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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.07.1929
- Strukturtyp
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- 1929-07-09
- Erscheinungsdatum
- 09.07.1929
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- Deutsch
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M In der Generalversammlung vom 29. Juni 1929 wur- «en Bilanz und Jahresbericht für 31. Dezember 1928 vorgelegt. Auf WLorschlag des Vorstandes wurde der Rohgewinn von 168 373.98 RM. fast ganz zu Abschreibungen verwandt und der Rest von 1930.21 RM. aus neue Rechnung vorgetragen. Nach dem mündlichen Bericht in der Generalversammlung sind alle Zweige des Unternehmens voll beschäftigt. Die ersten Monate des neuen Jahres weisen eine weitere Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahre auf, sodaß ein günstigeres Ergebnis im neuen Geschäftsjahr zu erwarten ist. Die ausscheiden den Aufsichtsratsmitglieder wurden wieöergewühlt. Der Rcichsbund Deutscher Papier- und Schrcibwarcnhändler r. V- veranstaltete in der Zeit vom 20. bis 22. Juni 1929 in Düssel dorf seine 11. Hauptversammlung, der auch dadurch eine be sondere Bedeutung zukam, daß der Reichsbund gelegentlich dieser Tagung aus ein zehnjähriges Bestehen zurückblickcn konnte. Die Tagung, die mit einem Begriißungsabend am 20. Juni begann und am Samstag mit einem harmonisch verlaufenen Festabend endete, stand im Zeichen geschlossenen Gcmeinschastswillens und war getra gen von dem Bewußtsein, daß nur eine starke Berufsorganisation in der Lage ist, die zahlreichen Nöte, die auch heute den Papier- und Schreibwarenhandel bedrohen, zu meistern. Die Hauptversammlung, die im großen Saale des Zoologischen Gartens stattfand, wurde am Freitag, vormittags 9 Uhr, durch den ersten Vorsitzenden des Reichs bundes, Herrn Arthur G u t h k e - Berlin, eröffnet. Erfreulicher weise konnte festgestellt werden, daß auch die Behörden dieser Tagung ihr besonderes Interesse zuwandten. Der Geschäftsbericht des Reichs bundes wurde durch Herrn Syndikus Or. Wtldt erstattet. Dieser kam eingangs auf die schwierige Lage des Einzelhandels im allge meinen zu sprechen. Die Absatzschwierigkeiten seien verschärft worden durch Kundenabwanderung zu den Warenhäusern und Einheitspreis geschäften sowie durch die Zentralbeschaffungsmaßnahmen des Rei ches, der Länder und der Gemeinden. Der Reichsbund habe es als seine Aufgabe betrachtet, gegen diese Ausschaltungsbestrebungen, wie sie sich im behördlichen Beschaffungswcsen geltend machten, alle ge eigneten Maßnahmen zu ergreifen. Auch die Klagen über den Be amtenhandel sowie über den Geistltchcnhandel wollten nicht verstum men. Es könne aber erfreulicherweise festgestellt werden, daß die Be mühungen um eine Abstellung der Mißstände auf diesen Gebieten bereits zu fühlbaren Erfolgen geführt hätten. Leider habe sich die Bundesleitung auch im Berichtsjahre ganz besonders mit der Be kämpfung des unlauteren Wettbewerbs befassen müssen. Infolge der verschärften Konkurrenzverhältnisse seien auch einzelne Geschäfte der Papier- und Schreibwarenbranche zu Netlamemethoden tibergegan gen, die die zulässigen Grenzen des Wettbewerbs überschreiten oder zum mindesten zu schweren Bedenken Anlaß gegeben hätten. Ein schlägig sei hier auch die Frage der Zugabengewährung, durch die ganz besonders auch der Papier- und Schreibwaren-Einzelhandel be troffen werde. Man habe sich daher mit besonderem Interesse an jenen Bestrebungen beteiligt, die auf Verbot oder zum mindesten auf Einschränkung der Zugabengewährung hinausliefen. Es sei außer ordentlich bedauerlich, daß cs selbst innerhalb des Einzelhandels bis her noch nicht gelungen sei, eine einheitliche Stellungnahme in dieser Frage herbetzuführen. Ein weiteres Arbeitsgebiet, dessen Pflege im Interesse einer rationellen Betriebsgestaltung eine besondere Wich tigkeit zukomme, sei die Statistik. Der Reichsbund werde es als seine Aufgabe betrachten, den Mitgliedern zweckmäßige Wege der Betriebs statistik zu zeigen, ist doch eine statistische Durchleuchtung des Betrie bes zur Prüfung der Rentabilität und zur rationellen Gestaltung des selben unerläßlich und es sei zu hoffen, daß die Abneigung, die heute leider noch in den Kreisen des Einzelhandels gegen die Statistik be stehe, bei Erkenntnis der Zweckmäßigkeit derselben überwunden werde. Im Anschluß hieran sprach der geschäftssiihrende Vorsitzende, Herr Kommerzienrat B r a u n w ar t h - Wiirzburg, über die gegenwärtige Wirtschaftslage und ihre Auswirkungen aus den Einzelhandel. Mit großem Interesse wurde auch der Vortrag des Herrn Syndikus Schmt tz-Köln, über »Meine Eindrücke über den Einzelhandel in den Vereinigten Staaten von Nordamerika« ausgenommen. Nach diesen interessanten Vorträgen wurde eine Entschließung angenommen, in der die Forderungen des Papier- und Schreibwarenhandels an Ge setzgebung und Verwaltung znsammengefaßt sind. Sie betreffen u. a. die privatwirtschaftlichc Betätigung der öffentlichen Verwaltung des Reiches und der Länder, den Handel von Behörden und Beamten, die Hausier- und Wanderlagerbetriebe, Beseitigung von Sonder- stenern, Senkung der Einkommensteuer, Ausbau des Gesetzes gegen >dcn unlauteren Wettbewerb usw. I Eine besonders lebhafte Aussprache rief die Frage der Gründung von Einkaufsgenossenschaften innerhalb des Reichsbundcs hervor. Bei allem Widerspruch der Meinungen herrschte Einstim migkeit darüber, daß der Rcichsbund als solcher sich aktiv an der Gründung von Einkaufsgenossenschaften nicht beteiligen könne. Ander seits war man sich aber auch in der Meinung darüber einig, daß, um de» neuzeitlichen großkapitalistischen Einzelhandelsunternehmungen eine einigermaßen wirksame Konkurrenz bieten zu können, durch ge meinsamen Einkauf wirtschaftliche Vorteile erstrebt werden müssen. Es solle daher Aufgabe des Rcichsbnudcs sein, die Gcnossenschafts- idee in die Mitgliedskreise hineinzutragen, damit sie die Zweckmäßig keit des gemeinsamen Einkaufs erkennen, wie dies auch bei anderen Etnzelhandelsgruppen der Fall ist. Aus den geschilderten Verhält nissen geht auch klar hervor, daß bet der Gründung von Genossen schaften äußerste Vorsicht geboten ist, insbesondere dort, wo dieselben mit einer Lagerhaltung verbunden sind. Auch hier zeigt sich, daß bet mangelndem Betriebskapital die Erhaltung einer leistungsfähigen Genossenschaft auf die Dauer nicht möglich ist. Oft ergibt sich auch das Bild, daß solche Genossenschaften zwar die gleichen Spesen wie die Engrosgcschäfte haben, nicht aber die gleichen Bedingungen er halten. Die Diskussion dieser Frage zeigte, daß es zweckmäßig sei, derartige Einkaufsverciniguugen nach gewissen Richtlinien zu schas sen, und daß diese in gegenseitiger Fühlung miteinander bleibe». Die Hauptversammlung nahm aus diesem Grunde auch einen Vor schlag des Ausschusses des Reichsbundes an, wonach bei der Ge schäftsstelle desselben eine genossenschaftliche Beobachtungsstelle ge schaffen werden soll, die durch ständige Fühlungnahme mit den be stehenden Genossenschaften deren Erfahrungen sammeln und sie je weils an die Ortsgruppen weiterleiten soll. Der Tagung folgte dann am Abend als würdiger Abschluß der Festabend, der einen sehr harmonischen Verlauf nahm. Derkekrönackrickten. Übersicht der Postabgänge nach wichtigen Orten im Auslande. — Das Postamt C 2 in Leipzig, am Hauptbahnhof, hat wiederum eine Übersicht über die Postabgänge nach wichtigen Orten im Auslande auf Grund des Sommerfahrplanes 1929 zusammengestellt, die auch an Interessenten abgegeben werden. Bestellungen bitten wir an die Geschäftsstelle des Börsenvereins zu richten. 'kersonalnackrickten. 8». Geburtstag. — Am 4. Juli feierte Herr Generaldirektor Or. Gustav Kilpper in Stuttgart seinen 50. Geburtstag. Im Auftrag des Börsenvereins llberbrachte Herr Herbert Hoffmann mit einem Schreiben des Herrn Max Röder und einem Rosenstrauß die Glückwünsche des Börsenvereins. Herr Or. Beck gratulierte für den Deutschen Vcrlegerverein, Herr Hermann Kurtz für den Würt- lcmbergischen Buchhändler-Verein und Herr Karl Berkhan für die Stuttgarter Verleger-Vereinigung. In den kurzen Ansprachen au Herrn Or. Kilpper kam zum Ausdruck, wie hoch in allen Kreisen des Buchhandels seine außergewöhnliche Tatkraft und seine die Ent wicklung vorausschauenden Vorschläge geschätzt werden. Herr Or. Kilpper selber betonte in seinen kurzen, herzlichen Dankesworten, daß ihm bei allem, was er bisher habe leisten dürfen, die wachsende Anerkennung in den Kreisen der eigenen Berufsgenossen die schönste Genugtuung bedeutet habe. Ernennung. — Unser Wiener Berichterstatter Herr Kommerzial rat Friedrich Schiller wurde mit Entschließung des Bundes ministeriums für Unterricht vom 21. Juni zum Mitgliede des Sach- verständigen-Kollegiums in Sachen des Urheberrechts für den Bereich der Literatur in Wien ernannt. Gestorben: am 3. Juli sanft im 55. Lebensjahre in Bühlerhöhe bei Baden- Baden, wo er Erholung suchte, der Verlagsbuchhändler Herr Or. iur. C u r t O t t o, der Chef des Verlages Bernhard Tauchnitz inLeipzlg. Vor dreißig Jahren trat der Entschlafene in das schon damals weltbekannte Verlagshaus zur Unterstützung des Sohnes des Grün ders, Bernhard Tauchnitz, ein. Seine reichen Geistesgaben, sein star kes literarisches und künstlerisches Interesse und seine große Begabung für neuere Sprachen befähigten ihn, als Bernhard Freiherr von Tauchnitz im Jahre 1921 verstarb, die alleinige Leitung des Verlages zu übernehmen, indem er persönlich haftender Gesellschafter wurde, während die Enkel des Gründers als Kommanditisten in der Firma verblieben. Ein Menschenalter lang hat Or. Otto in der Leitung des Unter nehmens gestanden, das durch sein Hauptverlagsmerk, die »Tauchnitz Edition«, jedem Gebildeten im In- und Ausland bekannt ist und zu
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