Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.06.1938
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1938-06-28
- Erscheinungsdatum
- 28.06.1938
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19380628
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-193806284
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19380628
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1938
- Monat1938-06
- Tag1938-06-28
- Monat1938-06
- Jahr1938
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Dr. Goebbels über die kulturelle Mission des Verlegers Als Reichsminister Dr. Goebbels nunmehr an das Redner pult trat, begrüßte ihn noch einmal der herzliche Beifall des gan zen Hauses, der sich erst legte, als 2r. Goebbels mit seiner großen, nachstehenden Rede begann: Meine Damen und Herren! In dem Bestreben, dem Frieden zu dienen und einer wahren Verständigung die Wege zu ebnen, vereinigen sich die besten Kräfte aller Völker. Viele Anstrengungen in dieser Richtung sind aller dings nicht von dem erhofften Erfolg gekrönt worden, weil sie nicht ausgingen von der Kenntnis der wahren Lebensgrundlagen und Bedingungen, denen die Völker der Erde unterworfen sind. Wirklicher Frieden resultiert immer nur aus der Erkenntnis der wechselseitigen Beziehungen der Völker untereinander und der Anerkennung ihrer besonderen und berechtigten Forderungen nach Lebensraum und Entfaltung auf Grund ihrer besonderen Art und ihres eigenen Wertes. Sie kommen eben von einem Kongreß, in dessen Mittelpunkt die Bemühungen um eines der hervorragendsten Mittel standen, die Völker einander näherzubringen, einander erkennen zu lehren in ihrer durch Geschichte und Vorsehung gegebenen Verschieden heit und damit die Voraussetzungen zu schaffen für die Respektie rung der jeweiligen Lebensrcchte. Das Buch ist in Wahrheit die wirksamste Waffe des Friedens. Es vermittelt uns nicht nur die Leistungen der großen Denker und geistigen Führer unter den Völkern, die die Wegbereiter der kultu rellen Entwicklung sind, es ist auch ein wesentliches Mittel, mit dem die Völker einander innerlich begegnen und sich in ihren viel fältigen Verschiedenheiten erkennen lernen. Die Völker führen ihre Gespräche untereinander durch das Buch, das eine aus viele Generationen hinaus wirkende Kraft in sich trägt. Überblickt man das reich gegliederte Programm Ihrer Ar beitssitzungen, so tritt einem in der großen Fülle der Problem stellungen das Bild der innigsten Verknüpfung mit allen wirt schaftlichen und kulturpolitischen Arbeitsbereichen eines Volkes entgegen, das Arbeit und Schaffen eines Verlegers auszeichnet. Ihre Unterhaltungen und Besprechungen, die sich mit der Frage des Urheberrechtes, der Übersetzungen, des Buchhandels, des Musikschrifttums u. a. beschäftigen, haben die Vielfältigkeit der verlegerischen Arbeiten in den einzelnen Ländern dargelegt, und sie haben uns ein ebenso eindrucksvolles Bild der mannig faltigen buchhändlerischen Arbeiten in den einzelnen Völkern ver mittelt. Aber neben all diesen Verschiedenheiten und der Vielfalt der Arbeitsbedingungen und -Möglichkeiten steht doch immer wie der die gemeinsame Aufgabe im Vordergrund der Bemühungen, dem Buch als dem geistigen Sendboten der Völker die Wege zu ebnen, damit es an möglichst breite Leserschichten heran - kommtund so vielfältige Frucht tragen kann. Das Bewußtsein, Mittler des Austausches der geistigen Güter der Völker untereinander zu sein, verbindet Sie in Ihrer Arbeit über alle Grenzen hinweg und weist Ihnen im Dienste der Ent wicklung und Befriedung der Völker der Erde einen hervor ragenden Platz zu. So unerläßlich wichtig die Beschäftigung mit den Fragen des Schutzes, des Vertriebes und der wirtschaftlichen Gestaltung des Buches ist, da ja erst von der Ordnung dieser Fragengebiete her das Buch seinen weiteren Aufgaben zugeführt werden kann, seine hervorragende berufliche Bedeutung bekommt der am Buch schaf fende Mensch jedoch durch die Gewalt des Geistes, der sich des Buches als Träger bedient und durch Generationen hindurch die Völker in ihrem Ringen um die höchsten Güter des Lebens mit einander verbindet. Tiefer als jeder andere Beruf greift der Verleger mit seiner Arbeit in das geistige Gefüge seines Volkes ein, ihm ist in Wahr heit ein hohes Amt verliehen. Er ist es ja, der darüber entscheidet, was veröffentlicht wird, d. h. also, was aus dem Fühlen und