Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.07.1940
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1940-07-06
- Erscheinungsdatum
- 06.07.1940
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19400706
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-194007069
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19400706
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1940
- Monat1940-07
- Tag1940-07-06
- Monat1940-07
- Jahr1940
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Börsenblatt für den Deutschen Vuchhandel stir. 155 (R. 60) Leipzig, Sonnabend den 6, Juli 1940 107. Jahrgang Hanns Johst Zu seinem fünfzigsten Geburtstag am 8. Juli Wer das dichterische Leben in den Jahren vor der Macht übernahme des Nationalsozialismus aufmerksam beobachtete, der wurde bei den Erfahrungen, die ihm eine derartige Tätigkeit vermittelte, am meisten betroffen durch die Tatsache, daß dem laut sich gebärdenden jüdischen Literatentum auf nationaler Seite keine dichterische Front gegenüberstand, die in der Lage oder willens gewesen wäre, aus der Abwehr zu einem breit angelegten Gegenangriff gegen die jüdisch bedingte Kulturverseuchung über zugehen, Wir hatten zwar eine stattliche Anzahl von begabten und einwandfrei national gesinnten Schriftstellern und Dichtern, in deren Schaffen sich die letzten Endes doch ungebrochene see lische Kraft des deutschen Volkes dokumentierte; es war der Kreis der Dichter, die in den Jahren nach 1933 dem deutschen Volk in seiner Gesamtheit als Träger einer volkhaften Dichtung nahe gebracht wurden durch Veröffentlichungen aller Art, durch eine bewußte Hinführung zu ihren Werken und nicht zuletzt durch die zahlreichen Dichterlesungen, die Jahr für Jahr größere Teile des Volkes erfaßten. Es war also bei der Machtübernahme ein wesentlicher Teil jener Kräfte, die wir als volkhafte Dichtung be zeichnen, schon vorhanden; wenn man damals auf diese Tatsache aber immer wieder mit besonderem Nachdruck Hinweisen mußte, so beweist das nur, daß in den Reihen dieser Dichter — nicht von ungefähr wurden sie von liberaler Seite mit der Kenn marke »Dichter des heimlichen Deutschland« versehen —, von wenigen Ausnahmen abgesehen, noch nicht jene Dynamik der öffentlichen Wirksamkeit vorhanden war, aus der allein die Über windung des jüdisch geführten Literatentums hätte erwachsen können. Die Dichtung zeigte damals bei aller Anerkennung, die wir ihrer bewahrenden Kraft und Arbeit zollen müssen und immer zollen werden, doch weithin ein ähnliches Bild wie das nationale Bürgertum in den letzten Jahren vor der Machtergreifung, des sen untadelige Gesinnung nicht angezweifelt werden durfte, das sich aber nicht zu der inzwischen tausendfach bestätigten Einsicht hindurchzuringen vermochte, daß es in den letzten drängenden Jahren des Kampfes, die abgegrenzt werden können durch das Datum des 14, September 1930 mit dem ersten großen Wahlsieg der Bewegung und des 30, Januar 1933 mit der Betrauung Adolf Hitlers mit dem Reichskanzleramt, daß es damals nicht mehr genügte, national gesinnt zu sein, sondern daß man eben Nationalsozialist sein mußte, wenn man den Anspruch darauf erheben wollte, das deutsche Schicksal tätig mitzugestalten. Die Erinnerung daran wird heute nicht etwa deshalb beschwo ren, um irgendeinen Vorwurf daraus zu konstruieren, denn die Dichtung hat inzwischen bewiesen, daß sie weiß, wo ihr Platz im Leben des Volkes ist, sondern nur aus dem Grunde, weil die Be deutung einer Persönlichkeit wie der des Dichters Hanns I o h st nur aus der Lage der letzten Jahre vor 1933 heraus voll verstanden und gewürdigt werden kann. Diejenigen, die sich nach dem Umschwung darüber gewundert haben, daß Hanns Johst so schnell auf eine Reihe führender Plätze des Kulturlebens berufen wurde, haben damit nur zum Ausdruck gebracht, daß sie im dich terischen Leben ihrer Zeit nicht genügend Bescheid wußten. Denn mit Hanns Johst war damals nicht, wie in den Kreisen jener Wunderer vielfach geglaubt wurde, ein »Parteimann« auf einige Posten gestellt worden, auf die er nicht taugte, sondern ein »Fach mann«, um einmal diesen Begriff zu gebrauchen, der als Kultur- Politiker und als Dichter, als Verfasser einer stattlichen Reihe von dramatischen Arbeiten, sehr wohl von seiner Leistung her für die Aufgaben ausgerüstet war, deren Erfüllung ihm nach der Machtübernahme übertragen werden konnte. Heute ist es in einer Buchhändlerzeitschrift schon fast über flüssig, dem dichterischen Schaffen Hanns Johsts eine besondere Behandlung zuteil werden zu lassen'), denn in den sieben Jahren seit 1933 hatte der deutsche Buchhandel Gelegenheit, sich mit den Werken des Dichters Hanns Johst zu befassen und sich für sie einzusetzen, zumal eine größere Anzahl dieser Werke in den letz ten Jahren in neuen gefälligen Ausgaben erschienen sind, 1933 war dies freilich noch anders, aber nicht dank einer Schuld Hanns Johsts, sondern dank der Tatsache, daß viele Schrifttums mittler und Schrifttumsbeflissene damals noch keine Gelegenheit genommen hatten, sich mit dem Schaffen eines Dichters vom Schlage und von der Art Hanns Johsts eingehender zu befassen. Viele von ihnen horchten auf, als der Name dieses Dichters mit seinem Drama »Schlageter«, das dann in so vielen deutschen Städten gespielt wurde, Plötzlich im Volk zu allgemeiner und rascher Berühmtheit gelangte; sie horchten auf, und sie waren geneigt, dem Dichter des »Schlageter« die Ausnützung einer günstigen Konjunktur vorzuwerfen. Wer wie der Verfasser dieser Zeilen Gelegenheit hatte, dem Dichter schon einige Zeit vor 1933 begegnet zu sein, der wußte, daß er sich bereits im Jahre 1931 mit dem Plan eines Schlageter-Dramas befaßte, und daß dieses Drama schon fertig war, als der Nationalsozialismus zur Macht '> Wir verweisen dazu auch auf den Aufsatz »Hanns Johst, ein Kämpfer für deutsche Art und deutsche Kultur» im Jahrg, 1S3S, Nr. 214, Bekanntmachung des Börsenvereins Wegfall der Herbstabrechnung Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 17, Mai 1940 (Börsenblatt Nr, 119 vom 25. Mai 1940) veröffentliche ich nachstehend die Liste der Verleger, die an der Halbjahrsrechnung sesthalten. Im Verkehr mit diesen Verlegern ist also nach wie vor jährlich zweimal abzurechnen, und zwar zu den nach K 31 der buchhändlerischen Verkehrsordnung für die Halbjahrsrechnung maßgebenden Terminen, Um Jrrtümer zu vermeiden, weise ich noch darauf hin, daß über die Bedingtlieferungen der Verleger von Reiseführern und Landkarten schon seit langem jährlich nur einmal abgerechnet wird, und zwar im Herbst, Durch die Bekanntmachung vom 17. Mai 1940 wird an diesem Brauch nichts geändert, Leipzig, den 1, Juli 1940 M, Wülfing, Stellvertreter des Vorstehers Liste der Verleger, die an der Halbjahresrechnung sesthalten: Johann Ambrosius Barth, Leipzig, Wilhelm Ernst L Sohn, Berlin, Otto Harrassowitz, Leipzig, Karl W, Hiersemann, Leipzig, I. I, Lehmanns Verlag, München Felix Meiner, Leipzig, R. Olbenbourg, München-Berlin, Ost-Europa-Verlag G.m.b.H,, Königsberg-Berlin, Paul Parey, Berlin, Reichsnährstand Verlags-Ges. m, b. H,, Berlin, vr, Otto Schmidt Verlag, Köln, Julius Springer, Berlin, Theodor Steinkopss, Dresben-Blasewitz, Urban L Schwarzenberg, Berlin-Wien, Kranz Wahlen, Berlin, Verlag Otto Beyer, Leipzig, Carl Winters Univ. Buchh., Heidelberg, Nr. 195 Sonnabend, den 6. Juli 1940 249
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder