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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.10.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-10-20
- Erscheinungsdatum
- 20.10.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1914
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241. 20. Oktober 1914. Redaktioneller Teil. ist, wird dieser Verkehr mit der Maßgabe wieder zugelasscn, daß die Ober-Postdirektion berechtigt ist, in Gebietsteilen ihres Bezirks, wo es die Sicherheit erfordert, den Verkehr durch Verfügung an die Post- anstalten auszuschließcn. Da es nach Lage der Verhältnisse nicht an gängig ist, von solchen Ausschließungen die anderen Postanstaltcn zu benachrichtigen, muffen die Absender von Postsendungen nach Orten im Grenzgebiete die Gefahr in Kauf nehmen, daß die Sendungen den Bestimmungsort nicht erreichen oder die Auszahlung von Beträgen nicht möglich ist. Solche Sendungen werden mit Angabe des Grundes zurückgeleitet. Unter denselben Voraussetzungen wird für den Ober- Posldirektionsbezirk Königsberg (Pr.) der nach der genannten Be kanntmachung eingestellte Postkreditbrief-, der Po st nach nahme- und der Postaustragsver kehr wieder zugelasscn. Abgesehen von den erwähnten örtlichen Ausnahmen, zu deren Festsetzung fllr ihre Bezirke nach früheren Bekanntmachungen auch die anderen Grenz-Ober-Postdirektionen berechtigt sind, bestehen nun mehr in den angegebenen Dienstzweigen keine Beschränkungen mehr. Die Wahrheit ins Ausland. An der im Handelsministerium in Berlin am Mittwoch, den 7. Oktober stattgehabten Besprechung über die Durchführung der von dem Vcrlagsbnchhändler Hermann Hillger in der Presse veröffentlichten Vorschläge für die Verbreitung der Wahrheit im Auslande nahmen etwa WO bekannte Persönlichkeiten, darunter auch Vertreter solcher Organisationen und Vereine teil, die bereits früher sich mit dieser Frage beschäftigt hatten. Es wurde allgemein anerkannt, daß es unerläßlich ist, jeder Lüge unse rer Feinde durch Verbreitung wahrheitsgetreuer Flugblätter, die möglichst mit vielen Bildern geschmückt sein sollen, cntgegenzutreten. Solche Flugblätter sollen dann jedem Deutschen zur Verfügung stehen, der irgendwelche Beziehungen zum Auslande besitzt, so daß jeder teilnehmen kann an diesem Geisteskampfe, der unser Vaterland von allen Seiten bedroht. Zu diesem Zweck soll eine einheitliche Organisation geschaffen werden, die sich, in engster Fühlung mit den amtlichen Stellen, nur mit der Kontrolle der ausländischen Presse und der Herstellung von Flugblättern beschäftigt. Solche Flugblätter sollen dann Organisa tionen und Einzelpersonen zur Verfügung gestellt werden. Die be stehenden Organisationen werden zum Anschluß aufgefordert. Es wurde ein Ausschuß eingesetzt, bestehend aus den Herren: Staats minister I)r. v. Heutig, Erster Vorsitzender des Vereins für das Deutschtum im Ausland, Admiral Necke, Erster Schriftführer des Verbandes deutscher Flotteuvereine im Ausland, Geh. Hofrat Sie- gismund, Vorsteher des Börsenvereins der Deutschen Buchhänd ler, Geh. Ober-Negierungsrat vr. v. Seefeld, Verlagsbuchhänd ler Hermann Hillger, Geh. Negierungsrat Prof. v. vr. Las- son und Senatspräsident vr. Flügge. Der Ausschuß wird in den nächsten Tagen die Leitsätze veröffentlichen, die er zur Richtschnur seiner Tätigkeit nehmen will. Darin sollen besonders die sprach kundigen Deutschen zur fleißigen Mitarbeit aufgerufen werden. Die Geschäftsstelle befindet sich Potsdamerstr. 