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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.03.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-03-25
- Erscheinungsdatum
- 25.03.1914
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- Deutsch
- Sammlungen
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Redaktioneller Teil. ^ 69, 25. März 1914. besonderer Mitwirkung des Herrn Gustav Kirstein so er folgreich, daß schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit dem Di rektorium derAusstellungAnmeldungen imWerte von ca. 75000-kk übergeben werden konnten. Inzwischen war im Vorstande der Gedanke aufgetaucht, innerhalb dieser Kollektiv-Ausstellung eine repräsentative Ausstellung zur Veranschaulichung der Bedeutung Leipzigs als Mittelpunktes des Weltbuchhandels zu veranstalten.! Durch eine außerordentliche Hauptversammlung wurden dem Vorstand hierzu die Mittel an die Hand gegeben, und seitdem ist dieser bemüht, etwas des Leipziger Buchhandels Würdiges zu schaffen. In regelmäßigen wöchentlichen Sitzungen, an denen auch Herr Alfred Voerster auf die Bitte des Vorstandes teilnimmt, wird über die Ausführung der aufgetauchten Ideen beraten, ein mit statistischen Arbeiten Wohl vertrauter Herr wurde enga giert, und tüchtige Mitarbeiter gewonnen, so daß begründete Hoffnung besteht, das gesteckte Ziel zum Wohle unseres Leipziger Buchhandels zu erreichen. Der Hauptausschuß trat in einer gemeinschaft lichen Sitzung einstimmig der Ansicht des Vorstandes bei, daß das Vorgehen einer Anzahl von Musikalienhand lungen im Kampfe gegen die Warenhäuser als satzungs widrig anzusehen und demgemäß nicht zu dulden sei, wenngleich nicht verkannt wurde, daß sich die betreffenden Firmen in einer Art von Notwehr befanden. — Der Beschwerde eines Kommissionärs gegen einen andern Kommissionär wegen versuchter Kommittentenjägerei konnte nicht Folge gegeben wer den, weil die Voraussetzungen des K 7 Absatz 5 der Satzung, aus die sich der Kläger berief, nicht als gegeben angesehen werden konnten. — Der Hauptausschuß beschäftigte sich weiter mit den Vorbereitungen für die Wahlen, der Prüfung des Rechnungs abschlusses, der Kasse und des Voranschlags, worüber besonderer Bericht erstattet wird. Die Registrande der Geschäftsstelle hatte im Berichts jahre zu bearbeiten: 1120 Eingänge und 1418 Ausgänge. Außer dem gelangten mehrfach Rundschreiben an die Mitglieder zur Versendung, so z. B. gelegentlich der Wahlen zur Ortskranken- kasse, der Beisitzerwahlen zum Kaufmannsgericht usw. Die Lehranstalt erfreute sich imBerichtsjahre ruhiger,un gestörter Arbeit, die sie nun schon zwei Menschenalter — seit An fang 1853 — im Dienste des Leipziger Vereins wie des gesamten Buchhandels in segensreicher Weise ausgeübt hat. Mit emstem Eifer hat sic die ihr gesteckten Ziele verfolgt und, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, auch erreicht. Die Schülerschaft ist abermals bedeutend gewachsen: den 387 Schülern des Vorjahres standen im Berichtsjahre 430 Schüler gegenüber (einschließlich der Extraner und Hospi- tanten), und die Zahl der Buchhandlungsgehilfen und -gehilsinnen, die an den seit nunmehr 1907 alljährlich wieder kehrenden Fortbildungskursen teilnahmen, stieg von 180 auf 204, so daß insgesamt 634 junge Buchhandlungsbeflissene in der An stalt berufliche Ausbildung und Förderung empfingen. In dieser stattlichen Zahl darf ein Beweis für das Vertrauen erblickt wer den, das sich die Lehranstalt sowohl bei den Mitgliedern unsers Vereins, wie auch bei unsrer Gehilfenschaft zu erwerben ge wußt hat und das sie an ihrem Teile stets zu rechtfertigen suchen wird. Der Unterricht wurde in siebzehn Klassen erteilt, von denen fünfzehn aus die Lehrlings-Abteilung mit halbtägigem Unter richt und zwei auf die Extraner- oder Vollschlller-Abteilung mit ganztägigem Unterricht entfielen; dazu kamen im Winterhalb jahr acht besondere Fortbildungskurse für die jüngere Gehilfen schaft, die sich aus folgende Fächer erstreckten: doppelte Buchhal tung, buchhändlerische Rechtskunde, Buchgewerbekunde, Steno graphie, Französisch und Englisch für Fortgeschrittene, deutsche Literatur der jüngsten Vergangenheit und Gegenwart und Mu sikgeschichte (von Bach an). Diese Kurse werden in der Form von Vorlesungen und Übungen abgehalten und stehen durchaus auf akademischer Höhe; daß sie einem Bedürfnis entsprechen, wird durch mehrjährige Erfahrung und zahlreiche Zuschriften früherer Teilnehmer bestätigt. Unter den Schülern herrschte ein frischer Geist und ein ernster Sinn, und auch ihr Verhallen und Fleiß waren im allge 442 meinen so, wie es die Anstalt von jungen Leuten erwarten mutz, die für den Wettbewerb in ihrem Lebensberuf ausgerüstet werden sollen. Leider hat die Verordnung des Königlichen Ministeriums des Innern vom 21. April, die sich auf den Schulbesuch der noch fortbildungsschulpflichtigen Lehrlinge bezieht und den Mit gliedern des Vereins durch Rundschreiben bekanntgegeben wor den ist, nicht allenthalben die wünschenswerte Beachtung ge funden, so daß hier daran erinnert sein möge. Der Lehrkörper besteht aus neunzehn Herren, von denen sechs der Anstalt hauptamtlich, die übrigen nebenamtlich ver pflichtet sind. Eine Änderung trat insofern ein, als ein jünge rer Lehrer nach dreijähriger Tätigkeit einem ehrenvollen Ruse als Direktor an eine auswärtige Handelsschule folgte, doch haben wir einen vollwertigen Ersatz gefunden. Erfreulicherweise sind Erkrankungen von längerer Dauer überhaupt nicht vorgekommen, so daß der Unterricht lehrplanmäßig versehen werden konnte. Auch im Berichtsjahre haben mehrere Lehrausflüge in buch gewerbliche Musterbetriebe stattgefunden, die der Verein, soweit es sich um Besuche auswärtiger Firmen handelte, durch eine kleine Beihilfe unterstützte. Es ist dankbar anzuerkennen, daß die Lehrfirmen in der Mehrzahl ihren Lehrlingen die Zeit zu diesen technischen Ausflügen bereitwillig zur Verfügung gestellt haben, und wir rechnen darauf auch fernerhin. Wie in den früheren Jahren, so hat der Direktor der Anstalt, Herr vr. Frenzel, in Begleitung einiger Lehrer mit den Schülern der ersten Klassen und den Extranern auch in diesem Jahre einen eintägigen größe ren Schulausslug unternommen, der nach Halle und Merseburg führte und in bester Weise verlies. Nachdem sich die Anstalt am 18. Oktober bei der Weihe des Völkerschlachtdenkmals an der Spalierbildung beteiligt hatte, unternahmen Lehrer und Schüler am folgenden Tage eine Wanderung über das südliche und süd östliche Schlachtfeld, woran sich mit ganz besonderer finanzieller Unterstützung des Schulausschusses ein gut vorbereiteter und in anregendster Weise verlaufener Kommers im Gasthose zu Probst heida anschloß, der von dem guten Einvernehmen zwischen Leh renden und Lernenden Zeugnis ablegte. Da Herr Hofrat Horst Weber i. Fa. I. I. Weber in dankens wertester Weise zu gunsten der Lehranstalt vor zwei Jahren ein Stipendium in Höhe von 1500.— zum Besuche des Deutschen Museums in München gestiftet hat, konnte im Berichtsjahr zum erstenmal ein Schüler der Anstalt nach München geschickt werden. Mit ihm reiste ein zweiter Schüler, dem der Schulausschutz zu Ostern ein Stipendium aus der Hausweihe-Stiftung bewilligt hatte, während ihm das Deutsche Museum die gleichen Vergünsti gungen gewährte, wie allen übrigen Stipendiaten. Die beiden jungen Leute, Willy Herfurth i. H. F. Volckmar und Arthur Erd mann i. tz. Lenien-Verlag, haben jeder einen ausführlichen Reise- bericht erstattet und sicher mannigfache wertvolle Anregungen durch den Besuch des Deutschen Museums und die Reife über haupt empfangen. Die neuen Schulräume bewähren sich nach wie vor, nur die Beleuchtung läßt sehr zu wünschen übrig, da sie äußerst empfind lich ist und leicht versagt. Da der Unterricht auch im Winter früh 7 Uhr beginnt, vor allem in der Lehrlings-Abteilung, so entfällt ein wesentlicher Teil desselben auf eine Zeit, in der Licht gebrannt werden mutz; es fragt sich daher, ob nicht eher oder später zu einer anderen Beleuchtung übergegangen werden möchte. Eine Änderung steht bezüglich der »Extraner-Abteilung mit Ober- bzw. Unterstufe und ganztägigem Unterricht« zu erwarten, da diese Bezeichnung offenbar zu wenig besagt und zu wenig werbende Kraft besitzt. Wir möchten uns daher der Gepflogen heit der sächsischen Handelsschulen, zu denen auch die Lehranstalt des Vereins zählt, anschlietzen und jenen Namen umändern etwa in »Höhere Abteilung«, deren Oberstufe künftighin als »Einjähri ger Höherer Fachkurs für Buchhandlungsgehilfen und junge Leute mit gehobener Schulbildung« bezeichnet wird, während die Unter stufe als »Vorschule für schulentwachsene Knaben zur Vorberei tung auf die praktische Lehre« erscheint. Hand in Hand mit dieser Umbenennung, die an bereits Bestehendes anknüpft, soll der Lehrplan verbessert werden, indem wir ihn nach der rein buch händlerischen Seite (Buchhandelsbetriebslehre, doppelte Buch führung, Buchhändler-Korrespondenz, buchhändlerische Rechts-
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