Gertrud Bäumer läßt ihrem schönen Buch über öie Kaiserin Adelheid heute ein Werk folgen, das in seinem großartigen Stoffe thematisch nicht weniger fesselnd ist wie jenes: Das Epos der Langobarden! 3n wunderbarer Schau entstand ein ungeheures Drama, in dem strahlendes Licht mit dunkelstem Schatten wechselt. Cs sind Nibelungenschicksale, an die uns die riesigen Gestalten, Könige und Königinnen und ihre Großen mit ihrem wilden Lebenswillen erinnern. 3n meisterhaften Szenen zeichnet Gertrud Bäumer die wenigen Gestalten, die dieses schicksalsreiche Drama spielen. Oie uralte Naliensehnsucht des deutschen Menschen, die in diesem Lango bardenreich ihre frühe Erfüllung findet, geht wie ein Leitmotiv durch öie deutsche Geschichte, ^ene Stunde auf dem Gipfel des Berges, da dem Langobardenkönig Alboin der Erzengel Michael erscheint im silbernen Harnisch und mit funkelndem Schwert über das Land hinweisend, mutet an wie ein rauschendes Kreszenöo in dieser Spmphonie von Leiden und Siegen, von höchster Machtfülle und schmählichster Bedeutungslosigkeit. Oie Verfasserin hat die Gestalten der Langobardenkönige und ihrer Krauen mit überragender dichterischer Gestaltungskraft und tiefer menschlicher Einsicht gezeichnet. Kein historischer Roman, sondern Geschichte, die wahr haft Dichtung geworden ist. Das Werk erscheint CnLe April l S Verlag K. Bruckmann KG., München 2 2246 Nr. SO Mittwoch, Len 20. April 1088