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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.12.1913
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1913-12-03
- Erscheinungsdatum
- 03.12.1913
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Nr. 280. Z: ^ i?hrUch?"-N-^ch Nus^an^Äolg« Ll-s-rung t? «aum IS Vs., S.IZ.S0M.. >7g S. IS M.. >7, S- 50 M.i iüc Mchl- »t 2; über Leipzig oder durch Kreuzband, an Nichtmitglieder in Zj Mitglieder 40 Hf.. 32 M.. 60 M.. ^ — Leipzig - . ; diesem Falle gegen 5 Mark Zuschlag für jedes MAMumd^Mr'sLMerUrMe'r'SMWMiüHN Leipzig, Mittwoch den 3. Dezember 1913. 8V. Jahrgang. Redaktion Ällgcmeinrr Deutscher LnchliaiiLlungs-Gehilfcn-VertmnL. Im vergangenen Monat November wurden ausgezahlt: «« 2137.75 Krankengelder, „ 1500.^ Begräbnisgelder, „ 26.66 Witwengeld und „ 8.9V Jnvalidengeld. Leipzig, 1. Dezember 1913. Der Vorstand. Mehr und bessere Schaufensterreklame! Die Erkenntnis, daß sich die Schaufensterreklame lohnt, ge winnt langsam, aber sicher im Buchhandel immer mehr Boden. Diese erfreuliche Feststellung kann man namentlich in grötzeren Städten in der letzten Zeit machen. Für die Firmen, die sich ihre Schaufensterauslage einigen Auflvand an Zeit und Mühe kosten lassen, hat das auch schon sein Gutes gezeitigt. Wenn man sich mit den Inhabern solcher Firmen über den Nutzen der Schau fensterreklame unterhält, findet man die Auffassung, daß diese Reklame etwas einträgt, unbedingt bestätigt. Für 1Ü0 und mehr Mark Bücher in der Woche rein aus einem Schaufenster heraus zu verkaufen, ist bei geschickter Auslage in größeren Städten gar nichts Außergewöhnliches. »Komme nun keiner daher und rede von Glück und günstigen Zufällen. Auf den Mann kommt es an!« Diese Worte, die Fridtjof Nansen seinerzeit bei der Ent deckung des Südpols durch Roald Amundsen schrieb, fallen mir da wieder ein, und ich möchte sie anführen, weil sie auch vollkom men hierher passen. Auf den Mann kommt es an, ganz gleich, ob einer eine wissenschaftliche Forschungsreise unternimmt, einen Krieg führt oder ein Geschäft. Ist im Kriege der Sieg gern da, wo die meisten Kanonen stehen, so ist im Geschäftsleben der Erfolg dort zu finden, wo die Mittel und Wege, ihn zu erreichen, wohldurchdacht sind und in geschickter Weise benutzt werden. Wohldurchdacht ist schon die Geschäftsführung des Kauf manns, falls er Ladeninhaber ist, zu nennen, wenn er die Mög lichkeiten, die ihm durch die Lage seines Geschäftes geboten sind, durch geschickte und vornehme Schausenster-Reklame auszunutzen sich bestrebt. Denn er weiß genau, daß sich die Höhe der Laden miete nach der Lage seines Geschäfts richtet, daß er also einen nicht geringen Teil dieser Miete für die Schaufensteranlagen be zahlt, die ihm deshalb auch diesen Teil wieder hereinbringen und entsprechend Kunden heranziehen müssen. Geboten ist ihm in den Schaufenstern die Gelegenheit zur Kundenwerbung; sie nun auch wahrzunehmen, ist seine Sache. Die Hauptkosten der Schau fenster, die Miete, sind mit dem Laden jedenfalls übernommen und müssen aufgebracht werden. Zu ihnen kommen lediglich noch die nicht sehr schwer ins Gewicht fallenden Unterhaltungskosten, wie Gehalt für den dekorierenden Gehilfen, Ausgaben für Deko rationszwecke usw. Da sich das Material für die verschiedensten Anordnungen immer wieder einmal verwenden läßt und ein fin diger Kopf übrigens mit den einfachsten spottbilligen Sachen allerlei herzurichten versteht, erscheint hiernach im Vergleich zu andern Propagandaartcn die Schaufensterreklame als eine Ver- triebsweise, die sich anr wenigsten