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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.10.1887
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1887-10-10
- Erscheinungsdatum
- 10.10.1887
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- Deutsch
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ziehung in Leipzig erfahren. I. F. Bösenberg begann, Heinrich Sperling führte den Dampfbetrieb ein, ihnen folgte I. R. Herzog, sodann Gustav Fritzsche, der rasch vorwärts strebend sich die große kunstgewerbliche Bewegung in Deutschland besonders zu nutze machte. Neben diesen großen Geschäften, welche Leipzig zu einem Hauptplatz für die deutsche Buchbinderei gemacht haben, ist unter vielen anderen noch Joh. Mauls (Julius Hager) als Vertreters guter Buchbinderknnst zu gedenken, sowie der Gravieranstalten des Platzes. Das Leipziger Papiergeschäft ruht hauptsächlich in den Händen der in Sachsen selbst arbeitenden Firmen Ferd. Flinsch und Sieler L Vogel; daneben ist seit neuerer Zeit die rührige Handlung von B. Siegismund, sowie die große Buntpapierfabrik von Gustav Najork L Praetorius zu nennen. Die Maschinenindustrie für das Buchgewerbe hat in Leipzig erst neuerdings Bedeutung gewonnen; für den Bau von Schnellpressen k-nd die Fabriken PH. Swiderski und Schauers, Werner L Stein hervorzuheben; dieselben haben ihre Verdienste seit 1867 bezw. 1869 hauptsächlich im Baue lithographischer Schnellpressen, welche an Stelle der bisher von G. Sigl in Wien gelieferten und zuerst von C. G. Röder eingeführten traten; dagegen haben alle auswärtigen Schnellpressenfabriken hier ihre Agenturen. Für Buchdruck herrschen in Leipzig die Schnellpressen von König L Bauer in Oberzell bei Würzburg, aus der Fabrik des Erfinders Friedrich König, welcher in Leipzig 1790—94 im Breitkopfschen Geschäfte gelernt und noch an der seit Guten berg wenig veränderten hölzernen Presse, welche erst 1800 durch die eiserne ersetzt wurde, gearbeitet hatte. Die Königsche Schnell presse, im Jahre 1814 zuerst für die Times in London ver wandt, 1826 zuerst durch F. A. Brockhaus nach Leipzig gelangt, hat sich dort bei der Eigenart des Leipziger Verlags langsam verbreitet, sodaß im Jahre 1840 in Leipzig mit 10, in Stuttgart mit 30 Schnellpressen gedruckt wurde. Seitdem hat sich, als in den Gründerjahren König L Bauer nicht genügend liefern konnten, die Augsburger Maschinenfabrik guter Ausnahme zu erfreuen gehabt. Der rasche Aufschwung der Buchdruckerei hat seitdem ungezählte Spielarten dieser Maschine gefördert, bis zur Mehrfarbenrotationsmaschine für Druck auf endloses Papier, sowie zu leider verwickelten Setz- und Ablegemaschinen, Gieß komplettmaschinen u. dergl. mehr. Eine Spezialität als Maschinen bauer hat Karl Krause, welcher Maschinen aller Art für die Buchbinderei baut. Gerade aus dem Zusammenwirken des Buch-, Kunst-, Landkarten- und Musikalienhandels, des Verlages, Sortimentes, Antiquariates und Kommissionsgeschäftes, der Druckerei und aller ihrer Hilfsgewerbe an einem Platze ergeben sich große Vorteile. Diese lassen sich nicht nur in den großen Gesamtgeschäften aus nützen, es findet der Verlag erleichterte Produktion durch das entwickelte Druckgewerbe und billigeren Vertrieb durch Fracht freiheit und Spesenersparnis; das Sortiment erspart das kost spielige Lagerhalten der ihm jeder Zeit zugängigen Werke, der Kommissionshandel erhält in jeder neuen deutschen Buchhand lung einen Kommittenten, der Buchdruck findet, abgesehen von der steigenden Verlagsthätigkeit des Platzes, immer neue Arbeit für die Verleger fremder Plätze; denn die Ersparnis durch Weg fall von Fracht und Spesen bei Herstellung und Versendung am Centralplatze ist namentlich für billige periodische Werke so be deutend, daß in ganz Deutschland eingeführte Blätter, wie z. B die Gartenlaube, auch bei volksmächtiger Vertriebskrast ihrer Verleger ohne beträchtliche Verluste gar nicht in der Lage sind, ihren Druckplatz nach einem andern Teile Deutschlands zu ver legen, und daß Konkurrenzblätter, um erfolgreich gegen Blätter Leipziger Verlags zu wirken, wie z. B. die in Berlin heraus gegebene (ganz kürzlich übrigens als selbständiges Blatt ein gegangene) Deutsche illustrierte Zeitung, in Leipzig gedruckt werden, gleich den großen Modezeitungen der deutschen Haupt stadt. Die Hilfsgewerbe aber haben den Vorteil, während sie in Leipzig eine stetige Beschäftigung und Weiterentwickelung erfahren, zugleich aller Orten im Reich, wo ihresgleichen fehlt, herangezogen zu werden. Andererseits ist für naturgemäße Be- chränkung gesorgt: der weitverbreitete zumal illustrierte und periodische Popularverlag ist im Süden erwachsen und hat in Stuttgart ein kräftiges Leben entfaltet; auch ist Leipzig keine Kunststadt wie München und Wien, deren reiches Kunstleben sich im Verlag und den künstlerischen Vervielfältignngsarten wieder- piegelt; vor allem aber die große Arbeit im Dienste des poli tischen Lebens, die Druckthätigkeit für die Reichsregierung sowie die große Zeitungspresse hat ihren naturgemäßen Platz in Berlin, welches infolge dessen an absoluter Zahl die Druckgewerbe Leipzigs überholt hat. — In der Stadt Leipzig haben allein die polygraphischen Gewerbe 7 126, die Maschinenindustrie 4 093 Angehörige, also 46,2 gegen 26,5 auf je 1000 Einwohner, während sich das Verhältnis zuzüglich der Vororte mehr ausgleicht, 44,9 gegen 41,9 ans je 1000 Einwohner. An Leipzig, welches im Ver hältnis zur Einwohnerzahl in den polygraphischen Gewerben obenan steht, reihen sich die anderen Hauptplätze dieser Gewerbe wie folgt: Polygr. Gewerbe. Buchdrucker. I. Leipzig 46,2 36,4 2. Stuttgart 33,0 26,2 3. Frankfurt (o. Stadt) 24,7 15,8 4. Gotha 23,8 22,9 5. Altenburg 23,0 22,1 6. Frankfurt (Stadtt 20,7 16,5 7. Nürnberg 20,5 19,0 8. Braunschweig 18,9 15,1 9. Regensburg 18,7 17,3 10. Offenbach 18,2 9.7 11. Hannover 18,1 15,8 12. Berlin 17,2 15,0 9,7 (Schriftgießerei 7,5) III. An der Entfaltung des deutschen Buchgewerbes haben in der Neuzeit die Bestrebungen des Vereinswesens einen nicht geringen Anteil genommen. Der Verein der Buch- ändler zu Leipzig hat unter seinen Vorsitzenden Fr. Fleischer, Heinrich Brockhaus, Raymund Härtel und Eduard Brockhaus, wenn auch mit etwas petrefaktcn Statuten wirtschaftend, doch das allgemeine buchhändlerische Leben thätig gefördert. Selbst verständlich konnten und können die Bestrebungen Leipzigs nur solche sein, welche die Gesamtleistung erhöhen und die Organisation kräftigen und weiterbilden; sonst würden sic die Einheit und zu mal deren Mittelpunkt gefährden. Jni Jubeljahr der Buchdruckerkuust hatte Fr. Perthes eine deutsche Bnchhändlerschule angeregt; Georg Wigand griff den Gedanken auf, der im Jahre 1853 von der Deputation verwirklicht worden ist. Die, recht große Bildungsunterschiede der Lehrlinge des Buchhandels ausgleichende, Anstalt soll nach neueren Be schlüssen der Deputierten demnächst in akademischen Vorträgen für die Ausgebildeteren eine Art Ergänzung finden. Bon besonderer Wichtigkeit für die Ausbildung der Technik des Buchhandels ist die im Jahre 1842 von der Deputation ein gerichtete Bestellanstalt für Buchhändlerpapiere geworden. Als man damit begann, durch vier Mann die Papiere des Buchhandels (die denkbar formloseste Art kaufmännischer Korrespondenz) ordne» und austragen zu lassen, welche bis dahin von 115 Leipziger Firmen und zumal von den 76 Kommissionären, welche 1332 aus wärtige Kommittenten vertraten, zu erledigen waren, meinte der Redakteur des Börsenblattes, er möge die vier Riesen sehen, welche diese Arbeit erledigen könnten. Den letzten derselben, einen gebrechlichen, treuen Mann, Bruno Heue, haben wir letzt hin zu Grabe getragen; jetzt verteilt der Sohn selbzwölst zwischen den Angehörigen des Leipziger Buchhandels jährlich gegen 24
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