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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.03.1938
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1938-03-15
- Erscheinungsdatum
- 15.03.1938
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Wirkungen der Konjunkturänderungen und der geänderten Pro duktionspolitik der Verleger auf die Bibliotheksetats besprochen. Unter dem Thema »Auswertung der Konjunk turstat i st i k» führte Professor Menz eine Reihe von Kurvcn- bildern vor, die auf Grund der vom Börsenverein durchgeführ- ten Konjunkturbcrichtcrstattung entworfen worden sind. Das Zahlenmaterial über Produktion, Umsatz und Unkostenschichtung wurde aufgegliedert und in Beziehung zueinander gesetzt. Es zeigten sich charakteristische Abweichungen in der Entwicklung der einzelnen Sparten und der verschiedenen Betriebsgrößen. Wich tig sei es, so führte der Referent aus, daß die statistischen An gaben sinngemäß gelesen und verwendet würden. Durchschnitts zahlen ergeben nicht immer das richtige Bild, es müßten viel mehr Ergänzungszahlen, die den Verlauf besser aufhellen, heran- gezogcn werden. Wesentlich sei bei diesen Arbeiten die Auswahl repräsentativer Betriebe Auch dem einzelnen Betriebsführer habe die allgemeine Statistik etwas zu sagen. Sie kläre ihn zu nächst über die Gesamtlage auf, gebe ihm zum anderen aber auch Aufschluß in bezug auf seine eigene Betriebslage, woraus er Anregungen für seine Betriebsgestaltung erhalte. Informatorischen Charakter trug die Arbeit über das ^Z e i t u n g s w e s e n«. Vom Wesen und von der Aufgabe der Zeitung ausgehend, stellte der Referent die Zeitung als politi sches Führungsmittel heraus, wobei er besonders auf die Aus führungen über die Bedeutung der Presse für die Volkserziehung in Hitlers -Mein Kampf- verwies. Die öffentliche Ausgabe der Zeitung wurde deutlich durch das neue Schriftleitergesetz ge kennzeichnet. Folgerichtig sei daraus die Eingliederung der Presse und des Zeitungsgewerbes beim ständischen Aufbau in die Reichs- lulturkammcr zu erklären. Der geschichtliche überblick über die Entwicklung des Zeitungswesens stellte die verschiedenen Arten der Zeitung heraus. Schließlich folgte eine Darstellung der Her- stcllungsweise unter Berücksichtigung der Technik, und endlich eine Kennzeichnung der wirtschaftlichen Grundlage, wobei eine Aufgliederung der Kostenelemente vorgenommen wurde. Auch ergaben sich vielfältige Vcrgleichsmöglichkciten zu Buchher stellung und -Verlag. Als Ergebnis einer Originalforschung wurde ein Ausschnitt aus einer größeren Arbeit vorgetragen, die demnächst zur Pro motion eingereicht werden soll: »Die Zeitschriften der deutschen Schweiz von ihrem Entstehen bis zum Untergang der alten Eidgenossenschaft- (1 798). Der Hauptteil dieser Arbeit befaßt sich mit der Bibliographie der schweizerischen Zeitschriften. Der Referent ging bei seinen Darlegungen von der Begriffsbestimmung »Zeitschrift« aus, wo bei er Buch, Zeitschrift und Zeitung gcgenüberstellte. Die Zeit schriften, nach ihrem Wesen im einzelnen charakterisiert, wurden nach folgenden Gruppen eingetcilt: Politische, wissenschaftliche, unterhaltende, moralische und endlich literarische Zeitschriften. Die Aufzählung der Verlage, die an der Herstellung und Ver breitung dieser Zeitschriften beteiligt waren, bildete den Schluß. In allgemeine betriebswirtschaftliche Fragen führte die Be trachtung über die »Beziehungen zwischen Lager umschlag, Unkosten und Umsatz«. Nach einer Erläu terung der theoretischen Grundlagen des betrieblichen Wertum laufs wurden an Hand von Zahlen, die einer amerikanischen Sortimentsbuchhandlung entstammten, die Zusammenhänge zwi schen Lagerumschlag und Umsatz näher betrachtet. Der ermittelte Umschlagskoeffizient des Gesamtlagers wurde als Meßzahl für die Lagerumschlagsgeschwindigkeit der einzelnen Abteilungen des Unternehmens herausgestellt, um daraus die Maßnahmen für die Lagerpolitik abzuleiten. Der Grundgedanke des Verfassers könne, wie in der Diskussion festgestcllt wurde, auch auf deutsche Verhältnisse angewendet werden. Die vorgeschlagenen Mittel zur Erreichung der Umsatzmindestgrenze der einzelnen Abteilungen, nämlich Abschreibungen von den Endbeständen oder Minderung der Unkosten, seien aber nicht ausreichend. Die Meßzahl des Ge samtlagers dürfe nicht nur mit den unterdurchschnittlichen Ab teilungen, sondern müsse auch mit den überdurchschnittlichen in Beziehung