x° 237. 10. Oktober 1928. Fertige Bücher. Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. 8569 sebreibt am 29. 9. in den lVlünebner Neuesten l^aebriebten über- KD8^8 1^ OIL ^6ll?" Dieser neue R.oman „kabrt irr die blaebt" (Ostdeutsebe Verlagsanstalt) bat sieb raseb eingestellt. kr ist sebmäler, konrentrierter, beberrsebter. Irr erstaunlieber Weise erweist sieb 8praebe und Oestaltun gskralt darin gewaebsen. lVlit einer praebtvollen Vebemenr reibt er gleieb in den ersten 8ät2en binein in das Obaos des I^acbkriegs: eine kisenbabnlabrt l^uer aus dem Zusammen brueb naeb Lreslau, knisternde ^.tmospbäre rwiseben ^.narebie, kolen- einbrueb undkreisebärlertum, all das kontrastiert grell mit tragiseben klitrbilderu privaten 8ebicksa1s — mit einem lkuek lüblt man sieb in die krräblung geworden wie in einen sau senden ^ug. Deutlieber wird nun der ganxe llmkang, die Lesonderbeit seines erräbleriseben lalents klar, dem mäebtige lVlaterien der2eitwelt erlabrungsgemäb vertraut sind, der ebenso ein deutsebes l^ittergutsseliieksal 2U entwickeln weilZ wie einen amerikaniseben Oesebäkts- betrieb 2U sebildern, und dem eine sebr männliebe Einstellung rur ^eit noeb einen be sonderen Impetus ins lVloralisebe gibt. Denn bier gibt es keine IVlübiggänger, keine Dange weile- und Duxusatmospbäre. ^.Ile seine lübrenden lVlenseben baben den entseblossenen Willen, sieb rureebtLukämplen, sie küblen dunkel und sebr riebtig, dab die grauenbalteVer- wirrung, die nervenrerstürende 8pannung, der unser ganres Oescbleebt unterworlen war, endlicb einmal endgültig umgesebaltet werden mub 2u einem neuen latwillen, 2u einer buman binwirkenden kralt. leder seiner Helden bewäbrt sieb als volldurebrüttelter, vom Wirklieben angelabter lVlenseb, stark in der lat, entseblossen im llnglüek und geistig be- reiebert dureb seine eigene Niederlage; derart ist immer aus dem Obaotiseben der kpoebe, das der Künstler bildneriseb unbarmber^ig naebseiebnet, Lugleieb geistig eine langente binaus ins Dnendbebe gegeben, kin so belraebteter koman wie diese „kabrt in die b^aebt" sebeint mir ein gutes ^nreebt 2U baben, viel gelesen und redlieb beacbtet ru werden, weil er in kondensierter und geistig beberrsebter korm unsere unmittelbare Wirkbebkeit doku- mentariseb darstellt, weil seine 8pannungen redlieb, seine Episoden überzeugend und seine lVlenseben repräsentativ sind. leb babe dabei lebbatt an Oskar Wildes weit über den Wit2 binaus wabres Wort gedaebt, das inrwiseben 2U einer lVlabnung an die Künstler unserer 2eit geworden ist: „Die einzige Verpkbebtung, die wir gegen die Oesebiebte baben, ist, sie noeb- mals ru sebreiben." Wer die Oesebiebte unserer ^ieit gut gestaltet, der mitgestaltet aucb gut au der Oegenwart; darum sollte ein ernster, reiner und redlicber Oegen wartsroman wie dieser trot? seines scbmalen Omlangs als wesentlieb beaebtet werden, kr gebürt, und damit sein ^.utor Ulbert k.ust selbst, ru den wiebtigen deutscben l^euersebeinungen dieses labres. 8oleli6 b6K6i8l6rl6 Ulrleile über Ku8i8 neuen vornan linäen 8ie jetLl Ln allen rnalZKebenclen Llättern.