Den ken eines Menschen über die gedruckte Schrift in das Fühlen und Denken anderer Menschen übergeht. Das ist aber auch zugleich dasselbe, was an Geistesgut an die nachfolgenden Generationen überhaupt weitergegeben wird. Damit trägt der Verleger in erster Linie einmal vor seinem eigenen Volk eine ungewöhnlich hohe menschliche, moralische und Politische Verantwortung, da in seiner Hand die Auswahl dessen liegt, was von der geistigen Gesamtleistung eines Volkes nun wirk lich an das Tageslicht kommt. Seine Verantwortung im Bereich seines Volkes ist dabei eine zweifache: Einmal ist sie gegeben gegen über dem Autor, dem er mit dem Weg in die Öffentlichkeit nicht nur eine Verdienstmöglichkeit zukommen läßt, sondern der durch seinen Verleger auch innerlich und äußerlich in die Lage versetzt wird, weitere Arbeit zu leisten; und nicht minder groß ist die Ver antwortung gegenüber dem Leser, dem die Arbeit des Verlegers eine entscheidende Hilfe bei der Gestaltung seines seelischen, beruf lichen und geistigen Lebens ist. Das nationalsozialistische Deutschland hat von allem Anfang an diese hohe berufliche Verantwortung des Verlegers als eine Funktion geistiger Sclbstgestaltung des Volkes anerkannt. Aus gehend von der Selbstvcrantwortung jedes Deutschen seinem Volke gegenüber, hat es dem Verlag seine Freiheit nicht nur nicht be schränkt, sondern sie verstärkt. Einmal gab ihm der National sozialismus einen politischen und ständischen Rückhalt in seiner Berufskammer und im Staat; zum anderen hat er ihn durch die allgemeine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse vom Druck des Konjunkturschrifttums befreit und ihm dadurch die Möglich keit verliehen, sich mit aller Kraft und Verantwortung seiner eigentlichsten Bestimmung, der Förderung des wertvollen Geistes gutes, zu widmen. So wie der Nationalsozialismus das Eigentum anerkennt und es zur Pfleglichen Nutzung für das Wohl des gesamten Volkes dem Eigentümer frei überantwortet, so überantwortet er auchdemBerlegerdiePflegedesgeistigenGutes im Schrifttum mit der Verpflichtung, es im Sinne des Volkswohles zu nutzen. Die Verantwortung des Verlegers ist aber nicht nur seinem eigenen Volke gegenüber gegeben, ihm erwächst eine nicht minder große gegenüber den anderen Völkern, da ja er in erster Linie darüber bestimmt, welche geistigen Wort- sührerdieserVölkerseinemBolkebekanntwer- den. Wir haben in Deutschland in der letzten Zeit mehrmals die Welt eindringlich auf die große Gefahr aufmerksam machen müs sen, die auf eine unsachliche Presseberichterstattung zurückgeht. Nicht minder gefährlich für den Frieden der Völker als dieser Mißbrauch mit der öffentlichen Meinung ist der Mißbrauch der Mittlertätigkeit des Verlegers unter den Völkern zur Verzeich nung und Verzerrung des geistigen Gesichtes eines anderen Vol kes, zur Verfälschung seiner wahren politischen Absichten. Ich habe einmal das Buch »ein Schwert des Geistes« ge nannt und damit der Sendung des Buches Ausdruck verleihen wollen, vornehmste Waffe zu sein im friedlichen Wettbewerb der Völker und in der friedlichen Durchsetzung berechtigter Lebens ansprüche. In diesem Sinne möge es auch in den Dienst der Völkerverständigung treten und uns allen ein Helfer sein bei der Überwindung der Not der Zeit. Verstehen unter den Völkern setzt das Wissen des einen vom anderen voraus, das Wissen von seiner Daseinsgrundlage, seinen politischen Notwendigkeiten und Sorgen. Wenn aber das Buch als eine Waffe des Friedens seiner hohen Aufgabe dienen soll, dann muß diese Waffe vor allem rein und makellos gehalten werden. Wir alle müssen uns Vereinen in dem Bestreben, zu verhindern, daß mit dieser herrlichen Gabe des menschlichen Geistes anstatt ehrlicher Anerkennung und Achtung der Leistung anderer Haß und Verleumdung verbreitet wird. Wer das Schrifttum als den geistigen Spiegel der Völker reinhält, dient mit seiner Arbeit dem Frieden und der Entwicklung der Völker mehr als viele Konferenzen, die sich oft fast ausschließlich damit beschäftigen müssen, durch unsachliche und gehässige oder wahr heitswidrige Darstellungen hervorgerufene Mißverständnisse unter den Völkern wieder zu beseitigen. Diesem Bestreben, die Arbeit des Verlegers in den Dienst der Bemühungen um den Frieden der Völker zu stellen, diente auch Nr. 147 DtenStag, den 28. Juni 1938 519
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder