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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.10.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-10-28
- Erscheinungsdatum
- 28.10.1901
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- Deutsch
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8698 Nichtamtlicher Teil. 252, 28. Oktober 1901. Nichtamtlicher Teil Die Kunst im Leben des Rindes. Wanderausstellung des Deutschen Buchgewerbe- Vereins. (Vgl. Nr. 237, 240 d. Bl.) III. Als ein hervorragendes Bildungsmittel für die künst lerische Erziehung des Kindes darf der »Künstlerische Wand schmuck für Schule und Haus« angesehen werden. Die hierfür bestimmten Bilder sollen vor allem schmücken und das kahle, nüchterne Schulzimmer dem Kinde anziehender gestalten, dieses darauf Hinweisen, einen solchen Schmuck als einen unentbehrlichen Bestandteil seiner Umgebung zu betrachten, die Empfänglichkeit des Kindes für Natur und Kunst wecken und seinen Geschmack veredeln. Ferner soll das Bild so ge halten sein, daß es auch durch seinen Inhalt wirkt; es muß geeignet sein, den Kreis der Anschauung zu erweitern durch die Darstellung von Dingen, deren nähere Kenntnis dem Kinde noch nicht zu teil geworden ist; es muß ihm Motive veranschaulichen, die durch die künstlerische Form sich seiner Phantasie noch tiefer einprägen. Neuerdings hat man für derartige Darstellungen be sonders die Originallithographie bevorzugt, weil diese Technik nicht allein dem Künstler volle Darstellungssreiheit gewährt, die Verwendung der Farbe für eine kräftige, dekorativ wirkende malerische Gestaltung gestattet, und weil auch die Aus führung solcher Bilder einen verhältnismäßig geringen Preis zuläßt. Ganz Vortreffliches bieten nach dieser Richtung hin die von den Verlagsfirmen B. G. Teubner und Robert Voigtländer in Leipzig herausgegebenen Blätter, die hier schon früher eingehend besprochen worden find. Bei weitem nicht so zweckentsprechend wie die vorerwähnten Dar bietungen erscheinen die französischen und englischen Blätter dieser Art, die durch ihre zumeist in gebrochenen Tönen ge haltenen Farben viel zu wenig der kindlichen Vorstellungs kraft Entgegenkommen. Für das noch bildungsbedürftige Auge des Kindes ist eine möglichst derbe, die Form und Be wegungsmotive prägnant zum Ausdruck bringende Linien führung ebenso unerläßlich, wie eine kräftige und möglichst reine Farbengebung. Daß es für die Anwendung geeigneten Materials noch manche Lücke zu füllen giebts, bestätigt die jetzige Ausstellung. Obgleich viele Bätter von Ludwig Richter, Thoma, Steinhaufen, Führich, Peter Cornelius, Dürer und anderen deutschen Meistern dem Kinde zweifel los viel Anregendes und sein naives Empfinden Fördern des zu bieten vermögen, ist der Ausstellung doch eine ganze Reihe Bilder einverleibt, für deren künstlerische Sprache ein schon geläutertes Verständnis unerläßlich ist. Zum Beispiel aus den breiten Licht- und Schattenintervallen eines Rembrandt die Form herauszulösenj, wird ohne Zweifel erst einem künstlerisch geübten Auge gelingen. Ernst Kiesling. Der Unterstützung« - Verein Deutscher Buchhändler und Buchlzandlungs- gelMsen. (Vgl. Nr. 246, 250 d. Bl.) IV. Unter dieser Ueberschrift veröffentlichte »ein Mitglied des Unterstützungs-Vereins« in Nr. 246 des Börsenblatts einen Artikel, der in der Forderung gipfelt: Gründung einer Witwen- und Waisenkasse für Prinzipale und Aenderung des Vereinsnamens. Es sei mir gestattet, an diese sehr dankenswerten Aus führungen einige Bemerkungen zu knüpfen Der Herr Verfasser sucht zunächst nach den Gründen für den Stillstand in der Entwickelung des Unterstützungs vereins und meint, daß die gegenwärtige Generation nicht weniger opferfreudig sei als die frühere. Als Beweis dafür nennt er die Erfolge des Allgemeinen Deutschen Buch handlungs-Gehilfen - Verbandes, (bei dessen Vermögensauf zählung er übrigens den Fonds der Jnvalidenkasse mit 10 000 ^ anstatt mit 100000 anführt) Dies ist jedoch in dieser Allgemeinheit nicht richtig. Wohl hat sich der Allgemeine Deutsche Buchhandlungs-Gehilfen-Verband von seiten einer größeren Anzahl einsichtiger Prinzipale seit lange sehr beträchtlicher Unterstützung zu erfreuen, wofür seine Mitglieder stets dankbar sein werden. Den größten Teil seines- Vermögens aber haben die Mitglieder selbst auf gebracht, wie aus den Jahresabschlüssen klar hervorgeht. Stehen doch auch im Jahre 1900 den Auszahlungen von 66 000 allein an Einnahmen aus Mitglieder-Beiträgen fast 60 000 gegenüber. Wenn es dem Herrn Verfasser ferner scheint, daß der Stillstand im Unterstützungsverein hauptsächlich dem Empor blühen des Allgemeinen Deutschen Buchhandlungs-Gehilfen- Verbandes zuzuschreiben sei, so schwächt er damit selbst seine vor her ausgesprochene Ansicht vom Opferstnn unseres Geschlechts erheblich ab. An dem jetzt hinter uns liegenden wirtschaftlichen Aufschwünge hat auch der Buchhandel redlich teilgehabt, und die Zahl der Handlungen und damit die der Berufsgenossen ist bedeutend gewachsen. Warum hätten da der Unterstützungs verein und der Verband nicht gleichzeitig emporblühen können?! — Es würde indessen jetzt müßig erscheinen, die Gründe dafür aufzusuchen. Die Gegenüberstellung der Formen, in denen der Unter- stützungsverein und der Verband Unterstützung gewähren, ist gewiß zutreffend. Man darf darüber aber den guten Zweck selbst, Hilfe zu leisten, nicht vergessen. Der Allgemeine Deutsche Buchhandlnugs-Gehilfen-Verband darf nach seinen Satzungen nur seine Mitglieder und deren Angehörige, und zwar nur in ganz bestimmten Fällen, unterstützen; für schwere, mit großen Kosten verbundene Krankheit in der Familie, für unverschuldete Not aus anderen Ursachen hat er keine Mittel. Der Unterstützungsverein dagegen kann vermöge des seiner Verwaltung gegebenen größeren Spielraums in diesen Fällen die ersehnte Hilfe gewähren, und er hat damit schon vielen- orts reichen Segen gestiftet. Ich vermag daher in dem Unterschiede zwischen der Thätigkeit beider Vereine, in ihrer Wirksamkeit unter der gegenwärtigen Verfassung neben einander nur eine glückliche gegenseitige Ergänzung zu er blicken, deren Beseitigung niemandem zum Vorteil gereichen würde. Die wichtigste Forderung, die der Herr Verfasser schließlich aufstellt, ist die Gründung einer Prinzipals- Witwenkasse unter Verwendung des Vermögens des Unter stützungsvereins. Hiergegen sprechen indes gewichtige recht liche Bedenken. Die Stiftungen des Vereins, rund 110 000 können, da zum Teil unter besonderen Bedingungen dem Vereine vermacht, keineswegs ohne weiteres anderen als den vorgeschriebenen Zwecken dienstbar gemacht, sie müßten also ausgeschieden werden. Es würden daher etwa 480 000 ^ bleiben. Diese Summe enthält aber auch einen kleinen Teil der Gehilfen-Beiträge, die zur Fundierung einer Prinzipals- Witwenkasse ebensowenig bestimmt sind, wie die Stiftungen. Oder hat der Herr Verfasser eine Witwenkasse für Prinzipale und Gehilfen im Auge? Sein Vorschlag auf Namens-
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