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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.10.1931
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- 1931-10-29
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- 29.10.1931
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L5L, 29. Oktober 1S3I. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn Buchhandel. so erhöht sich die Herstellung des einzelnen Exemplars um etwa 18 Prozent (der Betrag schwankt zwischen 17 und 20 Prozent). Unge fähr die gleiche Erhöhung tritt ein, wenn er statt 3000 Auflage nur noch 2000 druckt. Wäre der Herstellungspreis bei 5000 also bei spielsweise 1 Mark, so wäre er bei 3000 1.18 RM. Angenommen weiterhin, der Verleger würde bei 5000 Auflage einen Ladenpreis von 5.— NM festsetzen, so muhte er jetzt, damit ihm für Honorar, Spesen und Gewinn ungefähr der gleiche Betrag wie für die auf der Grund lage von 5000 Exemplaren kalkulierte Auflage übrig bleibt — voraus gesetzt natürlich, daß die Auflage ausverkauft wird —, den ur sprünglich vorgesehenen Ladenpreis um etwa 1 Mark erhöhen, womit natürlich, besonders in der heutigen Zeit des billigen Buches, eine wesentliche Absatzverringeruug verbunden wäre. Also muß ein Aus gleich gefunden werden, wonach es möglich ist, ohne Erhöhung des Ladenpreises und des Risikos eine kleinere Auflage zu drucken und doch ohne Verlust zu arbeiten. Da man annehmen kann, daß die Kalkulation des Verlages kaum einer Änderung fähig ist, denn jeder Verlag wird heute mit dem äußersten Spesen- und Gewinnsatz rechnen, schon um nicht unnötig den Ladenpreis hochzutreiben und den Absatz des Buches damit zu erschweren, bleibt als Ausgleich nur noch der Rabatt. (Vom Honorar, das eine Sonderstellung einnimmt, soll hier nicht die Rede sein.) Wie hoch ist nun der Rabatt, den der Verleger in seine Kalkulation einsetzen muß? Herr Lempp stellt in seinem Artikel fest, daß der tatsächliche Sortimenter rabatt nach Eiurechnung des unverkäuflichen Festlagers etwa 27 bis 28 Prozeut beträgt gegenüber dem erhaltenen Durchschnittsrabatt von etwa 36 bis 37 Prozent. Beim belletristischen Verlag liegt der Fall gerade umgekehrt. Hier steigt der Durchschnittsrabatt vou 37 Prozent nach Einrechnung aller Vergünstigungen, wie Vorzugs angebote, Partiebezüge, Staffelrabatte, Leseexemplare usw., aus 12 bis 43 Prozent. Mit diesem Rabattsatz muß der Verleger in seiner Kalkulation rechnen. Mit dem gleichen Satz muß er jedoch auch dann rechnen, wenn die Mehrzahl seiner Bücher bedingt ausgeliefert wird, da es heute allgemein üblich ist, Bedingtexemplare mit dem gleichen Rabatt wie Festexemplare zu liefern. Was besagt dies? Daß ein Ausgleich durch den Rabatt vorläufig nicht eintritt, und daß der Verleger durch Ansetzung einer hohen Auflage oder eines hohen Ladenpreises ein größeres Risiko wie bisher eingehen muß. Es ist daher notwendig, daß der Bedingtrabatt wieder unter den Festrabatt finkt, was dem Festbesteller gegenüber nur recht und billig wäre, damit der Verleger in seiner Kalkulation mit einem geringeren Durchschnittsrabatt rechnen kann und es ihm eher er möglicht wäre, eine kleinere Auflage zu drucken, trotzdem