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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.01.1933
- Strukturtyp
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- 1933-01-17
- Erscheinungsdatum
- 17.01.1933
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- Deutsch
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Xi I I, 17. Januar 1833. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. DtschnBuchhandel. Maschinen der Firma König gedruckt. Schon vor dem Weltkrieg lieferte die Firma eine Presse, die in der Stunde 12 000 Zeitungen von je 00 Seiten druckte. 1912 hatte die Firma mit einem Personal von 1100 Personen bereits 8000 Maschinen geliefert. Ans dem Lebenswerke Friedrich Königs baut sich das gesamte moderne Pressewesen auf. Die Zeitung mit Großanflage und die aktuelle Berichterstattung, die auch die letzte« Ereignisse noch berück sichtigen kann, wäre ohne König undenkbar. Schon in den letzten Lebensjahren Königs jetzt der starke Aufschwung des Zeitungs- wescus ein. Tie erste Zeitung des Festlandes, die mit Königs Schnellpresse gedruckt wurde, ist die Nummer 11 der »Haude und Spenerschen Zeitung« vom 25. Januar 1823; am 12. Juli 1824 führt die »Allgemeine Zeitung« Cottas, Deutschlands angesehenstes Blatt, und 1833 die »Kölnische Zeitung« die Schnellpresse ein. Für die Politik wird die Zeitung jetzt erst zu einem Kampfmittel ersten Ranges. Eine frühe Folge der Erfindungen Königs sind auch die deutschen illustrierten Zeitschriften. Nach dem Vorbild des Lon doner »penny-IUagarine« gründete der junge Buchhändler Johann Jakob Weber im Todesjahre Königs die erste deutsche illustrierte Zeitschrift. Sie erreichte rasch die unerhörte Auslage von 60 000 Exemplaren. Diesem »Pfennig-Magazin«, das der Firma Bossange in Paris gehörte, lies; Weber am 1. Juli 1843 die erste Nummer seiner »Jllustrirten Zeitung« folgen. Der Tag wurde ein Gedenk stein in der Geschichte der deutschen Publizistik. Wie das Verlangen des Publikums nach illustrierter Berichterstattung immer stärker wurde, zeigen die zahlreichen billigen illustrierten Wochenblätter unserer Tage. Auch sie dürfen sich heute dankbar an Friedrich König erinnern. Für den Buchhandel bedeutet die Ablösung der Handpresse durch den Maschinendruck einen völligen Umsturz. Dazu kommt noch zu Leb zeiten Königs die maschinelle Herstellung des Papiers. Seit 1816 beschäftigt ihn die Gründung einer Fabrik. Aber erst als Cotta 1824 sich beteiligte, kam die Schwarzacher Fabrik in Schwung; in Zeiten geschäftlichen Stillstandes musste sic das Oberzeller Werk über Wasser halten. Während der Ostermesse 1829 bot König per sönlich in Leipzig sein Papier 150 Verlegern an. Die Abkürzung der Herstcllungszeit inachte die Rentabilität vieler Artikel erst mög lich. Im Zeichen Königs stehen zunächst die Konversationslexika. 1809 lies; Brockhaus das erste in einer Auslage von 2000 erscheinen. Dreißig bis vierzig Handpressen mußten für die Neuauflage un unterbrochen tätig sein. 1826 ersetzte Brockhaus in eigener Drucke rei die Handpressen durch eine Schnellpresse, die erste in Königs Heimatland Sachsen. Noch 1818 brauchte ein Band des Lexikons bei 12 000 Auflage 17 500 Stunden Druckarbeit, d. h. es waren fünf Pressen ein ganzes Jahr lang mit dem Druck beschäftigt; eine einzige Presse Königs druckte jetzt den Band in 1224 Stunden oder 102 Tagen. Man muß sich klarmachen, wie die Buchzcnsur des Vormärz und andere ungünstige Momente auf die Produktion drückten, um den gewaltigen Aufschwung recht zu verstehen, den das Buchwesen in den Jahrzehnten nach der Erfindung der Schnellpresse erlebte. Daß seit den vierziger Jahren auch die Buchbinderei immer mehr ma schinell betrieben wurde, das; die Verkehrsmittel wesentlich ver bessert wurden und am 9. November 1867 das »ewige Verlagsrecht« außer Kraft trat, hat neben den erhöhten Bildungsinteressen der Nation zu dieser Aufwärtsentwicklung natürlich auch beigetragen. Im Geiste Königs war auch die moderne Notationsmaschine schon geboren. Wenn er sie auch nicht mehr ausführen durfte, so hat er doch das Verdienst, dem deutschen Volke, ja der ganzen zivilisierten Welt das billige Buch geschenkt und damit die Volksbildung in un berechenbarer Weise gehoben zu haben. Seitdem es gelungen war, in Königs Schnellpresse auch den Vierfarbendruck einzuschalten, trug auch das künstlerisch wertvolle billige Bild dazu bei, den Ge schmack weiter Kreise zu verbessern. Als aufrechter Kämpfer und als segensreicher Pionier der Kultur steht König durch sein Leben und seine Nachwirkung vor uns. Ein Denkmal, das seiner Be deutung würdig wäre, wäre erst noch zu errichten. Friedrich König und G. 3. Göschen. In Fachkreisen ist bekannt, daß die erste Schnellpresse von Friedrich König auf englischem Boden gebaut worden ist. Auch das ivcis; man, das; König schon in Deutschland jahrelang an seiner Erfindung gearbeitet hat. Weniger ist aber an die Öffentlichkeit ge drungen, das; er bereits zwei Jahre vor seiner Übersiedlung nach England und ein Jahrzehnt vor Vollendung der ersten Maschinen seine Erfindung schon für vcrkaufsreif hielt oder gezwungen war, den Verkauf wenigstens zn versuchen. Eins seiner Angebote zu diesem Zwecke ist erhalten geblieben. Es richtet sich an niemand anders als 50 Georg Joachim Göschen in Leipzig, den damals iveltberühmten Ver leger, der als Besitzer einer für die Zeitvcrhältuisse außerordentlich leistungsfähigen Druckerei in Grimma Interesse für die Erfindung haben mochte. Königs Brief in dieser Angelegenheit vom 24. No vember 1804 lautet im wesentlichen wie folgt: » . . . Leider wird die Buchdruckerkunst in Deutschland fast durchgängig ohne alle Ehre und Emulation betrieben. Sie sind der einzige Buchdrucker, der mit Ambition arbeitet, darum wende ich mich mit Vertrauen an Sie und mache Sie mit der Sache bekannt. Die erste der erwähnten Erfindungen ist eine Maschine zum Bücherdruck, die sich (wenn das Wort nicht zu stolz klingt) zur bis herigen Buchdruckerpresse einigermaßen so verhält, wie die Spinn maschine zum Spinnrad, das heißt, alles was bisher die Menschen hand verrichtet hat, das Nehmen, Reiben und Aufträgen der Farbe, der Truck, kurz alles, nur das Aus- und Einlegen der Bogen ausgenommen, wird durch die Maschine verrichtet. Der ganze Mechanismus ist auf eine einzige kreisförmige Bewegung zurück gebracht, die soviel Kraft erfordert, als ein Pferd hat, oder ver hältnismäßig soviel Wasser. Mit dieser Kraft kann man aber sieben Maschinen in Bewegung setzen . . . Übrigens bemerke ich noch, daß ich keineswegs Theoretiker in dem Fach bin, sondern ich habe in meiner Lehre Jahre an der Buchdruckerpresse arbeiten müssen . . . Die zweite Erfindung kann ich mm eigentlich noch nicht für vollendet ausgeben, wenn Erfinden soviel heisst, als etwas anderes nicht nur ersetzen oder erleichtern, sondern es auch wenigstens gleich vollkommen machen. Indes will ich Sie mit der Sache bekannt machen. Es find eine Art Steinstereotypen, die aber mit dem be kannten Steinnotendrnck des Herrn Andre in Osscnbach gar nichts gemein haben. Es ist eine komponierte sehr wohlfeile Masse, die härter ist als Schriftmetall, auf welche vermittelst eines gewissen gang einfachen Prozesses die Schrift geprägt wird. Das Resultat davon ist, daß, wenn man zu den gewöhnlichen Druckkosten bei jedem Bogen noch einen sächsischen Reichsthaler hinzutun will, man das Buch in stehendem Druck haben kann. Ich brauche Ihnen als Kenner nichts über die Wichtigkeit der Sache zu sagen. Ich lege Ihnen einige Abdrücke von der gleichen Platte bei . . .« Von Göschens Antwort sind nur Bruchstücke erhalten. In diesen heißt es u. a.: »Zu einer Presse die schön drucken soll, gehören Dinge, woraus ich in Ihrer Abhandlung gar keine Rücksicht genommen sehe. Deshalb behaupte ich: Ihre Maschine wird viele Abdrücke liefern, aber nichts Schönes, d. h. die grösste Zartheit der feinen Striche bei großer Kraft der starken, und bei großer Schärfe aller Züge ... Ich schreibe Ihnen dieses, damit Ihre Verdienste nicht ver ringert werden, wenn einsichtsvolle Buchdrucker Ihre Abhandlung zur Beurteilung erhalten und dann Misstrauen erwecken, und damit Ihre Erwartung bei der Ausführung im Großen nicht getäuscht werde.« Göschens Urteil dürfte richtig gewesen sein. Die Erfindung, die ja noch ganze zehn Jahre bis zur vollen Verwirklichung brauchte, war damals eben noch nicht durchgcarbeitet. Wenn auch König dadurch, das; Göschen sie nicht ankaufte, genötigt war, selbst noch jahrelang im tiefsten Elend zu bleiben, so war cs für die weitere Entwicklung der Schnellpresse unschätzbar, das; ihre vorzeitige Ver wertung verhindert wurde. vr. Max Hofmann. Das Goethe-Sonderheft des „Archivs fiir Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik". Unter den zahlreichen Goethe gewidmeten Sonderheften von Zeitschriften nimmt das vorliegende Doppelheft (11/12) des Archivs in seiner hervorragenden typographischen Ausstattung und mit den vielen beigefügtcn originalgraphischen Arbeiten einen besonderen Rang ein. Schon mit dem prachtvollen in Holz geschnittenen Goethe- Kopf von Karl Mahr aus dem Umschlag repräsentiert es sich aufs würdigste; dieser Kopf, unbestreitbar eins der schönsten mo dernen Porträts des Dichters, entstammt einem Einblattdruck der bekannten Schriftgießerei Ludwig L Mayer (Frankfurt a. M.). Das Heft gibt einen Rückblick auf die Leipziger Goethe-Aus stellungen des vergangenen Jahres, soweit diese Beziehungen zum Thema »Goethe und das Buch« aufwiesen. Im Mittelpunkt steht natürlich die bedeutsame von Hugo Steiner-Prag inaugu rierte internationale Schau »Goethe in der Buchkunst der Welt«. Um diese gruppieren sich die Goethe-Veranstaltungen der Stadt, der Universität und des Reichsgerichts, und so erscheinen an der Spitze die aus Anlaß dieser Feiern von Oberbürgermeister Goerdeler und Universitätsprofessor A. Kor ff (»Goethes Deutsche Sendung«) gehaltenen Reden, letztere im Auszug nach der im Verlag von I. I. Weber erschienenen Schrift. Die Ausstellung »Goethe in der Buchkunst der Welt« wird noch einmal zusammenfassend nach den verschiedenen Gesichtspunkten von
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