahrzehnten noch allerhand Wirrwarr wucherte, klar Umrissen wurde. Die ersten Auflagen dieses Handbuches enthielten einen ausführ lichen theoretisch-geschichtlichen Teil, in dem nor allem die bis dahin fehlende Theorie der Bibliographie entwickelt war. Dieser Teil, der etwa die Halste des Handbuches in Anspruch nahm, ist von der 4, Auf lage an weggeblieben, Schneider wollte sein Handbuch aus der einen Seite entlasten und hat darum nur noch den verzeichnenden Teil, gewissermaßen die Bibliographie der Bibliographien, darin belassen, diesen für den praktischen Gebrauch bestimmten Teil aber noch aus gebaut, Den ausgcschiedenen theoretischen Teil legt er setzt als ge sonderte, umgcarbcitetc und in sich völlig abgeschlossene Veröffent lichung unter dem vielversprechenden Titel »Einführung in die Biblio graphie« vor'). In diesem in gewissem Sinne neuen Werk erläutert Schneider zunächst einleitend den Begriff »Bibliographie», behandelt dann Namen, Formen und Arten der Bibliographien und gibt schließlich — das ist der Hauptinhalt des Buches — eine ausführliche Methodik der Bibliographie, die sich etwa wie folgt zusammenfasfcn läßt: Die Titel sind zu s a m m c l n, zu v c r z e i ch u e n, zuordne n, Tic Sammlung der Titel erfordert Klarheit Uber die Begrenzung des Themas und über den Stofs, ferner Klarheit, welche Quellen zur Verfügung stehen, und welche zu benutzen sind sEinsicht in die aus- znflihrenben Schristen selbst ober Benutzung anderer Bibliographien), ') Schneider, Georg: Einführung in die Bibliographie, Leipzig: Hicrseman» 1838, 283 S, gr. 8" Lw, 8,50, 141
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder