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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.12.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-12-18
- Erscheinungsdatum
- 18.12.1919
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- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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.V 279, 18. Dezember 1919. Redaktioneller Teil. den Jr.hresnmfang lim 25"/, übersteigt bzw. ein Zuschlag von 65"/,, wenn der Anzeigenteil um mehr als 65°/, des gesamten Umsangs der Zeitung beträgt. Die Vereinigung Großstädtischer Zeitnngsverleger vertrat in dieser Versammlung einstimmig die Ansicht, daß diese An träge unmöglich Gesetz werden können, andernfalls mutzten der ge samte Nedaktionsapparat sowie der Nachrichtendienst der Zeitungen anss äußerste eingeschränkt werden. Unübersehbar wären auch die Folgen für den deutschen Jonrnalistenstand, denn eine Verringerung des Ne- daktionsstvbes sowie eine Einschränkung des gesamten kaufmännischen und technischen Personals wären unvermeidbar. Nach antzenhin wür den sich die Folgen dieser zeitnngöfeindlichcn Gesetzgebung in einer noch lveitergehen5en Verteuerung der Zeitungen bei gleichzeitiger Ver kümmerung des Inhalts und Umfangs bemerkbar machen. Die deut sche Presse würde damit um den letzten Nest ihrer Anslandsgeltuug gebracht werden, und auch eine ausreichende Information des Inlan des wäre in Zukunft ausgeschlossen. Weiter wurde betont, daß Gehälter und Löhne in dauerndem Steigen begriffen seien, die Herstellungs kosten hätten sich vervielfacht, die Papierpreise hätten sich gegen den Fricdensstand versechsfacht und drohten, ans das Acht- und Zehnfache zu steigen. Angesichts dessen treibe das deutsche Zeitungswcsen ohne dies einer Krisis entgegen, die man nicht durch eine nicht so sehr dem Flnanzbcdürfnis als dem Vernichtnngsivillen entspringende Gesetz gebung noch beschleunigen dürfe. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Annahme dieser geplanten Steuer einer Erdrosselung der Presse gleich zu achten ist. In wirtschaftlicher und materieller Hinsicht haben die meisten Zeitungen schwer um ihre Existenz zu kämpfen, und diese Existenz würde für viele Verleger fast vernichtet werden, wenn die Presse zu Abgaben in dieser ungeheuren Höhe herangczogcn werden sollte. Ehrenpreis der Schlichting-Stiftung. — Die Schlichting-Stiftnng in Charlottenburg setzt bis' 1. Oktober 1920 einen Ehrenpreis von 1000 ^ ans-für Beantwortung der Frage: Welche wirtschaftliche Be deutung hat für Deutschland eine Wasserstraßenverbindnng zwischen der Donau und dem Oder-Elbe-Gebict gegenüber einer solchen zwischen der Donau und dem Rhein? Zur Erlangung guter Entwürfe für neue deutsche Briefmarken veranstaltet das Neichspostministerium einen allgemeinen öffentlichen und einen beschränkten Wettbewerb. Die Bedingungen für den allgemeinen Wettbewerb, der mit Preisen im Gesamtbeträge von etwa 14 000 Mark ausgestattet ist, können beim Neichspostministerium, Ber lin W. 66, Leipziger Straße 15, schriftlich bestellt oder persönlich ent nommen werden. Die Entwürfe müssen spätestens am 2. Februar 1920 beim Neichspostministerium vorliegen. Ein Ministerialerlaß über Geschichtsbücher. — In der »Voss. Ztg.« lesen wir: Der preußische Kultusminister hat eine Verfügung ge troffen, nach der die bis jetzt in den Schulen gebrauchten Geschichts bücher den Anforderungen der Zeit nicht mehr entsprechen und deshalb im Klassennnterricht nicht weiter zu benutzen sind. — Augenscheinlich ist dieser Erlaß am grünen Tisch verfaßt: die Schüler brauchen in allen Klassen Bücher, und seien sie auch noch so kurz gefaßt, an denen sie einen Rückhalt und eine Anlehnung für die Wiederholung des in der Schule ihnen Vorgetragenen haben. Es ist auch nicht zu vergessen, daß der Lehrer mitunter Wiederholungen über größere Zeiträume aufgcben muß, bei denen die Schüler, wenn sie kein Buch haben, völlig ratlos sind. Der Widerstand gegen diesen Erlaß wird viel weniger aus den Kreisen der Lehrerschaft, als denen der Eltern lind Schüler kommen. Ihre Kritik hätte sich der Minister ersparen können, wenn er bei der Abfassung des Erlasses Vertreter der Oberlchrerschaft znge- zogen hätte. Wir werden ans die Angelegenheit noch näher eingehen unter Wiedergabe des Wortlauts des betr. Erlasses. Die Verbesserung der deutschen NcchtSsprache. Die juristische Fakultät der Universität Heidelberg stellt folgende Prcisanfgabe: Es soll unternommen werden, an Stelle der unzulänglichen Verdeut schungen, die das BGB. für lateinische juristische Knnstausdrücke enthält, und an Stelle anderer mißlungener Bezeichnungen in diesem Gesetzbuch solche Schlagworte zu finden, die dem modernen Sprachgefühl und dem Sprachgebrauch Genüge tun. Zn bevorzugen wären solche Worte, die sich ans die ältere deutsche Nechtssprache stützen. Es können auch .Kunstausdrücke eigener Neubildungen vorgelegt werden. Ausschuß zur Förderung der Arbcitsmisscnschaft. Der Neichs- arbeitsminister hat in Ausführung der von den Vertretern der Ar beitswissenschaft gefaßten Beschlüsse in den vorbereitenden Ausschuß zur Förderung der Arbeitswissenschaft folgende Persönlichkeiten be rufen: Professor Gothein-Heidclberg (Nationalökonomie), Professor Nicklisch-Mannheim (Wissenschaftliche Betricbsführnng), Professor Wallichs-Aachen (Technologie), I)r. Brahn-Leipzig (Psychologie), b)r. Poppclrcnter-Köln (Ärztliche Bernfseignungsforschung), vr. Niedel- Dresdcn (Wirtschaftliche Verwaltung), Negierungsrat 1)r. Götz-Mün- chen (Praktische Technik), vr. Seedorf-Berlin (Landwirtschaft) und Gewerbeassessor Or. Hellmich-Berlin (Leiter des Ausschusses für wirt schaftliche Fertigung beim Verein deutscher Ingenieure). Als Vertreter der Zenlralarbcitsgcmeinschaft gehören dem Ausschuß an: vr. Brandt für die Arbeitgeber und Gewerkschaftssekretär Böckler für die Arbeit nehmer. Der Ausschuß hat vor einiger Zeit im Neichsarbcitsministe- rium eine erste Besprechung abgehalten, in der die Errichtung einer Zcntralgcschäftsstclle unter Leitung des Reichsarbeitsministeriums be schlossen wurde. Lehrstühle für Arbeitsrccht. — Der Verband deutscher Gewerbe- nnd KanfinannSgerichte hat in seiner letzten Ansschnßsitznng beschlossen, ans die Errichtung von Lehrstühlen für Arbeitsrecht an den deutschen Hochschulen hinznivirken und eine Einguß an die Universitäten, tech nischen Hochschulen, Handelsschulen und deren Organe zu richten. In erster Reihe erscheinen die auch wissenschaftlich bekanntgewordenen ersten Vorsitzenden der großstädtischen Gewerbe- und Kanfmannsgerichte zu Hochschullehrern fiir das Arbeitsrccht geeignet. Der deutsche Ersaß für die Löwcner Bibliothek. - Die verschiede nen Ausschüsse zum Wiederaufbau der Universität und der Bibliothek in Löwen haben sich konstituiert und ihre Arbeiten