Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.07.1929
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1929-07-09
- Erscheinungsdatum
- 09.07.1929
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19290709
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192907090
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19290709
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1929
- Monat1929-07
- Tag1929-07-09
- Monat1929-07
- Jahr1929
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
» Buchhändlcrvcrein »Rübezahl«, Breslau. — Der diesjährige ^Sommerausflug ging in das liebliche Eulengebirge, vorge lagert dem Waldenburger- und Niesengebirge. 28 Frühaufsteher (Damen und Herren) fanden sich zu dem um 4.56 Uhr abgehenden Zuge ein. Bis Neichenbach ging die Fahrt noch im getrennten Abteil, von da aus blieben aber die Nübezähler zusammen. Als die Ge sellschaft in Ober-Peterswaldau deu Zug verliest, wehte bei herrlichem Sonuenschein ein kühles Lüftchen und machte die Wanderung an der bewaldeten Berglehne entlang zum wahren Genuß. Nach einer kurzen Nast im Gasthaus »Zur Forelle« in Steinkunzcndorf wurde zur Zimmermannsbaude heraufgestiegen und dort bei gemütlichem Plau dern die Zeit zur gemeinsamen Mittagstafel erwartet. Mittler weile wurden die Tische von einigen RUbezahldamen recht nett mit Blumen geschmückt. Unser lieber Vorsitzender Herr Konrad Schneider würzte das Mahl mit einer begeisterten Vaterlandsrede, die in das Deutschlandlied ansklang, auch wurde ein von ihm verfasstes Tischlieü gesungen. Dann wunderten die Nübezähler den Kammweg entlang über »Ladcstatt«, »Eulenbaube« zum »Bismarckturm«. Von hier hatte man einen herrlichen Blick tief in das Schlesicrland hinein und west- und südwärts in unsere Hochgebirge. Uber die »Sieben Kur- fürstenbanbe« ging es zur Bahnstation »Wüstewaltersdorf« und dann in gemeinsamer Eisenbahnfahrt, die übrigens äußerst fidel verlief, nach Breslau. Die vielen photographischen Aufnahmen und ihre Art zeigen so recht, in welch gutem Einvernehmen der Sommerausflug der Nübezähler verlief. Breslau. Carl Müller. A»S Wien. — Das Arbeitsprogrnmm des von mir kürzlich sBbl. 118) erwähnten siebenten Internationalen P. E. N.- Klubkongresses in Wien umschloß drei Tage. Die Vorberei tungen waren von dem Präsidenten der Wiener P. E. N.-Klub-Sektion Felix Salten und der Gründerin derselben, der Schriftstellerin Grete Urbanitzky in höchst umsichtiger'Weise getroffen worden. Am Vor abend des Beginnes hielt John Galsworthy zu Ehren des Kongresses eine Vorlesung. Am ersten Tage fand unter dem Vorsitz Englands die konstituierende Sitzung in den historischen Räumen des Wiener Landhauses statt, wobei die neuen Ziele des Internationalen P. E. N.- Klubs erörtert wurden. Der zweite Vormittag war mit einer Arbeitssitzuug unter dem Vorsitz Frankreichs ausgefüllt, wobei Fragen der Organisation zur Sprache gelangten. Am dritten Tage wurde unter dem Vorsitz Deutschlands die Schlußsitzung abgehalten, in der unter anderm die für alle Schriftsteller so wichtigen über- setzungsfragen verhandelt wurden. Außerdem waren einige Tage der Besichtigung der Wohlfahrtseinrichtungen der Stadt Wien, den Fahrten in die Umgebung Wiens, dem Besuche von Festvorstellungen nsw. gewidmet. Hervorragende Schriftsteller waren zu diesem Kon greß erschienen. Der P. E. N.-Klub-Kongreß faßte auch einen für den Buch- und Musikalienhandel sehr wichtigen Beschluß: Felix Salten beantragte die folgende Erklärung des Internationalen P. E. N.-Klub-Kongresses dem Völkerbund zu übermitteln: »Wir fordern die Negierungen aller derjenigen Länder, in denen die Schutzfrist bisher auf dreißig Jahre festgesetzt ist, auf, diese Schutzfrist, also das erbliche Eigentumsrecht an geistigen Hervor- bringungcn, auf mindestens fünfzig Jahre zu verlängern. Wir sprechen aus, daß dieses den Erben ungeschmälert für fünfzig Jahre zu schützende Recht keineswegs allein ein materieller, sondern auch ein ethischer Besitz ist.« Dieser Beschluß wurde mit Akklamation vom Kongreß gefaßt. — Am gleichen Tage — Zufall oder Absicht? — wurde eine Erklärung der österreichischen Negierung veröffentlicht, welche die wichtige Frage ungefähr in demselben Sinne zu regeln beabsichtigt. Es soll dem Nationalrat ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, nach welchem die Schutzfrist für Werke der Kunst, Literatur und Photographie von dreißig auf fünfzig Jahre erhöht werden soll, wobei folgende Bestimmung cingeschoben werden soll: »Während der letzten 20 Jahre der Schutzfrist kann ein Werk der Literatur oder Kunst oder Photographie ohne Zustimmung des Urhebers verviel fältigt und vertrieben werden, sofern die Absicht der Herausgabe unter Anführung der Art der Vervielfältigung und des Ladenpreises der einzelnen Stücke, berechnet, für das ungebundene Stück, den Ur heberberechtigten mindestens einen Monat vor der Verbreitung der ersten Vervielfältigung mitgeteilt, und vor der Verbreitung der ersten Vervielfältigung 5 Prozent des Ladenpreises sämtlicher Stücke der Auflage an die Urheberberechtigten bezahlt wird.« Es ist be kannt, daß die Autorengesellschaften sich bereits sehr bemüht haben, die Verlängerung der Schutzfrist auf fünfzig Jahre durchzusetzen und ^man betont allgemein, daß die gegenwärtige Bewegung durch den Umstand hervorgerufen wurde, daß nach dem gegenwärtigen Gesetze hm 1. Januar 1080 die Schutzfrist für die Werke von Johann Strauß üblaufcn würbe. Friedrich Schiller. Aus Großbritannien. — Die Engländer haben sich schon manch mal selbst, in Verspottung ihrer weniger angenehmen Eigenschaften, »Ein Volk von VUcherleihern« genannt. In Newcastle sind aus einem literarischen Institut in einer gewissen, nicht genannten Zeit 5000 Bücher verschwunden, die als Leihbücher nicht zurückgegeben worden sind. Es wurde bei dieser Gelegenheit, wie früher schon einmal, vorgeschlagen, um dies bekannte Übel der Nichtrückgabe zu bekämpfen, einen Tag im Jahr als »Bücherrückgabetag« zu bezeichnen, an dem alle geliehenen Bücher, sozusagen als Ehrensache, zurückgegeben wer den sollen. Es soll dadurch nachlässigen Leuten, die ein Buch zurück- zngeben vergessen und sich schämten, dies versäumt zu haben, ein Weg gegeben werden, Leihbücher auf anständige Weise einmal im Jahr wieder los zu werden. Der Herausgeber von Publishers' Circular macht dazu einige Bemerkungen. Er sagt, daß cs tat sächlich Leute gäbe, die den Satz aufgestellt hätten: »Bücher sind Allgemeingut«. Mmi kann Juwelen, Kraftwagen und sonst noch etwas stehlen, Bücher werden immer nur geliehen — und behalten, sie sind ja Allgemeingut. Was ein Entleiher ist, erklärt der Schreiber aus einem Wörterbuch: »Ein Leiher (Borrower) ist jemand, der etwas zum zeitlichen Gebrauch erhält, mit dem Versprechen oder der Ab sicht, es zurückzugeben«. Nur das Wörtchen »Absicht« unterscheidet den Leiher vom Stehler, sagt der Verfasser. Dud Stock sLnmpenlager) nennt der Engländer seine Laden hüter. Im Bookseller wurde darüber geschrieben, daß es eigentlich Unsinn