x° 54, 5. März 1935. Fertige Bücher. Börsenblatt f. d.Dtschn. Buchhandel. 961 Die Reichsstelle zur Förderung des Deutschen Schrifttums hat unterm 24. Oktober 4934 über das Manuskript wie folgt geurteilt: Die Niederschrift des Buches, daS zu rechter Zeit kommt, wird insofern besonders begrüßt, als das Buch auf würdige und schöne Weise ein Denk mal für die deutsche Krankenschwester im Großen Kriege darstcllt. Gerade jetzt, anläßlich der 20 jährigen Wiederkehr der ersten Kriegszeit, sollte das Buch weite Verbreitung finden. Cs verdient die Aufnahme in öffentliche Büchereien und wird empfohlen. Clse Frobenius schreibt in der „Deutschen Allg. Zeitung": Vor allem der Jugend, die heute eindringlich nach dem Kriegsgeschehen forscht und das Hochbild der heldischen Frau zu neuen Ehren bringen will, kann es viel geben. Wenn die Verfasserin, die in Nordamerika weilte und im Sommer 4944 von einem unerklärlichen Drang in die Heimat zurück geführt wurde, sagt: „Wenn mein Bruder. . . seinen Waffenrock anziehen sollte und bereit sein zu schießen, dann muß ich die weiße Haube aufsetzen und bereit sein, den Männern ihre Wunden zu verbinden. Ich muß dann das tun, was alle Deutschen tun" ... so gibt sie jener Volksverbundenheit Wort, die auch von der Frau der neuen Zeit gefordert wird. Im Dienste des Noten Kreuzes geht eine Schar junger Helferinnen nach Österreich, arbeitet in Mähren, Wien, am Isonzo, an den Alpenpässen Kärntens und der ungarischen Karpathen. Sie richten Operationsbaracken ein, müssen Tausende von Kranken und Schwerverletzten verpflegen und unsagbares Leiden mit ansehen. Stoisch ertragen sie alles, „weil uns das mit den Leiden der Männer im Felde verbindet." Das bunte Völkergemisch der Donaumonarchie umgibt sie: feindselige Tschechen, tapfer-heimattreue Kärntner, ritterliche Ungarn, dumpfergebcne Russen. „Alle sind meine Brüder" — wenn sie hilflos daliegen. Besonders groß ist die Freude, wenn man deutsche Soldaten trifft — „auch das ist Heimat." Knapp und lebendig erzählt die Verfasserin von ihrer Barackenarbeit, von der sachlichen Leistung, die die Schwestern mit heiligem Eifer angreifen. Für die östlichen Menschen, unter denen sie lebt, hat sie viel Verständnis und schildert sie frisch, kräftig, mit Humor. Straffe Selbstdisziplin hilft ihr, manche Schwierigkeiten überwinden. . . Als sie auf Urlaub nach Deutschland geht, heiratet sie dort einen baltischen Jugendfreund und er lebt mit ihm den Volschewisteneinbruch in Kurland. So rollt sich das Schicksal des osteuropäischen Deutschtums am Ausschnitt ihres Schicksals vor dem Leser auf, und der Rahmen weitet sich zum Volkserleben. Inmitten der Kriegswirren steigt ihr oft blitzartig die Erkenntnis auf, daß die alte Welt am Versinken ist, und sie sagt die zukunftsschweren Worte: „Auf uns kommt es an. Auf dich und mich und jeden einzelnen Menschen . . . Und wenn wir erst so weit sind, daß wir alle untereinander Verantwortung zu tragen bereit sind, zuerst und in vollem Umfange jeder Mensch für sich selbst — und gleichzeitig auch für den anderen Menschen — dann — ja, machst oder was du aus einer Niederlage machst, — darauf kommt's an." Die Niedersächsische Tageszeitung schreibt: Die Erlebnisse einer Armeeschwester finden in „Mädels im Kriegs- Anfang bis Ende fesselnde und ergreifende Buch. R.-S. E. Die Völkische Frauenzeitung: Unsere Jugend hat das Bild der heldischen Frau neu, offen und klar hingestellt, nachdem es eine Zeitlang unter schillernden und trüben Schleiern verhüllt gewesen war. Darum gibt Suse von Hoerner-Heinhes Buch „Mädels im Kriegsdienst" vielen Antwort auf eindringlich gestellte Fragen. sehnsucht scheint auch in den Frauen zu leben, die Seite an Seite der Feldgrauen halb Europa durchziehen. Inmitten aller Kriegsnot spürt man doch ihre Aufgeschlossenheit für die Erscheinungen der Natur, ihre Freude am Planen und Wagen. Sie ertragen ebenso heldenhaft wie die Männer 3 Dieser Prospekt steht dem Sortiment bei Bestellung des Buches in angemessener Anzahl zur Verfügung Lörsenblalt f. d. Deutschen Buchhandel. 1V2. Jahrgang. 128