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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.04.1934
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1934-04-28
- Erscheinungsdatum
- 28.04.1934
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1934
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8 X- 98, 28. April 1934. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. b. Dtschn Buchhantel. Der neue Weg Gemeinschaftsgeist und -arbeit im Buchhandel Von Buchhändler Hans Höpnck Die Eintracht der vereinten Kraft, Sie ist es, die das Werk erschafft. Wenn ein Begriff zum Schlagwort zu werden droht, wird es Zeit, aus den Sinn zu weisen. Das ist notwendig beim neuesten Schlagwort »Wirtschaftsführung«. Es genügt nicht, wenn sich der bisherige Präsident oder Direktor »Führer« nennen läßt. Wirt schaft ist nur ein Teil unseres Kampfes. Führer dieser Wirtschaft, auch Führer der Buchwirtschaft, müssen Politiker sein, Politiker des Dritten Reiches. Ebenso wie die Zeiten vorbei sind, in denen sich libcralistische Geschäftemacher, die stolz von sich behaupteten, Wirtschastsführer zu sein, austobcn konnten, wo jeder Verleger Buch über Buch hcrausbrachtc, und das Buch Ware war, so selbst verständlich ist es, daß der neue Staat dem Buchhandel neue, be stimmte Aufgaben zuteil werden läßt. Daß dieser Staat in Zukunft natürlich nicht in der bisherigen Weise nur mit einzelnen Firmen arbeiten wird, meistens waren es nur große, ist klar. Adolf Hitler hat oft betont, und für jeden Nationalsozialisten ist es eine Selbst verständlichkeit, daß das Ziel der nationalsozialistischen Revolution nicht eine Regierungsumbildung war, sondern eine neue Welt anschauung. Der Totalstaat wird von seinem Standpunkt aus alles tun, um die Gemeinschaftsarbeit zu fördern. Diese Einstellung bringt es mit sich, daß der sich allzusehr hervordrängendc Gcschäfts- egoismus des einzelnen zum Sterben verurteilt ist. Die Verteilung der Aufträge der öffentlichen Hand, der Verbände, der großen Or ganisationen verlangt gebieterisch das Vorhandensein von Zusam menschlüssen auch im Buchhandel. So tritt in Zukunft an die Stelle des einzelnen die Gruppe, die Gemeinschaft. Durch gegenseitigen Gedankenaustausch, gegenseitige Befruchtung, wird jedoch dem schöpferischen Menschen Raum zur Entfaltung in Hülle und Fülle gegeben werden. Niemand kann deshalb behaupten, der Staat greife durch Duldung von Gemeinschaften in das besondere Betätigungs feld des einzelnen ein, niemand von wohlerworbenen Rechten spre chen. Der neue große Bedarf, auch der buchhändlerische, ist erst durch die nationalsozialistische Revolution und die dadurch geschaf fenen Riesenorganisationen entstanden. Es gibt nur zwei Möglich keiten, entweder die großen Organisationen arbeiten ohne den Buch handel, und sic können cs mit Hilfe ihrer eigenen Druckereien und Vertriebsstellen, oder der deutsche Buchhandel — Verlag und Sortiment — stellt sich unter die einheitliche Führung des natio nalsozialistischen Staates. Die Arbeitsfront hat zugesagt, ihre eigene Verlagstätigkeit nicht zu erweitern und auszubaucn, in der Erwar tung, daß der Buchhandel sich in Bälde eine neue Vertriebsform durch regionalen Zusammenschluß des Sortiments und fachlichen Zusammenschluß des Verlages schafft. Daß die DAF. nach Ablauf einer gewissen Wartezeit dann selbst handelt, ist für mich eine Ge wißheit. Der Reichsnährstand (R.N.St.) wartet auf die Mithilfe des Buchhandels, auf Anregung, auf Zusammenschluß der Verleger landwirtschaftlicher Werke zwecks gemeinsamer Herausgabe von Werken und Zeitschriften. Der Reichssportkommissar erwartet Ein satz des Buchhandels für den Sportgedanken, Herausgabe neuarti ger Sportbücher, nicht durch einzelne Verleger, sondern durch eine Gruppe, um die Zersplitterung einer Aufgabe, eines Gedankens zu vermeiden. Für Kalcndcrverleger ergeben sich reiche Möglichkeiten gemeinsamer Arbeit. Es ist jetzt wirklich notwendig, im Buchhandel den Sinn für die Gemeinschaft zu wecken, zu erziehen. Nebensäch lich ist es im Augenblick, ob der Zusammenschluß genossenschaftlich oder vercinsmäßig erfolgt. Wir organisieren nicht des Organisie- rens wegen, sondern der Aufgabe wegen. Bereit sein ist alles, und die Organisation wird wachsen mit den Aufgaben. Nebenbei: neben den Aufträgen der Dienststellen und Behörden, der Gruppen und Organisationen wird natürlich ein bestimmter Privatbcdars blei ben. Gemeinschaftsarbeit des Buchhandels im Verlage wird nicht so aussehen, daß in Zukunft eine Rcichsfibel, ein Reichskochbuch existiert, sie wird sich im Sortiment nicht so auswirken, daß alle Aufträge eines Bezirks, alle Aufträge der Bibliotheken an die »Ge nossenschaft der Buchhändler« erfolgen, wird nicht bedeuten, daß der Schulbedarf einer Stadt einer Zentralstelle übertragen wird. Als das Börsenblatt sür den Deutschen Buchhandel kürzlich an einem Tage die Gründung gleich zweier buchhändlerischer Genossenschaften veröffentlichte, haben träumerische Buchhändler, so wird glaubhaft berichtet, angenommen, der Silberstrcisen am buchhändlerischen Horizont, das goldene Zeitalter sei hcraufgckom- men. Vielleicht träumte der eine schon vom Genossenschaftsbuch laden neben dem Cafs Feilsche, neben dem Hotel Adlon, während der übrige Buchhandel sich lustwandelnd erging. Auch im Dritten Reich wird nur mit Wasser gekocht, aber wird Mögliches möglich gemacht. Kulturpolitik ohne gesunden wirtschaftlichen Unterbau ist ebenso gewiß eine Utopie wie die Annahme, der Nationalsozialis mus brauche von heute aus morgen keinen Kamps sür das Erfüll bare mehr. Im Gegenteil, mehr denn je wird der neue Staat den Buchhandel einspannen, wird Wohl immer neue Impulse geben, aber auch Leistungen verlangen. Gerade diese Gedankengänge zei gen, daß Gemeinschaftsarbeit nur wachsen und gedeihen kann aus dem Boden der nationalsozialistischen Weltanschauung. Alles sür Deutschland. Alles für das gute deutsche Buch, wird cs in Zukunft bei uns heißen. Anfangs mit geringen Mitteln, aber regstem gegen seitigen Gedankenaustausch. Ständige Mitteilung über vollzogene Einrichtungen an Obleute und die Leitung des Amtes sür buch händlerische Gemeinschaftsarbeit ist nötig, um Bestes in kürzester Zeit zu erhalten. Aufgaben gibt es genug. Ich sehe sie kommen und wachsen, denn der Hitlerstaat verlangt Einsatz. Um kurz an zudeuten, wie buchhändlerische Gemeinschaftsarbeit des Börsenver eins aussehen soll, skizziere ich zunächst folgende Punkte: I. Aufgaben. 1. Verbindung mit den Stadt- und Reichsbehörden, Sport leitungen, Marineleitung, Reichswehr. 2. Verbindung mit den Parteiorganisationen: Reichsnährstand: (Dorfbibliotheken einrichten); Deutsche Arbeitsfront (Kraft durch Freude), Kulturamt: Wanderbllchereien, Lesestuben, Buchberatung, Werk büchereien;
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