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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.10.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-10-28
- Erscheinungsdatum
- 28.10.1901
- Sprache
- Deutsch
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Börsenblatt f. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 8699 ändcrung scheint diese Frage allerdings zu bejahen. Trifft aber diese Annahme zu, so erscheint die Gründung einer neuen Kasse nicht erforderlich, denn im Allgemeinen Deutschen Buchhandlungs-Gehilfen-Verbande giebt es bereits, was hier angestrebt wird. Laut Satzung kann im Allgemeinen Deutschen Buch handlungs-Gehilfen-Verband »jeder Buchhändler« Aufnahme finden. Die Witwenkasse mit nominell über 400 000 ^ Vermögen ist seit sechs Jahren in Wirksamkeit, und mehr als fünfhundert Prinzipale find laut Mitglieder-Verzeichnis daran beteiligt, die mithin rund ein Fünftel des gesamten Mitgliederbestandes bilden. Es könnte hier mit Recht ein geworfen werden, daß die Jahrgelder von 200 ^ (der zu lässig höchste Satz) zu niedrig find, um auch nur bescheidenen Ansprüchen zu genügen. Es liegt aber auf der Hand, daß hier eine Angliederung höherer Stufen, bezw. die Einrichtung einiger Zusatzklassen zur Erzielung höherer Jahrgelder viel leichter durchzuführen sein würde, als im Unterstützungsverein eine neue Gründung. Wer also den Wunsch hat, einer Witwenkasse beizutreten, kann sich dem Verbände mit seinen Hilfskassen anschließen. Zeigt sich dann das Bedürfnis höherer Versicherung, so wird dazu auch ein Weg zu finden sein. Jedenfalls steht heute schon fest, daß dann an Unkosten jährlich Tausende erspart und für bessere Zwecke verwendet werden könnten. Ein Mitglied des Unterstützungsvereins und des Verbandes. Kleine Mitteilungen. Das -Hydra--, -Gella--, -Lawinen-- rc.-System des Warenoertriebs. — Diese hier schon oft besprochene Waren vertriebsart, über deren Gesetzlichkeit die Meinungen von Juristen trotz vorliegender höchstgerichtlicher Entscheidungen geteilt sind, beurteilt im Sprechsaal der Deutschen Juristenzeitung (Berlin, Otto Liebmann), VI. Jahrgang, Heft 20, Herr Rechtsanwalt Dr. Spohr, Gießen, von einer unseres Wissens bisher nicht hervor gehobenen Seite. Herr Dr. Spohr sagt: Bei 25 H Einsatz und der Bedingung, weitere vier Abnehmer zu finden, die diesen Einsatz riskieren und ihrerseits ein jeder wieder vier Spieler finden, ergiebt sich folgende Kalkulation: Angenommen, es wagt den Versuch zunächst nur einer, so erhält er die Prämie erst, wenn sich weitere 4 fi- 4.4, das sind im ganzen schon 20 Leute, gefunden haben von denen, die nicht alle werden. Nachdem sich diese 20 gefunden haben, erhalten die vier ersten, dem allerersten Gefolgten wiederum ihre Prämie erst dann, wenn es jedem ihrer 16 Abnehmer gelungen ist, seinerseits je vier weitere Gimpel zu fangen; es müssen also schon weitere 64 angebissen haben, ehe die vier dem ersten Folgen den ihre Prämie einheimsen. Den 16 Nachfolgenden aber winkt die Prämie erst, wenn ihre 64 Abnehmer je vier weitere gefunden haben, macht 256. Den 64 müssen 1024 gegenüber stehen, den 256 schon 4096 und den 1024 schon 16 384, den 4096 dann bereits 65 536 und so in weiterer Progression 262 144, 1 048 576, dann 4194 204, 16 776 816, 67107 264, 268 429 056 rc. Diese ausgerechneten Zahlen sprechen anschaulicher als die algebraische Formel dafür: 1 -j- 4 -st 4" -fi 4? -j- 4^ st- 4^ und wenn wir nun gar die Gesamtheit derer bestimmen wollen, die in 15 Gliedern von einem einzigen ausgehend hereingefallen sind, so ergiebt sich die ungeheuerliche Zahl von 417 905401, die, um ihre Prämie einzuheimsen, weitere 1073716224 Abnehmer stellen müssen, so daß also rund anderthalb Milliarden den Einsatz gemacht haben müßten. Und dabei ist in dieser Rechnung davon ausgegangen, daß nur ein einziger den Anfang gemacht hat und nicht, wie doch anzunehmen, eine ganze Reihe. Aus dieser Kalkulation ergiebt sich zur Evidenz, daß es aller dings für den einzelnen Spieler ein enormer Zufall ist, wenn es ihm gelingt, gerade seine Serie Coupons an den Mann zu bringen; denn wenn schon, falls nur einer den Anfang macht, eine solche Lawine entsteht, da kann, wenn auch nur fünfundzwanzig auf einmal den Anfang machen, keiner mehr ohne großen Zufall etwas erreichen. Richtig gerechnet hat also nur der schlaue Er finder, indem er einen ungeheuren Schwindel in Scene setzte. Die große Mehrzahl kann nicht rechnen, wie