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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.03.1931
- Strukturtyp
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- 1931-03-12
- Erscheinungsdatum
- 12.03.1931
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- Deutsch
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1668 X- 60, 12. März 1931. > Böri-nblatt s. b.Dttchn.Buchhandel. 1669 z,Gab es je ein Buch, das jeder lesen sollte, »ann ist es dies!" Gras Hermann Keyserling Ende Mi erscheint: Georg Luchs Wir JuchthSusleir Aufzeichnungen -es Zeltengefangenen ^r. 294li / Lnr Zuchthaus geschrieben Wirkungsvoller Umschlag von Friedrich Krem er. geheftet 6.S0 Mark, in Halbleinen gebunden 8.S0 Mark Vielleicht muß nicht nur, wer die Welt erlösen will, sondern auch, wer die Mission hat, sie zu reformieren, die Last aller Sünde auf sich nehmen und niederfahren zur Hölle. Gewiß aber muß er das demütige und doch siolze „Wir" sprechen, das ihn denen gleichmacht, für die er kämpft. Professor Georg Fuchs, einst als Bahnbrecher künstlerischer Kultur, als Gründer des Münchener Künstlertheaters usw. im In- und Auslände hochgeschäht, dann als ein Sühnopfer der unglückseligen bayerischen Nachkriegswirren vom Bayerischen Aolksgericht wie ein gemeiner Verbrecher zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt, endlich an Hindenburgs achtzigstem Geburtstag begnadigt, hat die Demut und den Stolz sich zu den Brüdern und Freunden zu bekennen, die er in dem Zuchthaus zu Ebrach fand. Er, der ihre Qualen am eignen Leib erlitt, fand, ein Erforscher des eignen Herzens, den Weg zu den Herzen seiner Leidensgenossen und fand auch den Weg, ihnen zu helfen. Er weiß, wie es im Zuchthaus wirklich hergeht, und ist der Berufene, eine furchtbar ernste Frage an das Weltgewissen zu richten, eine Frage, die jeden Gegenwartsmenschen auf das tiefste berühren muß, zumal in diesen Tagen, wo die Weltkrise der Arbeitslosigkeit ein lawinenartiges Anschwellen der Verbrechen hervorruft. Georg Fuchs Ist aber auch der Mann dazu, dieser bangen, erregenden Frage eine tröstliche Antwort zu finden und einer Reform den Weg zu weisen, die zu einer seelischen Gesundung der Völker führen könnte. Nicht weitere „Verbesserung" des Straf. Vollzuges fordert er — die lehnt er als einen Versuch zur Verschleierung des Tatbestandes ab —, sondern eine völlig neue Einstellung des Strafrechts auf seelische Heilwirkung hin, eine Umwandlung, die wir alle dumpf als Notwendigkeit fühlen, wenn nicht den vulkanischen Span- nungen, die sich in den Kerkern der Welt ballen, nie wieder gut zu machender Schaden entspringen soll. Was dieser hellsichtige Seelenkenner uns aus dem Leben seiner Mitgefangenen, vom Strolch und Zuhälter bis zum Allgäuer Bauern und bis rum überzüchteten Baron, erzählt, ist dabet so aufwühlend, daß man lange keinen erfundenen Roman mehr lesen möchte nach diesen Romanen aus der Tiefe des Lebens, wie es ist. Oer Text dieses Buches ist vor Fertigstellung der ersten Auflage einer Reihe von Persönlichkeiten übersandt worden, deren Meinung in ethischen Kulturfragen mit besonderer Aufmerksamkeit gehört zu werden pflegt. Aus den Antworten geben wir folgende im Auszug wieder: Helene Böhlau: Gott gebe, baß gute Menschen, gelehrte und ungelehrte, den Erlöser- willen in Ihrem erschütternden Werke und In den Iahren der Marter, die Sie unter den Ärmsten der Armen mutvoll burchlitten, begreifen und wirkend miterleben. Ricarda Huch: Ich habe seht Ihr Buch gelesen mit größter Teilnahme und mit gespanntem Interesse. Es ist ein sehr gehaltvolles, sehr schönes Buch, und ich zweifle nicht, daß es großen Eindruck machen wird. Graf Hermann Keyserling: Es war Providentielle Fügung, daß mir gerade jetzt die Aushängebogen von Georg Juchs Mr HMausler' tn die Hände kamen. Dieses Buch halte ich für epochemachend ln jeder v^sicht. Hier findet sich die meines Wissens einzig dastehende Vereinigung dessen, der MSnlich durchgekostet, der aber trotzdem seinem Schicksal nicht nur überlegen, sondern allen ^Men sinngemäß Rechnung tragender Kritiker blieb: des tiefen und warmen Verstehens elenderen Persönlichkeit und zugleich des für die Allgemeinheit Erforderlichen,- endlich des lund sinngemäßen Reformers. Gab es je ein Buch, das jeder lesen dann ist es dies! vr. msä. Alfred Oöblin: Vielen Dank für Ihr Auch! ES ist schrecklich, erschütternd und vollkommen zum Verzweifeln! Natürlich stellen diese Schilderungen, die nicht kalt objektiv, son- dern mit der Wut des Leidens gegeben sind, alles in Schatten, was bisher von bloßen Beobach, tern berichtet wurde. Ein Material, über dreihundert Druckseiten: für den, der foziologisch, ethisch, menschlich simpel denkt, zum Verzweifeln, zum Ersticken! — Ich brücke Ihre Hand! Iakob Wassermann: Sie haben diese fchauerliche Welt groß, rein und neu gesehen, das kann ich ohne Übertreibung sagen; und wenn irgend ein Werk geeignet ist, bas Gewissen der Zeitgenossen aufzurütteln, so ist es das Ihre! Bezugsbedingungen auf dem Bestellzettel. Je» genpreise gestattet. Publikumsprospekte kostenlos Die Auslieferung für lösierreich, Ungarn, Iugoslavien, Bulgarien und Runiä»'^ erfolgt nur durch die Sallmayersche Buchhandlung, Wien I, Neuer Markt ü Albert Langen, Bertas in München
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