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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.10.1887
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1887-10-04
- Erscheinungsdatum
- 04.10.1887
- Sprache
- Deutsch
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Mar Pasch, Verlagslmchh. in Äerlin. s49680j Zur Versendung gelangte nachstehender Prospekt mit Cirkular: I. In meinem Verlag befindet sich in Vor bereitung und gelangt demnächst Heft 1 zur Versendung: Die Bibel oder die ganze heilige Schrift des Alten und Venen Testaments nach der deutschen Uebersetzung vr. Martin Luthers. Im Charakter der Handschriften-Malerei des Mittelalters, geschmückt mit bunten Umrahmungen, Zierleisten und Initialen, biblischen Landschaften und einer großen Anzahl religiöser Gemälde in getreuen farbigen Nachbildungen unter Mitwirkung hervorragender Künstler und Kunstgelehrten herausgegeben von Emil Frommcl, Hcinr. Steinhaufen, Vr. ttis.Z., Hofprediger und vr. pLLI., Pfar, er, Garnisonpfarier. und Karl Lindemann-Frommcl, Prof, der Academie St. Llica in Rom. Unter den mannigfachen Kunstübungen des ausgehenden Mittelalters nimmt die Hand schriften- oder Miniaturmalerei mit ihrer un vergänglichen Anmut und Frische eine hervor ragende Stelle ein. Namentlich an den ge schriebenen Erbauungsbüchern jener Zeit be wundern wir die gemalten Verzierungen: sowohl die figürlichen Darstellungen, wie die Initialen, Zierleisten und Umrahmungen. Bei dem gleichzeitigen Emporblüben aller Künste erreichte die Handschriftenmalerei im XV. Jahrhundert den Höhepunkt ihrer Ent wickelung, den sie noch während der ersten Jahr zehnte des XVI. Jahrhunderts behauptete Doch der hohen Blüte folgte ein schneller Verfall. Im Kampfe des gedruckten Buches gegen das geschriebene mußte die Jllustrationsweise der Handschriften erliegen; denn für den Bilder schmuck, dessen auch das gedruckte Buch nicht entraten konnte, bot sich der Holzschnitt, seltener der Kupferstich als geeignete Technik dar. Nun kann freilich über den hohen künstlerischen Wert einzelner Holzschnittillnstrationen der ersten ge druckten Bücher ein Zweifel nicht obwalten; aber sie entbehrten doch eines der wirksamsten Darstellungsmittel: der Farbe. Eine Wiederbelebung der alten Haud- schristenmalerei ist in unserer Zeit trotz ihrer Vorliebe für die Vergangenheit nicht mehr mög lich. Die Gegenwart verlangt eine Herstellungs weise, welche die Verbreitung eines Buches in Tausenden von Exemplaren gestattet; sür ein Werk, das für einen glücklichen Besitzer ge schrieben und gemalt wird, fehlt ihr der Sinn. Dagegen braucht das gedruckte Buch heute des farbigen Schmuckes nicht mehr zu entbehren. Die technische Vervollkommnung auf dem Gebiete der farbigen Reproduktion ermöglicht es, ein Buch auf rein mechanischem Wege in vielen Exemplaren herzustellen, das ganz im Charakter der alten Handschriftcnmalerei gehalten ist, so daß dieser herrliche Schatz gedankenreicher Kunst schöpfungen, welchen jetzt unsere Kunstsamm lungen und Bibliotheken verschließen, zur vollen praktischen Verwertung gelangen kann. Die Bibel ist nicht nur für die Entwickelung deutscher Sprache und Poesie von der höchsten Bedeutung gewesen, sondern auch an ihrer Her stellung als Buch hat sich der gewonnene Fort schritt der graphischen Künste mit Vorliebe bethätigt. Wie nun die Miniaturmalerei weitaus ihre vollendetsten Leistungen auf dem christlich-reli giösen Gebiete erreicht hat, so konnte sich kein besseres Buch zur Ausstattung mit all dem von der neueren Technik ermöglichten Schmuck nach den vorzüglichsten Mustern der'Handschriftenmalerei darbieten, als eben das köstliche Hausbuch des deutschen evangelischen Volkes: Die Bibel in der Lutherschen Übersetzung. Das Werk soll in Lieferungen herausgegeben werden. Jede derselben wird etwa vier reiche farbige Umrahmungen und zahlreiche bunte Initialen, außerdem abwechselnd farbige Repro duktionen religiöser Gemälde und Landschafts bilder der heiligen Stätten in den Umrahmungen oder als besondere Kunstbeilagen enthalten. Eine Familienchronik für verschiedene Ein tragungen als Anhang soll das Werk zu einem Hausbuche machen, das mehrere Generationen überdauert. Die bekannten Namen der auch als Dichter christlichen Sinnes und Förderer gediegener deutscher Kunst bewährten theologischen Heraus geber bürgen sür den biblisch-christlichen Charakter dieser Bibelausgabe. Herr I)r. Springer, Direktorial-Assistent am König!. Kupferstichkabinett in Berlin, hat die Auswahl der Miniaturen übernommen; die Vor lagen zu den biblischen Landschaften, Orna menten, Zierleiste» rc. werden von den Herren H. Steinhaufen, Maler, Frankfurt a. M., M. Lindemann-Frommel jr., Maler, Karlsruhe- Berlin, W. Saegcrt, Kgl. Reg.