Beverley Mchols ein Kreunö ües neuen DeutschlanÜS Der englische Dichter hat kürzlich eine kleine Reise nach Deutschland gemacht und äußert sich nach dem „Hamburger Fremdenblatt" Nr. 231 über seine hier erhaltenen Eindrücke u. a. wie folgt: „Mein erster Eindruck von diesem neuen Hitler-Deutschland war kein Bild der Angst, der Arroganz, der Armut oder des Militarismus. Es war ein Eindruck von ungeheurer Jugend und Stärke. Das Symbol des neuen Deutschlands ist ein sonnenverbrannter junger Mann Ln kurzen Hosen, mit einem Bündel auf dem Rücken. Auf jedem Bahnhof, auf jeder Landstraße sieht man sie in Schwärmen. Das ist die Hitler-Jugend, glänzende Typen, muskulös, aufrecht, mit Hellen Augen und tadellosen Hähnen... Och bin nicht auf einmal nazitoll geworden, aber ich stelle mit Freude fest, daß diese wenigen Reisetage einige grundlegende Orrtümer berichtigt haben, die ich in bezug auf Deutschland hegte. Hier einiges von dem, was ich gelernt habe: Erstens müssen wir uns, ob es uns paßt oder nicht, ein für allemal mit dem Gedanken vertraut machen, daß Hitler von 90°/» der Bevölkerung verehrt wird. Sie folgen ihm nicht nur, er ist nicht nur populär, sondern sie verehren ihn ... Zweitens glaube ich nicht, daß die große Mehrheit des Volkes Krieg wünscht. Och bin fest davon überzeugt, daß der Militarismus, der in Deutschland bestehen soll, hauptsächlich eine Folge des Verhaltens der Alliierten darstellt. Wir in England haben keine Ahnung davon, mit welcher Bitterkeit Deutschland den brutalen Zynis mus ausgenommen hat, mit dem alle Alliierten ihr feierliches Abrüstungsversprechen gebrochen haben... Drittens habe ich begriffen, daß die Revolution noch im Gange ist, trotzdem Hitler festen Fuß gefaßt hat. Die Decks sind klar zum Kampf. Cs gibt wenig Lu-eus in Deutschland. Die Blumenläden sind selten. Die Juwe liere der Rue de la Pai?c, die ausgefallenen Oamengeschäfte in Bond Street, öle Altertumshandlungen, die wahnsinnig teueren Restaurants, die man in fast allen großen Städten der Welt findet — das alles gibt es nicht. Cs gibt Fröhlichkeit, aber es ist nicht die Fröhlichkeit des Lu-cus ..." Der englische Autor wirbt aber nicht nur für Verständnis gegenüber Deutschland, sondern auch für Zuneigung. Einige Briten sollten zu einigen Deutschen sagen: „Och mag Dich gern, und ich vertraue Dir". Cr sehe nicht ein, warum er nicht der erste sein solle. Sein Rezept werde vielleicht Wunder wirken ... Von Beverley Nichols sind bisher bei uns erschienen: Große Liebe zu Kleinen Gürten Anterm Ätcohöach Mit 9 Zeichnungen Mit 9 Zeichnungen Zweite Auflage On Leinen RM 4.80 mit einem besonderen Vorwort für die deutschen Leser ^ On Leinen RM 4.80 Ankündigungen kostenlos! Verlag von Dietrich Reimer / Anürews s- siemer / in Berlin VW äS