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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.06.1938
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- 1938-06-16
- Erscheinungsdatum
- 16.06.1938
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Neichsarbeitstagung Druck und Papier in Leipzig vom 10. bis 12. Juni 1938 Die eindrucksvolle Tagung, an der neben den vielen Leip ziger Fachgenossen aller Sparten rund 12 800 auswärtige Gäste teilnahmen, hat am Sonntag ihren Abschluß gefunden. In diesen Tagen fleißiger Arbeit hat ein reger Gedankenaustausch auf allen in Frage kommenden Gebieten stattgefunden, neue An regungen wurden gegeben und neue Kräfte für den weiteren Ausbau der nächsten Zeit bereitgestellt. Als Einleitung zu der Reichsarbeitstagung wurde im Betriebe der Firma Oscar Brandstetter in Leipzig ein Betriebsappell abgehal ten. Nach Begrüßung der Ehrengäste und der angetretenen Ge folgschaft durch den Betriebsführer und einem Kernspruch der Werkschar sprach der Fachamtsleiter Pg. Ebenböck kurz zur Gefolgschaft. Seine Worte waren nicht nur für den einen Betrieb Brandstetter, sondern darüber hinaus an alle deutschen Betriebe gerichtet, die durch das Fachamt Druck und Papier betreut wer den. Am Anfang jeder Arbeit stehe die Betriebsgemeinschast, aus ihr holen wir uns Kraft, um für die Betriebsgemeinschast arbei ten zu können. Nach dieser einleitenden Feier versammelten sich fast 2000 Betriebssichrer und Betriebsobleute aus dem ganzen Reiche im Großen Saale des Leipziger Zoo, um an der großen Erösf- nnngskundgebung teilzunehmen. Erstmalig waren auch Vertreter aus der Ostmark und Danzig zugegen. Nach der Be grüßung durch den Gaufachamtswaltcr Pg. Henke ergriff der Obmann der Deutschen Arbeitsfront Gau Sachsen, Pg. Peitsch das Wort, um die Grüße des Gauleiters Mutschmann zu über mitteln und auf die Eigenschaft Sachsens als Werkstatt des Deut schen Reiches hinzuweisen, das mit 28 Prozent am deutschen Ex port beteiligt ist. Dann kam er aus die mit einer solchen Arbeits intensität verbundenen Sorgen zu sprechen. Sorglose Menschen sind meist auch jedem Idealismus abhold. Idealismus ist aber die größte Realität im Arbeitsleben. Dann begrüßte der Leiter des Fachamtes Druck und Papier Pg. Ebenböck die Gäste und betonte mit Stolz, daß im Saale fünf goldene Fahnen, Dokumente eines unbändigen Leistungs- ' willens, zu sehen seien. Die Reichsarbeitstagung kenne keinen Selbstzweck, sondern habe dem Fortschritt der Arbeit zu dienen. Dazu gehört absolute Kameradschaft bis in den kleinsten Betrieb hinein. Nur so kann und wird die Arbeitstagung eine Sym phonie der Arbeit sein und befruchtend auf die Leistungen der einzelnen wirken. Nun kam der Hauptredner der Kundgebung zu Worte. Reichshauptstellenleiter Pg. Textor sprach über »Das Verhältnis des deutschen schaffenden Menschen zu seiner Arbeit-. Es gibt keine internationalen Arbeitsmethoden, jedes Volk hat seinen eigenen Arbeitsrhythmus und der deutsche schaffende Mensch sucht in seiner Arbeit nicht nur den Brot erwerb, sondern vor allem auch innere Befriedigung. Ein ungern ausgesülltcr Arbeitsplatz kann aber niemals Befriedigung ver mitteln. Die Technik soll schaffende Menschen nicht unterjochen, sondern leistungsfähige Menschen für wichtigere Ausgaben frei machen. Und weil der deutsche Mensch für alles, was er tut, die Verantwortung übernimmt, muß er leistungs- und konkur renzfähig erhalten werden. Wie in Deutschland der politische Ge danke über Jahrhunderte geht, so muß die gleiche Denkart auf dem Gebiete der Arbeit und damit der Bolksgesundheit Platz greifen. Es ist undenkbar, ein Mißverhältnis zwischen politischen Absichten und der vorhandenen Volkskraft zu dulden. Wie jeder Mensch und jedes Volk, so bedarf auch jeder Be- rufsstand eines geistigen und örtlichen Mittelpunktes. Was dem Griechen Olympia bedeutete, was Rom für den Künstler, Nürn berg für den Nationalsozialisten, Bayreuth für den Wagner freund ist, das ist Leipzig für die Männer und Frauen von Druck und Papier. Ihre Tagungen haben den Zweck, diese Tat sache aus einer verstandesmäßigen Einsicht zu einem inneren Erlebnis werden zu lassen. Dazu bedarf es eines Höhepunktes und diesen fand die Leipziger Tagung in der Großkund gebung, die am Sonnabend nachmittag in der Halle 7 der Technischen Messe stattfand. Hier hat der Führer in der Kampf zeit und seitdem immer wieder zu den Leipzigern gesprochen. Der Einbau der Tribünen ist auf seine Anregung erfolgt. Die Beziehung zu dem mächtigen Mahnmal der Völkerschlacht, das im Hintergründe aufragt, gibt ihm seine Weihe. Es ist ein Zweckbau, den rote Bespannung und goldene Lorbeerguirlanden festlich schmücken. Zu den Ehrengästen zählen Kreisleiter Wett engel, Oberbürgermeister Dönicke und andere. Gaufachabtei lungswalter Henke bekräftigt in seinen Begrüßungsworten den Willen der maßgeblichen Stellen, die führende Stellung Leipzigs in Buchgewerbe zu erhalten und auszubauen. Fachamtsleiter Ebenböck gedenkt der Opfer des Weltkrieges und der Blut zeugen der Bewegung. Lang ist die Reihe der Namen, die er ver liest, während die Weise vom guten Kameraden ertönt und die Fahnen sich senken. Dann gibt er den Leistungsbericht des Fachamtes, der hinter den nüchternen Zahlenreihen einen erfreulichen Aufschwung auf organisatorischem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet deutlich macht. Die Pflege des deutschen Buches erfährt planvolle Förderung, die Berufserziehung des Nachwuchses macht gute Fortschritte. Vielerlei ist in Angriff ge nommen, was sich erst in Zukunft segensreich auswirken wird. Über allem aber steht die einheitliche weltanschauliche Ausrich tung, die allein Gewähr dafür leistet, daß der Berussstand die Ausgaben meistert, die ihm die Staatssührung zuweist. Dann sprach an Stelle des verhinderten Reichsorganisa- tionsleiters vr. Ley sein engster Mitarbeiter Hauptdienstleiter Staatsrat Schmeer. Seine Ausführungen waren ein einziger Appell, durch restlosen Einsatz die Folgen einer vergangenen politischen Fehlleitung überwinden zu helfen. Die Erziehungs ausgabe der Deutschen Arbeitsfront will den Menschen nicht überreden, sondern überzeugen. Nicht populäre, sondern richtige Maßnahmen bauen eine zerstörte Welt auf. Unsere Generation hat die Pflicht, die ewigen Fundamente für den Neubau des Reiches zu legen und die Tragik der deutschen Geschichte zu be seitigen. Das waren die Leitgedanken seiner tiefschürfenden An sprache, die sachliche und politische Entschiedenheit mit mensch lichem Verständnis für die Besonderheiten des Papier- und Druckgewerbes verband und deshalb so hohe Beachtung verdient. Etwa 16 000 Kundgebungsteilnehmer folgten den Ausführungen mit großem Verständnis. In der Zwischenzeit und auch am folgenden Tage fan den eine große Anzahl Sondertagungen der verschie denen Sparten in zahlreichen Leipziger Sälen statt, auf denen führende Männer des Gewerbes über die einzelnen Sach gebiete sprachen. Die Tagung hatte diesmal eine besondere Be deutung erhalten, weil erstmalig die angeschlossene Fachgruppe Papier mit ihren vielen Sondergebieten, wie Papiererzeugung, Papierveredelung, Papierwaren usw. mit zugegen war. Bei der Fülle des Gebotenen — es wurden oft drei bis fünf Vorträge in einer Sondertagung gehalten — ist es natürlich unmöglich, auf Einzelheiten einzugehen. Die zweite Reichsarbeitstagung Druck und Papier, Leipzig 1938, fand am Sonntag mit einer Gemeinschaftstagung der Be triebsführer, die von den Wirtschaftsgruppen Papier-, Pappen-, Zellstoff- und Holzstofserzeugung sowie Druck und Papierver arbeitung und dem Reichsinnungsverband des Buchbinderhand werks durchgeführt wurde, ihren Abschluß. Der Leiter der Wirt schaftsgruppe Druck und Papierverarbeitung, vr. Seeliger, konnte am Beginn feststellen, daß die Reichsarbeitstagung ein Erfolg sondergleichen gewesen ist. Nach dem Leiter der Wirtschaftsgruppe Papier-, Pappen-, Zellstoff- und Holzstofferzeugung, Bracht, Berlin, und dem stellvertretenden Reichsinnungsmeister des deutschen Buchbinderhandwerks, Schulz, die beide ihre Befriedigung über den Verlauf der Tagung aussprachen und grundsätzliche Ausführungen machten, er griff Hauptamtsleiter Claus Selzner das Wort. Einlei tend gab er seiner Freude darüber Ausdruck, daß diese Ver- Nr. 137 Donnerstag, den 16. Juni 1938 487
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