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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.01.1878
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1878-01-28
- Erscheinungsdatum
- 28.01.1878
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- Deutsch
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.V- 23, 28. Januar. Nichtamtlicher Theil. SS3 Misrcllcn. Zur Jahreswende! — Die Klagen des Handelsstandes sind beim Jahreswechsel in den betreffenden Zeitschriften zum Aus druck gekommen; sie waren allgemein. Nicht am wenigsten hat aber der Buchhandel unter den Zeitverhältnissen zu leiden; es dürfte demnach dem Verlagsbuchhandcl eine noch größere Mäßigung im Producirenanzuempfehlen sein, als es bisher bereits geschieht. Die Hoffnungen des Sortimenters wurden vielfach getäuscht, da der Absatz größerer Werke, besonders an Prachtwerken im verflossenen Jahre ziemlich unbedeutend war. So manchem Verleger hat seine allzugroße Unternehmungslust tiese Wunden geschlagen, die nur durch ein weises Zurückhalten und ein verändertes Absatzverfahren des vorhandenen Lagerbestandes geheilt werden können. Wer sich noch einmal die bedeutende Anzahl von Prospekten, Katalogen und Inseraten vergegenwärtigt, mit denen alle Zeitschriften wie Zei tungen bis zum Ueberdruß gefüllt waren, der muß sich bei einer Kalkulation von Auflage, Druck- und Papierkosten leicht sagen können, daß die Summe der Unkosten des Verlagsbuchhandels zu Weihnachten größer war, als der wirkliche Umsatz. Die Thatsache einer Uebcrproduction von Prachtwerken wird schwerlich bestritten werden können. Die betreffenden Verleger müssen somit auf Absatz wege sinnen, die außerhalb der hergebrachten, bekannten liegen. Der Verlagsbuchhandel sollte sich bereits längst klar geworden sein, daß das Ausspeichern von Prospekten aus Prospekte in den Zeit schristen unmöglich die Beachtung des Publikums finden kann und sich aus diesem Grunde im Allgemeinen als wenig lohnend erweisen muß. Wir empfehlen den spekulativen Köpfen im Buchhandel, in dieser Beziehung an eine Reform zu denken, die mit geringeren Kosten und unter größerer Beachtung als bislang das Publicum von der Existenz der besseren Erzeugnisse des Buchhandels unter richtet. — Der im letzten Jahre an Zeitschriften und Lieferungs werken erzielte Absatz war ein recht befriedigender. Leider aber legen die meisten Handlungen nicht den gehörigen Werth aus den Vertrieb von Zeitschriften und Liefcrungswerken. Es wäre weit lukrativer, diesen Geschäftszweig mehr zu cultiviren, z. B. Boten gegen Fixum und Tantieme anzustellen, damit durch diese das Ge schäft vor Ausfällen geschützt bleibe, welche dem reinen Sortimente in Zeiten wie die jetzigen unausbleiblich sind. U. Entgegnung. — Auf die Erwiderung des Hrn. Deichert in Nr. 13 d. Bl. habe ich zur Richtigstellung an diesem Orte in Kürze nur Folgendes zu bemerken: Trotz Hrn. Deichert's ausge sprochener Abneigung gegen neue Geschäfte hat derselbe doch von seinem Sortimentsgeschäft Firma Theod. Blaesing aus Berlags- artikel von mir in Rechnung verlangt, welche er auch sofort von mir in Rechnung geliefert erhielt. Dazu kommt noch, daß er vor der Expedition des betr. Melodienbuchs mir seine Verlagsartikel gegen baar mit Rabatt lieferte. Um so sonderbarer und eigenmächtiger nimmt es sich aus, wenn nach allem Vorausgegangenen Plötzlich hinterher eine Expedition mit solcher sonderbaren Bemerkung ersolgt, ohne vorherige Anzeige und mit Streichung jeden Rabatts. Die eigenthümliche Handlungsweise des Hrn. Deichert läßt sich nun ein mal nicht beschönigen und dürste aus meinen Mittheilungen zur Genüge hervorgehen, daß Hr. Deichert bei seinem Vorhaben sich ganz anders hätte benehmen müssen, wenn er seinem, mir erst in Nr. 13 des Börsenblattes kundgegebencn