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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.10.1937
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- 1937-10-28
- Erscheinungsdatum
- 28.10.1937
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- Deutsch
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Ausstellung »Musikschaffen und Musikpslege in Danzig« Im Nahmen der 17. Deutschkundlichen Woche in Danzig wurde am 21. Oktober im Stadtmuseum von Gauamtsleiter und Kultursenator Boeck die Ausstellung »Musikschaffen und Musikpslege in Danzig« er öffnet. Sie. zeigt die reichen Schätze au Denkmälern aus der Tauziger Musikgeschichte. Historische Musikinstrumente aus dem Besitz des Staat lichen Laudesmuseums und des Stadtmuseums, der Kirchen und Leih gaben aus Privatbcsitz lassen erkennen, das; Danzig in der Geschichte des deutschen Musikinstrumentenbaues eine bedeutende Stellung einge nommen hat. Das Musikschaffen in Danzig wird durch Handschriften, Urkunden und Drucke in Danzig tätig gewesener Komponisten, Musik erzieher und Musikschriftsteller dargestellt. Deutsche Musikausstellung in Holland Die Frankfurter Ausstellung »Schöpferisches Musikle ben der Gegenwart« wird gegenwärtig im Städtischen Museum im Haag gezeigt. Die Ausstellung, die einen umfassenden Überblick über die bedeutsamsten internationalen Musikschöpfungen der Gegen wart gibt, erfuhr eine Ergänzung durch Schaustücke, die auf das hol ländische Musikleben Bezug nehmen. Bayreuther Festspiele 1938 Aus Anlas; des hnndertfünfundzwanzigsten Geburtstages Richard Wagners werden im Sommer 1938 Bayreuther Festspiele stattfinden. In der Zeit vom 26. Juli bis zum 19. August finden zwei Zyklen des »Nibelungenringes«, fünf Aufführungen des »Parsifal« und sechs Aufführungen von »Tristan und Isolde« statt. Scheidt-Gedenkfeier in Halle Ans Anlas; des dreihundertfünfzigsten Geburtstages des deut schen Komponisten Samuel Scheidt, eines Zeitgenossen von Heinrich Schlitz, veranstaltet seine Vaterstadt Halle a. d. Saale am 14. No vember eine Gedenkfeier. Konrad Haebler achtzig Jahre alt »Als ich am 1. November 1879 den Dienst als Hilfsarbeiter an der Königlichen öffentlichen Bibliothek in Dresden antrat, hatte ich von Inkunabeln keine Ahnung« — so erzählt Haebler in seiner kleinen Schrift »Wie ich Jnkunabelforscher wurde«. (Beih. zum »Philobiblon«, 1932, H. 1.) Von diesem frühen, kaum noch vorstellbaren Ausgangspunkt der Ahnungslosigkeit zu der späteren, uns bekannten unumschränkten Meisterschaft auf diesem und manch anderem Gebiete des Buch- und Bibliothekwesens führt ein arbeitsreicher und fruchtbarer Lebensweg bis zu seinem achtzigsten Geburtstage (29. Oktober). Von Haus aus Historiker, der sich zu einem speziellen Arbeitsgebiet die spanische Wirtschaftsgeschichte im 16. Jahrhundert erwählt hatte, kam Haebler von hier zur Erforschung der deutschen Trucker des 15. und 16. Jahrhunderts in Spanien und verfaßte darüber im Jahre 1894 seinen ersten Beitrag zum »Zentralblatt für Bibliothekswesen«, zu dem er später noch so viel Wertvolles beigesteuert hat. Noch lange Zeit gingen nun historische Arbeiten neben buchkundlichen einher, bis er sich schließlich ganz der Wiegendruckforschung widmete, deren unbestrittener Führer er heute ist. So galt eine längere Studienreise nach Spanien und Portugal in den Jahren 1897—98 zwar noch immer in erster Linie der historischen Forschung, aber die zunächst nur so nebenbei betriebene Jnkunabelforschung war so reich an Ergebnissen und Aufgaben zugleich, daß sie von nun an ganz seine Arbeitsrichtung bestimmte. Ed entstanden jetzt die Anfänge seiner »MblioZrakia jberioa äsl sixlo XV« (1903 ff.) und seine »lipoArstta iberloa clsl siZlo XV« (1902 ff.), die zwanzig Jahre später in erweiterter und verbesserter Form als »Geschichte des spanischen Frühdruckes in Stammbäumen« neu erstand. Inzwischen hatte sich Haebler in Dresden an die Katalogisierung der umfangreichen Jn- kunabelbestände der Königlichen Bibliothek gemacht. Bei dieser Arbeit lernte Haebler aus eigener Erfahrung den Wert, aber auch zugleich die Grenzen der bisher vorhandenen Jnkunabelverzeichnisse und der diesen zugrunde liegenden Methoden kennen. Er machte es sich zur Aufgabe, die Mängel, wie sie auch der an sich bedeutende, damals gerade erschienene »Index« von Proctor anfwies, zu beseitigen. Proctor hatte seine Methode aus dem stets individuellen Begriff der Ähnlichkeit aufgebaut, Haebler seinerseits hob gerade die unterscheidenden Merkmale heraus, indem er alle Jnkunabeltypen an Hand des »M« analysierte und die charakteristi schen Züge jeder einzelnen Type aussonderte. Auf dieser Grundlage begann er sein zweifellos bekanntestes Werk, das »Typenrepertorium der Wiegendrucke« (1—5. 1905—24), anzulegen. Seine also gleichzeitig praktischen und methodischen Arbeiten zur Wiegendruckforschung fielen gerade in jene Zeit, da man, im Anschluß an Copingers »Supplement«, in bibliothekarischen Kreisen ein starkes Interesse für diese Fragen zeigte, sodaß, wie Haebler selbst berichtet, der Gedanke eines neuen zusammenfassenden Jnknnabelverzeichnisses in der Luft lag. Unter Althoff als Vertreter des Preußischen Kultusministe riums wurde 1904 eine Kommission für einen Weltkatalog der Wiegen drucke eingesetzt: Haebler wurde zum Vorsitzenden der Kommission und damit zum Vater des »Gesamtkataloges der Wiegendrucke« gemacht. Nach einem glücklicherweise bald beigclegten Zwischenfall, der das ganze Unternehmen vorübergehend in Frage stellte, begab sich die Kommission auf Reisen — das bedeutet aber in diesem Falle an die Arbeit. Das erste Kind der Kommission erblickte 1925 — also zwanzig Jahre nach ihrer Gründung — das Licht der wissenschaftlichen Welt, und Konrad Haebler kann diesen und die weiteren bisher erschienenen Bände des »Gesamtkataloges der Wiegendrucke« wahrhaftig mit »väterlichen Ge fühlen« und berechtigtem Vaterstolz betrachten. Tenn damit ist unter seiner kenntnisreichen Führung der Forschung ein Werkzeug von aller größter Bedeutung geschaffen, das weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus der deutschen Wissenschaft zum Ruhme gereicht und dessen gedeihliche Wetterführung wir alle wünschen. 1921 schied Haebler aus dem Amte, nachdem er über vierzig Jahre — zuletzt in Berlin — im bibliothekarischen Dienste tätig gewesen war, ohne damit in den »Ruhestand« zu treten, denn seine zahlreichen seither erschienenen Veröffentlichungen, auch aus den allerletzten Jahren, be weisen, daß sein Schaffensdrang noch immer rege ist. Zu seinem sechzigsten Geburtstage überreichten ihm namhafte deutsche und ausländische Gelehrte eine gehaltvolle Ehrengabe (er schienen 1919). Erich von Rath eröfsnete sie mit einer Zusammen stellung der Schriften Haeblers, die mit ihren 228 Nummern neben der Vielseitigkeit seines Forschungskreises den Gang seiner eingangs kurz skizzierten wissenschaftlichen Entwicklung aufzeigt. Um von den seither erschienenen größeren Arbeiten Haeblers nur einige der wesentlichsten hervorzuheben, sei hier erinnert an sein Werk über »Tie deutschen Buchdrucker des 15. Jahrhunderts im Auslande (1925), das eine Lücke innerhalb der Fachliteratur ausfüllte, indem es die Verdienste der deutschen Drucker des 15. Jahrhunderts um die Ver breitung ihrer Kunst im Auslande ins richtige Licht rückte. Und schon ein Jahr darauf veröffentlichte er sein aus der Praxis von Bibliotheks kursen heraus entstandenes, bekanntes »Handbuch der Jnkunabelkunde«, von dem 1933 eine englische Ausgabe erschienen ist. Von jeher hat Haebler, wie es sich auf Grund seiner Forschungsmethode ganz von selbst versteht, bei seinen Publikationen Wert auf bildliches Vergleichs material gelegt. So stellen auch seine großen Tafelwerke, »Der deutsche Wiegendruck in Originalbeispielen« (1922) und »Der italienische Wiegen druck in Originalbeispielen« (1927) umfangreiches Material zusammen, das die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Typenstammbänmcn veranschaulicht. An Konrad Haeblers achtzigstem Geburtstage grüßen alle, die dem Buch- und Bibliothekswesen nahestehen, in aufrichtiger Dankbarkeit ihren Meister, dessen Namen nicht nur in Deutschland, sondern in allen Kulturländern, in denen das Buch und seine Geschichte gepflegt wird, einen guten Klang hat. Ans diesem Anlaß hat sich auf einem Sondcr- gebiete seines Wirkens, der Bucheinbandforschung, eine Gruppe von Forschern zu seiner Ehrung zusammengefunden und überreicht ihm ein umfangreiches Sammelwerk von »Beiträgen zum Rollen- und Platten- einband im 16. Jahrhundert«, das, von Ilse Schnnke heransgcgeben, in derselben »Sammlung bibliothekswissenschaftlichcr Arbeiten« erscheint, die Haebler selbst lange Jahre hindurch betreut hat. Die in diesem Bande vereinigten Arbeiten knüpfen unmittelbar an das von Haebler vor nenn Jahren unter Mitwirkung von I. Schunke geschaffene wertvolle Verzeichnis »der Rollen- und Plattenstempel des 16. Jahrhunderts« an npd zeigen, wie man auf dieser Grundlage weiterbauen kann, um durch Einzeluntersuchungen innerhalb verschiedener landschaftlicher Gebiete zu einer umfassenden, gesamtdeutschen Einbandgeschichte zu gelangen. Auch auf diesem Sondergebictc der Buchkunde gehen also von Konrad Haebler wertvolle Anregungen aus. vr. H. Kunz e. 854
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