-Baumeister, Berlin, Hermann Guth, Kgl. Reg.-Baumeister und Lehrer an der Kgl. Kunstschule, Berlin, und G. Woelfcr, Architekt hergestellt; die Zeichnung von Initialen und die Überwachung der tech nischen Ausführung erfolgt durch Herrn Ä. Hoffman», Zeichner sür Kunstgewerbe, Berlin. Der lithographische und Typendruck wird von dem rühmlich bekannten Institut W. Greve in Berlin hergestellt. Erscheinungsweise und Preis. Das Werk wird in etwa 60 Lieferungen zur Ausgabe gelangen, von welchen alle 2 bis 3 Wochen eine erscheinen soll. Jede Lieserung umfaßt außer deni künstlerischen Schmuck 3 bis 4 Bogen Text in Folio auf starkem Kupser- druck-Papier. Jede Lieferung bringt aus den Text-Bogen etwa 4 reiche farbige Umrahmungen, zahlreiche bunte Initialen, biblische Landschaften und, zum Theil auf besonder,, Kartons, religiöse Gemälde in getreuer, farbiger Wiedergabe. Der Preis der Lieferung mit allen Kunst beilagen beträgt nur 2 Alle Buchhandlungen des In- und Aus landes nehmen Bestellungen entgegen und liefern das erste Heft zur Ansicht. Die Unterzeichnete Verlagsbuchhandlung hat alle Hilfsmittel der Kunst und Technik zusammen gefaßt, um ein den mustergiltigen Haudschristen des XV. Jahrhunderts ebenbürtiges Werk zu schaffen und hat trotz des großen Kostenaus- wandes im Interesse einer größeren Verbreitung den Preis auf das denkbar niedrigste beschränkt. Somit hofft dieselbe, daß diese Bibel- auSgabe in jedem christlichen edler Kunst aus geschlossenen Hause eine Stätte finden nnd den Verehrern des göttlichen Worts eine Quelle reiner Freude sein wird. Berlin, Ende September 1887. Die Verlagsbuchhandlung Max Pasch. II. Sehr geehrter Herr Kollege! Mit meinem, in dem vorstehenden Prospekte geschilderten großen Unternehmen hoffe ich dem verehrt. Sortimentsbuchhandel die Gelegenheit zu einem umfangreichen nnd lohnenden Geschäft zu bieten. Mein Beginnen erhebt sich weit über die im Laufe der Jahre mehrfach unternommenen illustrierten Bibelausgaben. Indem ich auf die noch nie wieder erreichte herrliche Kunst der Handschristen-Malrrei des Mittelalters zurückgreife und mich hierzu aller Mittel bediene, welche uns die weit vorge schrittene Technik der graphischen Künste gegen wärtig bietet, verleihe ich meiner Bibelausgabe einen Reiz, welcher alle Konkurrenz aus dem Felde schlagen wird und gleichzeitig dem Absatz das weiteste Gebiet eröffnet. Wesentlich unterstützt wird mein Beginnen noch, daß es mir gelungen ist, Herausgeber mit Namen von solchem Ruf in der ganzen evan gelischen Christenheit zu finden; der verehrt. Buchhandel wird den Wert dieses Umstandes am besten zu würdigen wissen. Ich richte an den ganzen Sortiments-und Kolportagebuchhandel die Bitte, mir in meinem, mit einem enormen Aufwand von Kosten und Mühen verbundenen Beginnen thatkrästig bei zustehen. Über Umfang und Erscheinungsweise wollen Sie sich gef. aus dem Prospekt selbst unterrichten. Bezugsbedingungen: 1) Heft! in mäßiger Anzahl in Kommission. Bei den enormen Herstellungskosten bitte ich, möglichst gewissenhaft Ihren Bedarf zu bemessen. 2) Heft II nnd folgende nur bar. 3) Rabatt bei einzelnen Exemplaren 30»/h. „ „10 Exemplaren 35 °X>. „ „ 20 „ 40 gh und Heft l gratis. 4) Einen illustrierten Prospekt in pracht voller Ausstattung offeriere ich in mäßi ger Anzahl gratis. Ich bitte, mir Ihren Bedarf umgehend anzugeben und werde gern alle besonderen Be mühungen um den Vertrieb nach Kräften unterstützen. Hochachtungsvoll Berlin 81V., Lindenstraße 70, Ende September 1887. Max Pasch, Verlagsbuchhandlung- ao-r Handlungen, welche bereits eine Kon- tinuationsbestellung machen, werden beim Ver teilen des Materials bevorzugt, -«o
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