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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.05.1942
- Strukturtyp
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- 1942-05-21
- Erscheinungsdatum
- 21.05.1942
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Prof,. Dr. G. Menz Zur Wirtschaftslage Kriegsfmanzierimg — Nachwuchsfragen Reidisminister Funk hat in seiner letzten Rede in Klagen- furt weitere wichtige Mitteilungen zur Frage der Kriegsfinan zierung und insbesondere auch zu ihrer Auswirkung in die kommenden Friedensverhältnisse hinein gemacht. Dabei spielt u. a. eine Rolle die Ablösung der bisherigen Reichszuschüsse durch normalen Bankkredit, auf den die Rüstungsindustrie zum Ersatj verwiesen wird. Die Lage der Banken ist so, daß die Durchführung dieser Umstellung keine Schwierigkeiten erwarten läßt. Auf der anderen Seite ergibt sich für den Rüstungsetat des Reiches eine merkliche Entlastung, und davon gehen auch günstige Rückwirkungen auf das Problem der Kriegsfinanzierung aus. Die Frankfurter Zeitung schrieb in ihrer letzten Umschau am 4. Mai folgendes dazu: Solche Me thodenänderungen entspringen aber nicht etwa der Sorge der verantwortlichen Männer, daß das Reich nun bald die Grenze seiner Tragfähigkeit für Kriegsschulden erreicht habe. Im Gegenteil betonte Reichsminister Funk fast noch nachdrück licher als bei früheren Gelegenheiten, daß das Problem der Kriegsverschuldung sich nach siegreicher Beendigung des Krie ges in verhältnismäßig kurzer Zeit werde lösen lassen, da dann in großem Umfang mit billigen Arbeitskräften und Rohstoffen für die deutsche Wirtschaft zu rechnen sei und die Differenz zwischen den Kosten dieser Produktionselemente und dem höhe ren allgemeinen deutschen Preisstand zum Abbau der Kriegs schulden benutjt werden könne. Weil auf diese Weise die künf tige Einlösung heute auflaufender, in Geld- oder Anleiheform verkörperten Ansprüche auf Güterbezüge gesichert sei, sprach der Minister die eindrucksvolle Folgerung aus, daß durch die deutsche Art der Kriegsfinanzierung den breiten Schichten des schaffenden Volkes die einmalige Gelegenheit gegeben werde, sich die Zukunft auf weite Sicht materiell zu sichern und gün stig zu gestalten. Das ist so gemeint, daß nach dem Kriege zu dem laufenden Einkommen aus der Vollbeschäftigung noch die in der Kriegszeit gemachten Ersparnisse zur Hebung des Le bensstandards der arbeitenden Bevölkerung eingesetjt werden könnten, und so wird es von jedermann in Deutschland ver standen. In einem sehr bemerkenswerten und kennzeichnenden Kontrast dazu steht eine Bemerkung, die Präsident Roosevelt in seiner dieser Tage dem amerikanischen Kongreß zugestellten Botschaft über sein kriegswirtschaftliches Programm gemacht hat. Er sagte, die heute vorgenommene Anhäufung von Er sparnissen werde eine Art Versicherung gegen die Nachkriegs depression darstellen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den angelsächsischen Ländern wird niemand daran zweifeln, daß Deutschland nach einem gewonnenen Kriege keine Arbeits losigkeit und Depression kennen werde. Nichts vermag den zwi schen hüben und drüben bestehenden Unterschied in der Kraft und Fähigkeit zum schöpferischen Aufbau krasser zu beleuchten als die Verschiedenheit, mit der die wirtschaftlichen Möglich keiten der Nachkriegszeit auf der deutschen und auf der Ge genseite betrachtet werden. Die Sächsische Wirtschaft, das amtliche Organ der Wirt schaftskammer Sachsen, brachte kürzlich einen Aufsatj des Mi nisterialrats im Reichsarbeitsministerium, Dr. Walter Stets, über den beruflichen Ersa^ der schulentlassenen Jugendlichen, der nicht nur bei den Eltern der zum Einsatz kommenden Schulentlassenen, sondern auch bei der Wirtschaft besonderes Interesse verdient. Die darin mitgeteilten Zahlen belegen nicht nur den bereits bekannten Rückgang der Gesamtmenge der Schulentlassenen, sondern auch eine starke Steigerung von ge meldeten beruflichen Ausbildungsstellen, auf die im einzelnen einzugehen hier zu weit führen würde. Wichtiger sind einige Mitteilungen über den vom Reichsarbeitsminister aufgestellten Berufsnachwuchsplan für die Verteilung des Nachwuchses. Da bei spielt nicht nur die verfügbare Menge des Nachwuchses und ihr Verhältnis zu den Berufsausbildungsstellen eine Rolle, viel mehr wird die Eignung mit berücksichtigt sowie die Sicherung einer guten Ausbildung. Da Zwangsmaßnahmen nicht zur An wendung kommen sollen, ist eine umfassende Aufklärungstätig keit eingese^t. Als nachwuchsarme Berufe, die für die Jugend lichen, die Ostern 1943 aus der Schule entlassen werden, beson ders empfohlen werden können, sind folgende aufgeführt: Landwirtschaft und Forstwirtschaft, in denen besonders die neugeschaffenen Ausbildungsberufe des Landarbeiters und des Waldarbeiters zu nennen sind, Bergbau, Bauwirtschaft, die Be rufe der Steine und Erden, insbesondere der Steinme^, in der Metallwirtschaft besonders folgende Berufe: Former, Kessel schmied, Kupferschmied, Klempner, Gas- und Wasserinstalla teur, Schiffsbauer, die Berufe des Textil- und Bekleidungsge werbes, die Verkehrsberufe in Seeschiffahrt, Binnenschiffahrt, Reichsbahn und Reichspost, die kaufmännischen Berufe im Ein zel- und Großhandel, die Beamtenberufe und die Lehrerberufe. Für die Mädel werden besonders empfohlen alle Berufe in Landwirtschaft, Hauswirtschaft, im Textil- und Bekleidungs gewerbe, die erzieherischen, sozialen und pflegerischen Berufe. Neben den hier aufgeführten Berufsgruppen kommen auch je nach Lage des Bezirkes noch einzelne Berufe in Betracht, die zum Teil wegen ausgesprochener Überalterung oder aus ande ren Gründen besonderen Nachwuchsbedarf haben. Auch das Amt für Berufserziehung und Betriebsführung der Deutschen Arbeitsfront hat eine Berechnung der voraussichtlichen Ent wicklung des männlichen Berufsnachwuchses versucht. Geht man vom Jahre 1940 aus, für das die Zahl der männlichen Volksschulabgänge mit rund 489 000 ermittelt wurde, so ver läuft die Nachwuchskurve fast durchweg fallend, bis sie im Jahre 1947 mit 404 000 Schulentlassenen ihren tiefsten Stand erreicht. Dann se§t wieder eine Aufwärtsbewegung ein, die ziemlich steil in die Höhe führt. Als Ergebnis der Unter suchung kann festgestellt werden, daß 78,7 v. H. der 14- bis 15jährigen die Volksschule verlassen, um größtenteils in eine handwerkliche oder gewerbliche Lehre zu gehen. 6,1 v. H. er werben das Reifezeugnis einer Höheren Schule mit dem Ziele des akademischen Berufs, während der Rest von 15,2 v. H. von den mittleren und höheren Schulen hauptsächlich mit dem Ziel der mittleren und gehobenen Laufbahn in Verwaltung und Wirtschaft abgeht. Diese beiden letjten Gruppen sind ange sichts der künftigen Führungsaufgaben nicht zu stark. Daher kann für den handwerklichen und gewerblichen Nachwuchs eine höhere Quote nicht angese^t werden. Auf Grund der bisherigen Geburtenentwicklung besteht jedoch Aussicht, daß ab 1947 wie der mit stärkeren Nachwuchsziffern gerechnet werden kann. Der Buchhandel ist, wie man sieht, in diesen Aufstellungen nicht besonders aufgeführt. Auch er ist aber naturgemäß am Nachwuchsproblem aufs stärkste interessiert und wird sich be mühen müssen, seinen Ansprüchen Geltung zu verschaffen. Copyright in den Vereinigten Staaten von Nord amerika In der Zeitschrift „Le Droit d’Auteur“ vom 15. Februar 1942 wurde eine Abänderung des amerikanischen Urheber- rechtsgesetjes veröffentlicht, nach der 1. die Bedingungen für die Erlangung des Copyright unver ändert sind; 2. auch die Autoren und Verleger in Ländern, die sich mit den Vereinigten Staaten im Kriegszustand befinden, den Urheberschu^ erlangen können. Der Präsident der Vereinigten Staaten wurde ermächtigt, die Frist für die Erfüllung der im Gesetj vorgesehenen Förm lichkeiten zu verlängern, wenn deren Einhaltung unmöglich geworden ist. Voraussetzung ist, daß den amerikanischen Staatsbürgern in den anderen Ländern während der Unter brechung der Verbindung mit dem Urheberrechtsamt in Wa shington der Schutz ihres geistigen Eigentums gewährleistet ist. 102 Nr. 107/108, Donnerstag, den 21. Mai 1942
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