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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.10.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-10-03
- Erscheinungsdatum
- 03.10.1914
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- Deutsch
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230, 3. Oktober 1914. Redaktioneller Teil. Charakter der Kriegs-Kreditkasse würde dadurch zum Ausdruck kommen, daß höchstens eine Dividende von 4 Prozent verteilt werden dürfte und daß bet der Liquidation der Kasse ein etwaiger Überschuß über die eingezahlten Beträge zu gemein nützigen buchhändlerischen Zwecken verwendet werden müßte. Als Gesellschaftsform für die Kriegs-Kreditkasse könnte sowohl die Aktien-Gesellschaft als die Gesellschaft mit be schränkter Haftung in Frage kommen. Bei der Aktien-Gesell- schaft würden Anteile von 1000 (im Falle von K 180 Abs. 3 HGB. solche von je 200 ^), bei der Gesellschaft mit beschränkter Haftung Anteile von je 500 geschaffen werden können. Schon mit einem Gesellschaftskapital von 50 000 ^ bis 100 000 .H könnte viel Segen gestiftet werden. Dem Vor stand dieser Kriegs-Kreditkasse wäre von den Verlegern, Kom missionären, Barsortimentern, Grossisten usw. die oben er wähnte generelle Vollmacht zur Bewilligung eines Mora toriums einzuräumen. Unter dem Vorstand der Kriegs-Kreditkasse müßten in den bedrohten Provinzen Kredit-Ausschüsse (selbstverständlich gleichfalls ehrenamtlich) arbeiten. Sie würden die ein gehenden Moratoriums- und Kreditgesuche einer Vorprüfung zu unterziehen haben, Wobei anzuftreben wäre, daß solche Gesuche nicht von Kollegen aus dem Wohnsitze des Kredit suchenden nachzuprüsen wären. Es versteht sich von selbst, daß der Kreditsuchende neben einer genauen Schilderung seiner Verhältnisse die letzten Bilanzen und Gewinn- und Verlustkonten vorzulegen hat, soweit nicht etwa durch den Krieg die Geschäftsbücher vernichtet wurden. Diese Unter- lagen müßten zunächst durch einen buchhaltungssachverstän digen Beamten der Kasse vorgeprüst werden, der über die Besonderheiten des Buchhandels unterrichtet sein mutz. Die Kredit-Ausschüsse sind ferner berechtigt, in beson deren Fällen Sachverständige zuzuziehen. Wird der Kredit auf Empfehlung des Kredit-Ausschusses vom Vorstand bewilligt, so sind die zu gebenden 3 Monats- Wechsel bei Verfall in verminderter Höhe zu erneuern, damit die Hilfsaktion der Kriegs-Kreditkasse nach einer nicht allzu langen Frist abgeschlossen werden kann. Der Vorstand bestimmt generell, in welchem Verhältnis der zu gewährende Kredit zum nachgewiesenen Vermögen des Kreditsuchenden zu stehen hat und wieviel er höchstens be tragen darf. Die Kreditsuchenden müssen sich darüber klar sein, daß die Bedingungen, unter denen sie Kredit erhalten können, von den Bedingungen gar nicht abweichen dürften, die anderen Krcditsuchenden von Banken, Kommissionären usw. eingeräumt zu werden pflegen; denn die Kriegs-Kreditkasse muß natur gemäß Reserven ansammeln, um die Verluste zu bestreiten, die auch bei sorgfältigster Geschäftsführung nicht ganz aus- bleibcn werden. Deshalb ist neben Provisionen eine dem Lombard-Zinsfüße angemessene Verzinsung zu vereinbaren, und sind als Sicherungen der Kriegs-Kredite heranzuziehen: Sicherheits-Abtretung des Warenlagers, des Inven tars, der Wohnungs-Einrichtung und der guten inländischen Außenstände; Bestellung oder Verpfändung von Rechten an Grundstücken, Bürgschaften von zahlungsfähigen Personen. Die Gewährung eines Kredits ist nicht zulässig, soweit fest steht, oder der Verdacht besteht, daß der Kredit dazu verwendet werden soll, den bei anderen zahlungsfähigen Kreditgebern bestehenden Kredit zu vermindern. Es mutz also z. B. aus geschlossen fein, daß von dem Kredit der Kredit-Kriegskasse das Guthaben des Kommissionärs, Forderungen einzelner Verleger oder Verwandten-Guthaben zurückgezahlt oder sicher gestellt werden; denn eine wirkliche Hilfsaktion ist, wie schon oben erwähnt, eben nur dann wirksam und möglich, wenn zur positiven Seite — der Geldbeschaffung — die negative Seite — die Bewilligung des Moratoriums seitens aller Be teiligten — tritt. Hier zeigt sich wieder, daß die Hilfsaktion nur dann von Erfolg begleitet sein kann, wenn alle wich tigen Verleger, Kommissionäre, Barsortimenter und Grossisten den Vorstand bevollmächtigen, in ihrem Namen ein Moratorium zu bewilligen; denn die Hergabe neuer Gelder wird nur dann Nutzen stiften, wenn sie dem Wiederaufbau des Unternehmens selbst und nicht einzelnen derzeitigen Gläubigern zugute