sei, sich mit unverkäuflichen Sachen die Gestelle zu ver stopfen, wertvollen Platz durch sic einnehmen zu lassen, und dafür auch noch teure Ladenmiete zu bezahlen. Es wird erzählt, daß eine große Buchhandlung von Zeit zu Zeit mit seinein dud stock aufräume, indem sie ihn einfach als Gerümpel abfahren und vernichten ließe. Es wirb vorgeschlagcn, daß alle Buchhändler diesem Beispiele folgen sollten, um statt der unverkäuflichen Ladenhüter Platz für Bücher zu schaffen, die leichter verkäuflich sind und den Geschäftsumsatz fördern. Ein englischer Verleger, der von Deutschland zurückgekommen ist, sagt, baß man in Deutschland mit Vorliebe die Übersetzungen eng lischer und amerikanischer Verfasser lese, die geschäftliche Erfolge und Hanbelsgebräuche beschreiben. Er knüpft daran die Bemerkung, baß Jung-Deutschland beiderlei Geschlechts durch einen schönen Ehrgeiz, geschäftliche Erfolge zu erzielen, getrieben, alles liest, was diesen Ehrgeiz befriedigen könnte. Sch. Neue Zeitschrift für das deutsche Buch in den Niederlanden. — Wie uns von einem Mitglied der Redaktion mitgctcilt wird, soll nach längerer Vorbereitung demnächst im bekannten Verlag I. M. Meu- lcnhoff in Amsterdam, die Zeitschrift »H e t Duitsche Bock, een Tijdschrift voor de vricnden van hct Duitsche Bock In Nederland« (»Das deutsche Buch, eine Zeitschrift für die Freunde des deutschen Buches in den Niederlanden«) erscheinen. Sie verfolgt den Zweck, durch Leitartikel, Snmmelreserate und Einzelbesprechungen auf allen Gebieten des Schrifttums dem deutschen Buch und damit der deutschen Kultur in Holland neue Freunde zu erwerben. Die Redak tion wird zusammengesetzt sein aus den Herren: Prof. vr. Th. C. van Stockum, Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Uni versität Utrecht: l)r. I. van Dam, Dozent fiir dieselben Fächer an der Universität Amsterdam: vr. G. Nas, Gnmnasialoberlehrer in Haarlem. Es erscheint uns außerordentlich dankenswert, daß be währte Kenner und Freunde des deutschen wissenschaftlichen und künstlerischen Schaffens den Entschluß gefaßt haben, ein referierendes Blatt fiir das deutsche Buch und seine Freunde in den Niederlanden herauszngeben. Wir wünschen dem neuen Unternehmen besten Erfolg und sind gewiß, daß der deutsche Verlag zur Förderung dieser wich tigen Zeitschrift gern bereit sein wird. Ur. v. L. Nus Spanien. — Durch die Buchkammer in Madrid wurde An fang März die erste spanische Bnchhandelsschnle eröffnet. Zur Er öffnungsfeier hatten sich Verleger, Buchhändler und neben anderen bekannten Leuten der Minister für Volkswirtschaft eingcfunden. Die Schule soll die technischen Kenntnisse von Buchhandclsangcstell- ten vollenden und sie wissenschaftlich heben. Der Verleger Martinez Reus dankte als Vorsitzender der Madrider Bücherkammer dem Minister für seine geldliche und geistige Unterstützung der so wich tigen Gründung, die eine der ersten Fachschulen in Spanien vorstellt und für den Buchhandel eine lang erstrebte Neueinrichtung ist. Die Schule soll der Allgemeinheit dienen und die Allgemeinheit wird gebeten, auch ihrerseits die Schule zu unterstützen. IDie Buchhand- lungsgehtlfcn sollen so gefördert werden, daß sie den Käufern in den Buchhandlungen besser als bisher an die Hand gehen und sie be lehren können, ivo der Käufer selbst im Zweifel bei Bucheinkäufen ist. Die eingeschriebene Schülerzahl betrug bis jetzt 75. Es werden jährlich zwei Lehrgänge abgehalten, vom 1. Februar bis 31. Mai,
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder