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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.06.1937
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- 1937-06-22
- Erscheinungsdatum
- 22.06.1937
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Zwei unentbehrliche Fachbücher für jeden Buchhändler Der Sortimentslehrling. Eine Einweisung in die buchhändlerische Arbeit. Herausgegeben vom Bildungsausschutz. Neu bearbeitet von vr. Friedrich Uhlig. 8., verbesserte Auslage. Mit SO Ab bildungen und einem Anhang. Leipzig, Verlag des Börsen vereins der Deutschen Buchhändler, 1937. Ladenpreis RM 3.—. Der VcrlngSlehrling. Eine Einweisung in die buchhändlerische Arbeit. Herausgegeben vom Bildungsausschutz. Bearbeitet v. vr. Fried rich Uhlig und Walter Thilo. 2., verbesserte Auslage. Mit 84 Abbildungen. Leipzig, Verlag des Börsenvereins der Deut schen Buchhändler, 1937. Ladenpreis RM 3.—. Für den Kenner der früheren Auflagen des So r ti m ents- l e h r l i n g s ist es eine Freude zu beobachten, wie der Sorti mentslehrling von Auflage zu Auflage sich vervollkommnet. Fast aus jeder Seite spürt man das Bemühen des Herausgebers, sein Buch inhaltlich, formal und sprachlich den höchsten Ansprüchen genügen zu lassen. Unser 'Sortimentslehrling ist noch zuverlässiger, noch gescheiter, noch brauchbarer geworden, als seine Borgänger schon waren. Der Umfang ist von 124 auf 144 Seiten angewachsen, ob wohl in der neuen Auflage die Bestimmungen über die Gehilfen prüfung sowie der Abschnitt über den Berlagslehrling weggelassen sind. Auch dis Abbildungen sind um zwanzig vermehrt. Das Ent scheidende Ist aber nicht die größere Ausführlichleit an sich, son dern die Tatsache, daß hierdurch die Anschaulichkeit des darge stellten Stoffes in prächtiger Weise gewonnen hat. Ich muß mir versagen, diese Feststellung im einzelnen zu belegen. Noch die. 4. Auflage litt etwas darunter, daß vielleicht zuviele Männer an ihr mitgcarbeitet hatten und daß sie aus die ersten tastenden Ver suche jungbuchhändlerischer 'Bildungsarbeit aus dem Jahre 1927 zurückging. Dort finden sich z. B. noch Redewendungen wie »aus dem Buchcharakter heraus erklärt sich«, oder »der Bestellbrief ist auf die Ausfüllung eines einfachen Vordrucks gebracht worden«-. Die neue Auflage erklärt in wenigen Worten, was mit dem Buch- charakter gemeint ist, und sie «verwendet einen einfachen Vor druck«. Daß in die neue Auflage die Neuordnung unserer stän dischen Eingliederung hineingearbmtet wurde, versteht sich von selbst. Aber auch die Abschnitte über Werbung, Verkaufen und Kundenbehandlung wurden erweitert und vertieft, überall wurde den Erfordernissen der Praxis nachgegangen. Abstrakte Begriffe wurden vermieden. Das Ganze wurde schlicht und verständlich ge schildert für Menschen, die wirklich erst in unsern Beruf hinein wachsen. Wie schwer eine solche Schilderung ist, sicht man aus einem Vergleich mit den alten Auflagen. So kann auch der er fahrene Praktiker aus dem Buche lernen, wie man das Wissen um unsern Beruf verständlich und erschöpfend an jüngere Menschen weitergibt. Nach soviel Lob seien einige kleine Einwendungen gestattet. Das verderbte Wort »Neuigkeiten» hat sich auch in der 6. Auflage behauptet. Neuigkeiten bringt der Generalanzeiger; der Buch händler vertreibt weder nouveautös noch Neuigkeiten, sondern Neuerscheinungen. — Im Abschnitt Ladenpreis und Rabatt wird der Ratschlag gegeben: »Bestellzettel mit Vorzugsangeboten auf heben, da sie bei Kundenbestellungen oft verwendet werden kön nen!» Das ist ein harmloser Trick, aber doch eine Eselsbrücke, denn er widerspricht dem Sinn des Vorzugsangebotes, das doch Aus gleich und Anreiz für besondere Leistung in Lagerhaltung und Werbung sein soll. — Seite 98 heißt es: »Das Bed'ingtgut bleibt Eigentum des Verlegers und wird daher bei der Inventur des Sortimenters nicht ausgenommen». Das stimmt nicht. Das Be dingtgut muß ausgenommen werden, ebenso wie der Saldo der Bedingtkonten des Stichtages in der Bilanz erscheint. Bedingt lager und Saldo der Bedingtkonten heben sich nicht etwa auf, sondern der Saldo, also die Passivseite, ist größer. Wer diese Tatsache außer acht läßt, täuscht sich über seinen Gewinn und zahlt zu viel Steuern. Das Lob des Sortimentslehrlings gilt auch für den Ver lagslehrling. Da schon die 1. Auslage des Verlagslehrlings auf den langjährigen Erfahrungen mit dem Sortimentslehrling ausbauen konnte, ergeben sich in der 2. Auflage nicht so viele Änderungen wie bei der neuen Auflage des Sortimentslehrlings. Vielleicht sind auch die technischen Dinge der Verlagsarbeit leichter darzustellen als die beratende und sichtende Arbeit des Sortimen ters. Die Problematik der Verlegerarbeit geht den Lehrling noch nichts an. So wirkt der Verlagslehrling fast noch geschlossener als der Sortimentslehrling. Die Knappheit, Klarheit und Eindring lichkeit, mit der Herstellungstechnik und Kalkulation geschildert sind, sind unübertrefflich. Der Lehrlingspaß, der soeben zur Einführung gelangte, ist das Ei des Columbus für die buchhändlerische Ausbildung. Aus bildende und Lehrlinge finden im Sortimentslehrling wie im Berlagslehrling das theoretische Rüstzeug, das sie neben der prak tischen Arbeit zur Erfüllung der Anforderungen des Lehrlings passes befähigt. Ausbildende und Lehrlinge sollten die beiden Bücher planmäßig zusammen durchsprechen. Soviel Zeit muß in den stillen Sommermonaten zur Verfügung stehen. Ich selbst mache mit derartigen Besprechungen dis besten Erfahrungen. Der Lehr ling hat Gelegenheit, aus sich herauszugehen und Dinge zu klären, die nicht immer in unmittelbarem Zusammenhang Mit dem Lehr buch zu stehen brauchen und die der Äusbildende oft als bekannt voraussetzt. Die Stärke unserer Ausbildung liegt nach wie vor in der praktischen Arbeit. Der Lehrling darf von Anfang an im Be triebe mit sch affen. Daß bei diesem Mitschaffen die Ausbildung auch planmäßig und vollständig erfolgt, dazu Helsen Lehrlingspaß und Prüfungsordnung auf der einen Seite, Sortimentslehrling und Berlagslehrling auf der anderen Seite. Wünschenswert ist für ein vertieftes Verständnis unseres Berufes als einer unteilbaren Einheit, daß alte und junge Ver leger auch zum Sortimentslehrling, alte und junge Sortimenter auch zum Berlagslehrling greifen. Beide Darstellungen ergänzen sich in glücklicher Weise. Hans Ferdinand Schulz, Freiburg i. Br. Zweihundert Jahre Georg-August-Llniversität in Göttingen Aus der hohen Schule des Adels wurde eine volksverbundene Landesuniversität Schon Leibniz hatte einst die Pläne ausgearbeitet, für Hannover eine neue hohe Schule zu gründen, seit die einst ruhmreiche Julia zu Helmstedt als gemeinsames Unternehmen der beiden braun- schweig-lüneburgischenLinien immer mehr von ihrer Höhe herabsank. 1732 hatten diese Pläne Gestalt gewonnen und sollten von Gerlach Adolf von Münchhausen in die Wirklichkeit umgesetzt werden. Göt tingen, bas hart an der Südgrenze Kurhannovers gelegene Landstädt chen, sollte der Sitz der neuen Universität werden, obwohl es sich von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges längst noch nicht erholt hatte und als Pflegestätte der Wissenschaft zunächst denkbar un geeignet erschien. Dennoch konnten 1734 die Vorlesungen und Übungen im kleinen Maßstab ausgenommen und in den nächsten drei Jahren soweit ausgebaut werden, daß die Hochschule am 17. September 1737 mit allem kurfürstlichen Pomp eingeweiht und als Landesuniversität offiziell anerkannt wurde. Trotz der Verbindung Kurhannovers mit England hatte die junge Universität für die Gelehrten freilich wenig Verlockendes; und es war deshalb kein Wunder, daß die Regierung von den meisten berühmten Professoren, an die sie sich mit ehrenden An geboten wandte, höfliche aber bestimmte Absagen erhielt. Wenn aber solch eine Berufung auf Neigung zu stoßen schien, dann griffen oft die besorgten Landesväter ein. Denn die Nachbaruniversitäten Helm stedt und Halle, Leipzig und Jena, Gießen und Marburg hatten wenig Lust, ihre besten Köpfe an die neue hohe Schule in Göttingen 536 Nr. 140 Dienstag, den 22. Juni 1937
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