kommt. Lebhaft zu wünschen und der Sache selbst förderlich wäre es, wenn Kreis- und Ortsvereine sowie Einzelsirmen in den bedrohten Landesteilen möglichst bald vertrauliche Berichte an die Vorstände des Börsenvereins und des Verlegervereins ein senden würden, aus denen die augenblickliche Geschäftslage und der Umfang der Schädigungen zu ersehen sein müßten. Wenn die leitenden Persönlichkeiten der Kriegs-Kredit kasse an dem Grundsätze festhalten, daß neben dem Schutze der Gesamtheit der Gläubiger die baldige Rückführung der geschädigten Kollegen in geordnete Verhältnisse anzustreben ist, so wird die schwere Prüfung, die jetzt ein Teil unserer Kollegen durchzumachen hat, diesen durch die Einrichtung einer Kriegs-Kreditkasse des Buchhandels hoffentlich gemildert werden können. Leipzig, den 29. September 1914. Alfred Voerster in Firma F. Volckmar. Dis Halle der Kultur. Der von der Leitung der Bugra einen Monat vor dem offiziellen Schluß der Ausstellung herausgegebene amtliche Führer der Kultur halle ist wohl weniger dem Bedürfnis des Publikums nach einem Spe zialkatalog zu verdanken, als dem Wunsche der Veranstalter, die Fülle des Belehrenden, das in der Kreisschen Betonhalle zusammengetragen ist, im ganzen Zusammenhänge und in wesentlichen Einzelerscheinun gen dauernd festzuhalten. Gewiß ist es schade, daß dieser ausgezeich nete Katalog, der mit 87 vortrefflichen Abbildungen versehen ist (Preis ^ 3.—), nicht bereits bei Beginn der Ausstellung fertiggestellt werden konnte; denn wie viele Besucher finden heute noch den Weg zur Halle der Kultur, da doch der Krieg alle Kultur auf den Kopf zu stellen scheint! Ist cs also jetzt an der Zeit, von der Kulturhalle zu reden, da die Kultur alle ist? Der Einwand ist nicht berechtigt, denn wenn der Ausschuß der kulturhistorischen Abteilung unter Leitung von Geh. Hof rat Prof. Or. Lamprecht, unbeirrt von den Stürmen und Sorgen dieser kriegerischen Zeit, gerade jetzt den sorgfältig öurchgearbeiteten wissen schaftlichen Führer erscheinen läßt, so liegt schon darin eine bedeutende kulturelle Tat. Darum ist es keineswegs überflüssig, über die Halle der Kultur, diese Sehenswürdigkeit ersten Ranges in der Bugra, einige Betrachtungen anzustellcn. Freilich können wir uns nicht mit allen Anordnungen einverstanden erklären. »Uber die Verwendung des Kuppelraums wurde«, wie Lamprecht im Vorwort mitteilt, »hin und her diskutiert; er war insbesondere längere Zeit für die Grund ausstellung in Aussicht genommen, doch wurde diese schließlich in den besonderen Anbau, den sie heute einnimmt, verwiesen, — und die Kuppelhalle blieb zur würdigen Einführung in das Ganze frei.« Daran hat man freilich sehr wohlgetan, denn die Kuppelhalle ist zwar archi tektonisch von großer Schönheit, aber bei dem diffusen Licht für die Ausstellung kleinerer Objekte ganz ungeeignet. Dagegen hat man bei der Einrichtung der oberen Räume, um Platz zu gewinnen, alle nach diesem Kuppelraum führenden Fenster verstellt, mit einziger Aus nahme eines Ausblicks gegenüber dem Haupteingang. Dadurch wurde jede Ventilation ausgeschaltet, und ich habe oft bei den Nachmittags führungen die Assistenten bedauert, denen der Schweiß ans der Stirne stand; denn in dem heißen Sommer herrschte an den Tagen, au denen die Sonne ans den niedrigen Räumen brütete, oft eine Luft, daß ich mir die berüchtigten Bleikammern von Venedig, das durch Casanova bekannte Staatsgefängnis, als einen klimatischen Luftkurort dagegen denke. Dies ist freilich ein äußerlicher Nachteil, den man wohl nicht voraussehen oder schließlich nicht vermeiden konnte. Fühlbarer noch war für den, der sich für die außerordentlichen Schätze im einzelnen interessierte und sich genauer unterrichten wollte, der Mangel an einem Bureau, das in der Halle selbst über diese kulturhistorische Abteilung Auskunft geben konnte; denn die jungen Assistenten waren nur auf bestimmte Gebiete eingeschworcu, und in der Regel fehlte der, der in Frage kam. Ohne diese sachkundige Hilfe konnte aber ein ernsthafter Gewinn nicht erzielt werden, dann sank eben die ganze Veranstaltung zn einem Niesen-Panoptikum herab. Daß ein solches Unternehmen eine ideale Durchführung nicht gestattete, da sonst Jahre der Vorarbeit erforderlich gewesen wären, sei ohne weiteres zugegeben; immerhin er scheinen für den Kenner manche Perioden recht lückenhaft, manche machen einen zusammengewürfelten Eindruck. Daneben aber finden sich Sonderansstellungen, in das Ganze sich einfügend, von einer ganz 1479
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