begonnen. Dem nächst wird eine Kommission die deutschen Kunststädte bereisen, um in den öffentlichen Sammlungen diejenigen Werke heransznsnchen, die als Ersatz der zerstörten Werke der Bibliothek in Löwen einverleibt werden sollen. Das deutsche archäologische Institut in Nom, das neben der Deut schen Botschaft ans dem kapitolinischen Hügel lag und mit diesem von der italienischen Negierung bei Kriegsausbruch enteignet wurde, soll zu einem Heim für die Stipendiaten der nationalen italienischen Kunsthochschule nmgewandelt werden. Auch die Malschnle soll dorthin verlegt werden, und zwar ist beabsichtigt, innerhalb des bekannten schönen Gartens ein großes Glashaus zu Freilichtstndicn zu errichten Verbotene Druckschriften. — Auf Grund von 8 9 l> des Belage- rungszustandsgesetzes ist die Herstellung und der Vertrieb des Mit teilungsblattes der K. P. D. des I n d n st r i e b e z i r k e s Chemnitz — Erzgebirge — Vogtland, gedruckt in der Chem nitzer Druck- und Verlagsanstalt G. m. b. H. in Chemnitz, auf 5 Tage, nnd zwar bei Strafe von Gefängnis bis zu 1 Jahr oder Haft oder Geldstrafe für jeden Znwiderhandlnngsfall verboten worden. Personklnaihrichten. Gestorben: am 14. Dezember in Berl i n der Verlagsbnchhändler N etmar Hobbing. Er erlag nach längerem Leiden einer tückischen Krankheit. 45 Jahre alt, wurde er, der rastlos Strebende, mit ten ans dem Schaffen, ja auf einem gewissen Gipfelpunkt seines Schaffens, hinweggerafft. Ncimar Hobbing, 1874 in Emden tu Ostfriesland als Sohn eines Gymnasiallehrers geboren, widmete sich, nachdem er das Gymnasium mit dem Maturitätszeugnis verlassen hatte, der Bnchhändlerlanfbahn nnd absolvierte seine Lehrlingszeit zum Teil bei seinem Onkel, dem Vcr leger Peter Hobbing, damals in Stuttgart. In seinem Berufe erwies er sich bald als sehr tüchtig: so hat er z. B. als Geschäftsführer des Ver lages W. Vobnch Sc Co. durch seine Propaganda-Tätigkeit wesentliches Verdienst an dem Emporblühen der bekannten Sonntagszeitung für Frauen jenes Verlages. Ende 1902, also im Alter von 28 Jahren, entschloß er sich, und zwar zunächst in Leipzig, zur Gründung eines eigenen Verlages ohne weitere eigene Mittel, lediglich im Vertrauen auf seine eigene Kraft. Der Entschluß war um so kühner, als ihm körperliche Gebrechen erschwerend in den Weg traten: er hörte nicht nur schwer, auch die Begleiterscheinungen einer überstandenen gefähr lichen Nierenentzündung machten sich dauernd geltend. Co hatte er nicht nur materiell den Kampf anfznnchmen, sondern auch gegen Deprcs- sionsgefühle, die Folgen seines krankhaften Zustandes, anznkämpfen Wenn es ihm trotzdem gelang, in dem kurzen Zeitraum von eineinhalb Dezennien -seinem Verlag eine bedeutende Ausdehnung zu geben, so hat er dies zum guten Teil einem unzerstörbaren Optimismus zu dan ken, mit dem er immer wieder an neue Pläne ging, der Geistesfrische, mit der er diese Pläne durchdachte, und der Art, mit der er seine Mitarbeiter zu wählen, anznregen, zu führen, mit sich zu reißen verstand. Sein erstes Verlagsnntcrnehmen, »Das deutsche Volksblatt für Stadt und Land«. der Typ einer illustrierten politischen Wochenschrift, führte ihn Oktober 1903 nach Berlin, um das Blatt besser einführen zu können. Neben diesem Blatte nnd anderen Zeitschriften sowie dem Kalenderverlag wandte er sich auch dem Bnchverlag zu, und mit ihm 1163
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