kostspielig stellt. Immer im Auge behalten, daß die Ladenmiete allemal bezahlt werden eller Teil« muß, gleichviel ob das Schaufenster in gebührender Weise für die Propaganda nutzbar gemacht wird oder nicht, der Geschäftsin haber mit der Miete des Ladens also gewissermaßen schon so wieso A gesagt hat. Der Grund, warum trotzdem die Schaufenster der Buchhändler oft so wenig den an sie zu stellenden Ansorderungen entsprechen, ist darin zu finden, daß bei der Auslage der Bücher größtenteils gar so wenig Prinzip obwaltet. Nichts wie Buch an Buch, geheftet und gebunden in Leinen und Leder, groß und klein, dick und dünn, alles aus den verschiedensten Wissensgebieten liegt neben-, unter- und übereinander, so daß der Beschauer häufig gerade noch den Titel, kaum aber noch den Verfassernamen lesen kann und dergleichen. (Gelegentlich werden auch an die Fenster scheiben noch so viel Broschüren untereinander angeheftet, daß der Beschauer in die Kniebeuge gehen müßte, wenn er von den eigent lich im Schaufenster stehenden Büchern noch etwas sehen und nicht bloß ahnen will.) Das ist das typische Buchhändlerschaufenster, wie man es in Norddeutschland so gut wie in Mittel- und Süd deutschland, in Österreich, in der Schweiz, in Großstädten genau so wie in kleinen und auch in internationalen Plätzen findet. (Daß es in letzter Zeit teilweise besser geworden ist, wurde schon ein gangs dieser Zeilen zugegeben.) Wie trostlos sich so ein Schau fenster ausnimmt, davon hat der in seinen Alltagssorgen aus gehende Buchhändler meist gar keine Ahnung. Dabei strotzt alles von Leben, wo man eine der Verkehrsstrahen in unfern größe ren Städten abgeht. Gevatter Schneider und Handschuhmacher ver stehen es eben besser, die Schaulust des Publikums zu befriedi gen, und von der Schaulust bis zur Kauflust ist nur ein kleiner Schritt. Am Schaufenster des Buchhändlers aber »geht's vor bei und schaut nicht rein«. Kein Wunder auch, denn das Einerlei so manches Buchhändlerschaufensters, das nicht einmal durch irgend eine Darstellung oder ein gutes Plakat unterbrochen wird, wirkt öfters wie ein Bücherverzeichnis mit nichts als lauter Titeln. Wer nicht für Bücher Interesse hat und deshalb vor sätzlich an so ein Schaufenster herangeht, der wird durch eine mangelhafte Auslage eher abgestoßen als angczogen. Denn das Publikum — die kaufmännischen Dekorateure wissen's und auch diejenigen unter uns, die sich in der Schaufensterdekoration Mühe geben, bestätigen es — hat gar keinen so schlechten Geschmack in diesen Dingen. Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen, das ist gewiß recht. Darauf aber kommt es an, jedem das Seine zu brin gen. Niemand hat Zeit, aus einer Bücherliste, in der alles unter einander stehen würde, mühsam das für ihn etwa Geeignete herauszuklauden. So ist es auch beim Schaufenster. Jedem mutz das für ihn Geeignete schon von weitem ins Auge fallen. In unfern Bücherverzeichnissen ist Systematik Trumpf, dadurch werden sie brauchbar. Warum nicht auch im Schaufenster? Also die Bücher aus gleichem Wissensgebiet zusammen, und zwar sollte immer möglichst ein abgeschlossener Flächenraum für ein Wissens gebiet verwandt werden. Ob dieser Raum in die Tiefe des Schau fensters hinein oder quer hindurch geht, ist gleich; ein freigelasse- ner Streifen von einigen Zentimetern Breite trennt leicht und ansprechend ein Literaturgebiet von dem andern. Wird ein Schaufenster abgeschlossen durch ein Gestell mit einer Anzahl Querleisten für die aufzustellendcn Bücher, so läßt sich jede quer 17LL
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