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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.11.1921
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1921-11-03
- Erscheinungsdatum
- 03.11.1921
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- Deutsch
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x° 257, 3. November 1921. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Wie Augenblicke schwanden die Stunden an der mit Blumen reichgeschmückten Tafel dahin. Manche Hauptversammlung in früheren Jahren ist ohne Damen abgehalten worden und konnte daher nur bescheidenere Erinnerungen bei den Teilnehmern zurück- lassen. Unser Festausschuß hat diesen Fehler glücklicherweise nicht wiederholt, sondern er hat sich gesagt: eine Hauptversamm lung in Hamburg ohne Damen gibt's nicht mehr! Der Bericht erstatter möchte dazu der Hoffnung Ausdruck geben, daß auch unsere lieben Kollegen in Bremen, Lübeck, Kiel, Oldenburg, Flensburg, oder wo sonst in Zukunft der Kreis Norden tagen wird, nur mit Abscheu sich abwenden von der Behauptung: »Wer seine Frau lieb hat, läßt sie zu Haus«. Ja, unsere Damen, sie haben unserem Beisammensein erst die höhere Weihe verliehen und außerdem einen sonst nicht denk baren Frohsinn geschaffen. Wer über die zu einem Ganzen ver einten vier langen Tische seinen Blick schweifen ließ, mußte ent zückt sein von dem farbenprächtigen Bilde sowie von dem gar lieblich ins Ohr tönenden Gezwitscher. Sodann aber gab es noch eine wunderhübsche Überraschung, als Fräulein Weise, aus dem Kranz der Damen hervortretend, uns durch den Vortrag einiger Lieder erfreute. Das geschah gegen Ende der Täfelung, während früher, gleichsam als trostbringende Einschiebsel zwi schen den Tischreden, auch einige Lieder gemeinsam gesungen wurden. Die Texte stehen in der Festschrift (Seite 5—8). Rei zend war das Lied »Wir Frauen« (von der Gattin unseres Otto Meißner gedichtet), und ergreifend wirkte das Gedicht unseres Dresdner Freundes Hayno Focken: »Schwarzweißrot«. Unsere alte deutsche Flagge, die überall in der Welt sich Ehren und An sehen verschafft hat — unser jetziger Reichstag hat sie aufgegeben - indessen: sie wird in unseren Herzen weiterleben, um dereinst wieder den deutschen Namen zur Geltung zu bringen. — Als etwa um 6^ Uhr aus dem Munde unseres Vorsitzenden das Wort »Gesegnete Mahlzeit« ertönte, wären wohl manche von den lieben Tischgenossen noch etwas sitzen geblieben, und viel leicht hat einer oder der andere sich mit dem Berichterstatter des Dichterwortes erinnert: »O, laß dich halten, goldene Stunde!« Wie lange nach Tische das gemütliche Beisammensein noch gedauert hat, ist nicht genau festgestellt worden. Jedenfalls waren es noch mehrere Stunden, in deren Verlauf materielle und geistige Genüsse geboten wurden. Dem Kaffeestündchen folgte ein Tanz der jüngeren Welt, wobei sich allerdings auch ältere Ehepaare usw. beteiligten. Ein auserlesener Genuß wurde den Anwesen den noch von unserem Kollegen August Westphalen berei tet, der zum Entzücken aller Hörer Lieder und Balladen von Schu mann und Löwe sang. Auch unser Kollege Heldt entfesselte wieder stürmische Heiterkeit durch seine humorvollen Vorträge. Damit möge die Schilderung des ersten und Haupttages ab geschlossen sein. Für den folgenden Tag hatte der Festausschuß einen Ausflug mit der Bahn in unsere nördlich von der Stadt gelegenen Walddörfer vorgesehen. Es nahmen rund 70 Perso nen an diesem Ausflug teil, der, durch günstige Witterung unter stützt, aufs schönste verlief. Eine Station vor Wohldorf, unserem Endziel, verließen wir den Zug und pilgerten in kleinen Grup pen durch den herrlichen Wald, der noch sein dunkelgrünes Kleid trug, an dem nur vereinzelt goldigrote Streifen sichtbar waren. Im Gasthause »Zur Schleuse« wurde um 1 Uhr das Mittags mahl eingenommen. Selbstverständlich wurden wieder viele Reden gehalten und Lieder gesungen, u. a. ein köstliches Lied von unserem alten Freunde Otto H e i d m ü l l e r - Wismar, der leider durch Krankheit verhindert war, mit uns fröhlich zu sein. Mit einer Auszählung der verschiedenen oratorischen und musika lischen Leistungen möchte ich diesen Bericht nicht noch verlängern, kann es aber nicht unterlassen, eines Trinkspruchs zu gedenken, den Kollege Ernst Maasch (die sogenannte Leipziger Lerche) unserem Otto Meißner darbrachte in dankbarem Gedenken an die von ihm herausgegebene Festschrift. Alle Teilnehmer werden sie inzwischen gelesen und