Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.01.1876
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1876-01-10
- Erscheinungsdatum
- 10.01.1876
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18760110
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-187601105
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-18760110
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1876
- Monat1876-01
- Tag1876-01-10
- Monat1876-01
- Jahr1876
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
8, 10. Hanuar. Nichtamtlicher Theil. 77 Bild, wie die „Deutsche Rundschau", die von vornherein als ein Unternehmen ersten Ranges austrat, als eine deutsche „Revns ckes >teux älonllos", der sie sich in innerer Anlage und äußerer Aus stattung anschloß, mit Blitzesschnelle auch in ihrem Erfolg ihrem Vorbild nacheiserte, wie ihr von allen Seiten eine erfreuliche Theil- nahme zuthcil geworden, so daß sic in der That bei ihrem ersten Geburtstag schon als eine „livvuv ckos ckenx blondes" im vollen Sinne des Worts dastcht, als eine Rundschau, die in beiden Hemi sphären weite Verbreitung findet, die selbst nach Honolulu, China und Hintcrindien ihren Weg gesunden hat. Ferner aber ist cs auch von nicht geringem Interesse zu sehen, wie in den verschiedenen Städten die Zahl der Abnehmer meist nicht im geringsten der der Einwohnerzahl entspricht, ja es frappirt uns z. B. zu finden, wie Städte, die einen Rus genießen wegen des regen Interesses für Kunst und Literatur, das in ihnen herrschen soll und in der That herrscht, weit zurückbleibcn in ihrem Entgegenkommen, das sie dem neuen Unternehmen gewähren, gegenüber Städten, deren gebildeten Be wohnern, vielleicht nnverdicntcrmaßcn, ein einseitiges Aufgchen im kaufmännischen Interesse nachgcsagt wird. Es wäre grundfalsch, daraus ohne Weiteres entsprechende Schlüsse ziehen zuwollen; cs kom men hier zu viel andere Ursachen mit ins Spiel, von denen nur das mehr oder weniger entwickelte Jonrnallcsezirkelsystem, dieansgebrei- teterc Existenz und Frequenz von Cafes und Lesehallen hier genannt sei; aber immerhin sei ein Beispiel heransgehoben: während Stutt gart, München, Dresden noch nicht je 100 Exemplare beziehen, hat Hamburg einen Bedarf von 275 und Frankfurta/M. von 218 Exem plaren. Ebenso überraschend ist das augenblickliche Verhältnis; vom Bcdars des Auslands gegenüber demjenigen des Deutschen Reichs. Verhältnißmäßig ist der letztere (ca. 6000) gegenüber dem erftercn (ca. 4000) zu gering. Ein solches Resultat wäre bei einem ent sprechenden französischen oder englische» Unternehmen nicht denkbar. Aber auch hier würde ein vorschneller Schluß das Unrechte treffen, da cinesthcils das wie in keinem anderen Lande ansgcbildete deut sche Journallcsczirkclsystcm den Privatbedars in, Jnlande bedeutend mindert, andcrntheils im Auslände die Deutschen in viel höherem Maße als andere Nationen allüberall mit Glück und Ersolg sich angesiedclt haben, so daß anznnehmen ist, der bei weitem größere Theil der ausländischen Abnehmer bestehe ans Deutschen. — Das Vcrzeichniß verthcilt nahezu 10,000 Exemplare ans 620 Städte. Unter denen des Deutschen Reichs steht natürlich Berlin durch die Höhe seines Bedarfs allen voraus. Und zwar ganz nn- verhältnißmäßig weit: cs bezieht 1158. Ihm folgen Breslau mit 286, Frankfurt mit 218, Leipzig mit 212, Cöln mit 145. Dies sind alle Städte, die mehr als 100 Exemplare beziehen. Zwischen 100 und 50 halten sich Stuttgart (95), Stettin (89), Dresden (88), Bremen (87), Königsberg (85), München (84), Bonn (79), Posen (69), Mannheim (62), Magdeburg (61), Danzig (54) und Mainz (52). — In Oesterreich-Ungarn ragen Wien mit 366, Buda-Pcst mit 166 hervor; Prag bezieht nur 47 und dagegen Graz 52. — In der Schweiz erhebt sich Zürich über 50, Basel und Bern haben beide mehr als 20; das französische Gens figurirt mit'7. — Daß die Weltstadt Paris nur 37 Exemplare braucht und außer den 6 sür Lyon, sofern mir nichts entgangen, kein weite res Exemplar die französische Grenze passirt, kann uns kaum Wun der nehmen. — Mächtig ist dagegen der Bedarf Rußlands. Vornan steht Petersburg mit 329, Moskau bezieht 275, Riga 212, Mitan 113, Odessa 75, Dorpat 66, Warschau 47, Reval 46 Exemplare. — Ncw-Uork hat den größten Bedarf nächst Berlin: 723, doch haben wir zu berücksichtigen, daß von dieser Anzahl viel in andere Staaten Amerikas wandert; sonst zeichnet sich Mil waukee mit 66 aus. — Für das große Interesse, das im Allgemei nen in England sür deutsche Literatur herrscht und bei den 80,000 Deutschen, die allein London bewohnen, müssen wir den Bedarf der Metropole, 135 Exemplare, etwas niedrig finden. Doch kommt hierbei in Betracht, daß jenes Interesse erstens ein einseitig wissen schaftliches ist, und zweitens, daß cs im englischen bücherkanscndcn Publicum ziemlich allgemeine Sitte ist, erst den Erfolg einer aus ländischen Erscheinung, die ihm fremd entgegentritt, vorsichtig abzn- warten, ehe man sich selbst mit ihr bekannt macht. Aus letzterem Grunde dürfte der Bedarf des ersten Jahres als wenig maßgebend sür den Erfolg im Allgemeinen gelten. — Von weiteren Städten des Auslandes sind noch Kopenhagen mit 93, Stockholm 58, Chri- stiania 29, Rotterdam 172, und Amsterdam mit 85 hervorzuheben; Rom aber begnügt sich mit 9, das ganze übrige Italien mit 63 Exemplaren. Das Gesammtrcsnltat, welches der Einblick in das Verzeichnis; uns liefert, ist sicher ein sehr befriedigendes zu nennen und gereicht sowohl dem Herausgeber wie den Verlegern, dem Sor timentsbuchhandel wie dem oft der Interesselosigkeit beschuldigten Publicum zur Ehre. Und wir sind wohl berechtigt, der „Deutschen Rundschau" zu ihrem ersten Geburtstag, als einem Unternehmen, das deutsche Wissenschaft und deutsches Schriststellerthnm in einer Weise bis jetzt vertreten, die selbst hohe Anforderungen befriedigte, eine dem schönen Anfang entsprechende gedeihliche Fortentwickelung zu wünschen. ck. ?. Die Hrn. SchotteLVoigt in Berlin offeriren die bei ihnen erscheinenden „Forstlichen Blätter", Jahrgang 1876, Preis 16 M. (netto 12 M.), den Privatpersonen bei Francoznsendnng der cinzelnenHeste für 13 M. 50 Ps.! — Dieselben haben also wohl den Debit durch den Buchhandel ansgegebcn? — Erwiderung. — Nur dem oberen königlichen Forst- personal ist ans Wunsch der Herausgeber ein ermäßigter Bezugspreis und zwar auch nur für das Jahr 1876, um dasselbe für die „Forstlichen Blätter" erst zu gewinnen, zngestandcn worden, und bin ich mit dieser Maßregel nur deshalb einverstanden gewesen, weil im Jahre 1875 von den Abonnenten im Buchhandel eine vcr- hältnißmäßig große Zahl abgesprnngen ist. Berlin, den 7. Januar 1876. Hugo Voigt. Ans dem Deutschen Reichs-Post-und Telegraphcn- wesen. — Nach einer Verfügung des kaiserl. General-Postmeisters vom 1. Jan. werden die nachfolgenden Bestimmungen des zu St. Petersburg abgeschlossenen internationalen Tclcgraphcn-Vertrages von jetzt ab auch auf den Telegraphcnvcrkchr innerhalb des Deut schen Reiches Anwendung finden. 1) Der Ausgeber eines Privat- tclcgrammcs kann die beschleunigte Beförderung erlange», wenn er das Wort: »Dringend- oder das Zeichen »v. vor die Adresse setzt und die dreifache Gebühr eines gewöhnlichen Tclcgrammcs von gleicher Länge für dieselbe Bcsördernngsstrccke hinterlegt. Das Telegramm wird dann vor den übrigen Privattelcgrammen be fördert. — 2) Die Adresse eines Tclegrqmmcs kann in einer verabredeten oder abgekürzten Formnicdcrgejchriebcn werden. Die Vergünstigung, sich ein Telegramm mit derartiger Adresse zu stellen zu lasse», ist von einer Vereinbarung zwischen dem Adressaten und dem Tclegraphenamt seines Wohnorts abhängig. Für die Hin terlegung einer ahgckürzten Adresse bei einem Tclegraphenamt ist eine Gebühr non 30 M. für das Kalenderjahr im voraus zu ent richten. Die Vergünstigung erlischt, falls die Verabredung nicht verlängert wird, mit dem Ablaufe des 31. Tccembcr des Jahres, in welchem die Gebühr entrichtet worden ist. — 3) Die größte Länge eines Wortes ist ans 15 Buchstaben nach dem Morse-Alphabct festgesetzt. Der Uebcrschuß, immer bis zu 15 Buchstaben, wird sür je ein Wort gezählt.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder