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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.10.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-10-20
- Erscheinungsdatum
- 20.10.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
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Redaktioneller Teil. ^ 244, 20. Oktober 1914. mit dem Schmerz einer einzigen Frau oder Mutter in dieser Zeit, sei es bei Freund oder Feind! Wie Ilein aber ist auch das, was wir hier zu wirken versuchten, gemessen an der Frage unserer ge samten nationale» Existenz, um die es sich jetzt siir uns handelt! Daran lassen Sie uns alle recht eindringiich denken, wenn uns einmal wehmütige Empfindungen beschleichen wollen. Aber auch daran lassen Sie uns »st und gern denken, wie vieles von dem, was unsere Welt-Kulturausstcllung gewollt und erstrebt hat, doch schließlich verwirklicht worden ist und nun als unverlierbarer Besitz der Allgemeinheit gehört. Und wenn jetzt draußen auf blutigem Feld ein Stück Weltgeschichte gemacht wird, so dürfen wir trotz allem mit freudigen, Stolz behaupten, daß wir hier drinnen ein Stück Kulturgeschichte geschaffen haben, dessen Wert und Wesen gleichfalls nicht so bald vergehen werden. Aus vollem Herzen wiederholen wir daher heute am Schluffe unserer Ausstellung den Dank, dem wir zur Eröffnung schon auf richtigen Ausdruck verliehen haben, an Seine Majestät den König und das Königliche Haus, an die Hohen Reichs- und Staatsbehörden, an die Ständckammcrn und unsere Städtischen Kollegien, an unseren unermüdlichen Herrn Staatskommiffar und den Kommissar der Stadt Leipzig, an die Behörden und Kommissare der srem- bcn Staaten, an alle Vereine und Personen aus dem Gebiete von Gewerbe, Wissenschaft und Kunst, die uns in reichem Maße gefördert haben, insbesondere die Mitglieder der zahl reichen Ausschüsse und des Preisgerichts, die Stifter wertvoller Gaben, welche als dauerndes Zeugnis unserer Ausstellung be wahrt bleiben werden, endlich a» alle treuen Beamten und Mitarbeiter, deren »och ein großer Teil schwieriger Arbeit mit uns harrt. Sie alle dürfen das srohe Bewußtsein mit sich nehmen, baß die große und edle Sache, der sie, jeder in seiner Weise, gedient oder geholfen haben, nicht »ntergehen wird, und baß sie nicht umsonst gestrebt und gerungen haben, wenn auch die Frucht jetzt im Sturme des Völkergeivitters nicht so rasch reifen wird wie im Sonnenschein des Friedens. Schöne, weitausblickende Zukunstspläne sind auch unserem Deutschen Buchgewerbeverei», dem Veranstalter der Ausstellung, vor läufig zunichte gemacht worden, und das neue, groß angelegte Buch gewerbe- und Schristmuseum, das aus der Ausstellung unmittelbar heroorgehen sollte, wird wohl nun, nebst manchem, was damit zusammenhängt, einige Zeit aus sich warten lassen müssen. Aber der Geist, aus dem auch diese Pläne geboren wurden, ist nicht ertötet oder auch nur geschwächt, das wolle» wir hier öffentlich einmal bekennen und geloben. Und wenn uns einst der ehrenvolle Friede geworden ist, von dem wir nicht etwa hoffen, sondern wissen, daß er uns werden muß, wenn wir das Schwert wieder mit der Feber, den Waffenrock mit dem Arbeitskleid vertauschen dürfen, dann wird man die Männer des Deutschen Buchgewerbes auch auf dem friedlichen Plane wiederfinden, in edlem, nie rasten dem Wettstreit für Deutschlands Größe, für die Kultur der Welt. So schließen wir denn jetzt unser großes Werk in der festen Zuversicht, daß es ein Anfang sein wird und nicht ein Ende! Der heutige große Gedenktag des 18. Oktober sei uns dazu ein glückverheißendes Zeichen. In herzlichen Wollen dankte darauf Oberbürgermeister vr. Dittrrch im Namen der Stadt Leipzig allen Männern und Frauen, die in selbstloser Hingabe zum Gelingen des großen Werkes der Ausstellung beigetragen haben. Nach einigen warmempfundenen Dankcsworten, die Herr Verlagsbuchhändler M. Mouton als Vertreter der niederländischen Abteilung sprach, hob der Staatskommissar, Kreishauplmann von Burgs dorff, noch einmal die Bedeutung des Aussiellungswerkes hervor, dankte im Namen der sächsischen Regierung allen Be teiligten und schloß mit einem Hoch auf den hohen Protektor, den König von Sachsen, die Ausstellung. Nachdem die wehmütigen Klänge aus der Zauberflöte «O Schutzgeist alles Schönen«, ebenfalls von einem Männer chor Vorgelragen, verklungen waren, ging man auseinander. Noch lange drängte sich am Nachmittag und Abend eine große Menschenmenge durch die Straßen und Hallen, durch den Vergnügungspark der Bugra — das letzte Mal. I-. Kriegshtlfe im Buchhandel. sVgl. Nr. LS» u. LS«) Herr Alfred Voerster regt im Börsenblatt Nr. 230 vom 3. Oktober an, zur Unterstützung des durch den Krieg beson ders getroffenen Sortimentsbuchhandels ein Moratorium zu schaffen und eine Kriegs-Kreditbank zu gründen. Er übersieht 1550 dabei aber, daß nach den gegenwärtigen wirtschaftlichen Anschauungen in Deutschland diese beiden Hilfsmaßnahmen Gegensätze sind. Die Kriegs-Kreditbanken entstanden mit Unterstützung der Reichsbank, weil wir im Deutschen Reich.kein Moratorium haben sollten; sie sind als dessen Ersatz anzusehen. Das eine schließt das andere aus. Die Reichsbank wird schwerlich mit der Kriegs-Kreditbank einer Berufsgruppe in Geschäftsverbindung treten, die sich ein Sonder-Moratorium geschaffen hat; ohne Mitwirkung der Retchsbank aber ist eine Kriegs-Kreditbank eine Unmöglichkeit. Betrachten wir jede der beiden Einrichtungen — Mora torium und Kriegs-Kreditbank — für sich im Hinblick aus den Buchhandel. Ein Sondermoratorium für den Buchhandel herbeizu führen, ist durchaus zu widerraten. Die wirtschaftlichen Kriegsmaßnahmen, die unter Führung unseres hochverdienten Reichsbank-Präsidenten sofort bei Ausbruch des Krieges getroffen wurden und die darauf hinzielten, ein Mora torium unnötig zu machen, haben sich für die Allgemein heit vorzüglich bewährt. Würde der Buchhandel, der ein Glied des Wirtschastskörpers ist, für sich ein privates Moratorium schaffen, so würde er nicht nur den übrigen Berufsgruppen und den Reichsbchörden entgegentreten, sondern seine eigene Gesundheit und Kraft in ein höchst ungünstiges Licht stellen und sich damit für Gegenwart und Zukunft schweren Schaden zusügen. In dieser Beziehung trete ich den Ausführungen des Aussatzes im Börsenblatt Nr. 234 vom 8. Oktober bei. Was die Kriegs-Kreditbank betrifft, so ist mir zweifel haft, ob der Sortimentsbuchhandel geneigt und geeignet ist, sich einer solchen Anstalt zu bedienen. Dem Kreditausschuß der Kriegs-Kreditbank für Groß-Berlin hat bis jetzt noch kein einziger Antrag aus dem Sortimentsbuchhandel Vorgelegen. Dabet ist dem Berliner Buchhandel bekannt, daß diesem Kredit ausschuß mehrere Buchhändler angehören, so daß für volle Würdigung der buchhändlerischen Verhältnisse gesorgt ist, wenn ein Kreditantrag aus dem Buchhandel vorlicgt. Ent weder gelingt es also den Berliner Sortimentern, ihr Kredit bedürfnis anderweitig zu befriedigen, oder sie scheuen sich, an die Kreditbank heranzutreten, weil sie fürchten müssen, daß sie deren Anforderungen auf Vorlegung von Bilanzen, Lagerinventuren mit angemessenen Abschreibungen und sonstigen Nachweisungen nicht zu genügen vermögen. Nach dieser Richtung müßte aber eine besondere Kriegskreditbank für den Buchhandel die gleichen bankmäßigen Bedingungen stellen. Es erscheint mir deshalb nötig zu sein, sich zunächst genau zu vergewissern — etwa durch Umfrage bei den betr. Kreis- und Ortsvercinen —, ob eine Kriegskreditbank dem Sortiments buchhandel erwünscht ist und ob dieser den Anforderungen einer solchen Anstalt zu entsprechen imstande ist. Berlin, 14. Oktober 1914. Adolf Behrend. Kleine Mitteilungen. Ausfuhr deutscher Bücher über Rotterdam. — Von verschiedenen Seiten wird in der letzten Zeit behauptet, daß die Ausfuhr deutscher Bücher über Rotterdam nach New Hork Schmierigkeiten begegne oder direkt unmöglich sei. Wie wir aus bester Quelle erfahren, sind diese Befürchtungen durch nichts begründet. Die Dampfer der Holländisch- Amerikanischen Dampferlinie sind auf der Reise von Rotterdam nach New djork bisher nur einmal vom Feinde festgehalten worden, und dieses eine Mal nur infolge eines Irrtums. Auch hier jedoch — es handelte sich um einen gecharterten Dampfer — erfolgte die Frei- lassung innerhalb 24 Stunden mit vielen Entschuldigungen wegen der unberechtigten Festnahme. Alle anderen Dampfer dieser Linie — es gehen deren jede Woche mehrere ab — haben auf der Reise Rotterdam—New Zjork noch keiner lei Aufenthalt oder Anstände gehabt. Ohne Unterschied des Ursprungslandes werden alle eintreffenden Güter mit erster Gelegen heit befördert. Post. — Für den Bezirk der Ober-Postbirektion in Gumbinnen, in dem nach der Bekanntmachung vom 1. August der Po st auwei- sungs-, Zahlkarten-, Zahlungsanwei sungs-, Postkredit brief-, Postauftrags- und Postnachnahmeverkehr eingestellt
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