sich ihres reichhaltigen Inhalts auf richtig gefreut haben. Der aufmerksame Leser muß erstaunt sein, was hier in fleißiger und wahrhaft feinfühliger Weise zusammen getragen wurde, und zwar um ein stimmungsvolles Bild zu schas sen von der Eigenart unseres niederdeutschen Landes, seiner Be wohner, seiner Schriftsteller und Dichter. Alle Beiträge in Poesie und Prosa vereinigen sich zu einer harmonischen Einheit, die ein sprechendes Zeugnis ablegt für unsere ganze nieder deutsche Art. Der unserem Kollegen Otto Meißner dargebrachte Dank kann hier nur wiederholt werden mit der Versicherung, daß seine große Mühe und Arbeit allseitig anerkannt und sein Werk als ein aufs schönste gelungenes bezeichnet wurde. Nach seinen bewegten Dankesworten schlug die Stimmung wieder um und erreichte ihren von froher Laune gespeisten Höhe punkt in der gemeinsam gesungenen »Lammerstraat«. Wer die ses schöne Lied nicht kennt, muß meines Erachtens aufrichtigen Herzens bedauert werden. Nach Aufhebung der Tafel zerstreuten sich die Besucher im Walde, andere vergnügten sich mit Boot fahren auf dem großen Teich vor dem Hause, während wiederum andere Kegel schoben, wobei die Damen kräftig mithalfen. Dann zu guter Letzt fanden sich alle wieder zusammen bei einer Tasse Kaffee mit kolossalen Kuchenbergen. Kurz nach 6 Uhr wurde die Rückfahrt nach Hamburg angetreten, und mit einem »Auf Wie dersehen nächstes Jahr in Flensburg« nahm man Abschied von einander. Der Unterzeichnete Berichterstatter darf nun auch seine Feder niederlegen, aber bevor er sich von seinen freundlichen Le sern verabschiedet, möchte er noch ein zusammenfassendes Schluß wort im Namen seiner Hamburg-Altonaer Kollegen aussprechen: Wir haben zwei unvergeßlich schöne Tage im Kreise lieber Kolle gen verlebt, wir haben dabei unsere Herzen geöffnet in gegen seitig empfundener Freundschaft und haben wiederum den Segen der Arbeit für unseren schönen Beruf gespürt, und bei dieser Arbeit haben wir aufs neue erkannt, daß auch die tiefsten Gegen sätze ausgeglichen werden können, wenn guter Wille mit Ver trauen sich verbindet. In diesem Sinne möchte der Unterzeich nete seinen Bericht beenden, indem er den Schluß seiner Tisch rede vom 25. September hierher setzt: Unser geliebter deutscher Buchhandel — er lebe hoch! Hermann Seippel. Alle k°Ic!l1e»88MMlUNA, dosodriskon von l^rioärioll VI o >' 6 - Mt sinor bankilllrunA von 17nlversitäl8-?rok688or 1)r. blrrwt UsiZmann - UsipmA. VIII, 94 (96) 8. 8". lleipriZ, brisärioll VIo^6i8 UuelllluncklunA. 1921 kacksnprsio ^ 40.—. Der bekannte Leipziger Antiquar, dessen beschreibende Verzeich nisse seiner Heine-, Goethe-, Maler Müller-, Hebbel- Sammlungen sden hübschen Katalog 100 der Weither-Lite ratur nicht zu vergessen) in den Händen aller sind, eröffnet den neue sten Band dieser seiner Bibliographien mit einer etwas griesgrämigen Vorbemerkung, in der er beklagt, daß seine Arbeiten von wissen schaftlicher Seite nicht diejenige Anerkennung gefunden hätten, deren sie schon der vielen Mühen wegen, die auf sie gewendet wären, würdig gewesen seien. Das ist nun an und für sich eine Schlußfolgerung, der sich nicht ohne weiteres beistimmen läßt: es kommt ans die Leistung selbst an, nicht auf den Arbeitsfleiß und die Arbeitszeit. (Denn in den Wissenschaften gibt es ja glücklicherweise noch keinen AchtstunLen- Arbeitstag.) Im übrigen aber scheint mir, soweit ich sehe, der Miß mut des Herrn Verfassers unbegründet. Seine Monographien werden viel benutzt und viel zitiert, in der bibliographischen Praxis ebenso wie in der literarhistorischen Wissenschaft. Ein bibliographisches Handbuch ohne Kehl und Tadel ist erst durch eine lange Auflagcnreihc zu ge winnen, sofern cs selbst auch noch viele Vorarbeiten zu leisten hat. Wenn man da oder dort mit den bibliographischen Monographien des Herrn Friedrich Meyer nicht immer einverstanden gewesen sein sollte, so kann sich ein solches Urteil nur gegen Einzelheiten ge wendet haben, in der Hauptsache vermutlich dagegen, daß bisweilen manchen Antiquariatskataloggewohnheiten bei der methodischen und systematischen Anlage dieser Verzeichnisse der Vorzug gegeben wurde. Das aber sind geringfügige Schönheitsfehler vielen Vorzügen gegen über, so insbesondere den vielerlei Entdeckungen gegenüber, auf die diese Kataloge hinwiesen und die vor allem ans einer gründlichen Durchforschung der periodischen Literatur beruhten, dem auf Voll- 1609
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