125III. Ausschließung feindlicher Ausländer von den österreichischen Hoch schulen. — Der Unterrichtsminister hat angeordnet, daß Staatsan gehörige Belgiens, Frankreichs, Englands, Japans, Montenegros, Rußlands und Serbiens vom Studienjahr 1914/15 an zur Aufnahme au den österreichischen Hochschulen nicht mehr zuzulassen sind. Der Minister behält sich vor, bei Vorhandensein besonderer Umstände namentlich für solche Angehörige dieser Länder, die nicht zu der dort herrschenden Nation zählen, eine Ausnahme zuznlassen. Fremdsprachliche deutsche Nachrichten ins Ausland! — Das Ham- burgische Kolonialinstitut hat bald nach Ausbruch des Krieges eine Nachrichtenstelle eingerichtet, die deutsche amtliche oder amtlich zuge- lasseue Nachrichten über den Krieg ins Ausland versendet. So wer den seit Anfang September täglich 300 Zeitungen in die skandinavi schen Länder geschickt. Ferner ist in Verbindung mit einigen freiwil ligen Helfern je eine spanische und eine portugiesische Übersetzung von dem deutschen Weißbuch und von anderen Dokumenten über die Ursa chen des Krieges herausgegeben worden. Vom Kolonialinstitnt wer den ferner die deutschen Mitteilungen für das Ausland zusammenge stellt, von denen bis Mitte Oktober 20 Nummern zu je 16 Seiten er schienen sind. Sie enthalten Artikel ans deutschen Zeitungen aller politischen Richtungen und sind für den Versand nach außerdeutschen Ländern bestimmt, werden aber auch von den Kriegsteilnehmern, wie viele Zuschriften zeigen, als Lesestoff sehr willkommen geheißen. Unter dem Titel Ooniea ulemana cke la guerra erscheint die entsprechende spanische und unter dem Titel Oerman ^Var I§evv8 die englische Über tragung der Mitteilungen. Von der ersten sind bis Mitte Oktober 3 Nummern, von den englischen die erste hcransgekommen. Die erste Nummer von ähnlichen portugiesischen Übertragungen wird dieser Tage erscheinen. Es ist beabsichtigt, von nun an wöchentlich zwei deutsche und je eine englische, spanische und portugiesische Nummer herauszugebeu. Alle diese Mitteilungen in deutscher und fremder Sprache sind durch Otto Meißuers Verlag in Hamburg zum Einheits sätze von 10 ^ für die Nummer von 16 Seiten erhältlich, damit auch Private dieMöglichkeit haben, sie ihren Geschäftsfreunden oder im Felde stehenden Angehörigen zuzusenden. Daß hierzu ein Bedürfnis vor- licgt, ergibt sich schon daraus, daß hamburgische Exporteure rund 16 000 Exemplare der spanischen und portugiesischen Übersetzungen des Weißbuchs durch Vermittlung der Zentralstelle des Hamburgischen Kolonialinstituts gegen Erstattung des Postgeldes versandten. Auch die fremdsprachlichen Hefte können auf diesem Wege zur Abseudung kommen. Endlich werden hektographierte Nachrichten nach den Ballau ländern versandt. Auch das Deutsch-Südamerikanische Institut hat Drucksachen über den Krieg, und zwar illustriert und in spanischer Sprache hergestellt, deren Inhalt geeignet scheint, die Südamerikaner über die politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands aufzuklären und den so gefährlichen Lügcnfeldzug unserer Feinde zu beeinträchtigen. Die Drucksachen können daher zur Verbreitung nur empfohlen werden. Alle Deut schen, die Beziehungen zu Südamerikanern unterhalten, werden auf gefordert, sich an der Verbreitung dieses Heftes zu beteiligen und ihre Adresse der Geschäftsstelle des Deutsch-Südamerikanischen