Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.07.1940
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1940-07-06
- Erscheinungsdatum
- 06.07.1940
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19400706
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-194007069
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19400706
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1940
- Monat1940-07
- Tag1940-07-06
- Monat1940-07
- Jahr1940
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
gelangte. Hanns Iahst wollte mit seiner dichterischen Gestaltung des Schlageterstvffes also keineswegs einer günstigen Konjunktur in die Hände arbeiten, diese Dichtung war nicht der Anfang einer neuen zeitbedingten Entwicklung Hanns Johsts, sondern sie war bereits das Ende, der Gipfelpunkt einer Schasfensepoche, in der alle jene Kräfte zum Ausdruck drängten, die dem Dichter das Recht gaben, im kulturellen Leben des nationalsozialistischen Deutschland, besonders auf dem Gebiete des Schrifttums, eine führende Rolle zu spielen. Im Laufe des Jahres 1931, in dem es für politisch denkende Menschen allmählich Zeit war, sich klar zu entscheiden, fielen dem aufmerksamen Beobachter jene kämpferischen Aussätze auf, die Hanns Johst im »Völkischen Beobachter« veröffent lichte, mit denen er sich als Dichter zur Sache des National sozialismus bekannte, und durch die er auch den nur zögernd herankommenden geistigen Menschen, besonders den Künstler, für den Nationalsozialismus zu entflammen versuchte. Hanns Johst tat das also zu einer Zeit, als man sich vielfach noch belächeln lassen mußte, wenn man etwa als Angehöriger eines geistigen Berufes bekannte, Mitglied der NSDAP, zu sein. And er tat es nicht in einem kleinen Kreise von gleichgesinnten Menschen, son dern in aller Öffentlichkeit und mit der ganzen glühenden Lei denschaft, von der er als wortmächtiger Gestalter des Lebens und Schicksals großer Menschen erfüllt war. Hanns Johst er kannte damals, welch ungeheuer schlagkräftige Waffe das Wort im Kampf des Nationalsozialismus darstellte, und er folgerte im Sinne dieser Erkenntnis, daß nicht nur das Wort des politischen Redners diese Waffe war, sondern daß auch das Wort des Dichters jetzt wieder zu einer neuen Bedeutung emporwach sen konnte, daß es in diesem Kampfe eine große Stunde hatte, die es zu nützen galt. Im Bewußtsein der Aufgaben, die das dichterische Wort im politischen Kampf zu erfüllen hatte, warf er das Gewicht seiner eigenen innersten Überzeugung von der Sen dung des Nationalsozialismus in den geistigen Kampf und rief den geistigen Arbeiter, den schöpferisch tätigen Menschen dazu auf, sich in die Front des Nationalsozialismus einzureihcn. Die Aufsätze Hanns Johsts haben damals weit über die Reihen der Partei hinaus Aufsehen erregt; sie haben auf viele geistige Men schen entscheidend gewirkt, und es darf heute daran ruhig wieder einmal erinnert werden. Denn, wir haben schon angedeutet, daß jene Dichtung Hanns Johsts, die ihn im ganzen deutschen Volke so rasch bekannt machte, das Drama »Schlageter», nicht der Anfang einer neuen, der Gunst der Stunde zu verdankenden Schaffensrichtung war, sondern der Gipfelpunkt einer dichte rischen Arbeit, die von Anfang an darauf ausging, die innerste Seele des Volks zu suchen, auch wenn dies Streben sich in seinen ersten Anfängen mitunter in zeitbedingte, darum heute überholte Formen kleidete. Wer sich mit den Werken Hanns Johsts näher befaßt, der muß sofort spüren, daß Hanns Johst in seiner dichterischen Arbeit von Anfang an von einem hohen Sendungsbewußtsein erfüllt war, weshalb fast alle seine Werke den Charakter des Bekennt nisses tragen. Er nahm schon frühzeitig mit leidenschaftlichem Eifer zu grundsätzlichen Fragen des Kulturlebens Stellung; er hat sich mit bewundernswerter Aufnahmefähigkeit in der Welt des Geistes und der Politik umgetan; er hat frühzeitig die Be- Leipzig zeigt se Nachdem in den zurückliegenden Ausgaben des Börsenblattes bereits über einige der aus Anlaß der Gutenberg-Klinfhundert- Jahrfeler in Leipzig staltflnbenden elf Ausstellungen berichtet wurde, soll nachstehend, soweit es der Raum zuläßt, auch auf die übrigen kurz elngegangen werden. Die Ausstellung kostbarer Wiegendrucke der Universitäts-Bibliothek ln den Wanbelgängen der Uni versität konnte leider nur kurze Zeit geöffnet bleiben. Gerade diese Ausstellung wird aber dem Beschauer viel gegeben und auch dem Ntchtsachmann die Entstehung des Buchdrucks und seine Entwicklung in den ersten Jahrzehnten deutlich gemacht haben. Der ausstellenden Bibliothek kam es nicht so sehr daraus an, eine möglichst große Zahl ihrer Wiegendrucke zu zeigen, es wurde vielmehr in der glücklichsten Weise verflicht, die ausgestellten Drucke zum Beschauer sprechen zu lassen. So wurde z. B. durch Gegenüberstellungen der aus ziemlich Ziehungen erspürt, die diese beiden Welten miteinander verbin den, und zwar so sehr verbinden, daß wir heute geradezu von ihrer Schicksalsgemeinschaft sprechen dürfen; und er hat früher als andere erkannt, welche Aufgaben einst die Kunst und die Dichtung von der politischen Neugestaltung des Lebens des deut schen Volkes her zu erfüllen haben würden. So hat man mit Recht Hanns Johst einen politischen Dichter genannt, und es ist auch kein Zufall, daß die Bemühungen Hanns Johsts beson ders eindringlich sich auf das Theaterleben erstreckten, da er die öffentliche Wirkung der Dichtung von der Bühne herab am stärksten gesichert glaubte. Die dramatische Begabung, über die Hanns Johst verfügt, äußerte sich aber nicht nur in seinen eigent lichen dramatischen Arbeiten, die eine stattliche Reihe ausmachen, sondern auch in seinen übrigen Werken, in den Romanen und Novellen, deren hervorstechendes Stilmerkmal die außerordent liche Lebendigkeit ist, die sie von einer dramatisch bewegten Dialogführung empfangen, und sie äußert sich nicht minder in den Fahrten- und Reisebüchern, die wir von Hanns Johst be sitzen, und die mit der Unmittelbarkeit dramatischer Dichtung die kraftvolle Dynamik erkennen lassen, die für das Wesen des Dich ters und Menschen Hanns Johst charakteristisch ist. Das gilt in starkem Maße von dem Reisebuch »Maske und Gesicht». Es gilt aber in noch stärkerem Maße von Hanns Johsts neuem Werk, der Ostfahrt »Ruf des Reiches — Echo des Volkes«, einem Buche, in dem Hanns Johst unsere Blicke lenkt zu den gewaltigen Aufgaben, die das deutsche Volk im Zeichen des Nationalsozialismus im Osten zu erfüllen hat. Der deutsche Buchhandel wird am fünfzigsten Geburts tage Hanns Johsts nicht nur des Dichters, aber auch nicht nur des Politikers, des Nationalsozialisten Hanns Johst gedenken, sondern er wird seine Glückwünsche zu diesem Tage kleiden in den Dank für all das, was Hanns Johst als Präsident der Reichsschrifttumskammer für das deutsche Schrifttum und damit auch für den deutschen Buchhandel in den vergangenen Jahren getan hat. Der Buchhandel halte mehrfach Gelegenheit, Hanns Johst in seiner Eigenschaft als Präsident der Reichsschrifttums kammer bei den großen Veranstaltungen in Weimar und in Leipzig zu begegnen; er weiß aber nicht nur von diesen Begeg nungen her, mit welcher Liebe Hanns Johst am Buchhandel hängt, und mit welchem Vertrauen er der Arbeit des Buch handels gegenübersteht. Wenn Hanns Johst mehrfach die Ge legenheit wahrnahm, zum deutschen Buchhandel von den stren gen Forderungen zu sprechen, unter deren Gesetz er seine Arbeit gestellt sehen möchte, und von den hohen Aufgaben, deren Er füllung er ihm zugewiesen hat, dann darf der Buchhandel auch darin nur einen Ausdruck jenes großen Vertrauens sehen, und zugleich einen Ausdruck der pfleglichen Sorgfalt, mit der^Hsnns Johst die Belange des Buchhandels, insbesondere auch des Heran wachsenden Jungbuchhandels, behandelt. — Wir grüßen Hanns Johst an seinem fünfzig st en Geburtstage mit dem Versprechen, sein Vertrauen nicht zu enttäuschen, und milden herzlich st en und auf richtig st en Wünschen für sein persönliches Wohlergehen und für seine dichterische und politische Arbeit in den kommenden Jahren und Jahrzehnten. e Kostbarkeiten lange Zeit sich erstreckende Einfluß des handgeschriebenen Buches aus die Gestaltung des gedruckten dargestellt. Sehr deutlich war auch zu sehen, wte rasch die neue Kunst alle Gebiete des Lebens ergrtfs, wie bald sic Verbreitung außerhalb Deutschlands fand und wie allmählich sich neue Formen des gedruckten Buches entwickelten. Zu dieser An- schaullchmachung, wte sie bisher selten in ähnlichen Ausstellungen anzutrefsen war, verhaft eine ausgezeichnete Beschriftung, die sich zudem durch Knappheit und Klarheit auszeichnete. Aus einzelne aus gestellte Drucke und Handschriften einzugehen, ist hier nicht möglich. Wenn aber gesagt wird, daß neben der 4Lzetligen Bibel die Mzetlige auslag, so mag das — neben dem oben Gesagten — als Rechtferti gung, die Ausstellung als einen Höhepunkt der Leipziger Gntenberg- Vcranstaltungen zu bezeichnen, genügen. Die Ausstellung des Stadtgeschichtlichen Museums im Alten Rathaus hat sich zum Ziel gesetzt, dieHöhepunktcder »SO Nr. 155 Sonnabend, den 6. Jult 1940
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder