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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.06.1906
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- 1906-06-30
- Erscheinungsdatum
- 30.06.1906
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- Deutsch
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Einfluß der Güte, des aufrichtigen Wohlwollens, der Frei gebigkeit und Bescheidenheit, die hervorstechende Charakter eigenschaften Theodor Franckens waren. Bei allem, was der Heimgegangene tat, lag ihm jede Ruhmredigkeit fern; auf Anerkennung und Dank der Außenwelt schien er nicht zu rechnen. Und doch hat Theodor Francken einen bedeutenden Fortschritt auf der ganzen Weite seines Arbeitsfeldes er reicht. Will man die von ihm geäußerte Energie würdigen, so darf man nicht übersehen, daß er sich nicht aus eine zuverlässige körperliche Gesundheit stützen durfte. Er pflegte von Zeit zu Zeit einige Monats im Süden zu weilen, um einem hartnäckigen Halsübel zu begegnen. Nachdem er vor kurzem erst von einer zu diesem Zweck mit bestem Erfolg unternommenen Reise zurückgekehrt war, befiel ihn plötzlich ein akutes Leiden, das ihn im besten Mannesalter nach wenigen Tagen hinwegraffte. Namenlos ist der Schmerz seiner Gattin und seiner Kinder, die mit großer Liebe an ihm hingen, tief schmerzlich aber auch für weite Kreise der plötzliche Verlust eines so treuen Freundes, tatkräf tigen Mannes und vornehmen Charakters, wie Theodor Francken war. Fidus. In einer Zeit wie der jetzigen, in der die Kunst der Malerei ihr Hauptaugenmerk auf die Wiedergabe der Ton werte zu richten scheint und ein bis aufs äußerste gesteigertes Farbengefühl in den raffiniertesten Reizen der Farbe schwelgt, steht ein so ausgesprochener Formenkünstler wie Fidus (H. Höppener) wie ein Einsamer da, ein Fremdling, der heutigen Generation gegenüber. Und doch, wenn wir diese eigengeartete Künstlerpersönlichkeit genauer betrachten, werden wir finden, daß auch Fidus ein Kind seiner Zeit ist, daß auch er als ein folgerichtiges Glied in der Kette der mannig faltigen Erscheinungen, wie sie die jetzige Kunstbewegung ge zeitigt hat, anzusehen ist. Denn eben jener moderne Zug der Malerei, der sich in der rein äußerlichen Wiedergabe der Erscheinung gar nicht genug tun kann, mußte anderseits eine Gegenbewegung erzeugen, die das Formale in den Vorder grund rückte. Zu Vertretern dieser Richtung gehört Fidus Er ist nicht minder durchdrungen von der Erhabenheit der Natur und der Bedeutung auch der unscheinbarsten Er scheinung in ihr, als der, der es als seine ausschließliche Aufgabe betrachtet, nur einen Ausschnitt aus der Natur zu geben. So wird seine Naturbetrachtung Andacht, sein Schauen Gottesdienst, er selbst ein Priester der Schönheit. Die Intensität seines Naturgefühls führt ihn dazu, sich als Realist zu bezeichnen, während doch die Größe seiner An schauung ihn zum reinsten Ideal erhebt. Sein Schaffens drang, seine Vorstellungskraft lassen ihn über die Pflanzen- und Tierwelt, über das Gebiet der menschlichen Gestalt hinausgehen, und so entstehen seine kühnen und phantasti schen Tempelbauten. Freilich bislang nur auf dem Papier. Auch ihm sind herbe Enttäuschungen nicht erspart geblieben; denn die Absicht, die ein Schweizer Kunstfreund vor etwa sechs Jahren gehabt hat, dem Künstler die Mittel zur Verfügung zu stellen, um seine schönen Tempelgebilde aus der Phantasie zur Wirklichkeit zu führen, gelangte nicht zur Tat. Leider! Denn diese architektonischen Entwürfe sind keineswegs müßige Spielereien, sondern das Streben nach einer großzügigen Monumentalkunst, die alle Cinzel- künste in sich schließt. Es hat ganz den Anschein, als ob Fidus Zeichner sein und bleiben soll, denn auch in der zurzeit bei Mittentzwey- Windsch in Leipzig veranstalteten Ausstellung seiner Werke nehmen die Malereien den Zeichnungen gegenüber nur einen kleinen Raum ein. Dies Verhältnis in der Art seiner Schöpfungen wird erklärlich, wenn man sich vergegen wärtigt, daß der Künstler eine entschiedene Abneigung gegen das Bildermalen ohne Bestimmung hegt. So ist denn Fidus genötigt, überwiegend zum Stift zu greifen, um seine Vor stellungswelt zu versinnlichen, und so sehen wir ihn hier in seiner bisherigen vernehmlichsten Tätigkeit als Buch- künstler, als einen, der nicht bloß die Gabe hat, ein Buch außen und innen zu schmücken, sondern der auch als Bildner dem geistigen Gehalt des Buches Ausdruck zu geben weiß. Bewundernswert ist in diesen schlichten Bleistift-, Feder oder Tuschzeichnungen die Schönheit der Formensprache. In seinen Gestalten offenbart sich ein seelisches Ausdrucksver mögen, über das nicht viele verfügen, und seine zarten Linien weisen häufig einen Stimmungsgehalt auf, der in seiner Art ganz vereinzelt dasteht. So gibt uns das Schaffen dieses Künstlers die Überzeugung, daß, wer mit so wenigem so viel zu sagen weiß, nur ein Großer sein kann. Ernst Kiesling. Neuigkeiten des russischen Büchermarkts. (Mitgeteilt von W. Henckel.) (Vergl. Nr. 11, 13, 48. 49, 87, 88 d. Bl.) (Schluß aus Nr. 148 d. Bl.) (P. f. -- Preis fehlt.) Nachrichten der Abteilung für russische Sprache und Literatur der k. Akademie der Wissenschaften. Vd. X. Lsg. 4. Mit 5 Tabellen und 4 Karten. 1 R. 50 K. — von der kaukasischen Seidenzüchterstation. Bd. VI. Lsg. 4. Maßregeln zur Entwicklung der Seidenzucht im Auslande und in Rußland. Bd. VII. Lsg. 2 u. 3. Bericht über die Tätigkeit der Instruktoren der kaukasischen Seidenzüchterstation im Jahre 1904. Lsg. 5. Praktische Wirtschaft der kaukasischen Seiden züchterstation. Lsg. 11. Register der Aufsätze, die in den ersten zwölf Bänden der »Arbeiten- und in den ersten sechs Bänden der -Nachrichten- der kaukasischen Seidenzüchterstation ent halten sind. Lsg. 12. Alphabetisches Verzeichnis der Bibliothek zum 1. Juni 1905. P. s. — der physiko-mathemattschen Gesellschaft bei der kaiserl. Kasa- nischen Universität. 2. Serie. Bd. XV. Nr. 2. P. f. Nachschlagebuch. Das ganze südwestliche Land für das Jahr 1906. Herausgeg. von N. Strutz. 3 R. Nesnamow, A., Aus den Erfahrungen des russisch-japanischen Krieges. (Bemerkungen eines Generalstabs-Offiziers.) 1 R. Nowizkij, W., Strategische Skizze der Angriffsbewegung der 2. Mandschurischen Armee im Januar 1905. 1 R. Orzeszkowa, Elise, gesammelte Werke. Bd. I. Aus dem Polnischen übersetzt von S. Selinskij. Bd. I. Am Njemen. 1. TI. 75 K. Ostrogorskij, M., Lehrbuch der russischen Geschichte. Mit Abbildgn., Karten, Tabellen und Fragen zum Repetieren. 11. Ausl. 75 K. Papadimitriu, S., Theodor Prodrom. Eine historisch-literarische Untersuchung. P. f. Pashitnow, K., Die Lage der Arbeiterklasse in Rußland. 1 R. Pawlow, A., Die Stadtschule. 3. Ti. Russische Chrestomathie. .17. Ausl. 75 K. Bd. IV. 8. Ausl. 75 K. Peschechonow, A-, Der Landbedarf des Dorfes und die fundamen talen Aufgaben der Agrarreform. 3. Ausl. 60 K. Pestei, P., Das russische Recht. Instruktion für die provisorische, souveräne Regierung. 1 R. Pichno, D., Unter der Belagerung. Politische Abhandlungen. 1 R. 50 K. Pjetuchow, E., Die kaiserlich Jurjewsche, früher Dörptsche Uni versität in der letzten Periode ihrer hundertjährigen Existenz (1865-1902). Eine historische Skizze. 1 R. 50 K. Pokrowskij, M., Skizzen zur vergleichenden Literaturgeschichte. Lsg. 1. Der Roman von Dido und Aeneas in Virgils Aeneide, und seine römischen Nachahmer. 60 K. Polotjebnow, A., Handbuch zum sukzessiven erklärenden Lesen der Evangelien, mit einer allgemeinen Einleitung in die Bücher des Neuen Testaments und einer besondern Beilage: Über sicht einer vergleichenden Lektüre der vier Evangelien. 1. Buch. Evangelium Matthäi. 1 R.
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