VMÄMMdmNMckmVllMaM 191. Jahrgang. Leipzig, Sonnabend den 28, April 1934, Nr. 98 IN. 55». Jur 10?. ocüentlichen Hauptversammlung ües Horsenvereins t der staatspolitischen Erneuerung Deutschlands, seinem Wiederaufstieg nach Jahren des materiellen und seelischen Tiefstandes und der Artentfremdung geht eng Hand in Hand die Selbstbesinnung und die seelische Wiederbelebung unseres Volkes. Neben dem gesprochenen Wort ist es vor allem das ge schriebene, das auf den Menschen nachhaltigen Eindruck hinterläßt. Darum fällt dem „Volk der Denker und Dichter", wie man das deutsche so oft bezeichnet, auch die besondere Verpflichtung zu, sein Schrifttum zu beobachten und immer wieder zu prüfen, ob es so auf bauend am neuen Staat im Sinne unseres Führers mitwirkt, wie dieser es verlangen kann. Immer aber wird der rechte Weg eingeschlagen werden, wenn eine dauernde und enge Verbindung zwischen dem deutschen Volke und dem deutschen Buche besteht. Das Buch muß der Gesamtheit unseres Volkes seelische Heimat werden! So gesehen erwachsen für den deutschen Buchhandel gewaltige Verpflichtungen. Er wird zum Hüter der Seele unseres Volkes. Durch richtige Auswahl deutscher Autoren und damit deutschen Schrifttums ist ihm eine große Erziehungsaufgabe in die Hand gegeben. Es gilt jetzt, unserem Volke nur echt deut sches, bodenständiges Schrifttum zu vermitteln. Immer war sich der wirkliche Verleger und Buchhändler dieser großen und schönen Aufgabe bewußt. Möge er dies unter der Staatsführung Adolf Hitlers erst recht erkennen, um durch das Buch dem deutschen Menschen das Bewußtsein seiner geschichtlichen Sendung zu vertiefen. Reichsstatthalter in Sachsen ?vie in der Stadt des Buches versammelten Mittler des deutschen Schrifttums begrüße ich herzlich als Vertreter des Standes, der die deutsche Geisteskultur wirtschaftlich verwaltet und der sich ein einzigartiges Denkmal schöpferischen Gemeinsinnes in der Deutschen Bücherei gesetzt hat. Von jeher ist die Gesinnung, „die lebt und leben läßt", im rechtschaffenen deutschen Buchhändler wach gewesen. Durch ihn wurde den deutschen Denkern und Künstlern, die dem Buchkaufmann die Sub stanz seiner wirtschaftlichen Betätigung liefern, die Möglichkeit zu erweitertem Ausdruck und öffentlicher Anerkennung verschafft. Wo das in der Anschauung geschah, daß Gemeinnutz vor Eigennutz geht, mußte die Eingliederung des Buchhändlers in den nationalsozialistischen Staat ein leichtes sein. Feder und Degen werden im neuen Deutschland in strenger Manneszucht geführt. So werden auch die Mittler deutschen Geistesgutes in ihren Reihen die verschärfte Disziplin pflegen, die zur Erreichung des nationalsozialistischen Hochzieles auf jedem Gebiete des deutschen Lebens not wendig ist. Ministerpräsident