den Laden preis in annehmbaren Grenzen zu halten und auf diese Weise das Gesamtrisiko etwas zu verringern. Darum: wenn der Bedingtverkehr der richtige Weg ist oder werden soll, wäre es gut, sich über diese grundlegenden Fragen klar zu werden und eine Regelung vorzuuehmen, damit dieser neue Weg auch wirklich beiden Teilen des Buchhandels zugute kommt und dazu beiträgt, wieder zu normalere» Verhältnissen zurückzuführen. Feder rechnende Sortimenter wird einseheu, daß es dem Verlag unmöglich ist, gute Bücher mit billigen Ladenpreisen auf langen Kredit mit hohem Rabatt in Kommission zu geben. Das hieße, die Sache an allen vier Zipfeln packen wollen. v. K. Das Düchereiwesen der deutschen Schulen. Kürzlich sind die Ergebnisse der letzten N e i ch s s ch u I st a t i st i k für das Schuljahr 1 026/27 veröffentlicht worden*). Sie geben auch eine» nahezu vollständigen Überblick über den Umfang und die Gliederung des Büchereiweseus an den deutschen Schulen. Zwar liegen die Erhebungsgruudlagen dafür bereits einige Jahre zurück. Sie stammen aber aus einer Zeit, in der der Bestand durch Sparmaßnahmen im allgemeinen noch nicht irgendwie ernsthaft be rührt worden ist. Selbst wenn man hier und da inzwischen auch eine Weiterentwicklung in günstigem Sinne anuehmen darf, so hat mau doch im großen und ganzen das Bild vom deutschen Schulbücherei- weseu, wie es sich vor dem großen Kulturabbau der Fahre 1030 lind 1031 darbietet. Es handelt sich hierbei um insgesamt 58 380 Schulen jeder Art mit 317 866 Lehrern und 7 820 351 Schülern. Diese Schulen haben 34 006 Lehrerbüchereien und 51123 Schülerbüchereien. Das gibt eine äußerliche Vorstellung von dem Umfang dieses Zweiges des Bücherei wesens. Man kann darnach feststellen, daß also rund 60 Prozent aller Schulen mit Lehrerbüchereicn und rund 88 Prozent mit Schüler- *) Vierteljahrshefte zur Statistik des Deutschen Reiches. Jg. 39, Ergänzungsheft V. 1931. büchereien ausgestattet sind. Die Verhältnisse liegen aber bei den einzelnen Schulgattungen sehr verschieden. Es hatten Lehrerb. und Schülerb. von den öffentlichen Volksschulen 57.8^, 88.1^ (z. Tl. Privatschulen) 47.584, 69.4^ von den Mittelschulen 70.28^, 74.80g von den höheren Schulen (Schüler) 100.08o 99.384> von den höheren Schulen (Schülerinnen) 94.684, 94.584, Man sieht deutlich, daß bei den höheren Lehranstalten die Bücherei organisation so gut wie restlos durchgeführt ist. Es ist dabei aller dings zu beachten, daß die Entwicklung hier viel weiter zurückreicht als bei den Volksschulen. Gleichwohl ist auch der Sah von 88,1^ für die Schülerbüchereien der Volksschulen nicht ungünstig. Er be deutet vor allem eineü Fortschritt gegenüber den Feststellungen der Neichsschulstatistik von 1921/22, nach der 39,8A der Volksschulen mit Lehrerbüchereien und 80,526 mit Schülerbüchereien versehen waren. Was die Lehrerbüchereien anbetrifft, so ist auch nach den Ergebnissen des Schuljahres 1926/27 die Forderung, daß in jeder Volksschule wenigstens eine kleine Handbücherei für den Lehrer vor handen sein soll (für Preußen durch einen Ministerialerlaß vom Fahre 1924 besonders geregelt), noch längst nicht erfüllt. — Leider liegen für die Verteilung