gesetzt werden. Ausgangspunkt der Betrachtung müsse also der Bruttonutzen sein, der aus einem Ausgleich der günstig und ungünstig arbeitenden Abteilungen herrühre. Es sei außer dem notwendig, solche Rechnungen auf lange Zeiträume er strecken zu lassen, um konjunkturelle oder strukturelle Verände rungen mit erfassen zu können. Einen weiteren Einblick in den amerikanischen Buchhandel brachte die Besprechung des Vertriebsplanes eines amerikanischen Verlages für Bücher in Kassetten. Die Fragen nach Warcnhausbuchhandel, Ladenpreisschutz und Prä- miensystem kamen dabei zur Erörterung. Es wurde betont, daß der Kassettenabsatz wohl zum großen Teil eine kaufmännische Angelegenheit sei. Für Deutschland wären diese Pläne nichts absolut Neues, sic erinnerten vielmehr an gewisse Vorgänge, die wir erlebt, aber schon wieder überwunden hätten. Zu den speziellen betriebswirtschaftlichen Themen gehörte die Arbeit über die »Ko ste n d i f fe renzi erun g bei Aus - landssend ungc n«. Der Referent zeichnete zunächst die Ent wicklung des Postwesens auf, um Verständnis zu wecken für die internationalen Postverträge. Zu untersuchen war die prozen tuale Portobelastung für die vom Weltpostverein ausgestellten drei Gewichtsstufen bei Beförderung von Paketen. Es ergab sich, daß die zweite Gewichtsklasse nach allen Ländern die günstigste Portobelastung zeigte. In der Besprechung wurde auf die wei teren Möglichkeiten hingewiesen, Bücher ins Ausland zu ver senden, nämlich Spediteur, Bücherwagcn ulid schließlich Bar sortiment in London, das im besonderen der Verbreitung der Bücher nach dem Empire dient. Der Vergleich der Kosten dieser verschiedenen Wege könnte die Grundlage einer weiteren Unter suchung abgeben. Mit der Arbeit »Die b u ch h ä n d l e r i s ch e n Ver kehrswege in schematischer Darstellung« wurden an einer Reihe von graphischen Schaubildern die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten der Verkehrswege von Bestellung, Lieferung und Zahlung gezeigt. Die Aussprache gab Gelegenheit, die Vorteile und Nachteile solch anschaulicher graphischer Dar stellungen im allgemeinen zu erörtern. Ihr Wert liege vor allem darin, daß sic die Fehlerquellen des Irrtums, der Ver geßlichkeit und der Verwechselung ausschalten. Ihre Gefahr be stehe darin, daß man Nicht alles mit derselben Methode erfassen könne. Der Bearbeiter dürfe sich nicht sklavisch an die gewählte Darstellungsart halten, sondern müsse, wenn die Methode ver sage, sich jederzeit von ihr freimachen können. In das Rechnungswesen der Leistungsbetriebc führte die Arbeit »Betriebsabrechnung im Buchdruckgc- werbe«. Einleitend wurde zunächst die Situation ausgezeich net, in der sich das Buchdruckgewerbe vor l933 befand, bis end lich durch die »Ogra« eine gewisse Ordnung geschaffen wurde. Es folgte eine Analyse der Betriebskosten, die nach den Richt linien des Reichskuratoriums für Wirtschaftlichkeit aufgestellt wurde. Nach der Klassifizierung und Aufteilung der Kostenartcn wurde die Selbstkostencrrechnung erörtert. Der Sinn der ge nauen Kostenverteilung sei, die Grundlage für die Überwachung der einzelnen Abteilungen zu schaffen, da dadurch die Gegen überstellung der tatsächlichen Selbstkosten mit den errechnet«! Normalkosten ermöglicht würde. Die Addition der einzelnen Abteilungsgewinne bzw. Verluste muß den Betriebserfolg er geben. Am Schluß seiner Ausführungen betonte der Referent, daß der Zweck der Betriebsabrechnungen Steigerung der Leistung und der Wirtschaftlichkeit sei. In der Betriebsrechnung liege die Quelle zum Erfolg. In ein Nachbargebiet des Buchgewerbes führte der Bericht über eine frühere Diplomarbeit aus dem Seminar: »Die In dustrie der E i nb an d stof f e«. Die einzelnen Werkstossc wurden nach ihrer Herstellung und Verwendungsmöglichkeit charakterisiert. Eine Aufgliederung der Gesamtjahrcsproduktion der deutschen Bucherzeugung zeigte das wertmäßige Verhältnis, in dem die einzelnen Bucheinband-Werkstoffe für das Einbinden dieser Gesamtjahresproduktion Verwendung fanden. In der Dis kussion wurde erörtert, wie weit Handwerker und Künstler die Buchgestaltung beeinflussen können. Vor einem erweiterten Zuhörerkreis sprach das frühere Seminarmitglicd, Or. I. Schlemminger, über seine »Ein drücke von den Buchschauen ausder. Pariser Ausstellung«. Er gab zunächst einen Überblick über die ÄI 1 Nr. 62 Dienstag, den 15. März 1938
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