schon die hübsche Er zählung von der Belohnung für den Erfinder des Schachspiels be weist. Der schlaue Erfinder heimst für wertlose Papierschnitzel je 25 ein, um auf hundert Hereingefallene vielleicht einem die reelle (?) Prämie von 4 Wert zuerkennen zu müssen. Es wäre freilich wirksamer, solche Manipulationen als Betrug zu bestrafen; aber was hat denn der Schuldige vorgetäuscht? Nicht einmal verheimlicht hat er etwas, da sich jeder selbst seine Aussichten ausrechnen konnte. Die Daten hierzu waren ja gegeben. Auch unlauterer Wettbewerb liegt wesentlich nicht vor; denn an der einzelnen Serie verdient der Mann kaum etwas, sobald sie abgesetzt und er mit seiner Ware dem anderen Konkurrenz macht; sein Vorteil liegt durchaus nicht im Massenabsatz seiner Ware, befördert durch illoyale Hilfsmittel, Versprechungen u. dergl., sondern lediglich im Gewinnen der 25 Pfennige für unzählige wertlose Papierschnitzel. Uebrigens wird bet so vielen Serien die Kombination eine so ungeheure, daß es den Abnehmern, wie dem Unternehmer schlechterdings nicht möglich sein wird, den Absatz der Serien zu verfolgen und zu kontrollieren; bildet doch jeder abgesetzte Coupon nicht nur das Fortsetzungsglied einer Serie, sondern auch das Anfangsglied einer neuen. Rechtsanwalt Dr. Spohr, Gießen. Zum Konkurs der Leipziger Bank. — Das Königliche Amtsgericht in Leipzig, Abteilung II 1, giebt folgendes be kannt: Der auf den 14. November 1901, vormittags 10 Uhr vor dem Unterzeichneten Gerichte, Nebenstelle, Johannisgasse 5, I, zur Prü fung der angemeldeten Forderungen anberaumte Termin findet seine Fortsetzung an den darauf folgenden Werktagen je von vor mittags fi,10 Uhr ab, und zwar werden am 14. November die in Abteilung I der Tabelle eingetragenen Anmeldungen, sowie von den in Abteilung II eingetragenen die unter Nr. 6 bis 500, am 15. November 501 bis 1300, „ 16. „ 1301 „ 2109, . 18. „ 2110 , 2892, „ 19. . 2893 . 3699, „21. „ 3700 . 4500, „ 22. . 4501 „ 5299, „ 23. „ 5300 „ 6100, „ 25. „ 6101 . 6898, , 26. „ 6899 . 7699, „ 27. . 7700 . 8496, » 28. . 8497 . 9288, „ 29. ., 9289 . 10001. „ 30. . 10002 . 10698, „ 2. Dezember 10699 und die folgenden geprüft werden. Die Anmeldungen sind nach der Zeit des Einganges in die Tabelle eingetragen. Die Prüfung erfolgt in der Reihenfolge der Eintragungen. Sie findet statt, wenngleich der anmeldende Gläubiger im Prüfungstermine ausbleibt. (8 143 der K.-O.) Von dem Ergebnisse der Prüfung werden amtswegen nur die Gläubiger streitig gebliebener Forderungen benachrichtigt (A 146 der K.-O.). Bericht über die Sachlage wird seitens der Herren Konkursverwalter im Termine nicht erstattet. Die bereits erstatteten liegen an Amtsstelle zur Einsicht der Beteiligten aus. Leipzig, am 22. Oktober 1901. Königliches Amtsgericht, Abteilung II Vst Nebenstelle Johannisgasse 5. Eine feministische Briefmarke. — Die Apostel der fran zösischen Frauenbewegung haben ein neues Propagandamittel aus findig gemacht. Seit einigen Tagen fügen sie auf ihren Briefen der staatlichen Postmarke eine Sp-zialmarke hinzu. Die Ende des vorigen Jahres herausgegebenen neuen französischen Briefmarken zeigen bekanntlich in der Wertklasse von 10—30 Cts. eine Frauen gestalt, die Republik, die auf ihren Knien eine Tafel mit der In schrift »Droits cis l'IIommo- hält. Ueber diese Briefmarke scheinen die Anhängerinnen des Feminismus, die unter der Aufschrift engherzig lne -Rechte des Mannes» statt der -Rechte des Menschen verständen, Verdruß gehabt zu haben, weil immerfort nur von den Rechten des Mannes und niemals von den Rechten der Frau die Rede sei und nun sogar eine Frau gezwungen werde, die männ lichen Rechte figürlich durch die Welt zu tragen. Sie sannen auf Rache. Diese Rache ist nun am Morgen des 18. Oktober in der Gestalt einer Propagandamarke erschienen, die einen jungen bartlosen Mann in antiker Tracht darstellt, der stehend sich auf eine enorme Gesetztafel mit der Aufschrift -Droits clo lu Dswwo. stützt. Am Horizonte erhebt sich strahlend die Sonne. Die Farbe der Marke, die das gewöhnliche Format hat, ist blau auf weiß. Ueber das Geschlecht der auf der Marke befind lichen Persönlichkeit haben sich die Pariser Blätter einige Tage lang gestritten, bis durch offiziellen Frauenmund öffentlich erklärt wurde, daß die Gestalt einen Mann vorstellen solle, dem aber durch Komiteebcschluß der Bart genommen worden sei. Die Marke ist 1144
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