Tagelang Hausen wir allein im ein samen Hüttchen droben am Glacier de Leschaux dicht unter der Nord mauer der großen Wand. Wir haben es uns wohnlich gemacht, haben zu lesen und zu arbeiten, haben zu kochen und zu essen und schassen uns an faulen Tagen herrlich« Leib- und Magengenüsse, deren Höhepunkt die von mir erfundene, von Toni ge taufte und von uns beiden immer bis zum letzten Rest vertilgte „Le- schauxsuppe" ist. Einmal bin ich es, der hinunter- läuft nach Chamonix und Post und neues Futter holt, dann ist es Toni, der in die Welt hinabsteigt und diesmal ein gerupftes Hendl mit bringt, das er aus dem Rucksack zieht und mir triumphierend unter die Nase hält . . . Diese wunderbare, diese wuchtige, diese einmalige Wand ist unser Ziel! Aber tief, tief liegt der neue Schnee. Lau und bös faucht der Föhn vom Süden her. An die Wand können wir nicht und so turnen wir an den kantigen Granitquadern der Aiguille du Tacul in lustigem Klimmen empor zum aussichtsrechten Gipfel und stundenlang hängen nun unsere Blicke und unsere Wünsche unver wandt in der kratzigen Iorasses- wand, durchhecheln die strichgeraden Lawinenrinnen und steigen an den schwarzen Felsrippen hinaus und planen einen Weg zurecht. Aber der Wettergolt meint es nicht gut mit uns. Der große Sommer geht langsam dahin und die großen Pläne schrumpfen zu ganz kleinen Wünschen zusammen. Zwei Probeseiten aus dem Buch