Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.07.1911
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1911-07-01
- Erscheinungsdatum
- 01.07.1911
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19110701
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191107010
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19110701
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1911
- Monat1911-07
- Tag1911-07-01
- Monat1911-07
- Jahr1911
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
7816 Mrs-Nblatt s. b. Dtsch». Buchh-md°I. Nichtamtlicher Teil. 180, 1. Juli 1SI1. Teiles des Rudols Abtschen Verlags in Passau und München. Hand in Hand mit der Erweiterung des Berlages ging der Ausbau der Druckereibetriebe in München und Regensburg, deren letzterer sich hauptsächlich durch Lieserung mustergültiger Mehrsarbendrucke und exalten fremdsprachlichen Satzes (lateinisch, hebräisch und griechisch) auszeichnet. Die Münchner Offizin hingegen besitzt einen besonders reichen Vorrat an Typen, Ini tialen und Ornamenten im Stile jeder Kunstrichtung, namentlich der Renaissance und Gotik. Die Druckwerke der Manzgesellschaft wurden wiederholt mit Ausstellungspreisen be- dacht und werden von Fachleuten gut beurteilt. — Der um sichtigen Leitung der Gesellschaft ist es zu danken, daß die aus kleinen Anfängen herausgewachsene Firma heute über etwa 300 Mann Personal verfügt. An dem Kampfe gegen den Schmutz in der Literatur beteiligt sich die Gesellschaft durch Herausgabe guter, billiger Jugendlektüre, die weite Verbreitung gesunden hat. So wurden von ihrer Ausgabe der Jugendschristen Christoph v. Schmids bisher mehr als '/, Million, von den Herchenbachschen Erzählungsschristen aber über 1 Million Bände abgesetzt. An Zeitungen und Zeitschriften erscheinen bei der Gesellschaft die politische Tageszeitung »Bayerischer Kurier« <55. Jahrg.j. »Pre diger und Katechet« <SI. Jahrg.j und »Korrespondenz, und Ofsertenblalt für die gesamte katholische Geistlichkeit Deutschlands« <21. Jahrg.j. Erwähnung verdient auch der seit 27 Jahren von der Firma herausgegebene »Münchener Kalender«. «»tobiographie der Kronprinzessin Luise von Lachsen. — Wie die Tageszeitungen aus London zu berichten wissen, hat die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen, Prinzessin Luise von Toskana, ihre Autobiographie geschrieben und ein vollständiges Exemplar dem englischen Verleger Eveleigh Nash übergeben, der alle Verlagsrechts gelaust hat. Das Werk, das ungesähr 80000 Worte enthält, sührt den Titel: »Meine Geschichte« und soll im September veröffentlicht werden. Personalnachrichten. Jubiläum. — Am heutigen Tage blickt Herr Verlagsbuch händler vr. Erich Ehlermann in Dresden, ein, wie allgemein anerkannt wird, um den Buchhandel der Neuzeit hochverdienter Mann, auf den glücklich vollendeten Zeitraum von 26 Jahren selbständiger Geschäftsführung zurück. Alle, die in dem letzten Jahrzehnt sich um die Zeit- und Streitfragen des deutschen Buchhandels bekümmert haben, die in der Fürsorge für das Ge meinwohl unseres Berufs Zeit und Mühe nicht scheuten und arbeitsfreudig Ämter in unserer Organisation bekleideten, hatten reichlich Gelegenheit, die schöpferische und unermüdliche Arbeit des Herrn vr. Ehlermann zum Wohle unseres Standes kennen zu lernen. Allen werden daher die dankbaren und anerkennenden Worte des Ersten Vorstehers des Börsenvereins Herrn Kommerzienrats Siegismund aus dem Herzen gesprochen gewesen sein, die dieser am Schlüsse der diesjährigen Hauptversammlung des Börsenvereins an Herrn vr. Ehlermann bei seinem Scheiden aus dem Vorstand richtete. Sechs Jahre lang, von 1906—I9II, hat Herr vr. Ehlermann als Mitglied des Vorstands eine überaus segensreiche Wirksamkeit entfaltet. Gerade die verwickeltsten und schwierigsten Fragen ver stand er mit tiefer Gründlichkeit zu durchdringen und zu klären, und seiner freundlichen, sympathischen, ausgleichenden Eigenart, die verbunden ist mit einer reichen praktischen und wissenschaftlichen Erfahrung, ist so mancher Erfolg in dem Ausbau unserer Organi sation, so manche Beseitigung und Minderung der im Jnteressen- kampf sich ja immer bildenden Gegensätze zu verdanken. .Herr vr. Erich Ehlermann hat das vom Vater gegründete Geschäft übernommen und es in 26jähriger emsiger, aber auch erfolgreicher Arbeit zu hohem Ansehen gebracht. Sein Vater Louis Ehlermann hatte im April 1845 die seit 1823 in Hannover bestehende Crusesche Buchhandlung übernommen, die nur Sorti ment und Antiquariat betrieb, und sie am 1. April 1846 durch Hinzufügung eines Verlags erweitert. Der Verlag besteht dem nach jetzt über 65 Jahre. Am 26. August 1860 erfolgte seine Übersiedelung nach Dresden, nachdem die Sortiments- und Anti quariatsabteilung des Hannoverschen Geschäfts schon einige Jahre vorher an Carl Meyer verkauft worden war. Nach dem Tode des Gründers der Firma im Jahre 1880 wurde das Geschäft einige Jahre von zwei Prokuristen für die Erben verwaltet, bis es am 1. Juli 1886 der heutige Jubilar Herr vr. Erich Ehlermann als alleiniger Inhaber übernahm. Die beiden Hauptrichtungen des Verlags, die mit großer Sorgfalt und Umsicht gepflegt werden, sind das Gebiet der praktischen Pädagogik, also Lehr- und Schulbücher, und die Literaturgeschichte. Als Riesenwerk deutscher Arbeit und Gründlichkeit ragt über alle Verlagswerke Goedekes Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung hervor, der den Namen der Verlagsfirma in der ganzen wissenschaftlichen Welt bekannt ge- macht hat. Er liegt jetzt in musterhaft bearbeiteter 2. Auflage bis zum 9. Band (bis 1830) vor. Die Vorzüge dieses Werkes sind nicht nur in Gelehrtenkreisen, sondern auch ganz besonders im Buchhandel voll anerkannt. Seine bisher unerreichte Ausführ lichkeit und die vollständige Bibliographie leisten dem Antiquar und Sammler sehr häufig unschätzbare Dienste. Der Ausspruch, daß keine andere Nation dieser Literaturgeschichte eine ähnliche an die Seite stellen könne, ist kein grundloses, eitles Lob. War schon die erste Auflage (1862—1881) die beste Bibliographie der deutschen Literatur und hat darum gebührende Anerkennung und Verbreitung gefunden, so darf die zweite, gänzlich neugestaltete Auflage, die 1884 zu erscheinen begann und an Umfang die frühere weit übertrifft, sicherlich als eines der hervorragendsten Verlagswerke der Neuzeit bezeichnet werden, das dauernden Wert behalten wird. Daß der Vollendung der Neubearbeitung eines so umfassend angelegten Werkes, die peinlichste Genauigkeit und treu hingebende Arbeit erfordert, sich so manche Schwierigkeit in den Weg stellte, wird wohl jeder Verleger begreiflich finden. Mit größter Um sicht und in unermüdlicher Arbeit hat Herr vr. Ehlermann allen Hemmnissen zu begegnen gewußt und Wissenschaft und Buchhandel werden ihm bis in späte Zeiten die gediegene 2. Auf lage dieses großartigen Werkes danken, das dem ganzen deutschen Buchhandel zu hoher Ehre gereicht. Möge Herr vr. Ehlermann, der jetzt als Vorsitzender des Wahlausschusses des Börsenvereins noch sehr nutzbringend auf die Geschicke des Börsenvereins und des deutschen Buchhandels ein wirken kann, sich noch recht lange Jahre der Blüte seines Ge schäfts erfreuen können: das ist unser aufrichtiger Wunsch zu seinem Ehrentage! Ein Buchhändler als Bürgermeister. — In der am 29. Juni abgehaltenen Sitzung des Rats der Stadt Wismar wurde der Hofbuchhändler Herr Kommerzienrat Senator Witte zum Bürgermeister gewählt. Herr Bürgermeister Kommerzienrat H. Witte wurde am 24. September 1839 in Saatzke (Westpreußen) als Sohn eines Pastors geboren. Er besuchte das Gymnasium bis Oberprima und trat — da er beschränkter Mittel wegen vom beabsichtigten Studium der Medizin absehen mußte — 1861 als Lehrling in die Hinstorffsche Hofbuchhandlung in Wismar ein. Auch nach beendigter Lehrzeit verblieb Witte in dem Geschäft, in dem er 1867 stiller Teilhaber und 1880 alleiniger Inhaber wurde. 1889 wurde Witte vom Großherzog der persönliche Titel als Hof buchhändler und 1904 der als Kommerzienrat verliehen. Mit den städtischen Angelegenheiten ist der neue Bürgermeister seit dem Jahre 1880 vertraut, als er in den Bürgerausschuß gewählt wurde, dem er bis zu seiner 1892 erfolgten Wahl zum Senator angehörte. In den 19 Jahren, die Witte als Senator für das Wohl der Stadt wirkte, sind u. a. unter seiner Leitung entstanden: das Pumpwerk am Turnplatz und der neue Wasser turm, der neue Ostfriedhof und die Köppernitztal-Anlagen. Vor 4'/, Jahren hat Herr Witte sein Geschäft seinem Sohn, Herrn .Hofbuchhändler Carl Witte, übergeben und widmet sich seitdem lediglich seinen Pflichten als Ratsherr. Gestorben: am 29. Juni der frühere Verlagsbuchhändler und Buchdruckerei besitzer Herr Bruno Zechel, vom 16. November 1870 bis 30. September 1909 Inhaber der von ihm gegründeten Firma seines Namens in Leipzig, im Alter von 77 Jahren.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder