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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.01.1897
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1897-01-26
- Erscheinungsdatum
- 26.01.1897
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- Deutsch
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654 Nichtamtlicher Teil. — Sprechsaal. 20. 26. Januar 1897. die, ähnlich wie die »Sittenkommissionen« früherer Jahr hunderte, über die Begriffe »grobe Unanständigkeit«, »Scham oder Sittlichkeitsgefühlsverletzung«, »unzüchtiger Gegenstand«, »unzüchtige Verbindung« und anderes anlcitende Vorent scheidungen erließen. Welche Ankündigungen in Druckschriften »die Einleitung unzüchtiger Verbindungen« bezwecken und welche die Einleitung einer Verbindung bezwecken, die mit Unzüchtigkeiten nichts zu thun hat, dürfte bei der ein zelnen Ankündigung wohl sehr schwer feststellbar sein. Der, welcher wirklich unzüchtige Verbindungen mittels Ankündigungen in Druckschriften einleiten will, wird hierfür auch in Zukunft die entsprechende Form zu finden wissen. Wir glauben, daß die Sittlichkeit und ein züchtiges Ver halten in allem, was wir thun, dem Volke anerzogen werden muß, daß da, wo sie von Jugend auf gepflegt wird, auch der Hang zur Unsittlichkeit, und bestünde sie selbst im Lesen unsittlicher Bücher, kein so großer sein kann, wenigstens nicht auf die Dauer. Das reifere Alter fechten ja Unsittlich keiten nicht mehr so sehr an. Hauptsächlich ist es die Jugend, die vor dem Lesen unzüchtiger oder unanständiger Schriften und Bilder gehütet werden muß. Hierzu dienen aber andere Organe als die Strafgerichte. Und im übrigen wird sich auch die Sittlichkeit im Volke nicht heben lassen, wenn man gewisse anzügliche Schriften und Abbildungen dem Scheiter haufen übergiebt, um nicht in Strafe zu verfallen; die beste Gewähr gegen Unsittlichkeit ist und wird immer bleiben die Erziehung der Jugend. Ist diese gut gewesen beim Einzelnen, dann wird ihn auch ein unanständiges Buch oder ein un züchtiges Bild nicht zum unsittlichen Menschen machen können. Unsittliche oder unanständige Schriften rc. hat es zu allen Zeiten und an allen Orten gegeben, sie lassen sich nicht aus rotten. Die beste Gewähr und Wehr dagegen bildet das ge flügelte Wort Schillers: »Des Menschen Würde ist in Eure Hand gegeben; bewahret sie! Sie sinkt mit Euch, mit Euch wird sie sich heben!« — Kleine Mitteilungen. Entwurf eines neuen Handelsgesetzbuches für das Deutsche Reich. — Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 2l. Januar dem Entwurf eines Handelsgesetzbuches für das Deutsche Reich und dem Entwurf eines Einführungsgesetzes hierzu seine Zu stimmung erteilt. Schubert-Feier in Leipzig. — Die Direktion des Leipziger Stadtthcaters wird die hundertste Wiederkehr des Geburtstages Franz Schuberts am 31. Januar durch eine Festvorstellung feiern. Diese wird sich zusammensetzen aus einer Sinfonie in 6-llur Schuberts — nicht zu verwechseln mit der oft gehörten gleichnamigen Sinfonie —, die in Leipzig überhaupt noch nicht zur Aufführung gebracht wurde; aus dem vr. Henzenschen Fest spiele, das seine Handlung aus dem Müllerlieder-Cyklus schöpft und diesen darein verflicht, ferner aus Schuberts Oper -Der häus liche Krieg«. Auch die beiden Ouvertüren Schuberts, die dem Fest spiel aus der Oper voraufgehen, sind in Leipzig noch nicht gehört worden. Berliner Postverkehr zu Weihnachten und Neujahr. — Im Weihnachtsverkehre wurden bei der Reichspost in Berlin, der -N. A. Z» zufolge, aufgegeben im Jahre 1896 959887 Pakete gegen 936690 im Vorjahre, mithin im Jahre 1896 mehr 23 197 Stück. In Berlin kamen zu Weihnachten 1896 575119 Pakete an gegen 556 683 im Jahre 1895, mithin im Jahre 1896 mehr 18 436 Stück. Während der Weihnachtszeit waren beschäftigt an Beamten, Unterbeamten und Hilfsmannschaften 13533 Personen, darunter 847 Unterosfiziere und Mannschaften der Garnison und außerdem täglich 1928 Pferde. Am Post - Neujahrsverkehre in Berlin wurden durch die Reichspost Neujahr 1897 3 191 589 Stadtbriefe in Berlin aufgeliefert und bestellt gegen 3 229 900 zu Neujahr 1896, mithin Neujahr 1897 weniger 38 311 — eine Folge der wachsenden Benutzung der Privatpostanstalten. Allein die Berliner Privatpost hat einen Neujahrsverkehr von etwa 1 600 000 Briefschaften in der Zeit vom 31. Dezember abends bis zum 2. Januar mittags bewältigt, die Berliner Paketfahrt-Gesellschaft von Mitte des 31. Dezember bis 1. Januar abends 2 200 000 Briefschaften. Literarisches Bureau des deutschen Schriftsteller- Verbandes. — Die Verwaltung seines litterarischen Bureaus hat der Deutsche Schriftsteller-Verband, wie dessen Vorsitzender Herr Julius Wolfs, soeben in einem Rundschreiben anzeigt, der Verlags buchhandlung und Buchdruckerei I. Harrwitz Nachfolger (C. Th. Kehrbach) in Berlin 81V., Lindenstraße 43, übertragen. Es wird beabsichtigt, das Institut, das auch fernerhin unter der Leitung seines Mitbegründers I)r. W. Wendlandt stehen wird, erheblich zu erweitern. Zu den Aufgaben des Bureaus gehört insbesondere die Entgegennahme schriftstellerischer Arbeiten jeder Art zur Vorprüfung und Veröffentlichung derselben in den Zeit schriften, Zeitungen und im Buchverlag; ferner die Ver mittelung von Aufführungen dramatischer Werke, die Vermittelung von Redakteurstcllen, sowie die Ueberwachung unbefugten Nach drucks und unbefugter Aufführungen. Die obengenannte Firma teilt übrigens in einem Cirkulare mit, daß sie eingelieferte Arbeiten rc. käuflich gegen Barzahlung zu erwerben bereit ist, so fern sie nach Prüfung des litterarischen Büreaus sich für den Zeitungsabdruck oder den Buchverlag als geeignet erweisen. Zum Ankauf werden auch Manuskripte von Schriftstellern, die nicht dem Verbände angehören, entgegengenommen. Die Begründung einer größeren Feuilleton-Korrespondenz ist ebenfalls beabsichtigt. Personalnachrichten. Archivar der Cotta'schen Buchhandlung. — Für den verstorbenen vr. Ludwig Laistner, den litterarischen Beirat der Cotta'schen Buchhandlung, ist Herr Or. Otto Rommel, bisher Redakteur am -Schwäbischen Merkur-, zum Archivar des Hauses bestellt worden. S p r e ch s a a l. Kaiserbiographie. Die Proteste des Buchhandels gegen die Vertriebsweise der offiziellen Kriegsgeschichte von Lindner haben nichts genützt, wie aus der Anzeige der Firma Schall L Grund in Berlin her vorgeht. Derselbe Fall wiederholt sich jetzt, nur ist nach der An zeige der Firma etwas -Humor- bei der Sache. Erstlich kann man nach dem, vermutlich Beamtenkreisen ent sprossenen Prachtdeutsch des ersten Satzes der Anzeige nicht sehen, ob eine Biographie des alten Kaisers oder Kaiser Wilhelms II. ge meint ist. Das -Allcrhöchstderselbe- kann auf beide Personen be zogen werden; hätte man es doch durch das geschmackvolle -Höchst selig- ersetzt! Sodann ist Helferin der buchhandelsfreundlichen Regierung in diesem Falle gerade die Firma, die sich rühmen konnte, in -Krieg und Sieg» dem Buchhandel ein Werk gegeben zu haben, das dem osfiziellen Werke an Wert mindestens gleichkam und auf Empfehlung der Buchhändler erfolgreich mit jenem in Konkurrenz trat. Endlich gewähren humoristischer Weise Schall L Grund groß mütig dem Buchhändler sünf Prozent vom Nettopreise, wenn die -vorgedachten Stellen- (Vereine rc.) durch ihn zum Nettopreise be ziehen. Diese Großmut ist sabelhast, bringt sie der Firma ver mutlich doch eine große Ersparnis an Porto ein. Meines Erachtens gehört einiger Mut dazu, den Buchhandel unter diesen Bedingungen zum Vertriebe eines Werkes aufzufordern, das jeder Deutsche — außer den Landstreichern gehört wohl jeder einer Schule, einem Verein, einer Anstalt u. s. w. an — zum Nettopreis beziehen kann. Wäre ich Sortimentsbuchhändler, so würde ich wissen, wie ich mich derartigen Zumutungen gegenüber zu verhalten hätte. Güttingen. ' Dr. W. Ruprecht. Erwiderung. Die zum Besten des Baufonds der Kaiser Wilhelm-Gedächtnis- Kirche erscheinende Festschrift wird an Behörden und Vereine laut unserer Ankündigung in keinem Falle billiger abgegeben als an den Sortimenter. Die Bestellungen werden voraussichtlich von den Behörden, Vereinen und Schulen selbst gesammelt, dem Sortimenter erwächst also keine Mühewaltung. Er erbietet sich an entsprechender Stelle zur Ausführung der schon gesammelten Bestellungen, und hierfür erhält er 5"/„ Extrarabatt. Die Versendung des Werkes erfolgt an Behörden, Vereine und Schulen ab Leipzig oder Berlin, weshalb der Sortimenter
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