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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.06.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-06-13
- Erscheinungsdatum
- 13.06.1908
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- Deutsch
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- Saxonica
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6556 vorsenblLU >. v. Ll>qn. vuqhnndel. Nichtamtlicher Teil. 135, 13. Juni 1908 Nichtamtlicher Teil. Die Einordnung der Amlaute usw. Von Otto Winzer in Berlin. (Vgl. Börsenblatt Nr. 117.) Für die Einordnung der Umlaute, die in Nr. 117 be sprochen wurde, ist es auch sehr wichtig, daß eine gleich mäßige Behandlung der Ligaturen ZI, ss, <v, cs im Antiqua satz überall Platz greife. Der bekannte Buchdrucker-Duden (Duden, Rechtschreibung der Buchdruckereien deutscher Sprache, 2. Ausl.) regelt die Anwendung der Ligaturen für alle Buch druckereien Deutschlands, Österreichs und der Schweiz durch die Vorschrift, daß Ll, es, <U, c» in lateinischen Wörtern nicht anzuwenden sind, z. B. Oaslius wons, tostiäa. Dies bestimmt er aber nur aus dem Grunde, weil es allgemein üblich ist, die durchaus richtigen Ligaturen zu umgehen und die Verbindungen as und os einzeln zu setzen. Wären sie noch, wie in früheren Zeiten, im Gebrauch, so brauchte man nicht in Zweifelsfällen die Trennungspunkte (Trema) anzuwendeu, z. B. bei poöta usw. In französischen Wörtern muß dagegen stets (v und co gesetzt werden, z. B. Wavrks, 8wur. Selbst bei Fraktursatz darf auf das kleine cr nicht verzichtet werden, z. B. Horsd'ceuvre. Sollten in der Fraktur die entsprechenden Ligaturen nicht vorhanden sein, so ist es besser, dieselben aus der Antiqua zu nehmen, als sie überhaupt nicht anzu wenden. Leider werden noch in vielen Druckereien, teils aus Nachlässigkeit, teils wegen des Fehlens der entsprechen den Buchstaben, diese Ligaturen nicht angewandt. Wird dies von den Verfassern übersehen oder wohl gar absichtlich geduldet, so können wiederum durch die ungleichmäßige Be handlung für die Einordnung Schwierigkeiten entstehen. Über die Trenupunkte bestimmt der Buchdrucker-Duden: »Sie brauchen im Deutschen nur ganz vereinzelt ange wandt zu werden. Sie sind überall unzulässig, wo ein Miß verständnis nicht möglich ist. So sind sie nie anzuweuden zur Trennung von a und e, o und e, u und e, auch nicht im Anfang groß geschriebener Wörter. Denn da hier der Um laut statt durch Ae, Oe, Ue nur noch durch A, Ö, Ü bezeichnet werden darf, so muß Ae, Oe, Ue stets zweisilbig sein, und es kann z. B. Aeronaut nur viersilbig gelesen werden. . . .« Auch das i und j erfährt bei der Einordnung eine un gleichmäßige Behandlung. Während die meisten neueren Bücher i und j trennen, findet man sie in anderen dagegen als gleichwertig eingeordnet. Ohne Zweifel ist die unge trennte Einordnung für den Verfasser eines Bücher verzeichnisses bequemer als die getrennte, doch ist die letztere für den Benutzer eines Registers usw. die genauere und also auch empfehlenswertere. Besonders in der Frakturschrift, in der für das große j selten ein besonderer Buchstabe (wie bei Sanders und in den Langenscheidtschen Wörterbüchern) an gewandt wird, kann man groß i und j nicht auf den ersten Blick unterscheiden. Das nichtssagende I. für den abgekürzten Vornamen hat schon viel Ärger verursacht. Und eine ge trennte Behandlung ist um so mehr geboten, als auch nicht jeder gleich ohne weiteres das I am Anfang eines griechischen in Fraktur gesetzten Wortes für ein i lesen wird, z. B. in Jonien. Aber auch in der Antiquaschrift bei lateinischen Wörtern, in denen noch sehr häufig der j-Laut durch i dargestellt wird, sollte man unbedenklich bei der Einordnung den j-Laut stets durch j wiedergeben oder ihn zum mindesten unter j einreihen. Auch ij reiht man ja in holländischen Wörtern nicht beim i, sondern, der Aussprache