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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.12.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-12-29
- Erscheinungsdatum
- 29.12.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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«Is-nb,»« >. d. Dts«n. «uchh-nd-l. Redaktioneller Teil. V. 285. 29. Dezember ISIS. Über die Rentabilität einer Zeitschriften-Vertriebsgesellschast jetzt schon ctlvas zu sa- gen, ehe man weiß, um welche Mengen von Zeitschriften es sich Wohl handeln wird, vermag ich natürlich nicht. Wie wenig Gewinn der Zeitschriftenhandel im allgemeinen jetzt abwirft, ja wie viele Großstadt-Sortimente diesen Geschäftszweig noch mit Verlust betrieben haben, glauben wahrscheinlich viele selbst nicht. Seither waren die meisten der Meinung, daß die Buchhandlun gen aus allgemein-geschäftlichen, manchmal auch aus freund schaftlichen Gründen genötigt seien, alle Zeitschrift,mbcslellun- gen anzunehmen. Oft war der Gedanke ausschlaggebend, daß der und der Kunde vcrlorenginge, wenn ihm nicht auch seine »Gartenlaube« ins Haus gebracht würde. Daß diese Zeitschrif tenbedienung den Nutzen der wenigen Bücherkäufe aufzehrte, wenn überhaupt welche gemacht wurden, beachtete man häufig nicht. Einer meiner Freunde erzählte mir, daß er von mir seine Bücher, von einem anderen Sortimenter hier sein »Daheim« dcziehe, weil er auch dem als Kunden etwas zu verdienen geben müsse. Daß jener an dem »Daheim« im ganzen Jahr so gut wie nichts verdient, ahnt mein Freund, ein guter Kaufmann, und vielleicht auch der Lieferer nicht. Ich versuche Ihnen dafür nachstehend den Beweis zu lie fern: Ein erwachsener Austräger erhält ^ 80.— Wochenlohn, eine 19jährige Austrägerin 35.—; sie kommt mit den Neben ausgaben, mit einer Vakanz- und nur einer einzigen Krankheits woche jährlich (wie oft sind es aber 4 und K!> auf mindestens 42.— wöchentlich. Nach einer von mir veranstalteten Um frage trägt ein Bote in sechs Arbeitstagen höchstens 500, also täglich 83 Zeitschriften durchschnittlich aus (andere sagen nur 501). Also kostet eine Nummer 8,4 L, Trägergebühr; und das auch nur, wenn die ganze Zeit mit Austragen ausgenutzt wird und nur ganz junge Mädchen angestellt werden, und an Expe- ditions-, Kommissionär« und Porto-Spesen etwa 5 H. Aus nachstehender Liste der 20 verbreitetsten Zeitschriften ersehen Sie, daß jede Nummer durchschnittlich 20 H Bruttogewinn erzielt, also 7^ H Spannung abgibt, von denen noch die Steuern und die allgemeinen Geschäftsspesen abgehen. Das ist schon ein so miserables Geschäft, daß sich dafür jeder andere Geschäftsmann bedanken würde l Und das jetzt schon, also bei den alten Fracht sätzen, und bei dem gegenwärtigen geringeren Aeitfchriften- Gewicht. Die gelesensten 20 Blätter tosten und tragen nach dem Stand vom I. IX. 19 vierteljährlich 10 n nrdd. Blätter Noh. bringen b. Teue- Bezug üb. Oink.? ertrun Nrn. zu'ü l. Preis vicrlclj Nr. u.Be. stellneb Nr Bazar 4 06 2 33 1.72 12 14.33 12 14.33 Berliner Jll. Ztg. 3 80 2.4 l 1 39 13 10.7 13 10.7 Buch für Alls 3 00 l 74 1.86 6.5 28.09 6.15 3.15 2.— 13 15 4 13 15.4 Fliegende Blätter 5 76 3.60 2 25 13 17 3 Dns Blatt gehört 4.60 2.73 1.77 13 13 61 13 13.61 Fürs Haus 3 80 2.10 1.70 13 13.07 13 13.07 Gartenlaube 3 50 225 1 25 13 9.61 13 9.61 Hilse 5.70 3 30 2 40 13 18.3 13 18.3 Jugend 11 — 7.— 4 — 13 30.77 4.40 2.50 1 90 13 14.61 Kindergarderobe 2 20 I 08 1.12 3 37.33 . 3 37.33 Elegante Mode 3 25 I 83 1.42 6 23 66 Modenwelt 3 50 2.10 1.40 6 23.33 6 23.33 Dtsche. Modenzeitg. 3 35 1 80 I 55 6 2583 über Land u. Meer 5 70 3 35 2.35 13 17.92 Universum 10 10 650 3 60 13 27.69 VobachsSonntagsztg. 2 85 1.66 1.29 6,5 19.8t Wäschezeitung 2 20 I0< 1.12 3 37.33 Woche 7.35 4 35 3 — 13 23.07 13 23.07 205 "süddt! Nrn. 42,179 112 »«ll.zu/- Allerhöchstens werden in 48 Stunden 500 Nummern ausge- tragen mit einem Kostenaufwand von ^ 42.—. Es kommt also auf eine Nummer 8,4 H Trägergebühr. Weiter kommt auf eine Nummer etwa 3 H Expeditions-Gebühr, und bei den norddeut schen Blättern, die nicht in Stuttgart ausgeliefert werden, weiter durchschnittlich ca. 2 H Porto- und Kommissionärspesen. Auf eine norddeutsche Nummer kommen demnach 13,5 H Spesen, ohne die allgemeinen Geschäftsspesen. Die 20 Blätter tragen durchschnittlich aber nur 21 H, die 10 norddeutschen Blätter bringen durchschnittlich 16 H, also gerade die Unkosten. Will man aber diese verlustbringenden Blätter ganz aus- schalten und sich nur auf die besseren beschränken, so wird das Austragen dieser noch teurer, weil das Austragenetz noch weit maschiger wird. Auch ein gemeinsames Zeitschriftensortiment kann mit bil ligen Zeitschriften keine großen Gewinne erzielen; es ar beitet aber sowohl in der Expedition, dem Abgeben am Schalter und dem Einzelverkauf, als auch beim Austragen doch wesent lich billiger, rascher und rationeller namentlich durch die ein heitlichere Beschäftigung des Expeditionspersonals und die viel bessere Ausnutzung der Bestellgänge. Aber auch die Vertriebs gesellschaft in Form einer G. m. b. H. ist darauf angewiesen, viele »bessere» Zeitschriften zu bekommen, also solche mit höheren Preisen und weniger Nummern, und darauf, daß alle billigen Blätter abgeholt oder nur mit einer wesentlich höheren Gang gebühr belastet ausgetragen werden. Ihre Monopolstellung er laubt ihr ein festeres Auftreten, zumal da die Post ihre Sätze auch erhöht und der Kolportagehandel so wie seither auch nicht mehr Weiterarbeiten kann. Zu den weiteren Vorarbeiten und Berechnungen ist es aber unbedingt erforderlich, daß einem vorläufig anzustellenden Ver trauensmann zu treuen Händen die nötigen Unterlagen über die Mengen und Preise der in Betracht kommenden Zeitschriften ge geben werden, damit er einen Geschäftsplan und eine Rentabili tätsberechnung ausarbeiten kann. Es mag sein, daß die geplante Zeitschriften-Genossenschaft der Anfang eines Zusammenschlusses des Sortimentsbuchhandels ist. Die Not der Zeit, die Wandlungen im Verkehr mit dem Verlag, das Sinken des Geldwertes, dem das Sortiment nicht die nötigen Preiserhöhungen gegenübersetzen kann, das unheim liche Anschwellen der Geschäftsspesen, das vielfach unbefriedi gende Zusaminenarbeiten mir den Angestellten, die Verminde rung des Betriebskapitals usw. zwingen zur äußersten Spar samkeit in bezug auf Zeit, Kraft und Geld und zum Zusammen gehen der seither konkurrierenden Betriebe. Nachschrift. Es haben sich nachträglich Schwierigkeiten in verschiedenen Städten bei der Anmeldung der Bestellanslalten zu dem Firmen register ergeben. Die Form eines ganz losen »Vereins« ist nicht genügend, sie gibt nicht die nötige Rechtsfähigkeit, ohne die auch eine solche Schöpfung nicht auskommen kann. Ein »eingetragener Verein« darf keine Erwerbsgeschäfte betreiben, auf keinen Fall aber zu diesem Zweck gegründet werden. Die Satzungen müßten denn so verschleiert werden, daß sie hart an unwahren Behaup tungen vorbeistreifen. Die gegebene Form ist jedenfalls die der »Genossenschaft«, die wenig Gründungskosten verursacht, die nö tige Sicherheit und Rechtsfähigkeit verschafft und ohne den notariellen und amtsgerichtlichen Umstand Änderungen im Mit gliederstande zuläßt. Eine doppelte Umsatzsteuer ist bei richtiger Behandlung in der Buchführung nicht zu bezahlen, weil nicht dreimal eine sachliche Übertragung der Zeitschriften stalt- findet, sondern nur eine zweimalige: je eine, vom Verleger an die Bestellanstalt als die Kommissionärin (im kaufmännischen, nicht im buchhändlerischen Sinne) und von der Bestellanstalt an die Abonnenten. 1192
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