Instituts in Aachen, Kgl. Technische Hochschule, mitzutcilen. Die Zeitungen im Krieg. Ter Verein Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverleger E. V. erläßt nachstehenden Aufruf: Schleswig-Hol steinische Landsleute! Mit der gesamten Presse Deutschlands sind auch die Zeitungen unserer engeren Heimat wirtschaftlich in eine be drängte Lage geraten. Die Bezugspreise für die Zeitungen deckten deren Herstellungskosten schon seit Jahrzehnten nicht mehr im ent ferntesten. Aber gerade die Kriegszeit hat diese Kosten durch die Tag und Nacht dauernd erforderlich werdenden telephonischen und telegra phischen Meldungen in einem solchen Maße gesteigert, daß alle Zei tungen den jetzigen Zustand auf die Dauer nur schwer, sehr viele aber überhaupt nicht werden ertragen können. Denn die eigentliche Einnahmequelle der Zeitungen, der Anzeigenteil, ist bis auf kaum nennenswerte Summen infolge des Kriegszustandes versiegt. Wenn unsere Landespresse ihren Existenzkampf wciterkämpfen und trotz der augenblicklichen, für die Zeitungsverleger wirtschaftlich trostlosen Ver hältnisse auf der Höhe bleiben soll, müßt Ihr, schleswig-holsteinische Landsleute, Euren landsmännischen, der Allgemeinheit in allen La gen treu dienenden Zeitungen tatkräftige Unterstützung zuteil wer den lassen. Bleibt Euren heimatlichen Zeitungen als Leser treu! Geschäfts leute! Gedenkt bei Euren durch die Siege unserer kämpfenden Brüder wieder in ruhigere Verhältnisse zurückgekehrten Geschäften der unbe streitbaren Tatsache, daß Angebot die Nachfrage erhöht und benutzt wieder, wenn auch jeder in dem ihm geeignet erscheinenden Umfange, den Anzeigenteil Eurer Zeitung! An die leitenden Stellen aller Wohltätigkeitsveranstaltungen rich ten wir die Bitte: Bezahlt den Zeitungsverlegern, namentlich in deren jetziger Lage, alle Aufrufe, Gabenquittungen usw., auch denen, die bisher noch nichts von Euch forderten, wenigstens insoweit, daß ihre Selbstkosten gedeckt sind. Verlängerung des Moratoriums in Dänemark. — Das Folkething hat am 6. Oktober 1914 eine Vorlage über Verlängerung des Mora toriums bis zum 15. Januar 1915 angenommen. Die Vorlage wurde darauf dem Landsthing übermittelt und dort am 8. Oktober 1914 ange nommen. Beleidigende Zeitungskritik über eine verbotene Thcatcrauffiih- rung. (Nachdruck verboten.) — Wegen öffentlicher Beleidigung hat das Landgericht Weimar am 14. Januar den Redakteur A. N. zu 75 ./i Geldstrafe verurteilt. Im Jahre 1906 veröffentlichte der damalige Oberregisseur am Großherzoglichen Hoftheater in Weimar, Karl W., unter dem Titel »Jesus« eine dramatische Dichtung in 4 Teilen. Diese gedachte er am Stadttheatcr in Eisenach mit 'Berufsschauspielern auf zuführen, jedoch wurde am 26. Februar 1914 von dem Großherzoglichen Bezirksdircktor in Eisenach die Aufführung verboten. Eine von W. gegen diesen Bescheid beim Ministerium angebrachte Beschwerde war erfolglos. Nach W.'s Tode setzte dessen Ehefrau den Kampf um die Aufführungserlaubnis durch gerichtliche Klageerhebung fort. Die ganze Streitfrage wurde s. Zt. in vielen Tages- und Fachzeitungen lebhaft besprochen. So erschien auch in der »Wcimarischcn Volks- zeitung« und der »Eisenacher Volkszeitung« am 6. August v. I. ein Feuilletonartikcl, der sich mit dem erwähnten Thema befaßte. Jedoch wurde das Verhalten des Bezirksdirektors und der Intendanz mit 1551
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