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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.11.1936
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1936-11-24
- Erscheinungsdatum
- 24.11.1936
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- Deutsch
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Dichter in der Handschrift Eine Ausstellung zur Woche des Deutschen Buches in der hannoverschen Stadtbibliothek Zur Woche des Deutschen Buches hat die Hannoversche Stadt bibliothek, wie hier in Ar. 28V schon kurz erwähnt wurde, eine Aus stellung von Handschriften noch lebender niedersächsischer Dichter ge zeigt, Der Leiter dieser Bücherei, Direktor vr, Busch, hat im Verein mit dem Landesleiter der Reichsschrifttumskammer, vr. Georg Grabenhorst, die Manuskripte gesammelt und jetzt in der Ausstellung der Lfscntiichkeit zugänglich gemacht. Schon seit Jahren ist Direktor Busch darauf bedacht, planmäßig die Handschriften nieder- sächsischer Dichter zu sammeln, um sie in einem niebersächsischen Dichterarchiv zu vereinigen. Ein ebenso glücklicher wie ivertvoiler Gedanke, dem volles Gelingen beschicken sein möge. Vertreten sind bislang Waldemar Augustin, Adolf Georg Bar tels, Adolf Beist, Georg Grabenhorst, Manfred Hausmann, Ricarda Huch, Rudolf Huch, Moritz Jahn, Hjalmar Kutzleb, Karl Lerbs, Mar tin Luserke, Krhr, BörrieS von Münchhausen, Alma Rogge, Wilhelm Scharrelmann, Gustav Schenk, Rudolf Alexander Schröder, Heinrich Sohnrcy, Hans Ullrich, Helene Voigt-Diederichs, Georg v, d. Bring, Robert Walter, August Winnig und Franz Wrede, Damit sind zwar noch längst nicht alte niebersächsischen Dichter vertreten, aber mancher lei ist noch zu erwarten. Teilweise sind die Manuskripte bzw, Manu- skripibläitcr der Bücherei gcschenkwcise, teils als Daucrlcihgabcn überlassen. Die meisten Manuskripte sind mit der Hand geschrieben, einige andere mit der Schreibmaschine, Da sieht man Verbesserungen, bei der letzten Durchsicht angebracht, oft sogar zahlreiche Umstellungen, ein Beweis für sorgsamstes Durchseiien. Die Betrachtung dieses Heranreifens von Dichtwerken ist von austergewöhnlichem Reiz. Man kann nicht ohne stille Ehrfurcht von Menschenhand geschussene Dinge betrachten, die vielleicht Generationen überdauern, Mcnschemvcge be einflussen und immer wieder dienen, dienen dem deutschen Volke, Man braucht keineswegs graphologisch geschult zu sei», um wenigstens einiges ans der Handschrist zu lesen. Da sieht man eine eilig bahin- stürmende Feder, cs scheint, als fürchte der Schreiber, Erdachtes könne ihm entfliehen und nicht schnell genug zu Papier gebracht werden. Dann wieder sieht man ruhige, sanfte Schriftzeichc», in gleichmäßigen, Dahinsließe» hat der Dichter seine Arbeit geleistet. Unter den Manuskripten befindet sich wohl nicht eins, das nicht mehr oder weniger zahlreiche Einfügungen, Streichungen, Verbesse rungen aller Art auswcist. Manchmal hat der Autor zwangsläufig ein zweites Maschinenmanuskript angesertigt, um dem Verleger eine brauchbare Drnckvorlage liefern zu können. In manchen Fälle» ist es unendlich schwer, bas Geschriebene zu entwirren, aber immer wieder muß man die Hartnäckigkeit des Schreibenden bewundern, einmal Begonnenes in di« Form zu bringen, die ihm als die richtigste erscheint, Manfred Hausmann, von dem eine noch unverösfentlichte Erzählung -Abschied von der Jugend» vorlicgt, hat dieselbe Seite nicht weniger als fünfmal mit der Hand immer und immer wieder verändert nicdcrgeschrieben, um schließlich den endgültigen Wortlaut zu finden, Moritz Jahns Niederschrift der -Krangula« und ein Über- sichtsblait zu dieser Dichtung ist nicht weniger interessant. Ans dem Ubersichtsblatt sind mit schier unglaublicher Sorgfalt kleine Dinge zusammcngetrage», mit gewöhnlicher blauer Tinte, aber auch mit roter Tinte geschrieben, Linien laufen hindurch, gestrichelte, punktierte, ebenfalls in zweierlei Farben, dieses und jenes miteinander zu ver binden, Welche scharf geordnete Geistesarbeit ist doch erforderlich, um auch nur ein so kleines Büchlein wie die »Frangula» erstehen zu lasse». Von Ricarda Huch zeigt die Sammlung den ersten Band zu »Der große Krieg«, geschrieben aus Quartbogen, die eingebunden sind. Man sieht aus den ersten Blick, Liebe und Sorgfalt haben da Pate gestanden. ff- Unter den mannigsachsten Lebcnsumständcn sind die Manuskript- blätter der Dichter entstanden, man sieht es ihnen allzu deutlich an. Die sonderbarsten Papiere sind benutzt worden, Reklamezettel, selbst Rechnungen und Briefe sind aus ihrer freien Rückseite beschrieben worden. Sicherlich hat das keiner aus Gleichgültigkeit getan. Rach dem Gang durch die Ausstellung kann man nur feierlich ge stimmt sein. Diese unmittelbare Berührung mit den Niederschriften von Dichtern und Dichterinnen läßt ein wenig ahnen von ihrer Schaffens- und Gcstaltungskrast. Es liegt schon so etwas wie eine persönliche Begegnung mit dem Dichter in der Betrachtung der Hand schriften, und dies in der Woche des Deutschen Buches vielen ermög- iicht zu haben, ist ein guter Beitrag zu unserem buchhändlerischen Streben, immer weiter ins Volk zu dringen mit unserer Waffe des Geistes — -dem deutschen Buch, Richard Kohlberg. Reichsschrifttumskammcr — Gruppe Buchhandel Berlin, 1!), Nov, 1986 Der Leiter des Deutschen Buchhandels, Parteigenosse Wilhelm Banr, hat mit dem heutigen Tage seine Tätigkeit in der Reichsschrist- tumskammer ausgenommen, Eine halbe Million „Rosenderg, Mythus" Dem Erscheinen des MV, Taufend des Buches von Alfred Roscn- berg: »Mythus des XX, Jahrhunderts« widmet der Völkische Beob achter, Süddeutsche Ausgabe, vom 22. November einen längeren Aussatz, dem wir nachstehenden Absatz entnehmen: »In diesen Tagen hat das weltanschauliche Standardwerk der Bewegung, Alfred Rosenbergs .Mythus des XX. Jahrhunderts', die Gesamtauflage von 599 999 Exem plaren überschritten. Dieser Riesenersolg eines so schwerwiegenden Buches, das nicht .gelesen', sondern erarbeitet sein will, beweist, wie lies bereits der .Mythus' in den Jahren seit der nationalsozialistischen Er hebung <1938 betrug die Gesamtauslage 73ggg Exemplare) in das geistige Leben der Nation eingcdrungen ist. Er ist nicht nur zum wissen schaftlichen Handbuch, in dein in allen wesentlichen Punkten die welt anschauliche Begründung der nationalsozialistischen Lehre gegeben wird, er ist heute schon zu einem geistigen Hort für breite Schichten des Volkes, vor allem auch für die Jugend geworden. Sie in erster Linie trägt die Voraussetzungen in sich, die Fülle der Gedanken aufzunehmcn und in ihrer täglichen Arbeit an der Schaffung des neuen deutschen Men schen und an der Gestaltung des neuen Weltbildes fruchtbar iverdcn zu lassen.« Baldur von Schirach Herausgeber von „Wille und Macht" Ter Reichsjugendsührer Baldur von Schirach hat mit dem IS, No vember die Herausgebcrschast des Führerorgans der nationalsozialisti schen Jugend, -Wille und Macht«, übernommen. Dazu äußert sich in einem Vorwort der Zeitschrift, die seit dem 1, Oktober im Zentralverlag der NSDAP., Kranz Eher Nächst, München, erscheint, der Hauptschriftleiter Günter Kausmann: Baldur von Schirach greise eine Tradition wieder aus, die seinen Name» schon mit dem -Wade mischen Beobachter«, mit der »Deutschen Zuknnsl« und bis Juni 1933 mit »Wille und Macht« verbunden habe, Deutsche BUHnenverlegcr Die vom Verband deutscher Bühnenschriftsteller und Bllhncn- komponisten herausgegebene Zeitschrift »Der Autor» (Berlin W 89, Ansbacher Straße Sl>) veröffentlicht in ihrer Nummer 19 ein Ver zeichnis der der Vereinigung der Bühncnvcrlcger c, V,, Fachverband der Neichstheaterkammer, angehörendcn Verleger, die im Besitz einer von der Reichstheaterkammer ausgestellten Zulassungsurkunde sind. Weihnachtskataloge Die Schriftleitung des Börsenblattes bittet zu Besprechungszwecken um Zusendung aller Weihnachtskataloge, besonders auch aller Gemcin- schastskataloge und der von Sortimentern heransgcgcbcnen, Dichtcrabend Tic Buchhandlung C, Niese Nächst Teschner L Zöllner in Saalseld schreibt uns: »Wir habe» am 3, November Rudolf G, Binding zu einem Vortragsabend hier gehabt. Der Abend war außerordentlich gut besucht. Der Dichter sprach über die unzertrenn liche Beziehung der Dichtkunst zur Nation, und es gelang ihm schon mit den ersten Sätzen, die Verbindung mit den Zuhörer» hcrzustcllen. Es folgten einige seiner Gedichte, und bann las Binding ans seiner Anekdote aus dem großen Kriege .Wir fordern Reims zur Übergabe aus'. Reicher Beifall zeigte uns, daß auch unser zweiter Dichter-Abend in Saalfeld ein Erfolg gewesen ist«. 1027
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