und aufgestellten Prinzip treu bleiben wollte. Ich könnte einfach mit meiner Rüge, die ganz am Platze war, die Sache nun gut sein lassen, wenn nicht Hr. Dei chert in seiner Erwiderung, um feine Rücksichtslosigkeit zu beschöni gen, einen Ton angeschlagen hätte, der auss höchste verletzend ist. Er möchte gleichsam in seiner Erwiderung die Herren Verleger auf muntern, ein Versahren gegen neue Firmen einzuschlagen, das gegen die einfachsten Rechtsbegriffe verstößt. Hr. Deichert geht soweit, den Verlegern anzuempfehlen, neuen Geschäften kein Conto einzuräumen. Einem solchen grundsätzlichen Widerwillen neuen Geschäften gegenüber, unterschiedlos, ob sie auf solider Basis beru hen und einem Bedürfniß des Publikums entgegenkommen oder nicht, wie dies in Hrn. Deichert's Erwiderung ausgedrückt ist, halte ich mich verpflichtet entgegenzntreten und werde ich, um die Spal ten des Börsenblattes nicht zu sehr in Anspruch zu nehmen, in einem Circular an meine Geschäftsfreunde Punkt für Punkt auf Hrn. Deichert's Erwiderung entgegnen. Augsburg, den 21. Januar 1878. Richard Prehß. Warum wird bei der Ankündigung von Verlagsänderun gen im Börsenblatte nicht jedem Titel auch das Jahr des Erschei nens beigesetzt? Es ist doch dem neuen Eigenthümer erwünscht, daß recht viele Sortimenter in ihren Handkatalogen von der Ankündi gung Notiz nehmen, und brauchen sie, falls die Ankündigung mit Jahreszahl versehen ist, nur einen Band ihrer Kataloge aufzu- schlagen, während sie andernfalls oft die ganze Reihe durchblättern müssen. — Man kann durch G ... seinen Mitmenschen das Leben oft recht sauer machen. 8, L. lieber die nordischen Ausgaben des auch in Deutschland weit verbreiteten und soeben in 7. Auflage erscheinenden Buches von vr. N. I. Berlin: „Die Natur. Ein Lesebuch für Schule und Haus. Nach dem Schwedischen bearbeitet von vr. L. Tutschek (Stuttgart 1878, Cotta)" erfahren wir folgende interessante stati stische Notizen: Von vr.Berlin's „I-arobobiblatnrlvran" erschienen in schwedischer Originalausgabe acht Auflagen von zusammen 126,000 Exemplaren, während das benachbarte Norwegen fünf Auflagen producirte, von denen die Gesammtzahl der Exemplare zwar nicht nachgewiesen werden kann, indessen bekannt ist, daß die ersten drei Auflagen 40,000 Exemplare ausmachten. In sinn ländischer Sprache erschien eine Auflage, in grönländischer eine Ab theilung des Buches. Rechnet man diese vier Ausgaben mit der fünften, deutschen zusammen und bringt die Anzahl der Exemplare in ein gewisses Verhältniß, so dürfte die gesammte Verbreitung des Berlin'schen Buches mit 250,000 Exemplaren annähernd richtig geschätzt sein. — Desselben Verfassers „Lehrbuch der Natur lehre" ist in nordischen Ausgaben nachweislich in neun Auflagen mit 250,000 Exemplaren verbreitet. Die letzten drei Auflage» erschienen jede zu 50,000 Exemplaren. Leipzigs Ausfuhr von Büchern, Bildern und Musikalien nach den Vereinigten Staaten beträgt nach dem Berichte des hiesigen amerikanischen Consulats im Jahre 1877 insgesammt 263,928 Doll., wovon aus Bücher und Bilder 254,935 Doll, und aus Musikalien 8993 Doll, entfallen. Gegen das vorhergehende Jahr ergeben diese Ziffern leider abermals ein Minus von 17,800 Doll. Von „Büchting's Städte-Liste" (Leipzig, Leiner. Preis 1M. 50Pfl) liegt nun die 25. Auslage vor. Diese praktische Ver- sendungs- und Continuations-Liste hat sich bekanntlich wegen ihrer Correctheit und guten Ausstattung in den Vcrlegerkreisen viele Freunde erworben und unterscheidet sich namentlich auch dadurch vortheilhaft vor andern ähnlichen Unternehmungen, daß der Ver leger sie mehrere Male im Jahre neu erscheinen läßt, und dieselbe sonach stets den laufenden Firmenstand mit möglichster Genauigkeit ausweist.
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