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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.09.1933
- Strukturtyp
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- 1933-09-07
- Erscheinungsdatum
- 07.09.1933
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208, 7. September 1933. Redaktioneller Teil. Börsenblatt s. d. TtschaBuchhauöel. Tönen klingen oder in Steinen sprechen zu lassen, der leidet unter der Gewalt des allmächtigen ihn beherrschenden Zwanges, der wird seine Sprache reden, auch wenn die Mitwelt ihn nicht versteht oder verstehen will, wird lieber jede Not auf sich nehmen, als auch nur einmal dem Stern untreu zu werden, der ihn innerlich leitet. Die nationalsozialistische Bewegung und Staatssührung darf auch auf kulturellem Gebiet nicht dulden, daß solche Nichtskönner oder Gaukler plötzlich ihre Fahne wechseln und so, als ob nichts gewesen wäre, in den neuen Staat einziehen, um dort auf dem Gebiete der Kunst und Kulturpolitik abermals das große Wort zu führen. Ob die Vorsehung uns alle die Männer schenkt, die dem politischen Wollen unserer Zeit und seinen Leistun gen einen gleichwertigen kulturellen Ausdruck zu schenken ver mögen, wissen wir nicht. Aber das eine wissen wir, daß unter keinen Umständen die Repräsentanten des Zerfalls, der hinter uns liegt, plötzlich die Fahnenträger der Zukunft sein dürfen. Entweder waren die Ausgeburten ihrer damaligen Produktion ein wirklich inneres Erleben, dann gehören sie als Gefahr für den gesunden Sinn unseres Volkes in ärztliche Verwahrung, oder es war dies nur eine Spekulation, dann gehörten sie wegen Betruges in eine dafür geeignete Anstalt. Auf keinen Fall wollen wir den kulturellen Ausdruck unseres Reiches von diesen Elementen verfälschen lassen. Denn das ist unser Staat und nicht der ihre. Dieser neue Staat wird aber der Pflege des Kulturellen eine ganz andere Aufmerksamkeit schenken als der alte. Indem der Nationalsozialismus das Recht derjenigen Bestände unseres Volkskörpcrs, die seine Bildung einst einleiteten und durchführten, auf besondere Bevorzugung ihres Wesens anerkennt, muß er dies auch moralisch begründen. Die Befriedigung der animalischen Bedürfnisse liegt im Wesen aller Menschen. Keine Art könnte daraus die besondere Berechtigung ab leiten, andere zu führen oder gar zu beherrschen. Was den Men schen allein dafür auserwählt erscheinen lassen kann, ist die ersicht liche Fähigkeit, sich über das Primitive zu erheben und die gemeinen Züge des Lebens zu veredeln. Jmmeraberwirddiepoli- tische Führung stofflich und tatsächlich die Voraus setzung liefern müssen für das Wirken der Kunst. Selbst wenn ein Volk erlischt und Menschen schweigen, werden dann die Steine reden. Es wird daher jedes große politische Zeit alter in der Weltgeschichte das Recht seines Daseins durch die sicht barste Urkunde seines Wertes sich ausstellen, die es gibt: durch seine kulturellen Leistungen. Die Meinung, daß in materiell dürftigen Zeiten kulturelle Fragen in den Hintergrund treten müßten, ist ebenso töricht wie gefährlich. Denn wer dis Kultur etwa nach der Seite ihres materiellen Ge winns hin einschätzen will, oder auch nur zu beurteilen versucht, hat keine Ahnung ihres Wesens und ihrer Aufgaben. Gefährlich aber ist diese Auffassung, weil sie damit das gesamte Leben auf ein Niveau herabdrückt, auf dem höchstens noch das Minderwertige entscheidet. Gerade in einer Zeit wirtschaftlicher Nöte und Sorgen ist es wichtig, allen Menschen klar zu machen, daß eine Nation auch noch höhere Auf gaben besitzt, als in gegenseitigem wirtschaft lichem Egoismus aufzugehen. Die KulturdenkmAer der Menschheit waren noch immer die Altäre der Besinnung auf ihre bessere Mission und höhere Würde. Wenn Völker dies nicht mehr wissen Ivollen, dann haben sie den besseren Bestandteil ihres Blutes bereits verloren und ihr Untergang ist nur mehr eine Frage der Zeit. Indem wir aber überzeugt sind von dem inneren Werte des deutschen Volkes, wollen wir dafür sorgen, daß es durch seine politische und staatliche Führung Gelegenheit erhält, diesen seinen Wert auch unter Beweis zu stellen. Mögen sich die deut schen Künstler ihrerseits der Aufgabe bewußt sein, die Ihnen die Nation überträgt. Da Tor- heitundUnrechtdieWeltzubeherrschenscheinen, rufen wir sie auf, die stolzeste Verteidigung des deutschen Volkes mit zu übernehmen durch die deutsche Kun st. Einzelhandel und NS-HAGO. Bon llr. Hilland. iS. a. Börsenblatt Nr. 182.) Die Berufs- und Standcsorganisationen des deutschen Einzel handels haben dem Kampsbund des gewerblichen Mittelstandes der NSDAP, außerordentlich viel zu verdanken. In der Zeit der revo lutionären Erhebung des deutschen Volkes ist es dieser Kampfbund gewesen, der die dem Zerfall nahen Spitzenverbände des Einzel handels wieder zusammengefaßt und zu neuem Leben erweckt hat. Überall sind an die Spitze der Verbände und Vereinigungen Män ner des Volkes getreten, die auf dem Boden der nationalsozialisti schen Welt- und Lebensanschauung stehen. Demzufolge hat sich der deutsche Einzelhandel auch in seiner ganzen weltanschaulichen Struktur seit der nationalen Erhebung grundlegend geändert. Er ist jetzt eine der berufsständischen Säulen, die den neuen national sozialistischen Staat trägt und stützt. Es liegt jedoch im Wesen aller Organisationen, daß sie niemals Selbstzweck, sondern immer nur Mittel zum Zweck sind und daher mußte dieser Kampfbund in dem gleichen Augenblick seine Form ändern, wo er das Ziel des Kampfes, nämlich die Erreichung der Macht in den deutschen Mittelstandsorganisationcn völlig und die Durchdringung dieser mit nationalsozialistischem Geiste zum Teil erreicht hat. Infolge dessen ist jetzt auch der Kampfbund auseinandcrgcglicdert und in zwei Organisationen zerlegt worden, die das gleiche Endziel er streben, jedoch verschiedene Menschengruppen umfassen. Die Elitetruppe wird in Zukunft dieNationalsoziali- stische Handels-, Handwerks- und Gewerbeorga- nisation (NS-Hago) sein, die die deutschen Handwerker, Handel- und Gewerbetreibenden arischer Abstammung umfaßt, die bis zum l. Mai 1833 dem Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes bei- getretcn sind. Die Durchgliederung dieser NS-Hago erfolgte ent- 878 sprechend der Gliederung der politischen Organisation der NSDAP, nach Gauen, Kreisen und Ortsgruppen, während eine Gliede rung nach Berufs- und Fachgruppen verboten ist. Hier soll der Fehler vermieden werden, in den einige Unterorgani sationen des früheren Kampfbundes des gewerblichen Mittelstandes zu verfallen drohten. Sie hatten Zünfte und Bcrufsgruppen auf gezogen, die ihrerseits ihrem ganzen Wesen nach nunmehr versuch ten, wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Das ist aber nie mals Aufgabe des Kampfbundes gewesen und wird auch niemals Aufgabe der neugegründeten NS-Hago sein. Vielmehr ist diese Aufgabe ganz scharf folgendermaßen Umrissen: Erziehung des deutschen Menschen zum nationalsozialistischen Wirtschaftsdenken und Wirtschaftshandeln und zur gegenseitigen Selb st Hilfe. Irgendwelche Be rufs- oder Standesinteressen wird die NS- Hago also nicht zu vertreten haben. Das unterscheidet sie von den bestehenden Vereinigungen und Verbänden, insbeson dere auch des Einzelhandels, die ja alle auch wirtschaftliche und berufliche Ziele verfolgen. Demgegenüber ist die NS-Hago ein r e i n c s Erziehungs instrument, das darüber hinaus lediglich die gegenseitige Selbsthilfe der erfaßten mittelständischen Volksschichten zu pflegen hat. Der Nationalsozialismus soll durch die NS-Hago auch in Zukunft ganz fest im deutschen Mittelstand verankert werden. Auch jetzt gibt es noch sehr viele Kreise, die sich zwar äußerlich »glcichgeschaltet« haben, die jedoch innerlich noch völlig von wirt- schafts-parteilichem Denken erfüllt sind. Hier wird die NS-Hago noch ein weites Betätigungsfeld vorfinden. Organisatorisch unter steht sic der politischen Organisation der Partei und ihrem Leiter, Di. Ley, ist also genau wie die NSBO ein Parteiorgan. Reichs führer der NS-Hago ist der bisherige Reichsführer des Kampfbun des des gewerblichen Mittelstandes, Pg. 2r. von Renteln. Die
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