der Büchereien auf die einzelnen Schul gattungen keine Zahlen von den Fortbildungs-, Berufs- und Fach schulen vor. Die erwähnten 34 906 Lehrerbllchereien umfassen 12 687 207 Bände und die 51123 Schülerbüchereien 12 172 792 Bände. Man muß allerdings beachten, daß hier das Ergebnis verschiedener Zähl methoden vorliegt. Im Durchschnitt würden auf eine Lehrerbücherei 363 Bände und auf eine Schülerbücherei 238 Bände entfallen. Legt man die Gesamtzahl der Lehrer und Schüler zugrunde, so kommen auf den Kopf des Lehrers rund 40 Bände und auf den Kopf des Schülers rund 1,5 Bände. Für die einzelnen Schulgat tungen ist das Bild dabei folgendes: Es entfallen auf Lehrer Bde.; auf Schüler Bde. in den Volksschulen 1 14.5 1 1.2 in den Schulen mit Volksschulziel 1 41.7 1 2.0 in den Mittelschulen 47.0 1 1.9 in den höheren Schulen (Schüler) 1 203.3 1 4.4 in den höheren Schulen (Schülerinnen) 1 72.8 1 2.6 Nach der Neichsschulstatistik vou 1921/22 kamen *bei den Volks schulen auf den Kopf des Lehrers 11,5 Bände und auf den Kopf des Schülers 0,81 Bände. Es ist also auch unter diesem Gesichts punkte ein Fortschritt festzustelleu. Damit wäre allgemein die Forde rung des preußischen Ministerialerlasses vom Fahre 1924 bzw. vom 9. Juni 1928 erfüllt, daß auf den Kopf eines Volksschlllers mindestens 1 Band entfällt. Aus den vorstehenden Zahlen ist die besondere Stellung, die die Büchereien an den höheren Lehranstalten eiu- nehmeu, ohne weiteres wiederum deutlich ersichtlich. Deutlicher noch werden die Verhältnisse, wenn man innerhalb der einzelnen Schulgattungen die auf die einzelne Bücherei im Durch schnitt entfallenden Bandzahlen gegenüberstellt. Besonders auf schlußreich wird diese Gegenüberstellung, wenn nach Gemeinden größenklassen gruppiert wird. Zunächst die Lehrerbüchereien. ^ 2000 E. 10 000 E. 100 000 E. 100 WO E. Volksschulen 43 Bde. 171 Bde. 305 Bde. 346 Bde. Mittelschulen 665 Bde. 376 Bde. 788 Bde. 854 Bde. höh. Schulen (Schüler) 3322 Bde. 3052 Bde. 5466 Bde. 4675 Bde. höh. Schulen (Schülerin.) 1394 Bde. 1406 Bde. 1592 Bde. 1757 Bde. Das Bild ist ganz eindeutig: Die größeren Kommunen sind leistungs fähiger. Freilich ist in den Schulen der Mittel- und Großstädte auch die Zahl der Lehrer, die auf eine Anstalt entfällt, naturgemäß größer. In den Kleinstädten handelt es sich bei den Volksschulen zum großen Teil um geriugstufige Anstalten. Ganz ähnlich ist das Bild bei den Schülerbüchereien. Gemeinden unter bis bis über 2000 E. 10000 E. 100 000 E. 100000 E. Volksschulen 111 Bde. 226 Bde. 401 Bde. 622 Bde. Mittelschulen 205 Bde. 276 Bde. 546 Bde. 652 Bde. höh. Schulen (Schüler) 888 Bde. 988 Bde. 1765 Bde. 2034 Bde. höh. Schulen (Schülerin.) 858 Bde. 682 Bde. 863 Bde. 1020 Bde. Bemerkenswert ist, daß die höheren Mädchenschulen schlechter ge stellt sind als die übrigen höheren Schulen. Sowohl die Lehrcr- wie die Schülerbüchereien sind hier noch nicht so weit ausgebaut. Bei den höheren Schulen ist im Vergleich zu den Schülerbüchereien der Volksschulen zu beachten, daß diese ausschließlich aus öffentlichen Mitteln, jene aber zum größeren Teil aus Beiträgen der Schüler 951
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