nach, beim y ein, z. B. Rijn, Rembrandt Harmensz van, hinter Ryley (im Künstlerlexikon von H. W. Singer). Ebenso wird nie mand ein v, das in lateinisch gedruckten Wörtern oder Titeln usw. für u steht (z. B. VVVIVä.8, VdllLRSVOVVdltt), als o behandeln, sondern stets als u lesen und auch bei der Einordnung als u behandeln. Nur bei rein lateinischen Wörterbüchern könnte man eine Ausnahme machen. Die hervorragendsten Philologen sind sich nicht einig darüber, ob der j-Laut im Lateinischen durch i oder j wiedergegeben werden müsse, und so findet man auch bekanntlich den Titel eines Doktors der Rechte oft vr. iur. statt vr. jur. ge schrieben, trotzdem er einheitlich vr. juris gelesen und ge sprochen wird. Im allgemeinen wird die Schreibung des j-Lautes durch j vorgezogen, und so hat auch die In struktion für die Aufnahme der Titel des alphabetischen Zettelkatalogs bei der Königlichen Bibliothek zu Berlin und bei den Universitätsbibliotheken die Bestimmung, daß »auf die genaue Wiedergabe typographischer Eigenheiten, wie des Gebrauchs von i für j, von u für v und umgekehrt, von uu und vo für w u. dgl. verzichtet wird. In allen solchen Fällen wird die heute übliche Schreibung gewählt«. Auch beim A, das zuerst nur in Fremdwörtern und Eigennamen zur Bezeichnung des ü-Lautes, dann auch im älteren Hochdeutsch für das deutsche i gebraucht wurde (z. B. Pgel, seyn, Bayern), ist es ähnlich wie beim I. Eine laurliche Scheidung wäre um so mehr angemessen, als das N nicht einmal, wie das I, wenigstens in der Antiquaschrift ein besonderes Zeichen für seine Verwendung als Mitlaut hat, z. B. Mop, Pankee, Ile d'Deu. Freilich würde wohl die Trennung in Selbstlaut und Mitlaut bei den Biblio thekaren auf großen Widerstand stoßen, da das D wenigstens bei uns in Deutschland nur eine untergeordnete, nicht so wichtige Rolle als das I einnimmt. Ein besonders schwieriges Kapitel bei der Einordnung bilden die S-Laute, denn sie haben schon oft zu schweren Un zuträglichkeiten geführt. Besonders das große lateinische b — 82 — hat es den meisten angetan, und doch sollte dieser Notbehelf (nicht Schrulle, wie Nörrenberg spottend sagt; vgl. auch Börsenblatt 1907, Nr. 45) für ein noch zu schassendes großes L nicht so stiefmütterlich behandelt werden. Übrigens ist das 82 trotz aller Anfeindung allmählich zu größerer Verbreitung gelangt, und bei der Einordnung muß nun einmal mit ihm gerechnet werden. Solange wir kein besonderes Zeichen für das große L haben, bleibt nichts übrig, als, der amtlichen Vorschrift folgend, 82 zu setzen, wie es unter anderen schon I. Grimm getan hat; denn es würde gegen alle Regeln der Rechtschreibung verstoßen, 88 sowohl für 88 als auch für 6 zu schreiben. Es muß ein Mittel geben, auch in großer Schrift Naeeo und Naös und ähnliche Wörter zu unterscheiden; AH88V für beide Wörter zu geben, ist ein ganz verwerflicher Fehler. Unterschiede in der Aussprache der S-Laute, die in der Frakturschrift sofort erkennbar sind, müssen aber auch in der Anliquaschrift wiedergegeben werden können. Um so mehr muß die bis herige Schwäche oder Unfähigkeit der lateinischen Schrift, diesen Unterschied zu bezeichnen, beseitigt werden, da ja weite Kreise für die Alleinherrschaft der lateinischen Schrift eintreten und die deutsche ganz beseitigen möchten. Unrichtig ist auch die Behauptung, daß das L (82) nur als eine andere Schreibweise für das Doppel-S (ss, 88, 88) angesehen werden könne. Es entspricht einem besonderen, von s verschiedenen Laut, der in der Frakturschrift, aber auch in der Antiquaschrift, besonders bezeichnet werden muß. Die Bestimmung der bereits erwähnten Instruktion: »Die Fraktur schriftzeichen werden durch die entsprechenden lateinischen wiedergegeben; nur tritt für ß in deutschen Wörtern 88 ein« ist in ihrem letzten Teile nicht zu billigen, da wir auch in
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